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Hinter dem Horizont (eBook)

Bewegender Roman über erste Liebe und Abschied
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
336 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-9047-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Hinter dem Horizont -  Dierk Breimeier
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Thomas und Monika: zwei junge Menschen, geprägt durch ihre zwar verschiedene, aber beiderseits schmerzhafte Kindheit. Eine Zeit, in der mangelnde Aufklärung und Entdecker- sowie Freiheitsdrang kollidieren. Eine Liebe, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist? "Hinter dem Horizont" erzählt eine Geschichte zweier Liebender und gleichsam die eines jungen Matrosen und seiner drängenden Sehnsucht, die Welt zu erkunden, um letztlich wohl jene versteckte nach Geborgenheit und Wärme zu stillen. Ein sinnstiftendes Buch voll tiefer Emotionalität, Reflexion und Erkenntnis.

Dierk Breimeiers beruflicher Werdegang offenbart Zäsuren, Brüche, die sich in seinen Büchern widerspiegeln. Als Kriegskind, geboren 1942, entfloh er als junger Mann der familiären und gesellschaftlichen Enge und ging zur See. Der Übergang vom Stückgutfrachter zur Containerschifffahrt bewirkte das Ende einer Art, die Welt zu bereisen, die von Fülle, Abenteuer und Begegnung mit fremden Kulturen gekennzeichnet war. Er quittierte den Dienst und tauschte die Schiffsplanken mit den 'Brettern, die die Welt bedeuten'. Das Theater, ebenso bunt wie zuvor seine Reisen um die Welt, wurde fortan sein Zuhause. Dierk Breimeier begann seine Karriere als einfacher Beleuchter. Seine Neugier auf die Welt und sein Enthusiasmus für die Kunst leiteten ihn und so begann er bald auch, als Licht-Designer Produktionen zu begleiten. Der Stoff, aus dem Dierk Breimeier seine Bücher schöpft, ist genauso schön gewebt, lebensecht und mitreißend. Jedes Buch wie eine Reise.

Schnellboote in der Ostsee


Sie hatten jetzt fast die Mündung der Flensburger Förde erreicht. Durch sein kleines Bullauge konnte Thomas bereits das offene Meer sehen. Den größten Teil der Förde waren ihre Boote geradezu entlanggeschlichen, nun aber gingen sie mit ihren jeweils vier Maschinen auf halbe Fahrt.

Sie, das waren drei Boote des Dritten Schnellbootgeschwaders aus Flensburg. Die Brücke des Bootes war nur halb gedeckt. Auf der Steuerbordseite ihres vorderen, aber gedeckten Teils hatte Thomas seinen Platz. Vor ihm an der eisernen Wand war sein Funksprechgerät angebracht, darunter ein kleines Pult mit dem Funkbuch, in das er alle empfangenen Funksprüche zu notieren hatte. In der Regel stand er mit seinen Kopfhörern auf den Ohren davor, aber es gab auch einen kleinen Klappsitz an der Innenwand der Brücke. Direkt hinter ihm, zwei Stufen höher auf dem offenen Teil der Brücke thronte sein Kommandant auf seinem schwenkbaren Sitz.

Die drei Boote, die jetzt in Kiellinie aus der Flensburger Förde in die Ostsee liefen, nahmen Fahrt auf. Sie ähnelten vielmehr schnittigen Motoryachten als Kriegsschiffen. Ihr schlanker Rumpf mit seinem kühnen, spitzen Steven war auffallend flach und von einer Farbe eines so hellen Graus, dass es schon fast weiß aussah.

Angetrieben wurden diese nicht sehr großen Schiffe von vier Schiffsschrauben und hinter jeder dieser Schrauben saß eine dreitausend PS starke Maschine mit sechzehn Zylindern. Diese vier Maschinen machten das verhältnismäßig kleine Schiff zu einem schieren Kraftpaket.

Aus seinem Bullauge konnte Thomas die letzten Uferstreifen der Förde dahingleiten sehen. Jetzt, kaum dass sie auf der offenen See waren, kam endlich das Kommando, worauf das Schiff scheinbar schon ungeduldig gewartet hatte; denn dieses war ein Renner, ein Vollblut. Ihm lag das langsame dahinschleichen nicht.

„Alle vier Maschinen volle Kraft voraus!“

Jetzt endlich konnte es zeigen, was es konnte. Der lange messerscharfe Steven hob sich aus dem Wasser und der Fahrtwind legte so mörderisch zu, dass man seinen Kopf besser nicht zu weit über den Süll der offenen Brücke steckte. Die Türen zu deren Nock bekam man jetzt nur noch mit allergrößter Kraftanstrengung auf und wenn man den Fehler machte, seinen Kopf allzu weit über das Schanzkleid zu erheben und einen die Gischt der gewaltigen Bugwelle erwischte, tat das so weh, als hätte einem jemand eine Ladung Kies ins Gesicht geworfen.

Die drei Boote schwenkten jetzt aus zu einer auseinandergezogenen Dreier-Formation. Die jeweils vier Schrauben warfen eine so gewaltige Bugwelle auf, dass von hinten gerade noch das kleine Signaldeck und der kurze Mast zu sehen waren. Sie liefen jetzt mit einer Geschwindigkeit von neununddreißig Knoten, das entspricht einem Tempo von etwas über siebzig Stundenkilometern, dem Ziel ihrer Fahrt entgegen, dem Finnischen Meerbusen.

Noch am Abend zuvor war Thomas mit zwei Freunden im „Goldenen Anker“ in Flensburg gewesen. Der Name mochte an alte Zeiten und Hafenkneipen erinnern und vermutlich war sie auch einst einmal eine dieser typischen Hafenkneipen gewesen; der jetzige Besitzer aber hatte sie der neuen Zeit angepasst und ein Tanzlokal daraus gemacht.

Flensburg war vor noch gar nicht so langer Zeit Marine-Stützpunkt geworden. Die Stadt lebte jetzt nicht nur von den vielen Tausenden von Marineangehörigen, auch deren Uniformen mit den schwarzen Flatterbändern an ihren Mützen bestimmten zu einem nicht zu übersehenden Teil das Stadtbild.

Der „Goldene Anker“ befand sich direkt am Innenhafen. Thomas hatte sich von seinen Kollegen überreden lassen, mitzugehen.

„Da kannst du jede Menge Mädchen aufreißen“, hatten sie ihm versprochen, und auch wenn er die Wahl ihrer Ausdrucksweise nicht sonderlich schätzte, natürlich hätte er durchaus gern ein Mädchen kennengelernt.

Die Kollegen hatten nicht zu viel versprochen, denn als sie das Lokal betraten, waren in der Tat bereits auffallend viele Mädels da. Nun, es mochte hier ein wenig provinzieller hergehen als in Hamburg, aber das war sicher kein Nachteil. Im Gegenteil, Thomas schien die Atmosphäre hier sehr viel persönlicher zu sein. Freilich, es gab hier keine Live-Musik, wie er es aus Bremerhaven kannte. Hier tanzte man zur Musikbox und an den Tischen zu beiden Seiten der Tanzfläche tranken die Mädchen Apfelsaft und die Jungens Cola. Alkohol tranken im Grunde nur diejenigen, recht ausschließlich Kerle, deren Interesse nicht so sehr auf das Kennenlernen von Mädchen ausgerichtet war. Diese Spezies nun lümmelte auf den Barhockern am Tresen, nuckelte an ihren Longdrinks und schaute gelangweilt zur Tanzfläche hinüber.

Es herrschte ein schummeriges Dämmerlicht und die drei Freunde sahen sich nach einem Platz um. Hinten links entdeckte Thomas‘ Kumpel Jürgen einen Tisch, an dem drei Mädchen saßen.

Gerade eben hatte die Musik gewechselt. Aus der Jukebox erklang jetzt eine dieser bei Seeleuten so beliebten Schnulzen, in denen von Liebe gesungen wurde. Passend dazu war das Licht ausgegangen und schummeriges Dämmerlicht ließ die zu der Musik Tanzenden gerade noch eben erkennen. Man sah im Grunde nur noch bläulich weiß leuchtende Hemden und Blusen. Über der Tanzfläche hingen zwei, drei dieser Schwarzlicht-Strahler, die gerade in Mode waren und die die Nyltesthemden und Kleider der Leute in ein geisterhaftes Licht tauchten. Es war ein Effekt, der aussah, als würden sich lauter körperlose Kleidungsstücke im ansonsten stockdunklen Raum zum Takt der Musik bewegen.

Thomas hatte lange gezögert und seinen Blick schweifen lassen, bevor er eines der drei Mädchen zum Tanz aufforderte. Seine beiden Freunde hatten ihm zwei bereits vor der Nase weggeschnappt. Diejenige, die übriggeblieben war, schien ihm noch etwas sehr jung. Aber das störte ihn wenig, denn als er sie nun so anschaute, fand er sie viel hübscher als die anderen.

Er lächelte ihr zu und da sie sein Lächeln erwiderte, machte er eine knappe Verbeugung, so wie er es einst in der Tanzschule gelernt hatte. Sie erhob sich und zusammen betraten sie die Tanzfläche. Das Stück aus der Musikbox war gerade zu Ende und als Nächstes folgte:

„Geh‘n sie aus im Stadtpark die Lateeernen,
bleibt uns zwei der Sternenschein.
Und ich seh‘ auch ohne die Lateeernen
Dir ganz tief ins Herz hinein!“

Es war die Edelschnulze schlechthin: Gitte und Rex Gildo.

Als die ersten Töne erklangen, umfasste Thomas die Hüften seiner Tanzpartnerin mit beiden Händen und zog sie an sich. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und zusammen wiegten sie sich eng aneinandergeschmiegt zu dieser herzerwärmenden Schnulze aus der

„Wurlitzer“-Box. Es war eher das Ausleben einer ersten leidenschaftlichen Hingabe zweier junger Menschen, als dass man es hätte Tanzen nennen können. Alle machten es so und es war einfach nur schön.

Seine Partnerin war nur wenig kleiner als er. Sie sah wirklich ausgesprochen hübsch aus, mit ihren hochtoupierten Haaren und dem, wie bei einer Primaballerina, weit ausladenden, bis etwa zu den Knien reichenden Röckchen. Thomas wusste, dass die Mädchen bis zu vier oder fünf gestärkte Petticoats darunter trugen. Beim gegenseitigen Enganeinanderschmiegen gab das so einen Widerstand an den Beinen, an den man sich erst gewöhnen musste. Mit dem Parfum hatte es seine Tanzpartnerin vielleicht ein wenig übertrieben und bei Thomas‘ vorsichtigem Versuch, seine Nase in ihren Haaren zu vergraben, setzte ihm ihr vermeintlich literweise auf die hochtoupierte Frisur gesprayter Haarfestiger einen unerwarteten Widerstand entgegen. Das Ganze hatte so etwas Spinnennetzhaftes und es hatte statt verführerisch zu sein, eher die Wirkung eines Erotikkillers.

Ja, dachte er, damit musste er sich wohl abfinden, so war es eben mit der Mode. Andererseits, sie sahen schon verteufelt gut damit aus, die Mädchen. Die hoch aufgetürmten Frisuren, sie hatten so etwas Barockes, gaben die schönen Hälse und niedlichen Ohren frei, und das hatte etwas, dass einem schonmal ein bisschen warm werden konnte. Thomas fand, dass seine Tanzpartnerin sogar ganz besonders niedliche Ohren hatte, ja, sie verlockten ihn geradezu, ihr während des „Tanzens“ ganz zart daran herumzuknabbern. Der junge Mädchenkörper war so wundervoll warm und weich, dass es Thomas ganz komisch wurde. Er küsste sie nun ganz leicht hinter ihrem Ohr und ließ seine Lippen sanft an ihrem Hals hinuntergleiten. Es war wahnsinnig erregend.

Aus dem Kragen ihrer Bluse stieg ihm dabei der winzig zarte Hauch eines Duftes in die Nase, der von den Breitseiten diverser, wenig miteinander harmonierender Gerüche von Haarspray, Deodorant und Parfum kaum wahrnehmbar war.

Es war ein ganz anderer, eher gegensätzlicher, ein leicht herber, aber zugleich höchst verführerischer Duft. Es war der Duft von jungen Mädchen, zart und verlockend. Aber kaum, dass Thomas die ersten Zeichen einer ungestüm aufkeimenden Leidenschaft zu spüren bekam, war das Lied von der romantischen Liebe auch schon zu Ende, und mit ihm schwand fast schlagartig dieses schöne Gefühl einer himmlisch anmutenden Verzauberung.

Das Licht ging...

Erscheint lt. Verlag 24.7.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Bildungsromane mit Gefühl • Bildungsroman mit emotionaler Tiefe • Bücher über erste Liebe mit emotionaler Tiefe • Bücher über Selbstfindung • Buch über Abschied und Sehnsucht • Buch über Sehnsucht und Geborgenheit • Emotionale Heilung durch Begegnung • Erste Liebe Coming-of-Age Geschichte • Erzählung über Schmerz und Entdeckung • First Love Bildungsroman • Geschichten über Aufbruch und Verlust • Inneres Erwachen in Liebesgeschichte • Literarische Jugendliebe mit Tiefgang • Literarischer Jugendliebesroman • Matrosenroman mit Liebesgeschichte • New Adult Literatur • Psychologisch einfühlsame Erzählungen • Romane über Jugend und Schmerz • Seefahrergeschichte mit Emotion • Was sind gute Bücher über erste Liebe?
ISBN-10 3-8192-9047-8 / 3819290478
ISBN-13 978-3-8192-9047-3 / 9783819290473
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