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Der Bergdoktor 2299 (eBook)

Alte Wunden und ungesagte Wahrheiten
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8806-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Bergdoktor 2299 - Andreas Kufsteiner
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Die beiden gehören für immer zusammen! Davon sind alle im Dorf überzeugt. Johanna und Florian sind seit zwei Jahren glücklich liiert und schmieden Zukunftspläne. Florian ist als Pilot der Bergwacht immer auf Abruf. Trotzdem setzt er alles daran, genügend Zeit für seine Liebste zu haben. Eine Familie wünscht er sich mit ihr. Dabei ahnt er nicht, dass ein Geheimnis zwischen ihnen steht. Ausgerechnet Johanna, seine Johanna, ist nicht aufrichtig zu ihm. Als alles ans Licht kommt, bricht seine ganze Welt auseinander. Aufgewühlt steigt er in den Helikopter und folgt dem Ruf zu einem hochgefährlichen Einsatz. Doch seine Hand am Steuerknüppel ist alles andere als ruhig. Und so kommt es, wie es wohl kommen muss: Plötzlich bricht der Funkkontakt zu seinen Kameraden ab ...

Alte Wunden und ungesagte Wahrheiten


Dr. Burger und die größte Bewährungsprobe für zwei Liebende

Von Andreas Kufsteiner

Die beiden gehören für immer zusammen! Davon sind alle im Dorf überzeugt. Johanna und Florian sind seit zwei Jahren glücklich liiert und schmieden Zukunftspläne. Florian ist als Pilot der Bergwacht immer auf Abruf. Trotzdem setzt er alles daran, genügend Zeit für seine Liebste zu haben. Eine Familie wünscht er sich mit ihr. Dabei ahnt er nicht, dass ein Geheimnis zwischen ihnen steht. Ausgerechnet Johanna, seine Johanna, ist nicht aufrichtig zu ihm. Als alles ans Licht kommt, bricht seine ganze Welt auseinander.

Aufgewühlt steigt er in den Helikopter und folgt dem Ruf zu einem hochgefährlichen Einsatz. Doch seine Hand am Steuerknüppel ist alles andere als ruhig. Und so kommt es, wie es wohl kommen muss: Plötzlich bricht der Funkkontakt zu seinen Kameraden ab ...

»Sind wir hier wirklich richtig?« Albert blieb am Fuß der Felswand stehen, stemmte die Daumen unter die Riemen seines Wanderrucksacks und blies mit seinem Kaugummi eine Blase auf, die fast so groß war sie seine Faust. Er war klein und stämmig und wirkte jünger als seine dreizehn Jahre. Ein Eindruck, der durch seine zerzausten braunen Haare noch verstärkt wurde.

»Ich glaub', wir haben uns verirrt«, tat Johanna kund. Sie machte ebenfalls Halt, schob ihr rosafarbenes Basecap aus der Stirn und kniff die Augen zusammen, während sie die Umgebung inspizierte. »Nie und nimmer geht's hier zum Gamsfelsen.«

»Freilich tut es das.« Florian, der dritte im Bunde, deutete zuversichtlich den schmalen Grat hinauf, den man kaum als Pfad bezeichnen konnte.

Im Gegensatz zu seinem besten Freund war er lang aufgeschossen und so hager, als müsste sein Körper sich erst darauf besinnen, mit seinen Gliedern mitzuwachsen. Seine blonden Haare klebten ihm verschwitzt in der Stirn.

Ein Wunder war das freilich nicht. Sie hatten St. Christoph vor gut zwei Stunden hinter sich gelassen und waren seither fast beständig bergauf gewandert. Und dabei hatte ihnen die Sonne tüchtig auf die Köpfe geschienen.

Er blickte sich zu seinen beiden Freunden um. »Da geht's weiter.«

Johanna krauste die Nase. »Wenn wir uns verirren, werden uns die Eltern nie wieder allein losziehen lassen.«

»Wir verirren uns net. Ich hab die Wanderkarte vom Vater. Darauf ist der Pfad ganz deutlich eingezeichnet. Und der Vater täuscht sich net. Ihr wisst doch, dass er bei der Bergrettung ist. Er kennt sich aus hier oben.«

»Das stimmt schon«, nuschelte Albert an seinem Kaugummi vorbei und ließ mit einem vernehmlichen Plopp die Blase platzen.

Florian lächelte triumphierend. »Nur noch eine halbe Stunde, dann sind wir da. Also los!« Damit stapfte er weiter bergan.

Seufzend setzte sich auch Johanna wieder in Bewegung. Ihr blonder Zopf schwang munter bei jedem Schritt hin und her. Sie bildete das Schlusslicht.

Albert wanderte vor ihr. Aus der Seitentasche seines Rucksacks ragte ein Buch. Keinen Schritt machte er ohne einen Abenteuerroman. Selbst hier herauf schleppte er einen. Er liebte Geschichten, die in fernen Ländern spielten. Irgendwann, das hatte er sich geschworen, wollte er all die Länder mit eigenen Augen sehen, in denen die Geschichten spielten.

Johanna selbst zog es nicht in die Ferne. Sie liebte ihr Tal und konnte sich keinen schöneren Ort zum Leben wünschen. Und Florian, nun, der war hier ebenfalls verwurzelt und entschlossen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und ein Bergretter zu werden.

An diesem Nachmittag war der Gamsfelsen ihr Ziel. Der hatte seinen Namen, weil es in seiner näheren Umgebung genügend Gämsen gab, dass man gute Chancen hatte, eine zu entdecken, wenn man den Aufstieg auf sich nahm.

Für ein Kunstprojekt in der Schule sollten sie Fotos von heimischen Tieren zu einer Collage mischen. Dazu brauchten sie erst einmal genügend Fotos – und die wollten sie sich an diesem Tag beschaffen.

Sie wohnten alle drei in St. Christoph, einem Dorf im Zillertal. Es lag ein wenig verborgen in einem hoch gelegenen Seitenarm. Der nächste Ort unten im Tal war Mayrhofen. Von dort fuhr dreimal am Tag ein Bus hier herauf.

Johanna lebte mit ihren Eltern im alten Forsthaus am Rand des Dorfes. Ihr Vater war Waldarbeiter und ihre Mutter machte die Buchhaltung im Holzwerk des Barons. Florians Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof, nur einen Steinwurf von ihrem Elternhaus entfernt. Und Albert wohnte mit seiner Mutter in der Nähe der Dorfkirche. Sein Vater lebte nicht mehr, und seine Mutter arbeitete als Zimmermädchen im Berghotel.

Die Kinder hatten die Baumgrenze bereits hinter sich gelassen. Hier oben gab es wenig mehr als Gras, Felsen und Almrosen. Keine Bäume. Keinen Schatten. Und kein Lüftchen sorgte an diesem Nachmittag für ein wenig Abkühlung.

Johanna tastete nach der Wasserflasche, die in der Seitentasche ihres Rucksacks steckte, schraubte sie auf und schnaufte enttäuscht.

Kein Tropfen mehr darin!

»Du solltest dir dein Wasser besser einteilen«, tadelte Florian. »Nun hast du auf dem Rückweg nix mehr.«

Sie zog ein schiefes Gesicht. »Ich hatt' aber so einen Durst.«

»Warte, ich hab noch etwas.« Albert holte eine Trinkflasche aus seinem Rucksack und reichte sie ihr. »Ist Eistee. Hat die Großmutter gemacht. Lecker!«

»Aber den brauchst du doch selbst.«

»Trink nur. Ich hab keinen so großen Durst.« Seine Ohrspitzen färbten sich dunkler, wie immer, wenn er flunkerte.

Johanna nahm einen Schluck. Der Tee war wirklich lecker. Er schmeckte nach Waldbeeren und war herrlich kühl. Sie musste sich zwingen, nicht noch mehr davon in sich hineinzuschütten oder die Flasche gar zu leeren.

»Danke.« Sie gab sie ihm zurück.

Albert stopfte sie zurück in seinen Rucksack.

»Kommt weiter«, drängte Florian, der schon ein paar Schritte weitergegangen war. »Sonst ist es dunkel, bis wir oben sind.«

Er hatte kaum ausgesprochen, als heller Ruf die Luft zerschnitt. Über ihnen raste ein Schatten über den Himmel. Ein Steinadler! Er hatte eine zappelnde Beute in seinen Klauen. Was es war, konnten die Kinder nicht erkennen. Wohl aber, dass ihn zwei andere Vögel verfolgten.

Krähen!

Ihre Rufe zerrissen die träge sommerliche Stille. So empört und aufgeregt, dass die Kinder nach oben sahen und ihren Flug verfolgten.

Da! Jetzt hatten die Krähen den Gejagten eingeholt und stürzten sich auf ihn.

»Das gibt's ja net!«, platzte Albert verdutzt heraus. »Seit wann jagen Krähen denn einen Adler? Der braucht doch nur einmal zuzuhacken, dann ist es aus mit ihnen!«

Federn wirbelten durch die Luft.

Johanna hielt den Atem an. Florian jedoch hob seinen Fotoapparat und hielt drauf.

Klick! Klick! Klick!

Während Albert und sie wie gebannt nach oben blickten, hielt er die ungleiche Jagd auf seinen Bildern fest.

Noch mehr Federn stoben. Mit einem schrillen Schrei flog der Greifvogel eine Schleife. Was auch immer er festgehalten hatte, flatterte hilflos zu Boden und landete auf den Felsen über den Köpfen der Kinder.

Die beiden Krähen folgten ihm noch eine Weile, dann kehrten sie um und kreisten krächzend über den Felsen, bevor sie abdrehten und davonflogen.

Wenig später waren sie nicht mehr zu sehen.

»Was war denn das?«, flüsterte Albert. »Was hatten sie für einen Streit mit ihm?«

»Ein Junges.« Florian deutete auf das Display seiner Kamera und zoomte eines der Fotos heran. Darauf sah man ganz deutlich das Federknäuel, das aus den Klauen des Räubers fiel.

»Oh!« Johannas Herz machte einen schmerzhaften Satz. »Er hatte eins ihrer Jungen gestohlen?« Sie hob den Kopf und suchte den Felsen ab. Wo war das Jungtier nur gelandet?

Irgendwo über ihnen war ein gedämpftes Fiepen zu vernehmen.

»Es lebt noch!« Aufgeregt deutete sie nach oben. »Hört mal! Es lebt noch!«

»Aber ohne seine Eltern hat es keine Chance.« Florian packte seine Kamera wieder weg. »Los, kommt, wir müssen weiter.«

»Warte!«, wandte Johanna ein. »Wir können es doch net seinem Schicksal überlassen.«

»Was willst du denn machen? Wenn es nach dem Sturz noch net tot ist, dann wird es das bald sein. Ohne seine Eltern ...«

»Net, wenn wir ihm helfen.«

»Helfen? Was, willst du etwa da raufklettern? Das ist weit ab vom Pfad – und der ist schon heikel zu begehen.« Florian krallte die Finger in ihren Arm. »Wir können da net rauf.«

»Ich schaff' das schon.« Johanna löste seine Hand von ihrem Arm und wandte sich um.

Der Hang zu ihrer Linken ragte steil empor – felsig und nur von Moos und ein paar vereinzelten Halmen bewachsen. Vorsichtig griff sie nach oben und hielt sich an einem Vorsprung fest, während sie versuchte, zu der Stelle zu klettern, an der sie vermutete, dass das Vogeljunge abgestürzt war.

Hinter ihr rief Albert Ermutigungen, während Florian sie mahnte, zurückzukommen. Für Johanna gingen die Stimmen in dem Rauschen...

Erscheint lt. Verlag 16.8.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7517-8806-9 / 3751788069
ISBN-13 978-3-7517-8806-9 / 9783751788069
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