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Zwischen Sternen und Stille (eBook)

Gute Nachtgeschichten für Erwachsene
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
252 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8253-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zwischen Sternen und Stille -  René Burkhard
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Zwischen den Zeilen der Stille Erzählungen über das Heimkehren, das Weitermachen und die leise Kraft der Begegnung Wenn der Tag sich neigt und die Welt leiser wird, wenn Stimmen verstummen, Gedanken weicher werden und fernes Licht durchs Fenster fällt wie eine Erinnerung, dann beginnen Worte zu flüstern. Nicht laut. Nicht aufdringlich. Sondern wie Schritte auf vertrautem Boden. Wie das Rascheln eines Vorhangs in der Abendbrise. Wie eine Hand, die sich sacht in deine legt, ohne dich festzuhalten. Dieses Buch versammelt poetisch gewebte Geschichten über Menschen, die sich begegnen und sich dabei selbst wiederfinden. Über Frauen und Männer, die gelernt haben, mit Narben zu leben. Über stille Gärten, verschüttete Träume, leise Versprechen und die Hoffnung, dass es nie zu spät ist, das Herz zu öffnen. Ob es Anna und Markus sind, die ihre Angst in Liebe verwandeln, Mara, die im Garten der Erinnerung ihrer Vergangenheit begegnet, oder Lena, die auf einem stillen Heimweg erfährt, dass der Hafen in ihr selbst liegt. Jede Geschichte ist eine Einladung zum Innehalten, Spüren und Weitergehen. Sie erzählen nicht vom Großen, sondern vom Wesentlichen. Von Abschieden, die still zu Anfängen wurden. Von Begegnungen, die nicht laut waren, aber tief. Dem Mut, der nicht glänzt, sondern bleibt, in einem Blick. In einem Lächeln. In einem Ich bin noch da. Für alle, die das Echte suchen. Für alle, die das Leise hören wollen und alle, die glauben, dass Liebe der stille Entschluss ist, weiterzuwachsen.

René Burkhard, geboren am 13. Februar 1958 in der sanften und hügeligen Landschaft des Zürcher Unterlands, ist ein Geschichtenerzähler mit Gespür für das Leise, das Menschliche, das Wesentliche. Seine Kindheit im ländlichen Raum hat ihn früh geprägt, nicht durch große Gesten, sondern durch die kleinen Beobachtungen am Rand: das Flüstern des Windes über den Feldern, das Schweigen zwischen zwei Sätzen, das Vergehen der Jahreszeiten als innerer Rhythmus. Viele Jahre lang war Burkhard als Lehrer tätig, ein aufmerksamer Begleiter Jugendlicher auf ihrem Weg in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Welt. Er unterrichtete im Bereich Wirtschaft und Gesellschaft, vermittelte nicht nur Wissen, sondern Haltung, mit wachem Blick und einem Gespür für Zwischentöne. In den herausfordernden Jahren der Pandemie wagte er einen Neuanfang: Er folgte dem Ruf seiner inneren Stimme, wandte sich konsequent der Literatur zu und eröffnete ein neues Kapitel, nicht nur als Autor, sondern als Erzähler, der Menschen dort berührt, wo Worte bleiben. Sein Debüt war ein einfühlsamer Liebesroman, der die Zerbrechlichkeit menschlicher Nähe mit feiner Sprache und psychologischer Tiefe erkundet. Es folgte ein Familienroman, der mit leisem Ton von generationsübergreifenden Bindungen erzählt, von dem, was trägt, auch wenn alles sich wandelt. Mit dem packenden Thriller Alpen Tod bewies Burkhard schließlich seine Vielseitigkeit: ein psychologisch dichter Roman, der nicht nur durch Spannung fesselt, sondern auch das Dunkle im Menschen mit Empathie ausleuchtet, angesiedelt im majestätischen, oft gnadenlosen Herz der Schweizer Alpen. Sein neuestes Werk, die Sammlung, leises Sternenflüstern und Träume unter Sternen. Gutenachtgeschichten für Erwachsene und leises Sternenflüstern, zeigt Burkhard von seiner poetischen Seite. Die darin versammelten Erzählungen sind zart verwobene Miniaturen über Aufbruch, Stille, Heimkehr und Hoffnung, geschrieben für jene Stunde, in der die Welt zur Ruhe kommt und das Herz zu hören beginnt. René Burkhard schreibt mit einer Sprache, die trägt, klar, menschlich, berührbar. Seine Figuren leben nicht auf dem Papier, sie atmen zwischen den Zeilen. Er ist kein Autor, der belehrt, sondern einer, der begleitet. Einer, der nicht laut wird, aber nachhallt.

Der Klang der Sterne


Die kleine Stadt Rosenthal lag eingebettet zwischen sanften Hügeln und weiten Feldern, deren Korn sich im Wind wiegte wie ein atmender Teppich. Hier schien die Zeit nicht zu rasen, sondern zu flanieren. Die Menschen grüßten einander beim Namen, und der Duft von frischem Gebäck lag oft schon am frühen Morgen in der Luft. In dieser stillen Ecke der Welt lebte Sarah, neunundzwanzig Jahre alt, mit langen, dunkelblonden Haaren und nachdenklich hellgrauen Augen. Sie wohnte im obersten Stock eines Altbaus aus den 1920er-Jahren – in einer Wohnung, die nach Jasmin duftete und deren Balkon mehr einem verwunschenen Garten ähnelte als einem städtischen Rückzugsort.

An jenem Abend lag ein tiefes, beinahe samtiges Blau über dem Himmel – klar und weit, durchzogen von leisen Sternenschimmern. Sarah saß barfuß auf ihrem kleinen Eisenstuhl, die Knie an die Brust gezogen, eingehüllt in eine wollene Decke. Um sie herum blühten Lavendel, Kapuzinerkresse und Nachtkerzen in Tontöpfen, die sie mit kleinen Lichterketten geschmückt hatte. Die Luft roch nach Sommerende – ein Hauch von Heu, vermischt mit der Ahnung eines nahenden Regens.

„Wie still es ist …“, murmelte sie. „Manchmal glaube ich, die Sterne flüstern mir zu, dass ich Teil von etwas Größerem bin. Und gleichzeitig bin ich so klein, dass selbst der Wind mich tragen könnte.“

Ein paar Lichter der Stadt flimmerten in der Ferne – verloren wie Erinnerungen, die man fast vergessen hatte. Und gerade als ihre Gedanken sich im endlosen Nachthimmel verloren, hörte sie das Knirschen von Kies auf dem Weg zum Haus – vertraute Schritte, rhythmisch, gelassen.

Noch bevor sie ihn sah, wusste sie: Max. Zweiunddreißig, mit lachenden Augen und diesem Blick, der nie vollständig ernst, aber immer aufrichtig war. Er trug lässige Stoffhosen, das Hemd locker gekrempelt und in seiner Hand einen Picknickkorb, der vor selbst gemachten Kleinigkeiten fast überquoll.

„Noch nichts gehört von den Sternen?“, neckte er, als er die Terrassentür durchschritt und das Holz unter seinen Füßen leise knarrte. „Nicht, dass sie sich übergangen fühlen.“

Sarah lächelte. „Ich suche meinen Lieblingsstern, aber er scheint sich zu verstecken. Vielleicht wartet er auf dich – damit du ihn mir wie immer aufs Neue vorstellst.“

Max ließ sich neben sie auf den Boden nieder, zog die Schuhe aus und streckte die Beine aus. „Frank, der Güldenstern natürlich. Oder heute Lila, die Schüchterne? Sie zeigt sich nur, wenn du lächelst.“

Sie kicherten leise – ein vertrautes Spiel, so leicht und doch bedeutungsvoll. Für einen Moment schien die Welt draußen weit entfernt. In dieser kleinen Blase aus Licht und Duft waren sie einfach sie selbst – zwei alte Freunde, verbunden durch Erinnerungen, durch das, was unausgesprochen war.

Die Tage wuchsen heller, länger. Rosenthal erwachte unter dem goldenen Atem des Frühlings. In den Gärten blühten Fliederbüsche, Fensterläden standen offen, Kinderstimmen tanzten durch die Straßen. Als Max sie an einem dieser Abende einlud, mit ihm ein kleines Konzert am Fluss zu besuchen, leuchtete etwas in Sarahs Augen auf.

„Musik, Sterne und vielleicht ein Hauch Magie“, hatte er gesagt. Und sie hatte das alte Kleid aus dem Schrank geholt – cremefarben, mit zarten Blüten – und war ihm gefolgt, barfuß durch den warmen Staub der Wege.

Die Lichtung am Flussufer war wie verwandelt. Zwischen den Bäumen hingen bunte Lampions, der süße Duft von Waffeln und gegrilltem Gemüse stieg in die Luft. Überall saßen Menschen auf Decken, lachten, tranken Wein aus kleinen Gläsern.

Sie suchten sich einen Platz in der ersten Reihe – nicht aus Ehrgeiz, sondern weil der Wind dort am wenigsten störte.

Sie sah ihn an. Offen. Wartend.

„Ich bin in dich verliebt. Nicht bloß freundschaftlich. Ganz und gar.“

Die Worte lagen in der Luft wie leuchtende Pollen – leicht, aber voller Gewicht. Sarahs Lippen bebten. Dann flüsterte sie: „Ich… ich auch. Ich hatte nur Angst, dass wir das verlieren, was wir haben.“

„Vielleicht ist es genau deshalb richtig“, antwortete Max. „Weil es aus Freundschaft gewachsen ist.“

Ihre Hände fanden einander. Die Umarmung, die folgte, war mehr als Nähe – sie war der Anfang eines neuen Raumes zwischen ihnen. Einer, in dem Ehrlichkeit wohnen durfte. Und Mut.

In einer Welt, die nicht selten ins Wanken geriet, waren sie sich ein erstes Mal ganz sicher: Hier, genau jetzt, beginnt etwas, das trägt.

Der Winter kam früh nach Rosenthal. Frost legte sich auf Fensterbänke, Atem wurde sichtbar, und die Straßenlaternen warfen lange Schatten auf das Kopfsteinpflaster. Die Stadt wurde leiser. Die Tage schienen kürzer, die Gedanken schwerer.

Sarah und Max saßen auf ihrem abgewetzten Cordsofa, die Beine unter einer alten Wolldecke vergraben, die dampfenden Tassen in der Hand wie kleine Leuchtfeuer gegen die Dunkelheit. Der Fernseher flackerte wortlos vor sich hin und zeigte Szenen aus einer Welt, die weit weg schien – und doch ganz nah war. Ein neues Gesetz, Spannungen in der Stadt, Unruhe, Angst.

„Hast du das gelesen?“, fragte Max leise, seine Stirn gerunzelt. „Es betrifft so viele Menschen hier – Menschen, die wir kennen.“

„Ich weiß“, antwortete Sarah. Ihre Stimme war gedämpft, fast brüchig. „Ich will helfen. Aber ich weiß nicht wie. Manchmal fühlt es sich an, als stünden wir einer Flut gegenüber, und wir hätten nur die Hände zum Schöpfen.“

Lange Stille.

Nur das rhythmische Ticken der Küchenuhr war zu hören, wie ein alter Wächter, der unbeirrt weiter-zählte.

Dann kam ihre Stimme – vorsichtig, aber fest: „Ein Benefizabend vielleicht? Musik, Gemeinschaft, Spenden. Vielleicht können wir zumindest ein kleines Zeichen setzen.“

Max schob seine Tasse zur Seite, legte den Arm um sie. „Wenn jemand Hoffnung schaffen kann, dann du“, sagte er – nicht als Kompliment, sondern als Tatsache.

Die folgenden Wochen waren erfüllt vom Klang rotierender Pinsel, klimpernder Gläser und dem Rascheln bunter Plakate. Das kleine Café von Herrn und Frau Bauer – einst ein Ort für Nachmittage und Zitronenkuchen – wurde zum Epizentrum leiser Revolution. Sarah hängte Aushänge in Fenstern auf, Max telefonierte mit Musikern, Schülern, Freunden.

Manchmal saßen sie bis spät in der Nacht auf dem Boden des Cafés, bunt bekleckste Hände, müde Augen, aber Herzen, die brannten.

„Es fühlt sich so richtig an“, flüsterte Sarah einmal, während sie ein Schild mit dem Wort Zusammenhalt bemalte. „Nicht, weil es leicht ist – sondern weil es wichtig ist.“

Max sagte nichts. Er legte nur den Pinsel zur Seite und berührte leicht ihre Schulter. Sein Blick sagte alles.

Und dann kam der Abend.

Das Café war verwandelt. Zwischen den alten Holzbalken hingen Lichterketten, als hätte jemand Sternbilder hereingeholt, um sie näher an die Herzen der Menschen zu bringen. Es duftete nach Minzlimonade und karamellisiertem Apfel. Das Geschirr klirrte leise, Gespräche füllten den Raum wie Musik vor der Musik.

Sarah trug ein schlichtes blaues Kleid. Ihre Haare waren halb offen, von einer kleinen Spange gehalten, und ihre Augen schimmerten wie nasses Glas im Kerzenlicht. Max trat an ihre Seite – schwarzes Hemd, hochgekrempelte Ärmel, der Blick eines Mannes, der wusste: heute zählt.

„Ich bin so stolz auf dich“, sagte er. „Das hier… ist deine Idee.“

„Unsere Idee“, flüsterte sie, während sie seine Hand nahm und mit ihm zur kleinen Bühne ging.

Die Menschen lauschten. Nicht, weil die Worte laut waren – sondern weil sie echt waren. Max sprach nicht in Sätzen, sondern in Gedanken. Sarah nicht in Formulierungen, sondern in Empathie. Ihre Stimmen flossen ineinander wie zwei Hände, die sich zum ersten Mal ganz halten.

Dann begann die Musik.

Zarte Klänge. Eine Gitarre, eine Geige, ein Herzschlag aus Stimmen. Die Menschen tanzten zwischen den Tischen, sangen mit, ließen los. Fremde gaben einander Tee. Hände fanden sich. Tränen wurden gelächelt.

Und auf dem Balkon, später in der Nacht, standen Max und Sarah wie zwei Figuren in einem Fensterrahmen der Geschichte.

„Heute habe ich zum ersten Mal gespürt…“, flüsterte Max, „… dass wir etwas verändern können.“

Sarah sagte nichts. Sie legte ihre Stirn an seine Schulter. Und der Himmel über ihnen blieb lange klar.

Die Tage danach wurden leiser. Als hätten die Mauern von Rosenthal einen Hauch jener Musik aufgesogen, die noch in der Luft lag – aber nun wie durch Watte klang. Die Euphorie des Benefizabends war verklungen, zurück blieb eine ruhige Klarheit, fast wie nach einem Sommerregen: die Welt...

Erscheint lt. Verlag 23.7.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Lyrik / Dramatik Lyrik / Gedichte
Schlagworte Gutenachtgeschichte • Kurzgeschichten • poetische Geschichten • Schlafen • Schlaflosigket
ISBN-10 3-7693-8253-6 / 3769382536
ISBN-13 978-3-7693-8253-2 / 9783769382532
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