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Dornröschen wachte nicht mehr auf (eBook)

Kriminalroman: Spannender Regionalkrimi mit Tiefe
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
360 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-9198-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dornröschen wachte nicht mehr auf -  Gudrun Leyendecker
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Bonn 1971: Ein Mord, der eine ganze Stadt ins Wanken bringt. Im Sommer 1971 wird Stefanie, eine junge und beliebte Journalistin, tot im Rosengarten ihres Vaters aufgefunden. Die aufstrebende Ermittlerin Janina stößt bei ihren Nachforschungen auf eine Mauer des Schweigens und auf ein soziales Geflecht, das von Eifersucht, Prestige und alten Wunden durchzogen ist. Zwischen diplomatischem Glanz und bürgerlicher Fassade beginnt Janina, das Leben der Toten zu entwirren. War Stefanie wirklich so beliebt, wie es schien? Oder verbarg sich hinter dem Lächeln eine Wahrheit, die jemand um jeden Preis schützen wollte? Mit viel Gespür für Atmosphäre entführt dieser historische Krimi in ein Bonn voller Widersprüche: elegant, gefährlich, menschlich. Wird Janina den Schlüssel zu Stefanies Geheimnissen finden, bevor alles zu spät ist?

Gudrun Leyendecker ist seit 1995 Buchautorin. Sie wurde 1948 in Bonn geboren. Siehe Wikipedia. Sie veröffentlichte bisher über 110 Bücher, unter anderem Sachbücher, Kriminalromane, Liebesromane und Satire. Leyendecker schreibt auch als Ghostwriterin für namhafte Regisseure. Sie ist Mitglied in schriftstellerischen Verbänden und in einem italienischen Kulturverein. Erfahrungen für ihre Tätigkeit sammelte sie auch in ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Lebensberaterin.

Kapitel 3

Auf dem Weg zu Brigittes Wohnung befasse ich mich noch einmal gedanklich mit den Informationen, die mir der Kommissar vor wenigen Minuten über die junge Frau zukommen ließ. Ich lasse mir den Steckbrief durch den Kopf gehen:

„Brigitte Gilletto, zweiunddreißig Jahre alt, ledig, von Beruf Dessous-Verkäuferin, arbeitet in einer Bonner Boutique. Hobbys: Mode, Reisen, Theater, Konzerte und Pferde.“

Alles ziemlich teure Hobbys, denke ich. Was für ein Glück, dass sie den wohlhabenden Bernhard Kollodium gefunden hat, der ihr da ein bisschen unter die Arme greifen kann. Und wenn sie erst einmal seine Frau ist, hat sie sicher noch mehr Zugang zu seiner finanziellen Unterstützung. Stefanie war Bernhards einziges Kind gewesen, somit steht Brigitte jetzt wohl auch als Erbin an erster Stelle. Aber der elegante Herr sieht noch recht munter aus, da ist eine Erbschaft wohl noch nicht so schnell in Aussicht. Gut, einige Menschen versuchen, rechtzeitig vorzusorgen. Aber war Brigitte solch ein Typ?

Die blonde junge Frau, die mir die Tür öffnet, sieht mich freundlich an. „Bitte kommen Sie herein! Ich bin Brigitte und hoffe, dass ich Ihnen helfen kann.“

Ich folge ihr in das kleine, modern eingerichtete Wohnzimmer und nehme auf dem weißen Ledersofa Platz.

„Schön haben sie es hier“, bemerkte ich und sehe mich um. „Es ist alles sehr geschmackvoll eingerichtet.“

Sie nickt. „Ich liebe alles, was schön ist. Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten?“

„Danke, im Moment lieber nicht. Ich glaube, ich habe heute schon zu viel Kaffee getrunken. Aber lassen Sie sich durch mich nicht stören!“

„Nein, nein!“ wehrt sie ab. „Ich bin wach genug. Haben Sie bestimmte Fragen, oder soll ich Ihnen einfach etwas über Stefanie erzählen.“

„Für mich ist alles wichtig“, teile ich ihr mit. „Jedes kleinste Detail kann von Bedeutung sein.“

„Ich kenne Bernhards Tochter jetzt seit einem Jahr“, beginnt Brigitte. „Und Sie haben bestimmt schon gehört, dass sie eine Frohnatur ist, Entschuldigung, ich meine natürlich, sie war es.“

„Sie müssen sich nicht entschuldigen!“ bemerke ich. „Ich denke, die meisten Menschen können es noch nicht fassen, dass sie nicht mehr lebt. Ja, von ihrer Fröhlichkeit habe ich schon gehört.“

Brigitte nickt und wischt sich mit der Hand die Augenwinkel aus. „Sie war doch noch so jung, noch jünger als ich. Das kann man gar nicht fassen. Und die meisten Menschen waren ihre Freunde.“

Ich horche auf. „Die meisten? Was gab es da sonst noch?“

Sie druckst etwas herum. „Ich bin nicht ganz sicher, ob es nicht vielleicht Männer gab, die sie ein wenig enttäuscht hat.“

„Das verstehe ich jetzt nicht“, gebe ich zu.

„Sie war eben sehr freundlich zu allen, man könnte sagen, sie hat sehr viel geflirtet. Das hat sie eigentlich nur spaßig gesehen, aber ich glaube die Männerwelt sieht so etwas oft schon als Aufforderung zu mehr.“

„Können Sie mir ein Beispiel nennen?“

Brigitte überlegt. „Vielleicht lag es daran, dass sie ein Typ war, den man auch sexy nennen kann. Wenn sie einen Mann ansah, dann funkelten ihre Augen auf eine ganz natürliche Art und Weise. Ihre Lippen sahen auch oft so aus, als wolle sie geküsst werden. Ich denke, da steckte keine böse Absicht dahinter. Aber sie wirkte eben verführerisch, und wusste wahrscheinlich gar nicht, wie sehr.“

„Dann meinen Sie, es könnte sich jemand verschaukelt gefühlt haben? Aber begeht man deswegen einen Mord?“

Sie überlegt. „Mhm, wahrscheinlich eher nicht. Ich kann das Ganze auch nicht so gut beschreiben. Sie müssten sie gekannt haben, dann wüssten Sie, was ich meine. Ihr Freund, dieser Roland ist auch ein ganz stilles Wasser. Ich bin nicht sicher, ob er mit ihrem Verhalten einverstanden war. Sie war zu jedem Mann sehr freundlich.“

Ich hebe die Augenbrauen. „Aber Stefanies Vater hat mir versichert, dass zwischen den beiden nur eine lockere Beziehung bestand.“

Brigitte seufzt. „Vielleicht hat Roland das anders gesehen. Ich denke, er hat sich große Hoffnung auf Stefanie gemacht, auch wenn sie ihn dabei nicht unterstützt hat.“

„Ich habe vor, ihn selbst über seine Beziehung zu seiner Freundin auszufragen“, teile ich der jungen Frau mit. „Es gibt häufig Beziehungstaten, und bis jetzt darf ich niemanden ausschließen.“

„Ich möchte auch gar nicht schlecht über Stefanie reden“, bedauert die junge Frau. „Aber ich glaube, sie war sehr unschuldig und hat gar nicht bemerkt, was sie so anrichtete.“

„Das klingt aber ziemlich konkret“, finde ich. „Wann ist Ihnen das denn das letzte Mal aufgefallen, und wobei?“

„Als Bernhard einmal auf Geschäftsreise war, sind wir zusammen ins Theater gegangen, Stefanie und ich. Schon in der ersten Pause hatten sich um Stefanie ein paar Männer versammelt, die von ihr hingerissen waren. Sie scherzte und lachte mit ihnen, und ihr Lächeln, das sie jedem schenkte, wirkte sehr vielversprechend. Aber als danach am Ende der Vorstellung zwei von diesen Herren ihren Namen und ihre Adresse haben wollten, da gab sie ihnen falschen Namen und eine genauso falsche Telefonnummer. Auf eine Adresse ließ sie sich natürlich gar nicht erst ein. Sie fand das alles sehr lustig und hat sich später noch darüber amüsiert, während wir nach Hause gingen. Ich fand das alles weniger harmlos. Ich dachte da schon, hoffentlich nimmt ihr das nicht mal einer übel. An einen Mord habe ich natürlich nicht gedacht.“

„Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ihr deswegen schon einer so böse ist und sie gleich umbringt. Herr Kollodium hat mir erzählt, dass Sie sich mit Stefanie sehr gut verstanden haben. Würden Sie das so bestätigen?“

„Ja, natürlich. Sie war sehr liebenswert und auch hilfsbereit. Sie hat mir geholfen, einen ganzen Teil meiner Habe in Bernhards Haus zu bringen. Wir haben uns immer gut unterhalten und ab und zu einmal etwas unternommen, wenn Bernhard unterwegs war.“

„Dann hatte Stefanie also keine Probleme damit, dass ihr Vater eine so schöne junge Frau heiratet?“ provoziere ich sie.

„Oh nein, mit mir war sie einverstanden, das hat sie immer betont. Vermutlich liegt das daran, dass ihr Vater nach der ersten Scheidung ziemlich viele Freundinnen, natürlich nacheinander, mit ins Haus brachte. Danach war er noch einmal kurz verheiratet. Und nach der zweiten Scheidung ging es von vorn los. Er geriet einfach immer an die falschen Frauen, und das waren wohl nicht wenige. Als Bernhard mir Stefanie vorstellte, was ich sehr überrascht, aber auch erleichtert, und sie sagte: „Ich bin wirklich froh, dass er jetzt eine so nette und passende Frau gefunden hat. Und ich hoffe, dass es mit euch beiden etwas länger hält.“

Ich überlege. „Ja, ich kann mir vorstellen, dass sie gewissermaßen schon Freundinnen waren. Denn offenbar wussten sie doch schon mehr als Stefanies Vater. Er hat mir gar nichts davon erzählt, dass seine Tochter so gern geflirtet hat.“

„Nun ja, Männer sehen das eben nicht so. Und er ist ja selbst auch kein Heiliger gewesen. Außerdem würde er bestimmt nie etwas Zweifelhaftes über seine Tochter sagen. Sie ist ihm wichtig, und er war froh, dass wir uns verstanden haben. Stefanie sollte sogar unsere Trauzeugin werden.“

Ich überlege. „Das sagt eigentlich schon sehr viel. Sie glauben also, dass es irgendein abgewiesener Freund sein könnte, der sie ermordet hat?!“

„Ich weiß, dass ich mit dieser These allein auf weiter Flur stehe. Bernhard glaubt, dass es irgendetwas mit ihrem Beruf zu tun hat. In ihrem Job hat sie die Aufgabe, viel zu recherchieren und möglichst viel Wissen über die Schönen und die Reichen zu erlangen. Da kann man schon einmal ins Fettnäpfchen treten, oder Menschen begegnen, die etwas Dreck am Stecken haben. Natürlich wird sie allerlei gewusst haben. Aber daran glaube ich nicht als Mordmotiv. Wer sie kannte, der wusste, dass sie sehr diplomatisch war. Sie hätte nie ein dunkles Geheimnis unerlaubt in die Öffentlichkeit gebracht.“

„Auch das werde ich abchecken müssen“, verrate ich ihr. „Man weiß nie, in welche Kreise man bei solchen Recherchen geraten kann.

Auch bei den Schönen und Reichen ist der Weg zur Unterwelt manchmal nicht weit.“

„Da kann ich nicht mitreden“, antwortet Brigitte. „In meinem Beruf bin ich bis jetzt immer mit exklusiven, sehr noblen Damen zusammengekommen.“

Ich staune. „Gerade bei sehr noblen Damen hätte ich auch schwarze Schafe, wenn nicht sogar einige extravagante Verrückte vermutet. Handelt es sich denn bei Ihrer Mode um etwas ganz Exklusives?“

Die junge Frau nickt. „Oh ja! Wir führen nur ganz kostbare und sehr exquisite Dessous....

Erscheint lt. Verlag 19.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Bonn Thriller mit Journalistin • Ermittlerin Kriminalroman Deutschland • Ermittlerin sucht Wahrheit 1971 • Feministischer Krimi Deutschland • Gibt es Krimis mit weiblicher Ermittlerin • Historische Bonn-Krimis • Historische Krimis mit Gesellschaftskritik • Krimi mit psychologischer Tiefe • Krimi über Mord in Rosengarten • Mordfall Bonn Rosengarten • Mordfälle in Westdeutschland • Politische Spannung mit Mordfall • Regionalkrimi 1970er • Regionalkrimi 70er Jahre Bonn • regionalkrimis deutschland • Spannende Krimis Deutschland • Spannender Krimi mit Journalistinnen • Spionage und Mord im Bonn der 70er • True-Crime-inspirierte Fiktion • Was sind spannende Bonn-Krimis
ISBN-10 3-8192-9198-9 / 3819291989
ISBN-13 978-3-8192-9198-2 / 9783819291982
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