Ist dieses Ja für immer? (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3507-6 (ISBN)
Sechs Jahre ist es her: Die junge Kellnerin Ivy willigte in eine spontane Vernunftehe mit dem italienischen Tycoon Antonio Gallo ein, weil er versprach, die medizinische Versorgung ihres Bruders zu bezahlen. Seit der kurzen Begegnung im Standesamt hat sie Antonio nicht mehr gesehen. Jetzt will er sich scheiden lassen, aber der Richter verlangt Beweise, dass sie zusammenleben und alles getan haben, um ihre Ehe zu retten. Sie müssen sich fügen - und plötzlich entbrennt Leidenschaft! Dabei will Antonio die Scheidung, weil er eine andere heiraten möchte ...
<p>Pippa Roscoe lebt mit ihrer Familie in Norfolk. Jeden Tag nimmt sie sich vor, heute endlich ihren Computer zu verlassen, um einen langen Spaziergang durch die Natur zu unternehmen. Solange sie zurückdenken kann, hat sie von attraktiven Helden und unschuldigen Heldinnen geträumt. Was natürlich ganz allein die Schuld ihrer Mutter ist - sie hat Pippa ihren ersten Liebesroman zu lesen gegeben, als diese erst sieben war! Pippa freut sich sehr, ihre romantischen Träume nun mit Ihnen teilen zu können.</p>
PROLOG
Sechs Jahre zuvor …
Vielleicht würde er ja gar nicht auftauchen. Möglicherweise war Antonio Gallo zur Vernunft gekommen und hatte beschlossen, seinen verrückten Plan nicht durchzuziehen.
Die neunzehnjährige Ivy McKellen trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Wahrscheinlich sah sie exakt so unbehaglich aus, wie sie sich fühlte, während sie mutterseelenallein auf den Stufen eines Standesamtes im Südwesten Londons stand.
Als Antonio sie das erste Mal gefragt hatte, war sie davon ausgegangen, dass der italienische Geschäftsmann sich einen Scherz mit ihr erlaubte.
Heiraten? Er … sie, eine Kellnerin?
Möglicherweise war ihm sein prestigeträchtiger Job, was immer das auch sein mochte, zu Kopf gestiegen. So hatte sie ihm spontan ein Glas Wasser angeboten und er hatte laut gelacht. Der ebenso satte wie amüsierte Klang hatte sie erröten lassen.
„Die Sache ist ganz einfach, cara“, klärte er sie grinsend auf. „Ich brauche eine Frau, um mir meinen Großvater vom Hals zu schaffen.“
„Aber Sie kennen mich doch gar nicht.“
„Das macht es ja nahezu perfekt!“, kam es lässig zurück.
Mit einem Vater, den sie seit vier Jahren nicht mehr gesehen hatte, und einer Mutter, die seit inzwischen zwei Jahren auf Mallorca lebte und von einem Lover zum anderen wechselte, gestand Ivy sich ein, dass sie ganz sicher keine Expertin in Sachen Ehe sein mochte. Dennoch ging sie davon aus, dass zumindest eine gewisse Kenntnis, den zukünftigen Partner betreffend, eine wichtige Voraussetzung sein könnte.
Es war ein Donnerstagnachmittag im Affogato gewesen, dem Café im Zentrum Londons, in dem sie arbeitete. Es war ungewohnt ruhig gewesen, was wohl bedeutete, dass sich die üblichen Stammgäste in den umliegenden Pubs tummelten.
Doch dieser Antonio unterschied sich deutlich von den Typen, die zu bedienen sie gewohnt war. Er strahlte eine Zielstrebigkeit und Entschlossenheit aus, die sie zugegebenermaßen beeindruckt hatte. Zumindest so lange, bis er sie auf eine Weise in den Fokus genommen hatte, die sie irritierte und beunruhigte.
Noch dazu hatte er sie in einem schwachen Moment erwischt, nämlich in ihrer Pause. Und er bot ihr einen Deal an, von dem sie beide profitieren würden.
Sie hatte brüsk den Kopf geschüttelt und wollte gehen, doch er umfasste ihr Handgelenk … und das war das erste Mal, dass Antonio Gallo sie berührte.
Unerwartete Hitze … und dann sprühten eindeutig die Funken!
„Prego, lassen Sie mich erklären …“
Mit dieser freundlichen Bitte hatte er sie für sich gewonnen. Zumindest so weit, dass sie bereit war, sich anzuhören, was er zu sagen hatte.
Er hatte ihr eine ungeheure Summe angeboten, damit sie ihn heiratete, nur weil sein Großvater ihn dazu drängte, seine eigene Cousine zu ehelichen. Zweihundertfünfzigtausend Pfund. Ihr Herz hatte einen Schlag ausgesetzt.
„Sobald wir verheiratet sind, musst du mich nie mehr wiedersehen.“
Die vertraute Anrede signalisierte ihr, dass er offenbar fest mit ihrem Einverständnis rechnete … und das nicht ganz zu Unrecht.
Mit diesem Geld könnte sie ihrem Bruder die Hilfe zukommen lassen, die er brauchte, und hätte immer noch genug übrig, um eine Anzahlung für eine Wohnung zu leisten. Damit hätte Jamie, sobald er wieder auf die Beine käme, einen sicheren Ort zum Leben. Und sie selbst könnte lange genug aufhören zu arbeiten, um auf die Universität zu gehen.
Endlich einmal durchatmen, vielleicht sogar wieder träumen dürfen …
Ivy spähte angestrengt die Straße entlang, ohne zu merken, dass sie den Atem anhielt. Aber zwischen den gesichtslosen Fußgängern konnte sie den großen, athletischen Italiener, den sie ehelichen wollte, nicht ausmachen.
Nervös strich sie über ihr weißes, mit Spitze verziertes Kleid, das sie im örtlichen Secondhandladen aufgestöbert hatte. Es war kein echtes Brautkleid, schon gar nicht, um jemanden wie Antonio Gallo zu heiraten. Aber dies war ja auch keine richtige Hochzeit.
Anders als ihre Geschlechtsgenossinnen hatte Ivy nie von großen weißen Roben geträumt und der Begegnung mit einem Traumprinzen entgegengefiebert. Die ständigen Streitereien ihrer Eltern waren viel zu präsent, und die Angst, wie ihre Mutter zu sein und verzweifelt an den falschen Orten nach echter Liebe zu suchen, war absolut abschreckend.
Nein! Ivy McKellen hatte sich geschworen, niemals zu heiraten.
Dessen ungeachtet brach ihr bei der Vorstellung, dass Antonio sie versetzt haben könnte, kalter Schweiß aus. Wie töricht konnte man sein? Hatte sie wirklich geglaubt, ein Mann wie er …
„Ivy?“
Als sie herumfuhr, stand er direkt hinter ihr und tiefe Erleichterung überflutete sie. Sie schluckte trocken und sog den erdigen Duft seines Rasierwassers ein. Der Wind zerzauste sein dichtes dunkles Haar, die markanten Wangenknochen standen im herausfordernden Kontrast zu dem sinnlichen Mund, der sein elegantes Outfit und eher nüchternes Auftreten zu verspotten schien.
„Ein unvorhersehbares Meeting, das länger als gedacht gedauert hat. Also?“ Mit dem Kinn deutete er auf den Eingang zum Standesamt.
„Natürlich“, flüsterte Ivy und folgte ihm auf dem Fuß.
Wie sie erfahren hatte, war die Wahl seines Assistenten auf dieses Standesamt gefallen, weil es ihrer Wohnung am nächsten lag. Antonio wirkte hier allerdings so deplatziert wie ein Diamant in einer Schlammpfütze. Was er von dieser schäbigen Gegend hielt, war ihm nicht anzusehen, doch er schien generell kein Snob zu sein.
Im Unterschied zu einigen anderen Gästen des Cafés versuchte er auch nie, Ivy zu begrapschen oder ihr in den Ausschnitt zu gucken, wenn sie leere Tassen und Teller abräumte. Er hatte sie immer mit Respekt behandelt und sie sogar nach einem besonders üblen Streit mit ihrem Bruder, dessen Zeuge er geworden war, gefragt, ob mit ihr alles in Ordnung sei. Sie hatte ihm anvertraut, dass ihr Bruder in Schwierigkeiten steckte und sie selbst mit der Miete im Rückstand war. Nun ja, sie mochte ihm nicht sagen, dass ihre Mutter ihr schon seit Monaten kein Geld mehr geschickt hatte.
„Ihr Chef kann Ihnen nicht helfen?“
Er war verblüfft gewesen, als sie ihm erklärte, dass sie wegen ihres anderen Jobs nicht noch mehr Schichten übernehmen konnte.
„Sie haben zwei Jobs?“
Ivy hatte drei, aber das wollte sie nicht preisgeben.
Und dann hatte er ihr seinen verrückten Vorschlag unterbreitet …
Ihre Absätze klackerten auf dem gefliesten Boden des Standesamts, während sie Antonio folgte, der selbstbewusst durch die Gänge marschierte. Im zuständigen Büro angekommen, trat Antonio, ohne anzuklopfen, ein und stellte sie knapp dem Anwalt vor, der nicht nur alles organisiert hatte, sondern heute auch als Trauzeuge fungieren würde. Der andere Zeuge wurde vom Standesbeamten gestellt.
Benommen nahm Ivy wahr, wie Antonios Lippen Worte formten, die versprachen, sie zu lieben, zu beschützen und zu ehren. Sie fühlte sich unwohl wegen dieser Lüge, hielt sich aber tapfer vor Augen, wie positiv und einschneidend diese Eheschließung ihr Leben und das ihres Bruders verändern würde.
„Und nimmst du, Ivy Jean McKellen, Antonio Andrea Gallo zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann?“
Wirst du ihn lieben, ehren und beschützen … in Krankheit und Gesundheit?
Das war nun wirklich keine große Sache, oder? Natürlich erwartete Antonio nicht, dass sie sich an ihr Ehegelübde hielt! Dessen ungeachtet schien es im Vergleich zu dem, was Antonio ihr anbot, ohnehin eine geringe Gegenleistung zu sein.
„Ja.“
„Sie haben beschlossen, auf die Ringe zu verzichten“, murmelte der Standesbeamte eher beiläufig, und Ivy schalt sich selbst eine naive Närrin, weil sie eine Spur von Enttäuschung empfand.
„Es ist eine Unterschrift auf einem Stück Papier, nicht mehr“, kam es von Antonio.
„Hiermit erkläre ich Sie zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut küssen.“
Ivy schaute zu Antonio auf, während er den Kopf neigte. Es würde das erste und letzte Mal sein, dass er sie berührte …
Seine Lippen verharrten lange genug über ihren, sodass sie einen rauen Atemzug spüren und er vermutlich sehen konnte, wie ihr Puls an ihrer Kehle flatterte, bevor er ihr einen keuschen Kuss auf die Wange hauchte.
Überschwemmt von einer unerwarteten Sehnsucht, biss Ivy sich auf die Lippen, um sie am Zittern zu hindern. Was, wenn dies eine echte Trauung gewesen wäre? Wenn sie sich wahrhaft geliebt, beschützt und geehrt hätte fühlen dürfen? Instinktiv ballte sie die Hände zu Fäusten und erinnerte sich daran, dass diese Verbindung ihr und ihrem Bruder immerhin geben würde, was sie brauchten, und das sollte ihr genügen.
Und dann war es auch schon vorbei.
Innerhalb von fünf Minuten war Antonio Gallos Limousine da, um ihn zurück in die Londoner Innenstadt zu bringen, während gleichzeitig zweihundertfünfzigtausend Pfund auf ihrem Konto gelandet waren. Und noch während sie dem schwindenden Wagen nachschaute, rief Ivy im Reha-Zentrum an, um für ihren Bruder einen Platz zu reservieren, der ihm das Leben...
| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Gudrun Bothe |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3507-1 / 3751535071 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3507-6 / 9783751535076 |
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