Miss Pennys skandalöser Heiratsantrag (eBook)
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3172-6 (ISBN)
'Heiraten Sie mich!' Miss Penny Brinsley wagt das Undenkbare: Durch die Gitterstäbe des kleinen Dorfgefängnisses macht sie einem jungen Gefangenen einen skandalösen Heiratsantrag! Im Gegenzug übernimmt sie seine Kaution, damit er wieder auf freien Fuß kommt. Warum? Penny braucht dringend irgendeinen Ehemann, um die Firma ihres verstorbenen Vaters zu leiten. Wird der charmante Schurke Ja oder Nein zu einer Vernunftehe sagen? Mit bangem Herzen wartet sie seine Antwort ab - und ahnt nicht: Jasper Patterdale ist der Sohn eines Viscounts ...
<p>Annie Burrows wurde in Suffolk, England, geboren als Tochter von Eltern, die viel lasen und das Haus voller Bücher hatten. Schon als Mädchen dachte sie sich auf ihrem langen Schulweg oder wenn sie krank im Bett lag, Geschichten aus. Ihre Liebe zu Historischem entdeckte sie in den Herrenhäusern, die sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester besichtigte. Weil sie so gern las und sich Geschichten ausdachte, beschloss sie, Literatur zu studieren. An der Universität lernte sie ihren Mann, einen Mathematikstudenten, kennen. Sie heirateten, und Annie zog mit ihm nach Manchester. Sie bekamen zwei Kinder, und so musste sie zunächst ihren Traum von einer Karriere als Schriftstellerin vergessen. Doch ihr Wunsch zu schreiben blieb, und nach mehreren gescheiterten Versuchen wurde ihr Roman "His Cinderella Bride" angenommen und veröffentlicht. Inzwischen sind weitere Regency-Romane von ihr erschienen.</p>
1. KAPITEL
„Penny, du musst dir ansehen, wen ich gefunden habe. Aber bitte sofort!“
Penny sah mit einem ungeduldigen Schnauben von dem Stapel Briefen auf, die sie geschrieben hatte, im Begriff war zu schreiben oder erst noch schreiben musste, als ihre Tante die Tür aufriss und hereinstürzte.
„Tante Hermione, ich bin im Moment wirklich sehr, sehr beschäf…“
„Jaja, das sehe ich, aber das hier wird dir dabei helfen. Denn weißt du“, sagte Tante Hermione, während sie zu Pennys Schreibtisch eilte und in der einen Hand ein Schultertuch, in der anderen einen Schutenhut schwenkte, „ich habe den perfekten Mann für dich gefunden.“
Den perfekten Mann? Das bezweifelte Penny sehr. Denn ein solches Geschöpf gab es nicht. Und Tante Hermione kannte ihre Ansicht dazu. Penny hatte sie ihr tränenreich und sehr ausführlich erläutert, nachdem sie von jener schrecklichen Klausel erfahren hatte, die ihr Vater in sein Testament gesetzt hatte. Und zu der Zeit hatte Tante Hermione sich verhalten, als wäre sie ebenso empört gewesen. Wenigstens hatte sie gesagt, dass es ihrem verstorbenen Bruder ähnlich sähe, sich so hinterhältig zu benehmen.
Aber jetzt kam sie um den Schreibtisch herum, setzte Penny energisch den Hut auf und schlang das Tuch um ihre Schultern.
„Du musst dich beeilen, sonst ist es zu spät. Und du musst ihn im Einsatz erleben, um zu verstehen, was ich meine, wenn ich sage, er ist perfekt.“
Penny überlegte einen Moment. Einerseits hatte sie nicht den geringsten Wunsch, hinauszugehen und etwas zu tun, was sich als völlig sinnloses Unterfangen erweisen würde, andererseits spürte sie die Anfänge eines Kopfwehs, und ein wenig frische Luft würde vielleicht helfen. Und es war einer jener klaren, hellen Tage, die sie um diese Jahreszeit so liebte, wenn sie einfach nur ein Schultertuch umzulegen brauchte, um sich vor der leichten Kälte zu schützen.
Es war ja nicht so, dass irgendeiner der Briefe, die sie heute schrieb, sich als ergiebiger erweisen würde als die Dutzende von Briefen, die sie bereits an die eventuellen Geldgeber geschickt hatte, die ihr eingefallen waren. Wenn sie Glück hatte, würde sie eine Antwort bekommen, die die Risiken betonen würde, die ein von einer Frau geführtes Unternehmen notgedrungen mit sich brachte. Wenn sie weniger Glück hatte, würde sie nicht einmal eine solche Antwort erhalten.
Außerdem wollte sie Tante Hermione nicht kränken, die bis zu diesem Punkt immerhin eine treue Verbündete gewesen war. Sie war mit ihr nach Huntingham gekommen, obwohl sie es hasste, in Gasthäusern abzusteigen, weil sie den Gedanken nicht ertragen hatte, Penny ohne angemessene Begleitung zu lassen, während die sich auf die Suche nach einer Lösung für ihr Problem machte.
Also erhob sie sich und ging mit ihrer Tante hinaus – hinaus aus dem stickigen kleinen Salon, den sie zu ihrem persönlichen Gebrauch gemietet hatte, und hinaus aus dem Gasthof, in dem sie im vorderen Teil eine ganze Suite von Räumen gemietet hatte. Gemeinsam gingen beide Damen die Hauptstraße entlang bis zur Kreuzung, wo sich eine Poststation befand, die den recht unheilvollen Namen „Zerschmetterte Lanze“ trug. Selbst dieser kurze Spaziergang half ihr dabei, einen klaren Kopf zu bekommen, und hob ihre Stimmung.
„Diesen Mann, den du für perfekt hältst, hast du also in einem Wirtshaus gefunden, Tante Hermione? Was hast du eigentlich dort zu suchen gehabt, wenn ich fragen darf?“, meinte sie neckend. „Oder soll ich lieber nicht?“
„Oh, ich bin doch nicht hineingegangen“, erwiderte Tante Hermione, schon über die Vorstellung ganz entsetzt. „Ich blieb einfach nur stehen, um zu sehen, warum so ein Lärm gemacht wurde, und habe ihn dann durchs Fenster gesehen. Durch dieses Fernster.“ Sie blieb vor einem offenen Fenster stehen, durch das sie in einen überfüllten Raum blicken, aber auch den Lärm hören konnten, der offensichtlich noch immer nicht nachgelassen hatte.
Es hörte sich so an, als hätte sich jeder Mann aus der weiteren Umgebung hier hineingezwängt, und jeder einzelne von ihnen brüllte, so laut er nur konnte. Andererseits blieb ihnen wohl auch nichts anderes übrig, wenn sie über den Radau einer Schafherde hinweg gehört werden wollten, die aus unerfindlichen Gründen auf dem Hof des Wirtshauses untergebracht war und sich über diese Tatsache in voller Lautstärke beschwerte.
„Sieh selbst“, drängte Tante Hermione sie und schob Penny entschlossen vorwärts.
Penny sah. Nun, deswegen war sie ja gekommen – um zu begreifen, was Tante Hermione so in Aufregung versetzt hatte.
Die Männer im niedrigen Raum stellten offenbar eine Mischung aus Farmern, Ladenbesitzern und niederem Adel dar, also einen vollständigen Querschnitt der hiesigen Gesellschaft. Und sie waren alle ausgesprochen aufgebracht.
Ihre Wut konzentrierte sich auf einen jungen Mann, der mit vor der Brust verschränkten Armen und einer gelangweilten Miene im Gesicht lässig an der Theke lehnte. Nein, nicht gelangweilt. Unbekümmert war das einzige Wort, das es wirklich beschrieb. Als wäre es völlig unwichtig, wie viele Menschen ihn anbrüllten. Sie konnten seine Gelassenheit in keinem Fall erschüttern. Dass er nicht besonders hochgewachsen war, schien genauso unwichtig zu sein. Er strahlte so viel Selbstvertrauen aus, dass niemand hoffen konnte, ihn einzuschüchtern, so groß er auch sein oder so bedrohlich er sich auch benehmen mochte.
„Das ist er.“ Tante Hermione wies auf den jungen Mann. „Mr. Pitt.“
Bevor sie erklären konnte, warum sie der Meinung war, der junge Mann sei perfekt für Penny, packte ein älterer Mann mit hochrotem Gesicht nach seinem Bierkrug und hieb damit mehrere Male auf die Theke, wobei er schrie: „Ruhe! Ruhe! Ich verlange Ruhe!“
„Das ist der Friedensrichter Mr. Fanshaw“, erklärte Tante Hermione hilfsbereit. „Reverend Black stellte ihn uns am Sonntag nach dem Gottesdienst vor, erinnerst du dich noch?“
Oh ja, nur allzu gut. Und sie hätte sich denken können, dass er der hiesige Friedensrichter war, so herablassend, wie er mit ihr gesprochen hatte. Auf den ersten Blick war ihr aufgefallen, dass er zu jenen Männern gehörte, die immer den Wunsch in ihr weckten, eine Nadel zu haben, mit der sie ihre enorm aufgeblasene Selbstschätzung zerplatzen lassen könnte – oder wenigstens in ihre fleischigen, plumpen Hände stechen, die ein wenig zu lange über ihren verharrt hatten.
„Haben Sie Ihren Anklägern nichts zu sagen?“, schrie Mr. Fanshaw den unbekümmerten jungen Mann an.
Der zuckte nur mit den Schultern. Immer noch mit beeindruckender Sorglosigkeit.
„Nur dass sie sich irren“, erwiderte er gelassen mit dem Akzent eines Gentlemans. Was ziemlich überraschend war. Penny hatte angenommen, dass es sich bei ihm um eine Art Handwerker handeln musste, wenn man den recht zerknitterten, schmutzigen Zustand seiner Kleidung in Betracht zog.
„Wir wissen, dass waren Ihre Schafe, die sich über meinen Kohl hergemacht haben“, protestierte ein ganz besonders cholerisch aussehender Bauer.
„Und sind dann auch durch die Hecke in meinen Garten getrampelt“, schrie ein anderer.
„Und haben mein Gurkenbeet zertreten“, fügte ein dritter Mann hinzu.
Ah, jetzt fing sie an zu begreifen, warum die Schafe hier festgehalten wurden. Wie Gefangene vor dem Gericht.
„Das haben sie ja vielleicht alles getan“, sagte der junge Mann beschwichtigend, „aber andererseits sind es nicht meine Schafe.“
„Sie waren für sie verantwortlich“, hob ausgerechnet der Pfarrer hervor, der Penny und ihre Tante am vergangenen Sonntag dem Friedensrichter vorgestellt hatte. Die Tatsache, dass er in Hemdsärmeln vor ihnen stand, bedeutete, wie Penny annahm, dass die Schafe des jungen Mannes auch im Garten des Pfarrers große Verheerung angerichtet hatten. Was den Geistlichen so erzürnt haben musste, dass er losgestürmt war, ohne sich auch nur die Zeit zu nehmen, eine Jacke anzuziehen.
Der junge Mann lächelte, indem er nur den einen Mundwinkel hob, und gab so zu verstehen, dass ihm der Irrtum des Pfarrers sehr leidtat. „Wenn Sie mir auch nur einen Menschen nennen können, der für meine Fähigkeit bürgen würde, auch nur ein einziges der Schafe, die ich heute Morgen erworben habe, kontrollieren zu können, wäre ich äußerst erstaunt.“
„Sie geben also zu, dass sie Ihnen gehören“, warf der Friedensrichter ein, verzweifelt bemüht, die Situation in den Griff zu bekommen.
„Nein“, erwiderte der Beschuldigte.
„Aber Sie haben uns doch gerade gestanden, dass Sie sie erworben haben!“
„Auf Befehl meines Auftraggebers.“
„Dann sollte er für den entstandenen Schaden aufkommen.“ Der Friedensrichter sah aus, als hätte er endlich die vollkommene Lösung gefunden. „Geben Sie uns seinen Namen und wir werden ihm die Rechnungen schicken.“
Der junge Mann sah nachdenklich aus. „Eigentlich würde ich das lieber nicht tun.“
Penny war beeindruckt. Nicht viele Männer zeigten eine solche Ergebenheit. Nicht viele Männer würden lieber die Strafe selbst auf sich nehmen, als sie jemand anderem aufzuhalsen. Schon vorher war sie bereit gewesen, ihn zu mögen, weil er zwei Männer verärgert hatte, die sie am vorigen Sonntag wie einen Niemand behandelt hatten. Aber jetzt stieg er sogar noch mehr in ihrer Wertschätzung.
...| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Historical |
| Übersetzer | Eleni Nikolina |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • highlander liebesromane • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3172-6 / 3751531726 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3172-6 / 9783751531726 |
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