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Der Wecker klingelt (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
236 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-9052-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Wecker klingelt - Theo Bierbrauer
Systemvoraussetzungen
7,99 inkl. MwSt
(CHF 7,80)
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Der Wecker klingelt. Jeder Morgen beginnt für ihn gleich. Jeder Tag läuft gleich ab. Ohne Farbe, ohne Emotionen. Bis sein Blick hängen bleit

Mein Name ist Theo Bierbrauer und das ist mein erstes Buch. Ich bin zu dem Zeitpunkt dieser Veröffentlichung 19 Jahre alt. Schon in der Grundschule habe ich gerne Geschichten geschrieben, damals über eine Eule namens Eulalia. Über die letzten Jahre habe mich an unterschiedlichen Schreibprojekten versucht und mit der Zeit hat sich die Idee eines Buches immer mehr gefestigt. Ich beende gerade die Schule und ich weiß noch nicht wie genau meine Zukunft aussehen wird, aber ich bin mir sicher, dass Schreiben ein wichtiger Teil sein wird.

3


Der Wecker klingelt.

Er öffnet seine Augen, streckt sich, gähnt und schiebt seine graue Decke zur Seite.

Er hievt sich von seiner Matratze und geht ins Badezimmer.

Er entkleidet sich, legt seine Kleidung auf den Boden und tritt an den Spiegel über dem

Waschbecken. Er mustert sein Spiegelbild, das ihn mit nüchternem Blick anblickt, wobei es eher durch ihn hindurchzublicken scheint.

Nach 30 Sekunden wendet er sich ab und trottet zur Duschkabine. Er schaltet die Dusche ein und lässt das Wasser über seinen Körper fließen. Irgendwann schreckt er hoch. Er greift nach seinem Shampoo. Als er die Flasche öffnet, steigt ihm der neutrale, doch frische Geruch in die Nase.

Etwa sechs Minuten später schaltet er die Dusche aus, steigt aus der Duschkabine, trocknet sich ab und wirft sich seinen Bademantel über.

Er trägt seine Kleidung ins Schlafzimmer. Dann geht er in die Küche, nimmt sich eine Tasse und beginnt sich einen Kaffee zu kochen. Sobald dieser fertig ist, stellt er die gefüllte, dampfende Tasse auf den Tisch, kramt Butter aus seinem Kühlschrank, schneidet sich eine Scheibe Brot ab und streicht die Butter darauf. Er legt das Brot und die Butter zurück in den Kühlschrank und platziert sein Brot auf einem Teller, stellt diesen ebenfalls auf den Tisch und beginnt zu frühstücken.

Als Tasse und Teller leer sind, stellt er beides in die Spülmaschine, geht erneut ins Badezimmer, putzt sich die Zähne und läuft in sein Schlafzimmer. Dort öffnet er die Tür seines Kleiderschrankes und holt ein weißes Hemd, eine dunkelgraue Jeans, einen grauen Strickpullover und sein schwarzes Sakko heraus und zieht sich an.

Er greift sich seine Tasche, geht zur Tür, schlüpft in ein paar schwarze Lederschuhe, wirft sich seinen Mantel über und verlässt seine Wohnung.

Er geht zur U-Bahn-Station und betritt den unterirdischen Bahnsteig. Es riecht streng.

Sein Blick wandert entlang eines Waldes aus grauen und schwarzen Bäumen, doch dazwischen und etwas entfernt sieht er die Frau im roten Kleid.

Ein lautes, dumpfes Rattern reißt ihn einen Moment später zurück aus seiner Starre. Die Bahn fährt ein und der Wald löst sich auf. Schnellen Schrittes schreitet er zu einer der Wagentüren und steigt ein.

Während der Fahrt erwischt er sich mehrmals dabei, wie er den Wagen absucht. Doch dann ist es schon wieder Zeit für ihn auszusteigen. Er dreht sich noch einmal zur Bahn um. Als diese beschleunigt und an ihm vorbeifährt, rückt für einen kurzen Moment etwas Rotes in sein Blickfeld, wie eine Ampel, die von einer Sekunde auf die andere auf “Rot” springt. Er schaut der Bahn noch ein paar Sekunden nach. Dann wendet er seinen Blick ab und macht sich auf den Weg, um zur Arbeit zu kommen.

Acht Minuten später erreicht er das Gebäude seiner Arbeitsstelle. Er tritt ein, scannt beim Schalter am Eingang seine Chip-Karte und geht durch die Lobby. Mit schnellen Schritten geht er auf den Aufzug zu, wartet einen kurzen Moment, bis dieser anhält und die Türen sich mit einem Zischen öffnen. Die Luft in der kleinen Kabine ist sehr schlecht. Es riecht nach allem und doch nach nichts Speziellem. Er fährt in die zweite Etage und macht sich auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz.

Er setzt sich auf seinen Schreibtischstuhl und blickt auf den schwarzen Monitor vor seinem Gesicht. Sein eigenes Gesicht, das er auf der schwarzen Oberfläche des Bildschirms sieht, erscheint ihm fremd. Wie ein Zwillingsbruder, den er seit Jahren zum ersten Mal wieder sieht. Ein paar Sekunden später schaltet er seinen Computer ein und als der Monitor hochfährt, färbt er sich rot. Er beginnt seine Schicht, indem er sich in sein E-Mail-Programm einloggt und neu eingegangene Nachrichten beantwortet.

Während er dabei ist eine Excel-Tabelle anzufertigen, reißt ihn das Klingeln des Telefons, das auf seinem Tisch steht, aus seinen Gedanken. Zögerlich hebt er den Hörer ab und begrüßt die Person am anderen Ende der Leitung.

Nach einer Reihe weiterer E-Mails und einigen Kundengesprächen ist es Zeit für seine Mittagspause.

In der Cafeteria angekommen, geht er zur Theke und nimmt einen Teller mit Bratkartoffeln, Spinat und Hähnchenfleisch von der Bedienung entgegen. Mit dem Teller in der Hand blickt er sich in dem Raum um, um zu entscheiden, wo er sich hinsetzen soll. Da kein Tisch vollkommen leer ist, geht er auf einen Tisch zu, an dem bloß vier andere Männer sitzen.

Sie blicken minimal auf, als er sich an den Tisch, etwa 3 Meter von ihnen entfernt, hinsetzt. Er spitzt seine Ohren, als er Musik hört, doch nur für einen sehr kurzen Moment. Dann nimmt er Gabel und Messer in seine Hände und betrachtet das fremde Gesicht, das sich auf der Rückseite der Gabel spiegelt. Dann beginnt er zu essen.

Als er fertig ist und aufgegessen hat, fährt er mit dem Aufzug zurück auf die zweite Etage und geht zu seinem Schreibtisch.

Um 16:00 Uhr geht er an die Kaffeemaschine und füllt sich eine Tasse.

Um 17:20 Uhr hat er sämtliche Aufgaben für den Tag erledigt. Er schaltet seinen Computer aus, nimmt seine Tasche, fährt mit dem Fahrstuhl in die Lobby und verlässt das Gebäude.

Die Brise, die ihm entgegenkommt, sobald er das Gebäude verlässt, ist frisch und kalt - er wird wacher. Kurz steht er regungslos da. Dann setzt er sich in Bewegung, in Richtung der U-Bahn-Station.

Der Menschenwald um ihn herum wirkt auf ihn dichter, aber etwas weniger trostlos vor als am Morgen.

Die U-Bahn-Haltestelle ist fast leer. Seine Schritte hallen laut von den Wänden und kommen ihm wie das Trommeln eines Schlagzeuges oder das bedrohliche Trampeln herbeirennender Bisons vor. Er setzt sich auf eine der Bänke und schließt seine Augen. Der künstliche Plastikgeruch der U-Bahn-Station ist für ihn plötzlich überdeutlich.

Als er die Bahn einfahren hört, öffnet er die Augen, springt hoch und betritt die Bahn, sobald sich die Tür vor ihm öffnet. Er setzt sich auf einen Sitz am Fenster. Das leise Murmeln der Menschen in dem Wagen türmt sich aufeinander und klingt wie ein Regenschauer.

Er legt eine Hand auf das kalte und beschlagene Fenster der Bahn und wischt in einem Bogen von der einen Seite zur anderen. Verschwommen erkennt er draußen einige Bäume und Lichter, die eine Einkaufsstraße beleuchten, auf der sich Menschen in kleinen Gruppen bewegen. Vor allem aber sieht er seine eigene Spiegelung im Fenster, die auf eine gewisse Art neugierig ausschaut, wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal das Meer erblickt, aber auch gleichzeitig mit einer Leere in den Augen durch ihn durchblickt, als ob er nicht weiß, was er fühlen soll.

Er drückt sich von seinem Sitz hoch, als er hört, wie die Lautsprecherstimme die Haltestelle ausruft, an der er aussteigen muss.

Als die Bahn hält, betritt er den Bahnsteig, schaut nach rechts und nach links. Mit leicht ernüchterter Miene verlässt er die U-Bahn-Station und macht sich auf den Weg zu seiner Wohnung.

Während er mit langen Schritten an den steil aufragenden Häuserzeilen vorbeizieht, nimmt er aus den Augenwinkeln die entlang gleitenden Lichter von Autos und Bussen wahr.

Vor der Eingangstür zu seiner Wohnung angekommen, kramt er den Haustürschlüssel aus seiner Jackentasche heraus, schließt die Tür auf und tritt ein.

Er zieht seinen Mantel aus, hängt ihn neben der Tür auf und geht in die Hocke, um seine Schuhe auszuziehen, bevor er in sein Schlafzimmer geht, seine Tasche abstellt und sein Sakko wieder in seinen Kleiderschrank hängt.

Seine Beine tragen ihn in die Küche, wo er eine Packung Tortellini aus dem Kühlschrank kramt. Er stellt einen Topf auf den Herd, kocht Wasser auf und lässt die Tortellini hinein gleiten.

Als diese schließlich fertiggekocht sind, platziert er sie auf einem Teller, streut etwas Käse darüber und stellt den Teller auf den Tisch. Er geht zu einem Wandregal neben seinem Kühlschrank, nimmt sich ein Glas, füllt es mit Wasser, stellt es neben seinen Teller und beginnt sein Abendessen.

Sobald er aufgegessen hat, stellt er sein Geschirr in die Spülmaschine, befüllt sie mit Geschirrspülmittel und startet das Programm.

Er findet sich in seinem Wohnzimmer wieder und schaltet eine Lampe ein, deren kühles Licht den Raum ein wenig erhellt. Er lässt sich auf sein Sofa fallen und blickt auf den schwarzen, spiegelnden Fernseher. Er greift nach der Fernbedienung und schaltet den Fernseher an. Die flimmernden Pixel zeigen eine Nachrichtensendung, doch er schaltet weiter zu einem anderen Kanal, auf dem ein Krimi läuft.

Als die Kommissare den Mörder überführt haben, schaltet er den Fernseher aus, steht auf, macht das Licht aus und stapft ins Badezimmer. Dort beginnt er, sich die Zähne zu putzen. Während er in den Spiegel blickt, fällt ihm ein geröteter Punkt auf seiner Stirn auf. Als er ihn berührt, sticht es zwar nur minimal, dennoch schreckt er ein wenig zusammen. Er mustert sich selbst für ein paar Sekunden, dann macht er kehrt und begibt sich in sein Schlafzimmer.

Er streift sich seine Kleidung vom Körper, legt diese zurück in seinen Kleiderschrank,...

Erscheint lt. Verlag 16.7.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Depressionen • Emotionen • Entwicklung • Musik • Wahrnehmung
ISBN-10 3-8192-9052-4 / 3819290524
ISBN-13 978-3-8192-9052-7 / 9783819290527
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