Schneidige Helden (eBook)
269 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-8197-6199-7 (ISBN)
Mark Hollberg ist Texter, Autor und Schriftsteller und lebt mit Frau sehr ländlich im nördlichen Randgebiet von Berlin. Zu ihm gehörte noch die kleine Katze namens Kümmel, die aber leider nicht mehr unter uns weilt. Mark und seine Katze waren unzertrennlich und wurden deswegen in der Nachbarschaft schon belächelt. Mark hegt und pflegt den Garten, geht regelmäßig ins Fitness Studio, fährt trotz ständiger Verspätungen gerne mit der Bahn und isst gerne Brathering mit Bratkartoffeln. Vor vielen Jahren war Mark Hollberg sehr abenteuerlustig, lebte und arbeitete u.a. in einem Kibbuz in Israel und in Südfrankreich.
Mark Hollberg ist Texter, Autor und Schriftsteller und lebt mit Frau sehr ländlich im nördlichen Randgebiet von Berlin. Zu ihm gehörte noch die kleine Katze namens Kümmel, die aber leider nicht mehr unter uns weilt. Mark und seine Katze waren unzertrennlich und wurden deswegen in der Nachbarschaft schon belächelt. Mark hegt und pflegt den Garten, geht regelmäßig ins Fitness Studio, fährt trotz ständiger Verspätungen gerne mit der Bahn und isst gerne Brathering mit Bratkartoffeln. Vor vielen Jahren war Mark Hollberg sehr abenteuerlustig, lebte und arbeitete u.a. in einem Kibbuz in Israel und in Südfrankreich.
Der Autor
Wer ist eigentlich dieser Mark?
Der kleine Mark wurde als Sohn zweier Menschen, nämlich Mann und Frau, in Riechweite (jawohl, Riechweite) der Nordsee in einer Zeit geboren, als Telefone noch schwarz und klobig waren und die wenigsten Menschen überhaupt so einen Teufelsapparat hatten. Die meisten Leute kommunizierten über den Gartenzaun, von Fenster zu Fenster, schrieben Briefe und Postkarten und fuhren mit Bahnen und Bussen zu ihren Arbeitsplätzen oder in den Urlaub, falls überhaupt jemand in den Urlaub fuhr. Es war die Zeit, als es selbstverständlich war, dass nur der Mann arbeiten ging. Die Frau hatte schließlich ihren Haushalt und die Kinder und brauchte die Erlaubnis des Gatten, wenn sie eine bezahlte Arbeit annehmen wollte. Ein Brötchen kostete 5 Pfennig, die Wohnung wurde mit Kohle und Briketts beheizt, die Miete wurde bar bezahlt und samstags wurde gebadet. Mädchen machten zur Begrüßung einen Knicks und Jungs einen Diener.
Schon früh machte Klein-Mark Bekanntschaft mit der Tücke des Objekts, als er zwischen Muttern und Großmuttern vergnügt auf der Küchenbank herumhopste, einen Fehltritt machte und von der Bank rutschte. Dies wäre sicherlich nicht weiter dramatisch gewesen, wäre nicht der Küchentisch im Wege gewesen. An diesem schlug Klein-Mark sich einen Schneidezahn aus, kaum dass ihm einer gewachsen war. Mutter war entsetzt, Großmutter noch viel entsetzter. Mit dem sofort aufgeklaubten Zahn und dem schreienden und zappelnden Mark machte man sich auf den Weg zum Zahnarzt. Der schüttelte nur den Kopf und sagte: »Der ist hin.«
Mark wuchs, die Zahnlücke wuchs mit. Mark wurde ein ernster Junge, der nur selten lächelte. Aber holla! Pünktlich zur Einschulung wuchs der Zahn wie aus dem Nichts nach. Mutter und Großmutter stießen einen Seufzer der Erleichterung aus, der Zahnarzt schüttelte wieder den Kopf und sagte: »Der wird schief.«
Diesmal sollte er Recht behalten, was Mark aber nicht hinderte, seinen Zahn besonders sorgfältig zu putzen.
Viele Sommer verbrachte der junge Mark bei Onkel und Tante in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven liegt direkt am Jadebusen, einer Meeresbucht an der Nordsee. Hier weht meistens eine steife Brise, die nicht jeder gut vertragen kann. Wilhelmshaven hatte damals zwei Badestrände, einen mitten in der Stadt, das war der Südstrand, der wie eine kleine Strandpromenade in Südeuropa war. Auf einem Rasenstreifen lagen Freunde der Nordsee und Sonnenanbeter oder gingen auf einem Weg direkt am Wasser spazieren, aber nicht selten war dieser Weg bei Flut überschwemmt und Sand gab es dort gar nicht. Der andere Strand lag im Norden der Stadt und wurde Geniusstrand oder auch Geniusbank genannt. Der Name kam von einer Untiefe im Meer nicht weit entfernt. Dieser Strand war so, wie man sich einen Nordseestrand vorstellt: Sand, Dünen und Wellen. Dort gingen ganz früher Tante und Onkel mit ihren Hunden spazieren; Menschen traf man selten, die Hunde hatten ihren Auslauf. Den Geniusstrand gibt es heute nicht mehr, er musste einem modernen Containerterminal weichen. Aber damals, als die Telefone schon nicht mehr schwarz, sondern grau waren, verlebte Mark dort mit Onkel und Tante angenehme Sommertage.
Gerne verbrachte Mark auch herbstliche Tage bei Onkel und Tante. Die Tante war die Schwester seines Großvaters, also der Vater seiner Mutter, der aus dem Krieg nicht heimgekehrt war. Immer wieder sagte die Tante: »Mark, du siehst aus wie mein Bruder.«
Mark verstand damals nicht, warum der Tante mit den zotteligen Haaren die Tränen in die Augen stiegen, aber viel später hat er es verstanden und den unbekannten Großvater auf dem Soldatenfriedhof in Meran/Südtirol besucht. Mark war sich sicher, dass sein Großvater, ein Kind der Nordsee, sich mitten in den Dolomiten unwohl fühlte, also brachte er ihm ein Fläschchen Nordsee mit und träufelte das Wasser auf sein Grab. Im Herbst war die Zeit der Drachen. Mark und der Onkel bastelten den ganzen Vormittag an einem wunderschönen Drachen aus Knisterpapier, das über Holzstücke gespannt wurde, als Drachenschwanz wurde Zeitungspapier gezwirbelt und sowie der Drachen fertig war, machten sich Mark und der Onkel auf den Weg zum großen Drachenflugplatz. Mark legte seinen Drachen vorsichtig auf die Wiese und machte sogleich Bekanntschaft mit der Abenteuerlust eines Boxers. Der fröhliche Hund sprang mitten in den Drachen hinein und zerstörte ihn völlig. Mark und auch der Onkel waren den Tränen nahe, Herrchen nahm seinen Boxer an die Leine und verließ ohne ein Wort des Bedauerns das Schlachtfeld.
Einmal kassierte Mark eine saftige Ohrfeige von der Tante, aber die hatte er sich redlich verdient. Onkel und Tante hatten einen kleinen Garten hinterm Haus. Igel, Katzen und Vögel lebten dort und etwas weiter hinten plätscherte ein kleiner Fluss, die Made. Mark versteckte sich hinter einem Busch und rührte sich nicht mehr, Tante und Onkel wurden immer aufgeregter und liefen suchend durch den ganzen Garten. Mark gab keinen Mucks von sich und kauerte sich immer tiefer ins Gebüsch, Onkel und Tante wurden immer aufgeregter, was man an den wehenden Haaren der Tante sehr gut erkennen konnte. Dann endlich trat Mark aus seinem Gebüsch heraus und lachte. Dafür bekam er eine saftige Ohrfeige. Die braven Leute dachten nämlich, Mark wäre in den Bach gefallen und ertrunken.
Aus Klein-Mark wurde mit der Zeit der etwas größere Mark, die Besuche in Wilhelmshaven nahmen ab und die Telefone wurden grün und orange.
Den anderen Teil seiner Freizeit verbrachte Mark bei den Großeltern väterlicherseits in Bremen. Bremen liegt direkt an der Weser, die Weser fließt sogar mitten durch die Stadt. Brücken und ein winziger Fährdienst verbinden die beiden Teile der Freien Hansestadt Bremen im Norden Deutschlands. Opa Bremen arbeitete sein Leben lang in der Jute, der Jute Spinnerei und Weberei als Schlosser. Jute ist eine Bastfaser, stammt aus Ostasien und aus dieser Rohjute wurden Garne für Teppiche oder starke Seile hergestellt. Da die Jute tropische Temperaturen benötigte, bekamen die Arbeiter in der Fabrik kostenlos Getränke ausgeschenkt. Oma und Opa Bremen wohnten nicht weit entfernt von der Fabrik in Arbeiterwohnungen, die der Jute gehörten und zur Mittagspause schwang sich Marks Opa auf sein Fahrrad und radelte schnell nach Hause. Dort mussten dann schon die dampfenden Kartoffeln auf dem Tisch stehen, denn Opa hatte nur eine kurze Mittagspause. Opa schlang in Windeseile sein Mittagessen herunter, legte sich eine Viertelstunde aufs Sofa und war pünktlich wieder in der Fabrik. Später hat sein Magen ihm die Schlingerei sehr übel genommen.
Auch bei Oma und Opa Bremen machte Mark wieder Bekanntschaft mit der Tücke des Objekts. Anlässlich eines Cowboy- und Indianerspiels mit den Buben aus der Nachbarschaft floh Mark als Indianerhäuptling vor den weißen Schurken. Eine sichere Zuflucht erschien ihm die Hausnummer 3, wo Oma und Opa wohnten. Mark rannte schnell, denn rennen konnte er gut, nahm die kleine Stufe vor der Eingangstür des Mietshauses, stolperte und schlug krachend mit dem Kopf an die spitze Hausecke. Angeblich hätte man den Aufschlag bis in den ersten Stock gehört, denn viele Bewohner des Hauses öffneten erstaunt ihre Türen, während sich Mark schreiend und blutend die Treppen hochschleppte. Oma kam ihm schon schreckensbleich entgegen und trug den schreienden Jungen rüber zu Fräulein Doktor, die die blutende Wunde säuberte und nähte. Mark hatte eine leichte Gehirnerschütterung und hütete zwei Wochen lang das Bett. Außerdem sagte Fräulein Doktor: »Ist doch schön, dass sein Zahn nachgewachsen ist. Auch wenn er schief ist. Das ist bei Jungs nicht so schlimm.«
Opa Bremen war ein ruhiger geduldiger Mann und nur ein einziges Mal verlor er seinen Gleichmut. Mark hatte bei den Jungs auf der Straße ein Wort aufgeschnappt und brachte es sogleich bei Opa zur Anwendung, ohne die Wirkung zu kennen.
»Opa, du bist ein fieser Hund.«
Opa erbleichte und redete mit Mark eine Woche lang kein einziges Wort, denn schlimmer hätte man den alten Mann nicht kränken und beleidigen können. Gedrängt und genötigt von Oma entschuldigte Mark sich auf offener Straße und die Sache war erledigt.
Mark wurde ein mittelmäßiger unauffälliger Schüler, trug wie alle anderen lange bis sehr lange Haare und hörte diese fürchterliche Beatmusik. Im Sportunterricht war er gut, versäumte keine Stunde und freute sich auf eine gute Zensur. Umso größer war seine Empörung, als es eine schlichte Vier gab, also nahm er all seinen Mut zusammen und sprach den Sportlehrer darauf an.
»Du bist ja nie da«, sagte dieser. So unauffällig war der Schüler damals. Mark absolvierte gleich nach der Schule seinen Wehrdienst, der damals noch Pflicht war und rückte in die Barbara Kaserne in der Kleinstadt Delmenhorst ein. Delmenhorst liegt zwischen Bremen und Oldenburg. Hervorgegangen aus einer Burg namens Delmenhorst und das erste Mal 1254 urkundlich erwähnt, ist Delmenhorst heute eine kreisfreie Stadt mit ca. 70.000 Einwohnern.
Bei der Bundeswehr traf Mark die Tücke des Objekts nachts. Der Hauptmann seiner Kompanie legte ein Nachtschießen mit dem Gewehr fest und erst wenn jeder Soldat mindestens einmal den Pappkameraden getroffen hatte, durften alle zurück in die Kaserne. Links und rechts des Ziels flackerten Fackeln, ansonsten war es stockfinster. Jeder der jungen Soldaten traf wenigstens einmal das Ziel. Alle, außer Mark. Auch bei der zweiten Runde versagte Mark und schoss daneben, obwohl er sorgfältig das Gewehr anlegte, über Kimme und Korn anvisierte und abdrückte. Er traf nicht. Man hörte erste Unmutsäußerungen der Kameraden. Mark ging in die dritte Runde und traf immer noch nicht. Die müden Kameraden wurden zornig, bis endlich...
| Erscheint lt. Verlag | 9.7.2025 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | beste Freundinnen • Geschichten aus der Großstadt • lustige Geschichten • Männer sind anders • Männersuche • Moderne Frauen • prächtige Männer |
| ISBN-10 | 3-8197-6199-3 / 3819761993 |
| ISBN-13 | 978-3-8197-6199-7 / 9783819761997 |
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