Verführt auf der Insel der Liebe (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3506-9 (ISBN)
Eine Nacht lang ihr gebrochenes Herz vergessen: Bei der Hochzeit ihres Ex-Freundes landet Becca in den Armen des feurigen Theodorou Nikolaou. Und das hat süße Folgen! Entschlossen fliegt die junge Irin vier Monate später nach Athen: Der griechische Unternehmer muss zumindest wissen, zu was die sinnlichen Stunden mit ihm geführt haben. Doch nichts hat sie auf Theos Reaktion vorbereitet. Kurzerhand entführt der Tycoon sie auf seine idyllische kleine Privatinsel - und will sie erst gehen lassen, wenn Becca bereit ist, ihn zu heiraten ...
1. KAPITEL
„Du musst nicht zu der Feier gehen.“
Rebecca warf ihrer Mutter einen ruhigen, vielsagenden Blick zu. „O doch, das muss ich.“ Sie betrachtete sich im Spiegel. Eigentlich hatte sie sich das Kleid gar nicht leisten können, aber sie würde sich nicht die Blöße geben, schon an ihrer Garderobe als Bedienstete erkannt zu werden.
Ihre Familie war offiziell zu der Hochzeit eingeladen worden. Als Freunde der Familie, auch wenn sie eigentlich nur Angestellte waren. Die Desmonds waren immer loyal ihren Angestellten gegenüber. Allerdings reichte diese Loyalität nicht so weit, um zuzulassen, dass Patrick jemanden vom Personal heiratete.
Rebecca war dankbar, dass sie die Zeremonie selbst nicht verfolgen musste. Und sie war fest entschlossen, sich auf der Party prächtig zu amüsieren. Sie würde niemandem die Genugtuung geben zu tuscheln, sie bleibe der Hochzeit fern, weil Patrick auch noch den winzigen Rest ihrer Träume und Hoffnungen zerstört hatte, der ihr nach dem Unfall geblieben war.
Sie hatte den Stolz ihres Vaters geerbt und die Sturheit ihrer Mutter. Das behaupteten zumindest alle.
Und deshalb würde sie zu der Hochzeit gehen. Und sie würde nicht weinen. Auch nicht davonlaufen. Sie würde mutig und stark sein.
Patrick war verheiratet. All ihre Träume waren gestorben, und in den vergangenen Monaten war sie daran gescheitert, sich neue Lebensziele zu suchen. Aber sie würde es schaffen – irgendwann, irgendwie.
Hoch erhobenen Kopfes schlenderte Rebecca über den Rasen. Die Luft war mild, der Sonnenuntergang malerisch – es war, als hätten Patrick und Bridget selbst das Wetter kaufen können.
In dem Bewusstsein, gut auszusehen, lächelte sie, grüßte, wechselte Worte mit einigen Gästen, nippte an ihrem Champagner.
Aber sie reihte sich nicht in die Schlange der Gäste ein, die das Brautpaar begrüßen wollten. Sie würde nicht so tun, als wünschte sie ihnen Glück.
Einige Mitarbeiter aus den Stallungen waren ebenfalls eingeladen, und sie würde Hank oder Sullivan dazu bringen, mit ihr zu tanzen. Nur, um gesehen zu werden. Um zu zeigen, dass es ihr gut ging.
Gerade als sie sich auf die Suche nach den beiden machte, sah sie sich dem vorletzten Menschen gegenüber, dem sie heute begegnen wollte.
„Mr. Desmond.“ Sie versuchte zu lächeln. Sie versuchte, die Schultern locker zu lassen. Sie versuchte, ihn nicht mit großen Augen hysterisch anzustarren. Er war immer nett zu ihr gewesen. Er hatte ihr nie das Gefühl gegeben zu missbilligen, dass Patrick mit ihr zusammen war. Dabei missbilligte er es offenbar so sehr, dass er Patrick eine neue Braut besorgte, während sie eine Hüftoperation und die anschließende Reha über sich ergehen lassen musste.
„Rebecca“, begrüßte er sie mit seinem üblichen warmherzigen Lächeln. „Ich hoffe, Sie amüsieren sich.“
„Selbstverständlich“, erwiderte sie mechanisch. „Sie haben wirklich eine wundervolle Feier organisiert.“
„Oh, das ist das Werk der Braut und ihrer Familie.“ Er räusperte sich und schaute sich um. Auch Rebecca ließ den Blick schweifen, aber es war niemand in der Nähe. Es war, als wären sie plötzlich auf einer einsamen Insel.
Doch er wich der Situation nicht aus. Stattdessen trat er noch einen Schritt vor und machte es Rebecca unmöglich, die Flucht zu ergreifen.
„Ich weiß, Sie und Patrick …“ Er brach ab. Offensichtlich fühlte er sich nicht ganz wohl in seiner Haut. „Es ist am besten so“, fuhr er dann fort. Vorsichtig, als wollte er sie behutsam absetzen, statt ihr vollends den Boden unter den Füßen fortzuziehen. Doch das war längst geschehen.
Dennoch lächelte sie weiterhin und nickte, als stimmte sie ihm voll und ganz zu. „Natürlich, Mr. Desmond. Absolut.“
Sie sah, dass sein Blick kurz auf ihrer Hüfte verharrte. Zweifellos rechnete er gerade nach, wie viel er in sie investiert hatte, ohne einen Gewinn daraus schlagen zu können. Wahrscheinlich musste sie dankbar sein, hier überhaupt noch einen Job zu haben.
„Viel Spaß noch, Rebecca.“ Damit verschwand er.
Auch wenn sie am liebsten einfach zusammengebrochen wäre, konnte sie sich diese Blöße jetzt nicht geben. Maeve und ihre Mutter beobachteten sie – beide mit traurigem, mitleidigem Blick. Also setzte sie tapfer wieder ihr gekünsteltes Lächeln auf und ging bewusst in eine andere Richtung.
Sie brauchte einen Moment für sich. Und selbst hier draußen kannte sie die besten Verstecke. Oft genug war sie mit Patrick an diesem Ort gewesen, sie hatten den größten Teil ihrer Zeit hier verbracht. Damals war ihr nicht bewusst gewesen, warum er sich am liebsten mit ihr weit fort vom elterlichen Gut traf. Sie war blind vor Liebe gewesen. Jetzt begriff sie – ihr niedriger gesellschaftlicher Rang hatte schon immer einen Makel für ihn bedeutet.
Zwischen den Bäumen und Büschen waren hier und da Bänke aufgestellt, die bald im Schatten liegen würden, sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwand. Sie konnte sich irgendwo hinsetzen und ihre Fassung wiedergewinnen.
Und danach würde sie sich noch ein Glas Champagner schnappen und mit einem der reichen, gut aussehenden Gäste tanzen, von denen es auf dem Fest nur so wimmelte. Dann würde sie all ihre Sorgen vergessen.
Sie hatte allerdings nicht erwartet, dass einer dieser Gäste sie finden würde. Doch nicht einmal eine halbe Stunde später, als sie verborgen vor den Blicken der anderen Gäste im Schatten unter einem Baldachin auf der Bank saß, schlüpfte ein Mann unter das Zeltdach – und stutzte, als er sie dort sitzen sah.
Er war das Gegenteil von Patrick. Groß und breitschultrig. Das Haar dunkel, die Augen ebenso. Seine Kleidung sah teuer aus, und er besaß eine Eleganz, die ganz offensichtlich angeboren war.
Er gefiel ihr.
„Tut mir leid, aber Sie werden sich ein anderes Versteck suchen müssen“, sagte sie mit schwachem Lächeln. „Dies ist schon besetzt.“
Er musterte sie. „Es kommt für Sie nicht in Betracht, es zu teilen?“
Seine Stimme war dunkel, beinahe rau. Seinen Akzent konnte sie nicht zuordnen, aber sie fand ihn attraktiv. Auf jeden Fall kam er nicht aus Großbritannien.
„Kommt darauf an“, erwiderte sie. „Wovor verstecken Sie sich denn?“
Er warf einen Blick über das Gelände, das golden im letzten Sonnenlicht schimmerte. Die Szenerie war wunderschön. Auf der einen Seite wurde jetzt getanzt, auf der anderen plauderten die Gäste angeregt, edle Drinks in den Händen. „Vor einer Dame, die ihre Krallen nach mir ausgestreckt hat, um mich mit ihrer Tochter zu verkuppeln.“ Er seufzte. „Ich bin nicht besonders geübt darin, besitzergreifende Mütter abzuwehren.“
Der Fremde sah sie an.
„Und was ist mit Ihnen?“, erkundigte er sich, und das echte Interesse, das in seiner Frage mitschwang, ließ es Rebecca ganz warm ums Herz werden.
Sie hatte keine Lust, an Patrick oder seine Frau zu denken. Eigentlich wollte sie sich auf gar nichts anderes konzentrieren als auf die Anziehungskraft, die dieser mysteriöse Fremde auf sie ausübte.
Sie schenkte ihm ein Lächeln, von dem sie hoffte, es sei rätselhaft. „Ich bin nicht sicher, ob ich meine Geheimnisse mit einem Fremden in der Dunkelheit teilen sollte.“
Er verzog die Lippen zu einem leichten Lächeln, bei dem sich nur einer seiner Mundwinkel hob, und fasziniert wurde ihr Blick darauf gelenkt. Es ließ ihn weicher erscheinen. Ein plötzlicher Funke entzündete sich in ihrem Innern.
Er streckte ihr die Hand hin. „Theo“, stellte er sich vor.
Einer plötzlichen Eingebung folgend, entschied sie, heute Abend jemand anders zu sein. Nicht die begnadete Sportlerin, die sich für kaum etwas anderes interessierte als fürs Reiten. Nicht die Frau, die geglaubt hatte, eines Tages die Lady im Herrenhaus zu sein.
Nein, sie wollte in eine andere Rolle schlüpfen. Und dazu gehörte auch ein anderer Name. „Becca“, sagte sie. Nicht ganz anders, aber wenigstens ein bisschen.
„Sehen Sie? Jetzt sind wir keine Fremden mehr.“ Er nahm ihre Hand und führte sie zu seinen Lippen, ohne Rebecca aus den Augen zu lassen.
Auch das gefiel ihr. Der Handkuss, bei dem er ihre Haut mit seinen Lippen kaum berührte, war nichts Besonderes in seinen Kreisen. Doch die Art, wie er ihren Blick hielt, war außergewöhnlich. Ein wohliger Schauer durchfuhr sie. Noch nie hatte sie eine solch extreme körperliche Reaktion auf einen Mann erlebt. Es war wie ein Gegengift gegen all die schmerzlichen Erfahrungen der vergangenen Monate.
Und sie wollte mehr davon. „Vielleicht können wir unsere Probleme gegenseitig lösen“, schlug sie vor und erlaubte ihm, ihre Hand noch länger zu halten.
„Oh? Und wie sollte das funktionieren?“, gab er zurück. Offensichtlich war sein Interesse geweckt. „Haben Sie etwa doch vor, Ihre Bank mit mir zu teilen?“
„Vielleicht“, sagte sie lächelnd, während sie aufstand. „Aber zuerst sollten wir tanzen.“
Theodorou Nikolaou hatte eigentlich nicht vorgehabt, sich auf der Desmond-Hochzeit zu amüsieren. Er war nur hier, um seinen Vater zu beschwichtigen und nicht mehr ständig von ihm zu hören, man müsse „ein neues Kapitel“ aufschlagen.
Diese Art von Veranstaltungen fiel eigentlich in Atlas...
| Erscheint lt. Verlag | 2.9.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Grit Wölten |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3506-3 / 3751535063 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3506-9 / 9783751535069 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich