Blitzhochzeit mit dem falschen Milliardär? (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3508-3 (ISBN)
Elodie Wallace hat sich geschworen, kein zweites Mal zu heiraten. Aber als ihre blutjunge Schwester zu einer Ehe mit dem Multimilliardär Ramon Fernandez erpresst wird, will sie das um jeden Preis verhindern. Sie wird deren Stelle einnehmen! Wütend stürmt sie in die Luxusvilla des Bräutigams. Doch als sie ihm bittere Vorwürfe macht, verspürt sie plötzlich eine unerklärliche Anziehung zu diesem umwerfend attraktiven Spanier, der sie arrogant anlächelt. Noch ahnt Elodie nicht: Sie hat den falschen Milliardär erwischt ...
<p>Natalie Anderson nahm die endgültigen Korrekturen ihres ersten Buches ans Bett gefesselt im Krankenhaus vor. Direkt nach einem Notfall-Kaiserschnitt, bei dem gesunde Zwillinge das Licht der Welt erblickten, brachte ihr ihr Ehemann die E-Mail von ihrem Redakteur. Dem Verleger gefielen ihre früheren Korrekturen und da es gerade einen Mangel an guten Manuskripten gab, musste sie ihre Verbesserungen innerhalb von einer Woche anfertigen. Trotz dieses knappen Zeitfensters hatte ich längst angebissen. Unter starken Schmerzmitteln und ohne den ständigen Kontakt zu meinen frisch geborenen Zwillingen schaffte ich die Revisionen rechtzeitig, sagt sie. Auch ihr Ehemann dachte, dass es eine gute Idee sei, die Sache anzugehen. Darum brachte er ihr den Laptop seines Bruders und Natalie machte sich an die Arbeit. Sie verschickte die Revisionen am Freitag. Am Montag war sie bereits wieder Zuhause und bekam endlich den heiß ersehnten Anruf: Wir wollen ihr Buch kaufen. Ernsthaft schreibt Natalie nun schon seit einigen Jahren. Aber seit sie damit angefangen hat, schreibt sie jede Nacht, nachdem ihre zwei Kinder, und jetzt auch noch ihre Zwillinge, ins Bett gegangen sind. Für ihre Romane hofft sie in der Zukunft auf weitere gute Neuigkeiten und auf eine längere Abgabefrist.</p>
1. KAPITEL
Irgendwo im Herzen Londons ließ Elodie Wallace den Blick über elegante Hausfassaden schweifen. Hier lebten die Reichen und Schönen. Die bedeutendsten und mächtigsten Menschen der Welt – und vermutlich auch die korruptesten. Die Art von Menschen, deren Privilegien wie lästiges Unkraut durch die Jahrhunderte wucherten.
Zynisch? Ja, so war Elodie. Theatralisch? Sicherlich auch.
Denn in diesen Tagen brach das Unglück von allen Seiten zugleich über sie herein. Ihre Traumkarriere stand unheilvoll schwankend auf der Kippe, und im schlimmsten Fall würde sie die Lebensgrundlage ihrer Kollegin und besten Freundin Bethan mit in den Abgrund reißen. Und zu allem Überfluss war die Zukunft ihrer jüngeren Schwester Ashleigh gefährdet.
Elodie blieb keine Wahl. Sie musste sich in die Arena wagen, den Drachen besiegen und die Prinzessin retten. Vielleicht hätte sie Verstärkung mitbringen sollen. Doch Phoebe und Bethan, ihre treuen Genossinnen im Krieg um weibliche Selbstbestimmung, kämpften derzeit an ihren eigenen Fronten. Phoebe gönnte sich den ersten Urlaub ihres Lebens, während Bethan die Wunden einer schmerzlichen Enttäuschung leckte. Deshalb hatte Elodie ihnen weder von Ashleighs Anruf erzählt noch von dem Plan, der sie heute in diese exklusive Londoner Wohngegend führte.
Ein Schritt nach dem anderen.
Solche Klischees würden ihr helfen. Das taten sie immer. Elodie liebte es, Erwartungen auf den Kopf zu stellen. Darin lag ihre größte Stärke.
Entschlossen hob sie den Blick. Die Hausnummer prangte in schwarzen Ziffern auf zwei Marmorsäulen neben einem gusseisernen Tor. Hier war sie richtig. Natürlich bemerkte sie die Kameras. Dezent platziert, aber doch gut sichtbar. Diese Villa war wie eine Festung. Elodie nahm einen tiefen Atemzug, dann begann sie zu klettern. Niemand hielt sie auf. Jenseits des Zaunes führte ein Kiesweg auf die breite Haustür zu. Mit einem unverblümten Grinsen in die Überwachungskamera legte sie den Finger auf die Klingel.
Zu ihrer Überraschung wurde die Tür beinahe sofort geöffnet. Ein schwarz gekleideter Mann blickte mit ausdrucksloser Miene auf sie herab. Muskelbepackt, Knopf im Ohr. Sie bemerkte die Beule unter dem Jackett, die auf eine Waffe hindeutete. Vielleicht ging aber nur ihre blühende Fantasie mit ihr durch.
„Elodie Wallace“, stellte sie sich mit fester Stimme vor. „Ich möchte zu Ramon Fernandez.“
Sie war gut darin, anderen etwas vorzuspielen. Schließlich designte sie tagtäglich knifflige Escape-Rooms, die dazu anspornten, um die Ecke zu denken. Ihr selbstsicheres Auftreten hatte ihr außerdem Einlass in die exklusivsten Clubs der Stadt gewährt. Doch heute brauchte sie mehr Mut als je zuvor.
„Erwartet er Sie?“
„Ich bin die Schwester seiner Verlobten“, erklärte sie knapp. „Wir planen die Feierlichkeiten am kommenden Wochenende.“
Die Augenbrauen des Bodyguards zuckten kaum merklich. Sie hatte ihn kalt erwischt! Elodie selbst wahrte ihre kühle und höfliche Miene. Bluffen war eine Kunst, und zum Glück hatte sie ziemlich viel Übung darin. Lächelnd hielt sie seinem durchdringenden Blick stand. Seine Augen wurden schmal. Sicher erhielt er Anweisungen über den Knopf in seinem Ohr. Sie reckte das Kinn. Ramon Fernandez war irgendwo da drinnen, und sie würde sich nicht abwimmeln lassen! Zur Not würde sie sich an eine Säule ketten, und Zeter und Mordio schreien. Es ging schließlich um Ashleighs Zukunft!
Ihr Gegenüber sog hörbar die Luft ein. „Bitte treten Sie ein.“
Mit einem tiefen Atemzug überschritt Elodie die Schwelle. Vor ihr tat sich eine riesige Eingangshalle mit hohen Decken auf. Im Vergleich zur Sommerhitze draußen herrschten im Inneren der Festung angenehm kühle Temperaturen.
„Bitte nehmen Sie dort Platz.“ Der Butler, Bodyguard oder Meuchelmörder – wer auch immer er war – wies auf einen bequem aussehenden Sessel. „Señor Fernandez wird gleich für Sie Zeit haben.“
„Ich bleibe lieber stehen.“ Sie lächelte eiskalt, obwohl kleine Schauer ihre Wirbelsäule hinab prickelten. Ihr Herz klopfte hektisch, kalter Schweiß bedeckte ihre Haut.
Der Mann legte zwei Finger auf den Knopf in seinem Ohr.
„Bitte folgen Sie mir.“ Diesmal machte er keinen Hehl aus seiner Überraschung. „Señor Fernandez freut sich, Sie zu sehen.“
Das bezweifelte sie. Ramon Fernandez stand kurz davor, eine arrangierte Ehe mit ihrer jüngeren Schwester Ashleigh einzugehen. Diese Idee würde sie ihm ein für alle Mal austreiben! Obwohl sie noch nicht genau wusste, wie sie das anstellen sollte.
Während sie dem Bodyguard folgte, ließ sie den Blick schweifen. Sie hatte überbordende Dekorationen erwartet. Eine Galerie mit wertvollen Porträts in goldenen Rahmen, glänzende Skulpturen auf Marmorsockeln, handgewebte Teppiche, die mindestens hundert Jahre alt waren …
Doch an den schwarz gestrichenen Wänden hing nur hie und da ein schlichter Leuchter. Spärliche Beleuchtung. Dunkle Holzdielen. Dieser Weg schien tiefer und tiefer in eine Höhle zu führen. In den düsteren Rückzugsort eines gefährlichen Raubtiers.
Viel zu dramatisch …
Dies war keiner der Escape-Rooms, die sie entwarf, rief Elodie sich in Erinnerung. Sie zog die Ärmel ihres Blazers ein wenig weiter über die Handgelenke und wischte die feuchten Hände an ihrer Hose ab. Dies war das echte Leben. Und sie hatte sich für den bevorstehenden Kampf gerüstet: Ihr Make-up war tadellos, und unter dem schwarzen Blazer ihres maßgeschneiderten Anzugs trug sie einen Body mit orangen und goldenen Perlen. Zwar bissen die sich farblich mit ihrem roten Haar, aber dieser Kontrast war gewollt. So signalisierte sie Furchtlosigkeit. Sie scheute nicht davor zurück, die Regeln zu brechen. Sie war wagemutig und forsch. Ihr Erscheinen bedeutete eine unerwartete Herausforderung für jeden Gegner, möglicherweise sogar eine Bedrohung.
Im Grunde war auch ihr Outfit ein Bluff, doch jetzt ging es um alles. Heute hatte sie ihre Rüstung mit Wut gestählt.
„Señor Fernandez.“ Der Butler oder Bodyguard hielt an der Schwelle einer weit geöffneten Holztür inne. „Ms. Wallace ist hier.“
„Wundervoll!“
Wie affektiert! Wollte er sich über sie lustig machen?
Elodie erstarrte, als ihr unfreiwilliger Gastgeber hinter einem schmalen Schreibtisch hervortrat. Eisblaue Augen. Tiefschwarzes Haar. Die markantesten Wangenknochen, die sie je gesehen hatte. Kantig, männlich, imposant. Von seiner stattlichen Höhe herab musterte er sie mit dem scharfen Blick eines Adlers. Einen zeitlosen Moment lang stand sie reglos da. Bis er einen Schritt tat. Mit einem Mal wollte sie fliehen, aber sie konnte sich nicht bewegen.
Für den Bruchteil einer Sekunde hatte sie Hoffnung geschöpft. Sicher konnte dieser Mann nicht das Monster sein, das ihre Schwester am Telefon beschrieben hatte? Ashleigh hatte ihren zukünftigen Ehemann als schleimig und schwächlich bezeichnet, und außer seiner Londoner Adresse hatte Elodie im Internet nichts über ihn herausgefunden. So war sie keineswegs darauf vorbereitet, Ramon Fernandez nun in voller Größe und Perfektion gegenüberzustehen. Dieser Mann wirkte nicht wie ein mieser Schurke oder ein rückgratloser Günstling, der eine viel zu junge Frau zur Ehe nötigte. Nein, dieser Mann verkörperte die Hollywoodversion des edlen und starken Ritters.
Sie blinzelte.
Ramon Fernandez sah einfach atemberaubend aus. Selbst am helllichten Tag trug er einen Smoking. Abendgarderobe ließ die meisten Männer größer, breiter und eleganter wirken, aber dieser Anzug setzte noch eins drauf. Unter dem Stoff zeichnete sich sein wohlgeformter Körper ab, und er strahlte eine Klarheit aus, die anderen Männern fehlte. Was sie jedoch am meisten in den Bann schlug, war das Leuchten seiner Augen.
„Sie sind viel zu alt für sie“, hauchte sie. Der erste Gedanke, der ihr in den Sinn kam, drängte prompt über ihre Lippen.
Nicht nur zu alt! Zu reich. Zu schön. Zu erfolgreich. Zu selbstzufrieden.
Lässig trat er einen weiteren Schritt auf sie zu. Scheinbar entspannt und doch zum Angriff bereit. Er schien es zu genießen, sie zappeln zu lassen. Warum um alles in der Welt wollte sich dieser Mann eine viel zu junge Braut kaufen?
„Finden Sie?“ Sein Ton war beiläufig, als hielten sie Small Talk.
Also stimmte es. Er versuchte nicht einmal, das Arrangement abzustreiten. Bittere Enttäuschung erstickte den Hoffnungsschimmer in Elodies Herz, und ihre Wut kehrte mit Macht zurück. Dabei stand sie immer noch unter seinem Bann. Er war einfach überwältigend! So groß, so dunkel, so unglaublich gut aussehend. Sie durfte sich nicht täuschen lassen! Hinter dieser verführerischen Fassade lauerte der Teufel. Elodies Herz schlug heftig.
„Ihnen ist klar, dass sie erst vor Kurzem volljährig geworden ist“, schleuderte sie ihm hasserfüllt entgegen.
Wieder trat er einen Schritt näher. So nah, dass er gerade noch die Grenzen einer höflichen Unterhaltung wahrte. Nicht dass er sich etwas aus solchen Konventionen zu machen schien. Seine Überheblichkeit strahlte aus jeder Pore.
„Sie hat vor Kurzem erst die Schule abgeschlossen!“, rief Elodie in sein Schweigen hinein. „Sie ist wunderschön, ja. Aber sie ist ein Kind!“
...| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Nora Teludes |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3508-X / 375153508X |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3508-3 / 9783751535083 |
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