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Was sie verschweigen -  Stephanie Werner

Was sie verschweigen (eBook)

Malin Larssen ermittelt
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
236 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-7424-9 (ISBN)
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6,49 inkl. MwSt
(CHF 6,30)
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Die Beziehung von Privatermittlerin Malin Larssen und ihrem Freund Daniel wird auf eine harte Probe gestellt, als Annika Meyer ins Nachbarhaus zieht. Welches Geheimnis hütet die aufdringliche Frau? Gegen Daniels Willen beginnt Malin zu recherchieren und stößt dabei auf mehrere Todesfälle in Annikas Umfeld. Liegt hier der Schlüssel zu ihrem Geheimnis? Zu ihrem seltsamen Verhalten? Als Daniel schließlich seine Freundin bei ihren Ermittlungen unterstützt, deckt er eine jahrzehntealte Tragödie auf, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen und Malin in Lebensgefahr bringen.

Jahrgang 1973, Bilanzbuchhalterin. Schreibt Kriminalromane, Kurzkrimis, Reiseberichte, heitere Kurzgeschichten.

Kapitel 1


Dieser Nerd! Wenn er sich nicht langsam angewöhnt, seinen Müll wegzuräumen, geschieht hier ein Mord! Seit Monaten ging er ihr mit seiner Unordnung auf die Nerven, doch jetzt hatte er den Bogen überspannt. Malin fluchte vor sich hin.

Ihr Blick glitt durch die Küche. Dreckiges Geschirr, ein halb geleertes Colaglas und ein Pizzakarton mit Essensresten standen auf dem Tisch. Der Boden klebte, gelüftet werden musste auch. Sie atmete tief ein und aus.

„Ruhig bleiben“, sagte sie sich, als sie auch noch das Kaffeepulver auf der Arbeitsplatte vor der Kaffeemaschine entdeckte. Doch es gelang ihr nicht. „Daniel!!!“, platzte es aus ihr heraus.

Keine Antwort.

Sie verließ den Raum, durchquerte schnellen Schrittes das Wohnzimmer und trat auf die Terrasse. Dort saß Daniel mit Kopfhörern am Gartentisch, vor sich den Laptop. Malin atmete erneut durch, dann baute sie sich vor ihm auf. Sie stemmte die Hände in die Hüften, legte den Kopf zur Seite und hob die Augenbrauen.

Daniel blickte auf und nahm den Kopfhörer ab. Ein Strahlen ging über sein Gesicht. „Hallo, Schatz! Wie war dein Tag?“

Dann erhob er sich und gab ihr einen Kuss.

„Der Tag war eigentlich ganz okay, bis ich unsere Wohnung betreten habe.“ Wenn man davon absieht, dass ein potentieller Neukunde einen in Aussicht gestellten Auftrag zurückgezogen hat, fügte sie in Gedanken hinzu.

„Und warum jetzt nicht mehr?“

„Willst du mich veräppeln? In der Küche sieht es wie auf einem Schlachtfeld aus!“

„Ach, sorry. Heute Mittag musste es flott gehen. Ich musste bis fünf noch einen Systemtest für einen Kunden machen. Da blieb keine Zeit zum Aufräumen.“ Er klappte seinen Laptop zu und ging ins Haus.

Malin folgte ihm und beobachtete mit Argusaugen, wie er den Pizzarand im Biomüll entsorgte, den Karton in den Papiermüll warf, das dreckige Geschirr in die Spülmaschine räumte und Esstisch und Arbeitsplatte abwischte.

„Na mein Schatz, bist du nun zufrieden?“ Er warf ihr einen Hundeblick zu.

„Klar! Du siehst, wo ein Wille, da auch ein Weg. Nur eine Kleinigkeit noch.“

Er schaute sie fragend an.

„Die Blumen haben auf dem Fensterbrett nichts verloren, die kommen wieder auf den Tisch, wo sie vorher standen.“ Sie ging zum Fensterbrett, nahm die Vase mit bunten Wildblumen, stellte sie an ihren angestammten Platz zurück und schnupperte an einer Kornblume. Die Sonnenstrahlen schienen ihr auf die Füße, fielen auf die orangefarbenen Vorhänge und die weißen Küchenschränke.

Malin knuffte ihn in die Seite. „Du bist und bleibst ein Nerd.“

Er grinste. „Das mag schon sein, aber ich werde mich bessern.

Versprochen, Schatz.“

„Und deshalb wirst du heute mal nicht bis tief in die Nacht vor deinem Computer hocken. Wir besuchen unsere neue Nachbarin. Sie hat ein Kärtchen in den Briefkasten geworfen. Sie wollte sich vorstellen, aber es hat niemand aufgemacht.“

„Aber ich …“

„Nein, du musst nicht mehr arbeiten. Es ist schon sechs. Jetzt ist Feierabend.“

„Also gut, ich komme mit. Ich kann ja später noch …“ „Nein! Irgendwann ist auch mal Schluss. Dann essen wir.“

Malin seufzte, ging ins Schlafzimmer und zog sich um. Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, schmunzelte sie.

Dieser Chaot! Böse sein konnte sie ihm sowieso nicht lange.

Und wenn er nicht gewesen wäre …

Kurze Zeit später schlenderten Malin und Daniel über den Feldweg zwischen den verwaisten Pferdekoppeln hinüber zum Nachbarhof. Der Boden war von unzähligen Hufen zertrampelt, die Balken des Holzzauns an manchen Stellen gebrochen. Die Vögel sangen und es roch nach frisch gemähtem Gras. Bis vor einigen Wochen hatten hier rund ein Dutzend Pferde geweidet. Als Hein, der Vorbesitzer, wegen eines Raubüberfalls ins Gefängnis gewandert war, hatte seine Frau das Anwesen mitsamt der Tiere verkaufen müssen.

„War das noch schön, als hier die Pferde standen“, sagte Malin und ließ den Blick über die ausgedehnten Wiesen und den Hof gleiten. „Wie gerne würde ich nochmal einen Ausritt an den Strand unternehmen. Vielleicht könnte ich unsere neue Nachbarin fragen, ob sie mir eine ihrer Weiden verpachtet. Ich überlege ernsthaft, mir ein Pferd anzuschaffen.“

„Und wo willst du das Pferd im Winter unterbringen?“, fragte Daniel.

„Im Stallgebäude sind bestimmt zwanzig Boxen. Vielleicht kann ich eine davon mieten. Bei Gelegenheit spreche ich die neue Gutshofbesitzerin darauf an.“

„Und wer soll das Heu machen?“ In Daniels Blick lag Unsicherheit.

„Heu kann man kaufen.“ Sie grinste breit. „Schau mal, da kommen Klaus und Rolf.“ Sie winkte den Brüdern zu, die von ihrem Haus auf der anderen Seite des riesigen Feldes über den Wanderweg hinter den Pferdekoppeln Richtung Meer unterwegs waren. Klaus führte, wie immer, seinen mittlerweile in die Jahre gekommenen Schäferhund Hasso an der Leine. Die beiden hoben ebenfalls die Hand zum Gruß.

„Kaum zu glauben, dass sie Zwillinge sind: Klaus groß und schlank mit vollen grauen Haaren, Rolf einen Kopf kleiner, Halbglatze und ziemlich kräftig“, sagte Daniel schmunzelnd.

„Ja, das ist wirklich erstaunlich. Und sie sind eingefleischte Junggesellen und haben ihr Leben lang gemeinsam in ihrem Elternhaus gewohnt. Sie wirken schon ein bisschen verschroben.“

„Aber trotzdem sind sie gute Nachbarn: nett und hilfsbereit.“

Als Daniel und Malin sich dem Wohnhaus aus rotem Backstein näherten, kam ihnen eine grau-weiß getigerte Katze entgegen und lief die lange Auffahrt hinunter. Vor dem Haus stand ein blauer Kleinwagen, am Scheunentor lehnte ein Fahrrad.

Sie gingen die Treppe zur Haustür hinauf und Malin drückte auf die Klingel. Dabei fiel ihr Blick auf die verwelkten Blumen in den Töpfen. Sie zog die Augenbrauen hoch. Welche Blütenpracht hatten Hein und seine Frau früher immer hier stehen gehabt.

Eine große, schlanke Frau mit blonden, bis zur Taille reichenden Haaren öffnete und starrte Malin mit weit aufgerissenen Augen an.

„Hi, ich bin Malin“, stellte sie sich vor und gab der Frau die Hand.

„Angenehm, Annika.“

Wie alt mochte Annika wohl sein? Mitte vierzig?

Daniel hob locker die Hand. „Hi, ich bin Daniel. Wir wohnen in dem Reetdachhaus hinter den Pferdekoppeln.“

„Keine Angst! Wir stören nicht lange“, erklärte Malin. „Wir möchten nur etwas zum Einzug vorbeibringen.“

„Ach, das ist aber nett von euch. Kommt doch rein!“, sagte Annika und trat zur Seite.

Sie gingen durch einen langen, schmucklosen Flur. Es roch nach Putzmittel mit Zitronenduft. Annika führte sie ins Wohnzimmer, wo Malin die mitgebrachte rosafarbene Orchidee auf das Sideboard stellte und Daniel Brot und Salz danebenlegte.

„Vielen Dank. Setzt euch!“

Sie nahmen auf dem grauen Ecksofa Platz, während Annika sich in einem Sessel direkt gegenüber niederließ. Malins Blick glitt durch den Raum. Schränke und Couchtisch waren aus Buchenholz, die Teppiche rot. Der graue Steinfußboden und die kleinen Fenster, durch die kaum Sonne hereinkam, strahlten Kälte aus. Sie schauderte. Dann wandte sie sich wieder Annika zu. „Hast du dich schon ein wenig eingelebt?“

„Ja, das war nicht schwer. Die Umgebung ist wirklich schön und es ist absolut ruhig.“

„Das ist es und jede Jahreszeit hat hier ihren Reiz. Es ist zum Beispiel ein toller Anblick, wenn im Sommer die Sonne spät abends am Horizont über dem Wasser untergeht.“

„Aber auch die Weihnachtszeit ist toll. Dann veranstaltet die Dorfgemeinschaft einen kleinen Weihnachtsmarkt und Glühweinabende“, fügte Daniel hinzu.

„Das hört sich gut an. Ich freue mich schon darauf. Kommen eigentlich viele Touristen hier vorbei?“

„Auf dem Waldweg hinter deinem Hof sind kaum Leute unterwegs. Aber am Strand gehen viele spazieren oder joggen.

Unsere Häuser liegen zwar abseits des Dorfes, aber zu Fuß sind es nur zehn Minuten bis hierher. Falls du ein Hofcafé aufmachen willst, du hättest bestimmt guten Zulauf“, sagte Malin.

„Das habe ich nicht vor. Ich hatte eher an Gemüseanbau gedacht.“

„Gute Idee. Hat Hein auch gemacht.“

„Wie lange wohnt ihr beiden schon hier?“

„Seit zwei Jahren. Ich bin in Veendorf aufgewachsen und habe bis dahin mitten im Ort gewohnt.“

„Und ich habe vorher in Cuxhaven gelebt“, ergänzte Daniel.

„Wo kommst du her?“

„Ich habe zuletzt auch in Cuxhaven eine Wohnung gehabt. In der Nähe der Alten Liebe, mit Blick aufs Meer.“

„Wie bist du darauf gekommen, allein auf dieses riesige Anwesen zu ziehen?“, wollte Malin wissen.

„Es war immer mein Traum, irgendwann mit einer großen Familie auf einem Bauernhof zu leben. Mit dem Hof hat es ja jetzt geklappt, mit der...

Erscheint lt. Verlag 1.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-6951-7424-2 / 3695174242
ISBN-13 978-3-6951-7424-9 / 9783695174249
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