Der Bergdoktor 2302 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8854-0 (ISBN)
Sonja hat das große Glück noch nicht gefunden. Dabei galt sie immer als 'Sonnenkind' - unbeschwert, lebensfroh und fest verwurzelt in ihrer Heimat, dem Bergwald von St. Christoph, ihrem grünen Paradies. Doch seit Niklas Hofstetter, mit dem sie mehr als nur Freundschaft verband, zu einer dreijährigen Weltreise aufgebrochen ist, fühlt sich alles anders an. Warum hat er sie verlassen? War es wirklich nur das Fernweh, das ihn? Niklas versprach ihr, in Verbindung zu bleiben. Immer. Seine Nachrichten waren für Sonja wie ein sicherer Anker, ein Zeichen dafür, dass zwischen ihnen noch etwas lebte. Doch irgendwann blieben die Nachrichten aus. Niklas schwieg. Unerreichbar, spurlos verschwunden. Und mit seinem Schweigen zerbrach etwas in Sonja - Vertrauen, Hoffnung, vielleicht sogar ein Teil ihres Herzens. Drei Jahre vergehen. Dann, an einem klaren Herbsttag, fühlt Sonja sich krank und sucht Dr. Burgers Praxis auf. Während sie im Wartezimmer sitzt, betritt ein Mann den Raum - das Gesicht unter einer Kappe verborgen, der Blick gesenkt. Sonjas Herz beginnt zu rasen. Denn trotz allem erkennt sie ihn sofort: Niklas!
Das gebrochene Versprechen
Ein dramatisches Wiedersehen im Doktorhaus von St. Christoph
Von Andreas Kufsteiner
Sonja hat das große Glück noch nicht gefunden. Dabei galt sie immer als »Sonnenkind« – unbeschwert, lebensfroh und fest verwurzelt in ihrer Heimat, dem Bergwald von St. Christoph. Doch seit Niklas Hofstetter, ihr Freund, vor mittlerweile drei Jahren zu einer Weltreise aufbrach, fühlt sich alles anders an.
Anfangs kamen noch regelmäßig Nachrichten. Doch irgendwann brach der Kontakt ab. Niklas schwieg. Unerreichbar, spurlos verschwunden. Und mit seinem Schweigen zerbrach etwas in Sonja – Vertrauen, Hoffnung, vielleicht sogar ein Teil ihres Herzens.
Dann, an einem klaren Herbsttag, fühlt Sonja sich krank und sucht Dr. Burgers Praxis auf. Während sie im Wartezimmer sitzt, betritt ein Mann den Raum – das Gesicht unter einer Kappe verborgen, den Blick gesenkt.
Sonjas Herz beginnt zu rasen. Denn trotz allem erkennt sie ihn sofort: Niklas!
Es war ein Sonntag in St. Christoph, an dem alles genauso ablief wie sonst. Die Kirchenglocken läuteten um sieben Uhr zum Frühgebet und um zehn Uhr zum Gottesdienst mit Pfarrer Roseders Predigt, die immer ein bisschen länger ausfiel als geplant. Denn an jedem Sonntag erwähnte er auch noch etwas »Aktuelles«, wie er es nannte. Dabei konnte es sich um Ereignisse im Dorf oder auch in der Welt handeln. Außerdem war es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, dass der Chor das eine oder andere Lied zum Besten gab und den Gottesdienst damit sozusagen »umrahmte«.
Die Lieder mussten durchaus nicht immer aus dem kirchlichen Gesangbuch stammen. Am schönsten war es, wenn sie zur jeweiligen Jahreszeit passten. Die Hauptsache war, dass jeder etwas für Herz und Seele aus der Kirche mitnahm und spürte, dass er auf dieser Welt mit seinen Problemen nicht allein war. Aber wen die Sorgen dennoch weiterhin plagten, der konnte auch ganz privat mit Pfarrer Roseder sprechen.
Alle Dorfbewohner in St. Christoph freuten sich also über diesen Sonntag, der friedlich und noch sommerlich warm war, obwohl der Herbst bereits anklopfte – allerdings erst einmal ganz rücksichtsvoll, um den Leuten noch viele goldene Tage zu versprechen. Die Schwalben hatten sich allerdings schon zum Abflug in den Süden bereit gemacht. Eine alte Bauernregel besagte: »An Mariä Geburt fliegen die Schwalben fort.« Und dieser Tag, der achte September, stand kurz bevor.
Ob sich die Schwalben allerdings wirklich genau an dieses Datum halten würden, war ungewiss – manchmal zogen sie schon früher von dannen, später wurde es aber meistens nicht. So ganz schienen sie dem Alpenwetter nicht zu trauen!
Wenn der Bergwind bei der Nacht kühl durchs Dorf wehte, machten sie sich lieber auf den weiten Weg in ferne Länder. Aber eins stand fest: Im nächsten Frühling würden sie wiederkommen und ihre Nester unter den heimeligen, breiten Dächern oder in einem gemütlichen, warmen Stall bauen.
Manche Leute meinten, dass jetzt – Anfang September – eigentlich die schönste Zeit anbrach, bevor es wirklich herbstlich, kühl und nass werden würde. Es war jedenfalls nicht mehr so heiß wie im Juli und August. Man konnte herrliche Bergwanderungen unternehmen, die klare Sicht genießen und noch bis in die letzte Septemberwoche hinein Ausflüge auf die Almen machen.
Hier und da war eine Almwirtschaft bei schönem Wetter bis Mitte Oktober oder noch ein wenig länger geöffnet, wenn auch nur bis zum Einbruch der Dämmerung. Und die kam im Oktober schneller, als es einem lieb war. Außerdem waren dann die Tiere nicht mehr droben, und außer einer Brotzeit und einem kalten Getränk gab die Speisekammer nichts mehr her. Früher oder später war eben die Zeit gekommen, auch die urigen Einkehrhütten zu schließen und die Türen fest zu verriegeln.
Heute zeigte sich der Himmel in einem strahlenden Blau. Man konnte kaum glauben, dass es in nicht allzu ferner Zeit durchaus auch mal grau und neblig sein würde. Wer mochte jetzt schon an trübe Novembertage denken?
Sonja Lauber verließ zusammen mit ihren Eltern die Kirche. Sie kamen hin und wieder sonntags nach St. Christoph. Sonja wohnte im »Finkenhaus« am Brückenbach, also ziemlich nah am Dorfplatz. Sie war dort aufgewachsen. Es war ihr Elternhaus, ihr »Vogerlnest«, wie ihr Vater immer noch gern scherzte.
Edgar und Hannelore Lauber waren vor einiger Zeit nach Kitzbühel umgezogen. Aber wenn sie nach St. Christoph kamen, ließen sie stets durchblicken, dass sie nur schweren Herzens ihren Wohnort gewechselt hatten. Denn eigentlich war ja hier droben ihr wahres Zuhause.
Weil Sonjas Eltern unter den Folgen eines Unfalls litten und ihnen viele Dinge des täglichen Lebens zur Last geworden waren, hatten sie sich nach gründlicher Überlegung entschieden, ins Kitzbüheler Appartement-Haus »Edelweiß« (auf Wunsch mit Haushaltshilfe – oder wenn es nötig werden sollte – auch mit Betreuung in anderen Bereichen) umzuziehen.
Dort bekamen sie auch vor Ort physiotherapeutische Anwendungen, Massagen und Bäder. Ihrer Tochter hatten sie es nicht zumuten wollen, immer auf Abruf bereitzustehen, Putzarbeiten zu erledigen und ihnen, zum Beispiel, bei größeren Einkäufen zu helfen. Das wäre auch nicht möglich gewesen, denn Sonja arbeitete in der Schwazer Klinik als Sekretärin im Bereich Orthopädie.
Im »Edelweiß« gab es unter anderem auch einen Einkaufs-Service, natürlich waren diese ganzen Vorteile nicht umsonst. Die Laubers lebten derzeit ziemlich bequem, aber was war das gegen ihr eigenes Haus daheim in St. Christoph und die Nähe ihrer Tochter? Und dann alle die vertrauten Menschen, Freunde und Bekannte, die im Laufe der Jahre zu treuen Wegfährten geworden waren.
Aus all diesen Gründen hofften die Laubers, bald wieder ihr Leben ohne die Hilfe »guter Geister« zu meistern. Dr. Burger hatte dem Ehepaar geraten, nichts zu überstürzen und auf jeden Fall beweglich zu bleiben, dann würde man schon sehen! Bis zum Anfang des nächsten Jahres empfahl er ihnen jedoch weiterhin das »Edelweiß«.
Sonja hatte in St. Christoph auch noch einen ungewöhnlichen »Nebenberuf«. Schon als Kind war der Wald ihr zweites Zuhause gewesen. Das »Waldmadel vom Finkenhaus« hatte am liebsten draußen im grünen Paradies gespielt.
Vor einiger Zeit hatte Sonja eine Idee gehabt, die sie dann auch in die Tat umgesetzt hatte. Um genau zu sein, nicht sie allein. Dr. Burger, der Bergdoktor, hatte sie dazu ermuntert.
Konnte der Wald nicht auch ein Heilmittel für Menschen sein, die gestresst waren, die unter Atembeschwerden und anderen Krankheiten litten? Wenn man solche Leute auf Waldspaziergängen begleitete, ihnen die Schönheiten des Waldes und die Heilkraft von Bäumen und Pflanzen erklärte, dann war das eine wunderbare Hilfe der Natur.
Inzwischen betreute Sonja schon eine ansehnliche Gruppe »Wäldler«, die auf keinen Fall diese heilsamen und auch anregenden Spaziergänge mehr missen wollten.
Nicht jeder wollte Radfahren oder für einen Marathonlauf trainieren. Aber diese durchaus »bewegungsintensiven« Wanderungen waren eine Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und gleichzeitig etwas über die Geheimnisse des Waldes zu erfahren.
Am Kirchplatz trafen die drei Laubers den Doktor. Sofort wurde er freudig begrüßt.
»Vermutlich hat es mir Pfarrer Roseder hoch angerechnet, dass ich mich auch mal wieder bei der Sonntagsmesse deutlich sichtbar in die erste Bank gesetzt habe«, scherzte Dr. Burger. »Es wurde aber auch Zeit! Sehr oft hab ich schon in der letzen Zeit dem lieben Gott erklärt, dass ich aus verschiedenen Gründen leider nicht in die Kirche gehen kann – bei uns daheim ist ja immer was los.«
»Und was hat Ihnen unser Herrgott geantwortet, Doktor?«, fragte Edgar Lauber. »Das würde mich wirklich interessieren.«
»Nun, die Antwort war nicht eindeutig«, überlegte Martin Burger. »Er meinte, dass es schon in Ordnung sei und dass ich mich weiterhin um meine Familie und die Patienten kümmern soll, das sei das Wichtigste. Er ließ aber auch durchblicken, dass meine Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst doch ab und zu möglich sein müsste – ein bisschen mehr Kirche könnte mir nicht schaden. Die Leute würden immer beobachten, was ich mache. Ja, und wenn ich öfter in die Kirche gehe, dann tun es die anderen vielleicht auch. Der Allmächtige meinte dann noch, dass ihm Mitgefühl, Verständnis und eine helfende Hand tausend Mal lieber seien als ein Engelschor, der von früh bis spät Ave Maria singt.«
»Ach!«, staunte Edgar Lauber. »Und das sagte Ihnen der Herrgott?«
Dr. Burger lachte. »In gewisser Weise. Ich empfand es so, und es tat mir gut. Tja, dank Pfarrer Roseder ist mir klar geworden, dass man mit unserem Schöpfer reden kann wie mit einem engen Freund, dem man vertraut und der außerdem dafür sorgt, dass letztendlich alles wieder ins Lot kommt, was schon als verloren galt. Unser Schöpfer wünscht sich, dass wir unseren Glauben bewahren, auch wenn es manchmal schwer ist. Ich für...
| Erscheint lt. Verlag | 6.9.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Alpen • Alpen-Krimi • alpenkrimi kindle • alpen-roman • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • berg romane • bergromane • bergromane kindle • bergromane kindle ebook • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Heimat • Heimat-Krimi • Heimatromane • heimatromane bastei • heimatromane hefte • Heimatromane kindle • heimatromane kindle ebook • heimatromane kindle ebooks deutsch • hermann-broch • Hütte • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • liebesroman heimat • Mira • Patient • Reihe • Rettung • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • schicksalsromane • schicksalsromane kindle • schicksalsromane kindle ebooks deutsch • schöne romane • Schwarzwald • Serie • spannend • steingruber • Toni-Hüttenwirt |
| ISBN-10 | 3-7517-8854-9 / 3751788549 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-8854-0 / 9783751788540 |
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