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Die Hüter der Legenden 2 (eBook)

Leben & Tod
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
240 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-3806-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Hüter der Legenden 2 -  Alexander Kühl
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Robert Stein, genannt Stone, kehrt nach Jahren im Dienst der Organisation Vanessa aus Chicago in seine Heimatstadt Berlin zurück. Zusammen mit weiteren Ex-Mitgliedern plant er einen Neuanfang und errichtet ein Jugendcamp. Eine Anlaufstelle für junge Menschen, die nach einer zweiten Chance suchen. Gemeinsam versuchen sie, die Erinnerungen und grausamen Bilder der letzten Jahre zu verdrängen. Für Stone, Cat und Andy Killmer anfangs ein schwieriges Unterfangen. Schließlich waren sie bei ihren Missionen Zeugen der tiefsten, menschlichsten Abgründe und bewegten sich an Orten, die man zu Recht als Tor zur Hölle bezeichneten. Als plötzlich eine junge Frau an Stones Wohnungstür steht, wird die Gruppe wieder von ihrer erbarmungslosen und unmenschlichen Vergangenheit eingeholt.

Alexander Kühl wurde am 4. Mai 1973 in Berlin geboren. Heute lebt er in Thüringen, gemeinsam mit seiner Frau und zwei Kindern. Bereits als kleiner Junge entwickelte er apokalyptische Weltuntergangsgeschichten, mit denen er nicht nur seine Eltern schockte. Ein denkwürdiger Strafaufsatz mit dem Titel »Eine Banane ist ein wundervolles Wurfgeschoss« motivierte den damaligen Schüler dazu, weitere Geschichten niederzuschreiben und an seinem Traum festzuhalten: der Schriftstellerei. In der Jugend wurde er von dystopischen Albträumen heimgesucht, welche er zum Zwecke der Verarbeitung schließlich niederschrieb. Seinen Debütroman veröffentlichte er 2017 allerdings im Hardboiled-Genre. Dieser brachte ihm nicht nur den Titel des »Quentin Tarantino der Autoren« ein, sondern katapultierte ihn auch auf die Amazon Bestseller-Charts bis auf Platz vier. Es folgten Science-Fiction-Geschichten und diverse Thriller. Der mittlerweile etablierte Autor ist zudem Gründungsmitglied und Namensgeber des STRANGE TALES CLUBS, einem Autoren-Kollektiv, welches das Miteinander statt gegeneinander exzessiv auslebt. Der Leiter eines Web-Radios für Künstler ist außerdem bekannt dafür, dass er Projekte auf die Beine stellt, welche die Leser mit einbeziehen. Sein bekanntestes ist hier wohl das »Stone-Projekt«, in welchem Fans Charaktere in mehreren Bänden bekommen konnten.

KAPITEL 5


Vorsichtig strich Stone Cat eine Locke aus dem Gesicht. Er wollte sie nicht wecken, sondern noch ein paar Minuten die Gelegenheit nutzen, sie einfach nur anzusehen. Er genoss diese Augenblicke, in denen er neben ihr lag, sie friedlich schlief und er sie beobachten konnte. Das gab ihm das Gefühl, über sie zu wachen, sie zu beschützen. Jeder dieser Momente führte ihm vor Augen, wie dankbar er war, sie an seiner Seite haben zu dürfen. Zweimal hätte er sie fast verloren. Beide Male musste er mitansehen, wie das Leben förmlich aus seiner Gefährtin wich.

Doch verfügte die Organisation Vanessa, für die beide tätig waren, über eine topmodern ausgestattete Krankenstation, mit dem – wie Stone immer sagte – besten Ärzteteam der Welt. Louise und Doktor Franks besiegten zweimal erfolgreich den Tod und retteten Cat das Leben. Und nun lag sie vor ihm … so wunderschön.

Stone war glücklich. Als er den zurückliegenden Tag rekapitulierte, steigerte sich das Glücksgefühl nochmals. Als er am Vortag das Boxcamp betreten hatte, wurde er mit einer Überraschungsparty konfrontiert. Eine Torte mit vierzig Kerzen wartete auf den Ex-Boxer, der sichtlich gerührt war.

Schließlich sangen Cat, Killmer, Louise, Dariusz und Rookie ihm ein Geburtstagsständchen.

Am Abend zog er sich mit Cat zurück. Sie aßen bei ihrem Lieblingsitaliener, nahmen noch eine Flasche Bardolino mit und leerten diese in ihrer Dachgeschosswohnung.

Vor einigen Monaten noch hätte er sich niemals vorstellen können, ein solch normales Leben zu führen und dennoch etwas Gutes zu tun. In seinem Camp ging er völlig auf. Gemeinsam mit Killmer und Cat versuchte er, die jungen Leute nicht nur zu trainieren, sondern auch ein paar Werte, für die es sich lohnte zu leben, zu lehren. Doch war ihm auch bewusst, dass er dieses Wagnis ohne die Zeit und die Erfahrungen bei der Organisation Vanessa niemals eingegangen wäre.

Stone lächelte, als sich Cat im Schlaf bewegte und ihr Bein unter der Bettdecke hervorstreckte. Sie trug immer noch die schwarzen Nylons von letzter Nacht.

Diese Frau schaffte es immer wieder, ihn zu überraschen. Cat war das einzige Viagra, das er brauchte. Das Leben mit ihr war wie ein nicht endender Traum, und er empfand es als eine Art Entschädigung für die Zeit der Entbehrungen, die er so viele Jahre hatte ertragen müssen. Jetzt genoss er den Moment, sie einfach nur betrachten zu können.

Cat schlief und atmete ruhig. Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn, als es plötzlich klingelte.

Verwundert blickte er auf die Digitalanzeige seines Radioweckers. Es war 09:00 Uhr vormittags. Für den Postboten oder Paketdienst war es selbst an Heiligabend eindeutig noch zu früh. Doch sonst fiel ihm niemand ein, der bei ihm klingeln würde. Er bekam nie Besuch und seine Nachbarn würden es ganz sicher vermeiden, nach Eiern, Butter oder sonst etwas zu fragen.

»Wer kann das sein?« Cat war aufgewacht und hatte seine Frage laut ausgesprochen.

»Ich habe nicht die geringste Ahnung.« Stone zog sich schnell eine Jogginghose über und machte sich auf den Weg zur Wohnungstür.

»Rob Stone?« Vor ihm stand eine junge Frau. Er schätzte sie auf etwa dreißig. Die blasse Haut und ihre Frisur erinnerten ihn an Morticia von der Addams Family. Ihr Haar war genauso lang und schwarz. Andererseits sah sie einfach nur müde und verheult aus. Für einen kurzen Augenblick kniff Stone die Augen zusammen und glich in seinem Gedächtnis die ihm bekannten Gesichter ab. Doch diese junge Frau konnte er beim besten Willen nicht zuordnen.

»Was führt Sie zu mir?«

»Mein Vater Mathias Lange.«

Robert wurde schwindelig. Mit dieser Antwort hatte er nicht gerechnet. Keuchend griff er nach dem Türrahmen, um sich Halt zu verschaffen.

»Ist alles in Ordnung mit Ihnen?« Die junge Frau schien sich zu sorgen.

»Kommen Sie doch rein.«

Inzwischen hatte sich auch Cat angezogen und war Stone gefolgt. Sie streckte der Frau ihre Hand entgegen.

»Cat Stone.«

»Julia Lange. Entschuldigen Sie bitte, aber ich bin seit zwei Tagen nicht mehr ich selbst.« Sie bewegte sich zögerlich in die Wohnung.

Stone schloss die Tür und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Sie sind also seine Tochter. Der Lange hat viel über Sie erzählt.«

Ein Lächeln huschte über ihre Lippen.

»Der Lange?«

Stone bot Julia einen Platz am Esstisch an und setzte sich zu ihr. Cat tat es ihm gleich.

»So nannten wir ihn. Wie geht es ihm?«

»Er liegt im Sterben.«

Roberts Miene verfinsterte sich.

»Was ist passiert?«

»Er hatte einen Schlaganfall. Das Sprachzentrum und die Lungenfunktionen wurden dadurch beeinträchtigt. Er kann nicht mehr sprechen und muss künstlich beatmet werden. Er hat mir eine Nachricht übermittelt.«

Sie holte einen Zettel aus ihrer Handtasche und schob ihn über den Tisch zu Stone. Dieser blickte auf das Stück Papier und versuchte, die Schrift zu entziffern. Er erkannte seinen Namen und die Adresse. Darunter stand: Er ist der Einzige, der dir mit Anna helfen kann.

Stone schien zu ahnen, was der jungen Frau zugestoßen war. Er schüttelte den Kopf und sprach leise: »Ich bin in dieser Branche nicht mehr tätig.«

Sofort schossen Julia Lange Tränen in die Augen.

Sie holte ein Foto eines kleinen Mädchens aus ihrer Handtasche und schob es über den Tisch zu Stone.

»Dann ist meine Tochter verloren.« Sichtlich kämpfte sie gegen ihre Verzweiflung an. Cat holte eine Serviette aus einem Spender, der auf dem Esstisch stand, und reichte sie Julia.

»Was ist mit ihrer Tochter?«

Julia schnäuzte und antwortete mit einem Zittern in der Stimme: »Sie ist vor zwei Tagen verschwunden.

Sie kam nach der Schule nicht nach Hause.«

Stone sah, wie sich nun auch in Cats Augen Tränen sammelten. Tröstend legte sie ihre Hand auf die von Julia.

»Ihre Geschenke werden heute unberührt unter dem Weihnachtsbaum liegen bleiben.« Julias Stimme überschlug sich. Cat legte mitfühlend ihren Arm um die junge Frau, die ihren Kopf vorher an ihre Schulter lehnte und bitterlich weinte.

»Ich kann Ihnen nicht helfen. Sie sollten sich an die Polizei wenden.« Stone musste der Tochter seines Kameraden deutlich machen, dass er nicht der Richtige für diesen Fall war. Nicht mehr! Doch dann blickte er auf Cats Lippen und las von diesen ab: Was ist los mit dir?

Mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. Was sollte er jetzt tun? Er hatte doch mit seinem alten Leben abgeschlossen. Die Jahre der Drecksarbeit lagen hinter ihm. Er wollte so nie wieder sein und schon gar nicht das Leben von Cat gefährden, aber konnte er die junge Frau einfach so wegschicken?

War es ihm tatsächlich möglich, einfach so zu ignorieren, dass diese Frau verzweifelt seine Hilfe suchte?

»Geben Sie mir Ihre Telefonnummer. Ich werde sehen, was ich für Sie tun kann. Haben Sie bitte etwas Geduld, auch wenn es schwerfällt. Ich kann nichts versprechen, doch wenn ich fertig bin, bringe ich Ihnen entweder Anna oder Gewissheit.«

Julia schniefte und lächelte schließlich erleichtert. Cat reichte ihr ein leeres Blatt Papier und einen Kugelschreiber. Zitternd notierte Julia ihre Telefonnummer und stand anschließend auf. Cat brachte sie zur Tür. Auf dem Weg dorthin redete sie beruhigend auf Julia ein und versprach ihr, dass sie sich melden würden.

Wie versteinert saß Stone am Tisch, als Cat zurückkehrte.

»Deine Hände zittern«, flüsterte sie besorgt.

Stone bemerkte es ebenfalls.

»Ich habe mich immer gefragt, wann und auf welchem Wege uns die Vergangenheit einholen wird.«

»Der Lange wird sterben.«

Stone nickte wortlos.

»Wir stehen in seiner Schuld.«

Wieder nickte er und schwieg. Stone war nicht in der Lage, die passenden Worte zu finden. Cat hatte recht. Sie standen tief in der Schuld des Langen. Cats und Stones letzte Mission war ein Fiasko. Sie wurden gefangen genommen und fast zu Tode geprügelt. Der Lange führte gemeinsam mit Gizmo eine unautorisierte Rettungsmission durch und rettet beiden schließlich das Leben. Ohne ihn wären beide qualvoll zugrunde gegangen.

»Wir müssen ihr helfen.«

Stone zuckte zusammen.

»Ich erledige das. Du hältst dich da bitte raus. Dir ein drittes Mal beim Sterben zuzusehen, stehe ich nicht durch.«

Cat schluckte.

»Okay«, flüsterte sie.

»Versprich es!«

Cat reagierte nicht.

»Versprich es!«, wiederholte Stone energisch seine Bitte.

»Ich verspreche es.«

Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn.

»Was hast du jetzt vor?«

»Ich teste, ob die alten Verbindungen noch intakt sind.«

»Du kannst Gizmo mitnehmen, solange er noch hier ist. Jedenfalls würde ich mir dann weniger Sorgen um dich machen.«

»Wenn ich weiß, wo und wie ich vorgehen muss, werde...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte 3. Weltkrieg • Dystopie • Fortsetzung • Sci-fi • Thriller
ISBN-10 3-6951-3806-8 / 3695138068
ISBN-13 978-3-6951-3806-7 / 9783695138067
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