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Fürsten-Roman 2739 (eBook)

Die Schlossdiebin
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8803-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Fürsten-Roman 2739 - Caroline Thanneck
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Noch vor Kurzem war Prinz Henry von Questenberg sicher: Emilia ist die Frau seines Lebens. Doch nur sieben Tage vor der Trauung schleichen sich Zweifel in sein Herz - und Emilia spürt es. Erste Risse zeigen sich in ihrer perfekten Fassade, und die Stimmung kippt. Als wäre das nicht genug, ertappt Henry eine unbekannte Frau beim Einbruch in Emilias Schlafzimmer. Doch statt die Polizei zu rufen, schlägt er der charmanten Fremden einen Handel vor: Sie soll ihm helfen, seine Hochzeit zu retten. Was als Zweckbündnis beginnt, wird schnell zu einem gefährlichen Spiel - denn jeder Blick, jede Berührung der geheimnisvollen Schlossdiebin lässt seine Fassade weiter bröckeln. Doch ein Prinz hält sein Wort. Und der Tag der Hochzeit rückt unaufhaltsam näher ...

Die Schlossdiebin


Erwischt! Doch das Wertvollste, das sie stahl, war sein Herz...

Von Caroline Thanneck

Noch vor Kurzem war Prinz Henry von Questenberg sicher: Emilia ist die Frau seines Lebens. Doch nur sieben Tage vor der Trauung schleichen sich Zweifel in sein Herz – und Emilia spürt es. Erste Risse zeigen sich in ihrer perfekten Fassade, und die Stimmung kippt.

Als wäre das nicht genug, ertappt Henry eine unbekannte Frau beim Einbruch in Emilias Schlafzimmer. Doch statt die Polizei zu rufen, schlägt er der charmanten Fremden einen Handel vor: Sie soll ihm helfen, seine Hochzeit zu retten. Was als Zweckbündnis beginnt, wird schnell zu einem gefährlichen Spiel – denn jeder Blick, jede Berührung der geheimnisvollen Schlossdiebin lässt seine Fassade weiter bröckeln.

Doch ein Prinz hält sein Wort. Und der Tag der Hochzeit rückt unaufhaltsam näher ...

»Was hat dich denn in diese düstere Stimmung versetzt, Albert?« Mit einem leisen Ausatmen ließ sich Gwen neben ihrem Bruder ins Gras sinken und verschränkte die Beine unter sich.

Von ihrem Platz aus konnte sie durch die Allee aus Hainbuchen blicken, die als Kopfbäume geschnitten waren und vom Sonnenuhrgarten über die Wiese bis zum Taubenhaus führten. Das war von ihrem Urgroßvater im gotischen Stil errichtet worden. Wilhelm von Born hatte einen englischen Architekten damit beauftragt. Das steile Dach war mit Schindeln aus den Cotswolds gedeckt, die nach oben hin immer kleiner wurden. Auch die runden Wände waren aus Stein, und an der Südseite trugen stabile Eichenpfosten einen Dachüberhang, unter dem man sitzen und einen wunderbaren Ausblick auf das Landschloss und den Park genießen konnte.

Ihr Urgroßvater hatte das Taubenhaus ursprünglich nicht für die Unterbringung von Tauben vorgesehen, sondern für Picknicks und Gartenfeste. Erst Gwens Mutter hatte es umbauen lassen. Nun beherbergte es eine Vielzahl von gefiederten Bewohnern, deren sanftes Gurren jeden Besucher schon von Weitem begrüßten. Gwen saß gern unter dem Vordach und lauschte den Vögeln. Friedlicher konnte ein Ort kaum sein.

Ihr Bruder hatte seine Staffelei im Schatten aufgebaut, aber anstatt zu malen, saß er im Gras und schwenkte seinen Pinsel wie einen Degen, mit dem er mit einem unsichtbaren Feind focht. Er stach ihn in die Luft und zog eine grimmige Miene, die so gar nicht zu seinem gutmütigen Wesen passen mochte.

Sein blasses Gesicht verriet, dass eine schwere Zeit hinter ihm lag. Albert war in diesem Sommer nicht viel in die Sonne gekommen, sondern hatte sich mehreren Operationen unterziehen müssen, die ihn viel Kraft gekostet hatten. Ein Sturz vom Pferd hatte ihm mehrere komplizierte Knochenbrüche beschert. Inzwischen war er wieder gesund, aber noch immer reagierte sein Körper schmerzhaft auf jeden Wetterumschwung. Die Ärzte hatten ihn gewarnt, dass das wohl so bleiben würde.

»Hast du wieder Schmerzen?«, fragte sie ihn nun leise.

»Das auch«, murmelte er. »Vielleicht sollte ich umsatteln und Meteorologe werden. Auf meine Knochen ist Verlass. Sie sagen jeden Regenguss zuverlässig voraus.«

»Und die Malerei aufgeben?« Gwen schüttelte den Kopf. »Nie und nimmer. Ohne deine Farben würdest du eingehen wie Mutters Bonsai.«

Ihre Bemerkung entlockte ihrem Bruder ein leises Lachen. Es war ein offenes Geheimnis im Schloss, dass ihre Mutter Pflanzen liebte, aber einfach kein Händchen dafür hatte. Ihr fehlten sowohl die Zeit als auch die Geduld für die Gartenarbeit. Nicht, dass sie es nicht immer wieder versuchen würde. Ihr Mann hatte ihr von einer Asienreise einen Bonsai mitgebracht. Das Bäumchen war gut achtzig Jahre alt gewesen – und hatte keine acht Tage in ihrer Obhut überdauert. Das nahm Harald von Born nun gern zum Anlass, um seine Frau zu necken.

Albert fuhr sich durch die dunklen, leicht gelockten Haare, die lang genug waren, um ihm bis in den Nacken zu reichen. Er war Künstler, ein Feingeist, der Kunstgeschichte und Malerei an der Universität unterrichtete. Er hatte lange, feingliedrige Finger und die Neigung, sich selbst bei diesen warmen, spätsommerlichen Temperaturen ganz in Schwarz zu kleiden.

Albert war drei Jahre älter als Gwen. Trotzdem war er mit dem Kopf oft in den Wolken und bei seiner Kunst, während sie mit beiden Beinen fest auf der Erde stand. Und so war sie es immer gewesen, die ihn beschützt hatte. Schon von klein auf. Auch jetzt konnte sie nicht wegschauen. Vor allem nicht, als ihr auffiel, dass seine Leinwand noch vollkommen leer war.

Er hatte noch keinen einzigen Pinselstrich gemacht!

»Was ist denn los?«, fragte sie ihn leise.

Er blickte an ihr vorbei. »Woher wusstest du, wo du mich finden würdest?«

»Henrietta«, erwiderte sie schlicht. Mehr musste sie auch nicht sagen. Henrietta war eins der Hausmädchen. Eine liebe, herzensgute Frau, die Gwen und ihren Bruder wie ihre eigenen Kinder liebte. »Sie meinte, du hättest wieder Ennui.«

Albert schwieg und starrte in das üppige Grün des Parks, in das sich langsam das erste warme Rotgold des Herbstes mischte. Sein trauriger Blick schien zu sagen: Wenn's nur das wäre.

Hinter dem Taubenhaus führte eine Treppe hinunter zum See. Kaum jemand nutzte sie noch, weil es andere, weniger steile Wege zum Wasser gab, darum waren die ausgetretenen Steinstufen halb vom Grün überwuchert. Doch dort hinten hatte Gwen ihren ersten Kuss bekommen. Von Etienne, einem Austauschschüler aus Paris. Oh, was hatte ihr der groß gewachsene, sportliche Junge damals den Kopf verdreht! Doch die Enttäuschung folgte auf dem Fuße, als er im ganzen Internat herumerzählte, er hätte Prinzessin Gwendolyne geküsst. Für ihn war sie nichts als eine Trophäe gewesen, die es zu erringen galt. Der Schmerz hatte ihr lange Zeit aus dem Spiegel entgegengeblickt. Und jetzt sah sie ihn in den Augen ihres Bruders.

»Ist es wegen Anna?«

Ein Muskel zuckte im Gesicht ihres Bruders. Kaum wahrnehmbar, aber sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass sie richtig vermutete.

Er drehte den Kopf zu ihr – und sah sie zum ersten Mal an diesem Nachmittag richtig an. Ein leichtes Stirnrunzeln grub sich in sein Gesicht.

»Was hast du denn da an?«

Gwen blickte an sich hinunter und konnte ein leichtes Grinsen nicht ganz zurückhalten. »Warum? Gefällt es dir nicht?«

»O doch. Du siehst ganz reizend aus in den farbenfrohen Pumphosen und mit dem luftigen Schleier. Ich frage mich nur, aus welchem Harem du gerade entkommen bist und ob ich die Rache irgendeines Scheichs befürchten muss, weil ich dich nicht unverzüglich zu ihm zurückbringe.«

Gwen lachte hell auf. »Wir hatten heute die Generalprobe für unser Stück. Lizzy ist im Theater ein Missgeschick passiert. Sie hat mir ihre Limonade übers Kleid geschüttet. Einen ganzen Becher voll. Ich war patschnass, deshalb habe ich mich entschieden, das Kleid einzupacken und stattdessen in meinem Kostüm den Heimweg anzutreten.«

Ihr Bruder zog die Brauen hoch. »Bist du sicher, dass es nur ein Versehen von Lizzy war und keine Absicht?«

»Warum sollte sie mich denn absichtlich mit Limonade übergießen?«

»Weil sie eifersüchtig ist. Du spielst in eurem Stück die Rolle, die sie wollte.«

»Aber sie spielt Scheherazade. Das ist eine der Hauptrollen. Sie muss nicht eifersüchtig auf mich kleines Haremsmädchen sein. Ich habe ja keine drei Sätze.«

»Aber du darfst einen der Räuber küssen – und der ist ein echter Frauenschwarm.«

Gwen winkte ab. »Er hat eine Vorliebe für Zwiebeln und ist außerdem glücklich verheiratet.«

»Ich glaube nicht, dass Lizzy das sonderlich stört.«

»Da weißt du mehr als ich.«

Gwen leitete ehrenamtlich ein Laientheater und probte an zwei Nachmittagen in der Woche. Es war eine integrative Gruppe, in der sich viele unterschiedliche Menschen zusammenfanden. Für einige von ihnen war es ein wichtiger Halt im Leben. Für Johannes zum Beispiel, der hart darum kämpfte, die Finger vom Alkohol zu lassen. Und für Leonie, die nach einer schweren Meningitis erblindet war und lange Zeit den Halt verloren hatte. Bei den Proben ging sie ganz in ihrer Rolle auf und fand ihre Lebensfreude wieder.

Gwen hatte die Theatergruppe von Rudolf Strack übernommen, einem pensionierten Lehrer. Anfangs war ihre Arbeit in der Gruppe eine Strafe gewesen, zu der ein Richter sie verurteilt hatte. Sie hatte sich im Urlaub mit ein paar Freunden eine Yacht für einen nächtlichen Ausflug aufs Meer geliehen – und natürlich waren sie prompt erwischt worden. Gwen war davon ausgegangen, dass der Besitzer der Yacht informiert war, aber wie sich gezeigt hatte, war er das nicht. Und so war die Angelegenheit vor dem Richter gelandet.

Noch heute hätte sich Gwen selbst dafür treten können, dass sie so leichtgläubig gewesen und mit auf das Boot gegangen war.

Der Richter hatte sie zu einhundert Stunden mit gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Diese Stunden waren längst abgeleistet, aber Gwen war immer noch dabei. Sie liebte die Arbeit für die Theatergruppe. Und so war es ihr...

Erscheint lt. Verlag 16.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7517-8803-4 / 3751788034
ISBN-13 978-3-7517-8803-8 / 9783751788038
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