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G. F. Unger Western-Bestseller 2741 (eBook)

Heißes Eisen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8849-6 (ISBN)

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G. F. Unger Western-Bestseller 2741 - G. F. Unger
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Dan Denver und Humphrey Lovel, der Vormann der Sunfisher Ranch, sehen sich eine Weile hart und wortlos an. In den wasserhellen Augen des Vormannes funkelt Hass. Er hat noch nicht überwunden, dass Dan Denver ihm vor einiger Zeit eine bittere Lektion erteilt hat. »Der Boss will euch sprechen, und ich habe ihm versprochen, dass es keinen Kummer gibt. Also geht zu ihm!« In Dan Denvers Augen tanzen plötzlich kalte Funken. »Hump Lovel«, sagt er ruhig, »wenn du mit mir noch einmal Verdruss beginnen solltest, dann schieße ich dir nicht nur in die Schulter wie beim letzten Mal ...« »Geh zur Hölle, Denver! Du hast nur Glück gehabt. Nächstes Mal werde ich der Bessere sein. Nun, das hat noch etwas Zeit. Kommt jetzt mit zum Boss!« Er dreht sich um und geht ins Haus. Dan Denver und sein Partner Sage Fisher folgen ihm. Dann stehen sie am Krankenbett und sehen auf Big Jack, den sterbenden Weidekönig, nieder ...

Heißes Eisen


Dan Denver und Humphrey Lovel, der Vormann der Sunfisher Ranch, sehen sich eine Weile hart und wortlos an. In den wasserhellen Augen des Vormannes funkelt Hass. Er hat noch nicht überwunden, dass Dan Denver ihm vor einiger Zeit eine bittere Lektion erteilt hat.

»Der Boss will euch sprechen, und ich habe ihm versprochen, dass es keinen Kummer gibt. Also geht zu ihm!«

In Dan Denvers Augen tanzen plötzlich kalte Funken.

»Hump Lovel«, sagt er ruhig, »wenn du mit mir noch einmal Verdruss beginnen solltest, dann schieße ich dir nicht nur in die Schulter wie beim letzten Mal ...«

»Geh zur Hölle, Denver! Du hast nur Glück gehabt. Nächstes Mal werde ich der Bessere sein. Nun, das hat noch etwas Zeit. Kommt jetzt mit zum Boss!«

Er dreht sich um und geht ins Haus. Dan Denver und sein Partner Sage Fisher folgen ihm. Dann stehen sie am Krankenbett und sehen auf Big Jack, den sterbenden Weidekönig, nieder ...

Als sie vor zwei Jahren in dieses Land kamen und sich in den Hügeln eine kleine Pferderanch aufbauten, da wollte Big Jack sie vertreiben. Doch es gelang ihm nicht. Zum ersten Mal in seinem Leben war er auf zwei Männer gestoßen, die noch härter kämpfen konnten als er und seine Mannschaft. Es gab gnadenlose, blutige Kämpfe, und erst als der alte Weidekönig krank wurde und sein Vormann Dan Denvers Kugel in die Schulter bekam, entstand eine Art Waffenstillstand. Und jetzt hat der Mann, der sie nicht am Rande seines Rinderreiches dulden wollte, sie zu sich gebeten.

»Ich danke euch, dass ihr gekommen seid«, sagt Big Jack. Selbst auf dem Sterbebett wirkt er noch stolz und beachtlich.

Dan Denver und sein Partner tauschen einen Blick. Sie sind gespannt darauf, was Big Jack von ihnen will.

An den beiden Fenstern stehen zwei Männer. Sie machen ernste Gesichter. Doktor Frank Russel ist klein, rundlich und glatzköpfig. Notar Merville Scott ist lang, dünn, mit einem Pferdegesicht, aber freundlichen blauen Augen.

Dan Denver und Sage Fisher schenken weder diesen beiden Männern noch dem Kranken im Bett den ersten Blick. Sie staunen ein großes und schlankes Mädchen an, das neben dem Kopfende des Bettes steht und ihnen ernst entgegensieht.

Sie staunen, sehen in zwei graue und sehr klare Augen hinein und nehmen die Hüte ab. Und sie erkennen, dass dieses ernste Mädchen sehr schön ist. Es trägt ein modisches Reisekleid aus dem Osten, aber ihr rassiges Gesicht ist sonnengebräunt. Ihr Haar ist blauschwarz, wird hinten mit einer Spange zusammengehalten und fällt an ihrem Nacken bis tief in den Rücken nieder.

»Guten Morgen, Madam«, murmelt Dan Denver, und er schaut immer noch staunend in ihre Augen. Er erkennt darin eine ernste Sorge und eine verborgene Angst.

Der Kranke im Bett zeigt auf das Mädchen.

»Das ist meine Tochter June – sie war vier Jahre im Osten bei ihrer Tante. Ich habe ihr Nachricht geschickt, dass ich sterben werde. Nun ist sie hier, um ihr Erbe zu übernehmen.«

»Das ist falsch, Dad«, unterbricht das Mädchen, und ihre dunkle Stimme zittert ein wenig.

Der Alte grinst einmal kurz und müde. Dann wird er schnell wieder ernst. »Ich weiß, June, dass du vor allen Dingen in meinen letzten Stunden an meiner Seite sein willst. Du warst immer eine gute und liebe Tochter. Nun, das ist all right, aber nicht wichtig. Du weißt, dass ich dich wirklich liebe, Mädel. Aber das ist eine Sache, die nur uns beide etwas angeht. Und es ist auch nicht besonders wichtig, wenn ein alter Mann wie ich endlich stirbt. Jeder Halm verdorrt einmal – und jeder starke Baum wird einmal morsch und fällt. Das ist der Lebenslauf. Aber er muss auch wissen, dass sein Werk und seine Arbeit nicht nutzlos waren. Es ist gut für einen Mann, wenn er Söhne hat. Ich habe keine. Das ist schlimm. Denn ich hinterlasse einem Mädchen eine große Ranch – und viele Feinde, die sich jetzt von allen Seiten auf diese Ranch stürzen werden.«

Er macht eine Pause.

Von der Tür her ertönt eine bittere Bassstimme: »Du hinterlässt auch einen Vormann und eine Mannschaft, Boss! Warum hältst du nicht mehr besonders viel von deinen Reitern? Ich denke, dass wir immer noch für die Sunfisher Ranch sorgen können.«

»Nicht, wenn die Gegner ein Rudel Revolverschwinger anwerben, Hump, dann werdet ihr nacheinander abgeknallt. Ihr seid gute Cowboys, ihr könnt auch verdammt rau kämpfen. Aber wenn ich tot bin, dann fehlt euch der Boss – ein Mann fehlt euch, der denken kann, der euch führt. Hump, du kamst vor zehn Jahren als junger Bengel zu mir. Seit vier Jahren bist du mein Vormann, weil Sam Timber starb. Du bist ein guter Vormann, aber du denkst manchmal zu einseitig, du bist zu stur! Reg dich nicht auf, mein Junge. Du bist ein guter Rindermann, du kannst kämpfen und bist treu. Du bist schon all right. Du bist für jeden Boss eine gute Hilfe – wie eine rechte Hand. Aber du bist nicht der Mann, Hump, der diese Ranch aus dem Verdruss bringen könnte – nicht aus diesem Verdruss, den ein paar gerissene Hundesöhne ganz bestimmt sorgfältig vorbereitet haben.«

Big Jack Brittbee macht wieder eine müde Handbewegung. Humphrey Lovel wird tiefrot im Gesicht. Er scharrt unruhig mit den Füßen.

»Vielleicht denke ich langsam und eingleisig, Boss. Aber ich beginne zu ahnen, warum die beiden Revolverschwinger da herbestellt sind. Du hältst sie für zwei harte Nüsse, weil sie sich gegen unseren Willen an der Grenze unserer Nordweide behaupten konnten. Du hältst sie für Wundermänner, und jetzt willst du sie auf dem Sterbebett bitten, dass sie uns beistehen. Verdammt, wie tief ist die Sunfisher Ranch schon gesunken, dass sie um die Hilfe zweier berüchtigter Revolvermänner bittet!«

Er sagt es wütend und starrt grimmig auf Dan Denver und Sage Fisher, die sich umgewendet haben und ihn kühl ansehen. Er tritt vorwärts, sodass er zwischen ihnen am Fußende des Bettes steht und besser in die Augen seines Ranchers sehen kann.

»Hast du denn deine Meinung über diese beiden Tiger geändert, Boss? Hältst du sie nicht mehr für angeworbene Schießer unserer Gegner, die sich nur an unserer Nordgrenze festsetzten, damit wir in die Zange genommen werden sollen? Glaubst du wirklich, Boss, dass diese beiden Revolverhelden auf einer kleinen Pferderanch ein Hungerleben führen würden, wenn sie keinen Auftrag dazu hätten? Das ist ein Trick! Aber mach dir keine Sorgen. Bald ist meine Schulter wieder in Ordnung. Und wenn ich meinen Arm bewegen kann, werde ich ...«

»Nichts wirst du, Hump! Gar nichts wirst du! Du hast nur die Wahl, nach meinem Willen zu handeln – oder dich von der Lohnliste dieser Ranch streichen zu lassen. Du wirst darüber nachdenken müssen, wie groß deine Treue zur Sunfisher Ranch eigentlich ist.«

Der Alte hebt nun müde seine große Hand, die rau, rissig, schwielig und braun ist, voller Lassonarben und vielen anderen Zeichen eines harten Lebens.

Er deutet auf Dan Denver und seinen Partner Sage Fisher.

»Ich will euch ein Geschäft vorschlagen«, sagt er, und seine Augen funkeln seltsam. Sein dunkles Gesicht zuckt. Mit einem Mal wirkt er kräftiger und gar nicht wie ein sterbender Mann, dem der Doc ein Aufputschmittel gegeben hat, damit er vor dem Tod noch sein Haus bestellen kann.

»Wir wollen keine Geschäfte machen – wir wollen nur ganz friedlich auf unserer kleinen Pferderanch ein ruhiges Dasein führen«, murmelt Sage Fisher abweisend. Und er sieht zu Dan Denver auf. »Siehst du, er will uns in seinen Verdruss hineinzerren. Ah, ich bin diese Kämpfe leid! Wenn ich welche haben will, dann brauche ...«

»Sei still, Sage«, unterbricht ihn Dan ruhig. Er sieht an dem Alten vorbei auf June Brittbee, die fest und offen seinen Blick erwidert. Und obwohl in ihren Augen Angst, Sorge und Not zu erkennen sind, steht sie stolz und aufrecht an der Seite ihres Vaters. Nur ihre Unterlippe zittert ein wenig, und der Puls klopft deutlich in ihrem Hals.

Es wäre wirklich gut für sie, wenn sie einen großen und starken Bruder hätte, der seinem Vater ähnlich ist, denkt er.

Der Alte bewegt sich unruhig auf seinen Kissen. Sein starker Wille und die Macht seiner Wünsche lassen ihn noch einmal richtig lebendig erscheinen.

»Ich biete euch einen Drittelanteil der Sunfisher Ranch – ein Drittel der Weide, ein Drittel der Rinderherden und ein Drittel des Bankkontos. Da ist der Notar. Er hat den Vertrag schon fertig. Ich biete euch ein Drittel meines Besitzes. Und mit diesem Drittel vergrößert sich eure Drei-Dollar-Ranch um das Zehnfache allein an Landbesitz. So viel wird euch kein anderer Mann bieten. Und selbst dann, wenn ihr von meinen Feinden angeworben seid ...«

»Wir sind nicht angeworben, und wir wollen nichts anderes als unsere bescheidene Ruhe«, grollt Sage Fisher.

Er packt Dan Denver am Arm.

»Komm, wir gehen. Ich will mir mit meinen Revolvern keine große Ranch verdienen. Jack Brittbee, Sie haben die ganzen Jahre mehrere stolze Männer in den Dreck getreten und sie Ihre anmaßende Größe fühlen lassen. Sie waren ein mächtiger Baum, der einen weiten Schatten warf und...

Erscheint lt. Verlag 6.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7517-8849-2 / 3751788492
ISBN-13 978-3-7517-8849-6 / 9783751788496
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