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FATUM - 10 mystische Begebenheiten (eBook)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
289 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-8197-6190-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

FATUM  -  10 mystische Begebenheiten -  Horst Warnatsch
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10 unzusammenhängende Kurzgeschichten in diesem eBook, die den jeweiligen Protagonisten und auch den Leser in rätselhafte, geheimnisvolle Gefilde geleiten. Ein hochentwickeltes und wohlgesonnenes Energiewesen, das Fatum, outet sich gleich zu Beginn und schildert, was ihre Spezies auf den Planeten Erde geführt hat. Man erahnt seine und die Präsenz eines Pendants in jeder Lage, versucht ihre Intentionen zu verstehen und sieht auch, dass sie bei aller Überlegenheit nicht unfehlbar sind. Sie lassen sich 'Auf der Brücke' vom lebensmüden Familienvater nicht in die Karten schauen, auch nicht von den New Age-Musikern, die vom Frieden singen, jedoch in einen heftigen Unfrieden geraten. Oder vom angehenden Heilpraktiker Lennart mit seinen heilenden Händen - hat große Pläne und muss in ungewöhnlicher Lage von einem Augenblick auf den anderen eine ungewöhnliche Entscheidung treffen. Und Nathaniel lernt das Schicksal in der Gestalt seines Schulfreundes Ramon kennen, der ihn in seinem Haus, im Badezimmer, mit einem unglaublichen Phänomen konfrontiert, das infizierende Eigenschaften zu haben scheint. Und was können die Pläne eines Fatums sein, das die Welt eines alleinerziehenden Vaters auf den Kopf stellt? Der fünfjährige Gottlieb hingegen scheint mit dem guten Fatum ein Abkommen vereinbart zu haben. Das 'Böse' muss tatsächlich Vorkehrungen treffen, um sein eigenes Ziel nicht zu gefährden. Und 'ICH' beschäftige mich in meinen Erlebnissen auf meine Art mit dem Schicksal, dem Lebensende und dem, was danach kommt.

Dass unser Autor, Horst Warnatsch, 1951 in Hamburg geboren, seine Schulzeit 1968 abgeschlossen hat - unwichtig. Aber: Bereits als 9jähriger mit der Nacherzählung einer futuristischen Kurzgeschichte aufgetrumpft! 8 illustrierte Seiten, Auflage: ein Exemplar, DIN a 4, mittig gefaltet und getackert und im Kreise der Familie veröffentlicht. Leider ist sie in den Wirren eines unaufgeräumten Kinderzimmers verlorengegangen. Seine Orientierung als 'Autor' gelang ihm während jugendgemäßer Prioritäten und im Berufsleben als Polizist nur mäßig. Später hatte die Familie - Ehefrau, 2 Jungs, ein Mädel - Vorrang. Aus seinen Erfahrungen bei der Kripo Hamburg folgten zunächst einige Kriminalromane. Warnatsch' wahre Leidenschaft jedoch unverändert die SF, die Esoterik, das Mystische und ... der X-Factor.

Dass unser Autor, Horst Warnatsch, 1951 in Hamburg geboren, seine Schulzeit 1968 abgeschlossen hat – unwichtig. Aber: Bereits als 9jähriger mit der Nacherzählung einer futuristischen Kurzgeschichte aufgetrumpft! 8 illustrierte Seiten, Auflage: ein Exemplar, DIN a 4, mittig gefaltet und getackert und im Kreise der Familie veröffentlicht. Leider ist sie in den Wirren eines unaufgeräumten Kinderzimmers verlorengegangen. Seine Orientierung als 'Autor' gelang ihm während jugendgemäßer Prioritäten und im Berufsleben als Polizist nur mäßig. Später hatte die Familie – Ehefrau, 2 Jungs, ein Mädel – Vorrang. Aus seinen Erfahrungen bei der Kripo Hamburg folgten zunächst einige Kriminalromane. Warnatsch' wahre Leidenschaft jedoch unverändert die SF, die Esoterik, das Mystische und … der X-Factor.

02 – Auf der Brücke


 

Da war seine Welt noch in Ordnung gewesen. Der kleine Florian auf den Armen von Tante Else. Pausbackig und ein herzerweichend zufriedenes Lächeln im Gesicht. Steckt in einem weißen, wollenen Strampelanzug, und den unbehaarten Kopf wärmt eine weiße Strickmütze mit einem lustigen Bommel. Eine der vielen Kindheitserinnerungen, noch in schwarz-weiß.

Jetzt ist sein Kopf, bis auf einen dünnen Haarkranz, genauso kahl. Gegen den eisigen Wind und den feinen Sprühregen schützt ihn die Kapuze seiner dunkelblauen Daunenjacke. Gegen die Dunkelheit und die Trostlosigkeit schützt den 55jährigen Florian Schmidt nichts.

Tränen rannen ihm vor ein paar Stunden angesichts dieser Fotografien über die Wangen, weil er sich vorstellte, dass dieses winzige, unschuldige Wesen ein ganzes Leben vor sich hat, mit so unendlich vielen Möglichkeiten. In dem babyhaften Kopf nicht die geringste Vorstellung davon, dass sein Leben auch einen ganz unerwarteten … und … tragischen Verlauf nehmen könnte! Blätterte er sich weiter durch die Vergangenheit, entdeckte er so viele Bilder aus glücklichen Kindheitstagen! Wie bemüht seine Eltern gewesen waren, ihm nur schöne Erinnerungen mit auf den Weg zu geben. In die Berge, an die Nord- und Ostsee, sogar ins Ausland, nach Dänemark, Österreich und Holland waren sie mit ihm gefahren, obwohl ihre finanzielle Lage nicht gerade rosig gewesen war. Erst recht in Hamburg und im Umland hatten sie viel unternommen. Die Fotos von den Bootstouren durch die Alsterkanäle und über Außen- und Binnenalster, vom Besuch des Tierparks – sie gestatteten einen tiefen Einblick. Geburtstage und Weihnachtsfeste waren lückenlos dokumentiert.

Wie sehr hatte Florian sich im Heranwachsendenalter gewünscht, eine Familie zu gründen, Kinder großzuziehen und ihnen ebenso viel Erfahrungen, Glückseligkeit und Geborgenheit zu vermitteln.

Stattdessen hatte sein Leben einen ganz anderen Verlauf genommen, und das Schlimme daran war, dass er glaubte, eine Chance, Einfluss zu nehmen, hätte das Schicksal gar nicht vorgesehen.

Es schien nun mal unabänderlich zu sein, dass sich seine Beziehung zum weiblichen Geschlecht als absolut gestört abzeichnete. Vor diesem Hintergrund verlor er sich in Enttäuschung und Resignation und am Ende nun sogar im Wissen um die Ausweglosigkeit.

Er hat willentlich den letzten Bus genommen, damit es kein Zurück mehr gibt. Und auch der November passt gut. Totensonntag, Volkstrauertag – die letzten Stunden nur tiefhängende, regenschwere Wolken, die den Tag verdunkelten und die Nacht in einen Albtraum verwandeln. Die Menschen, in der Stadt vorhin, in dicke Winterkleidung gehüllt, mit verschlossenen, missmutigen Gesichtern unter grauen Regenschirmen.

Florians Gesicht strahlt immerhin phasenweise heitere Gelassenheit aus. Schwarz-grau meliert der inselhafte Drei-Tage-Bart in einem hellen runden Gesicht. Dazu tiefe Sorgenfalten, Schlupflider und abstehende Ohren. Seine dunklen Augen liegen im Schatten der Kapuze, als er sich im schwachen Licht der Bushaltestelle zu orientieren versucht.

Die Hafenregion – um diese Zeit menschenleer. Hundert Meter weiter das Hauptzollamt mit den Abfertigungsspuren für LKW – ebenfalls verwaist. Aber wenigstens brennt Licht in dem Gebäude. Ein Zeichen von einem kleinen bisschen Wohlbehagen … in unerreichbarer Ferne. Ab und zu wird er ein Auto gewahr, das von der Köhlbrandbrücke herunterkommt oder hinauffährt. Auch ein Anhaltspunkt, dass die Welt noch nicht ausgestorben ist. Zumindest günstige Voraussetzungen, dass er seinen Weg unbemerkt fortsetzen kann. Die Autofahrer werden in dem durch das Scheinwerferlicht treibenden Regenschleier auf die Fahrbahn konzentriert sein und kaum auf die dunkle Gestalt auf dem schmalen Fußweg daneben achtgeben.

Der Fahrzeugverkehr auf der Autobahn, das weiße und rote lückenhafte Lichterband, interessieren ihn nicht. Die Fernstraße und das permanente Motorensummen sind für ihn eine ebenso fremde Welt, wie auch die ausgedehnten Hafenanlagen, die teils im Hellen und teils im Dunkeln liegen, je nachdem, wo noch in aller Eile Container verladen werden müssen. Florian denkt nur an den Weg, den er noch vor sich hat: die kurvige Zufahrt, halb unter der Autobahn hindurch und dann in einem langgezogenen Bogen zur Brücke hinauf. Zum Greifen nah war sie ihm bisher nur selten – beim Vorbeifahren zu seiner Großmutter nach Wilhelmsburg: hoch aufragende Pfeiler, welche die Fahrbahn wie altmodische Wäscheklammern zwischen sich halten, aber auch die gewaltigen Stahlseile, die dort beidseitig gespannt sind! Das Bauwerk nötigte ihm immer höchste Bewunderung ab. Dass es Menschen gab, die sich von dort in den sicheren Tod hinunterstürzten, war für ihn damals unvorstellbar. Heute zog es ihn zu ihr, weil sie das Fortgehen tatsächlich zu etwas Besonderem macht. Dort, wo er jetzt steht, ist sie noch halb verdeckt, verlieren sich die in Scheinwerferlicht getauchten ‚Wäscheklammern‘ zwischen erleuchteten Verladekränen und den nahen Straßenlaternen.

Nicht mehr lange. Dort vorn befindet sich die Abzweigung. Ein paar Autos fahren in die Richtung und ein paar kommen von dort. Diesem Weg muss er folgen, eine Abkürzung gibt es nicht. Hinweisschilder untersagen es Fußgängern, die Köhlbrandbrücke zu überqueren. Doch Florian weiß, dass neben der Fahrbahn, durch ein Gitter abgetrennt, ein schmaler Streifen bis zum Brückengeländer Platz genug bietet, um dort entlangzulaufen. Er weiß auch, dass ihn von dort, wo er jetzt zitternd und schaudernd hingelangt ist, noch rund zwei Kilometer von der Brückenmitte trennen. Mit seinen steif gefrorenen Gliedmaßen würde er für diese Strecke eine ganze Weile brauchen. Eine Zeitspanne, die ihm sicher alle Stationen seines verpfuschten irdischen Daseins ein weiteres Mal durchleben und ihn in seinem Vorhaben bekräftigen – oder … vielleicht auch … zur Besinnung kommen lassen würde.

Eher bekräftigen! Wenn er über die letzten Minuten in seiner Wohnung in der Lenzsiedlung nachdenkt, in denen er noch einmal mit seinen Söhnen, Henry und Kai-Uwe, flüchtigen Kontakt hatte. Dass er die Wohnung kurz vor dem Dunkelwerden verließ, interessierte sie gar nicht.

„Kannst du mir 'n Sixpack mitbringen?“, hat Henry ihn nur gefragt.

„Dich stört doch sicher nicht, wenn nachher ein paar Freunde zu Besuch kommen …?“, hatte Kai-Uwe angekündigt. Der Gedanke an diese Meetings verursachten Florian von jeher Übelkeit. Seine 4-Zimmer-Wohnung fest in der Hand eines unberechenbaren Pöbels, der beim Zigarettenkonsum, in der Lautstärke und der Art, wie sie die Wohnräume in Beschlag nehmen, keine Gnade kennen.

Das Sixpack würde Henry mit seinem Kumpel, der vermutlich eine Flasche Wodka beisteuert, im Sturztrunk leeren. Für Florian ist dann stets nur die Flucht ins eheliche Schlafzimmer geblieben, in dem er während Helgas stationärer Psychotherapie zumindest etwas Abgeschiedenheit fand. Doch auch dieses Refugium ist längst keines mehr – wenn er an neulich denkt!

Florian hat auf die Wünsche seiner Söhne nichts geantwortet und wortlos die Wohnung verlassen. Hatte sich beim Griechen, zwei Straßen weiter, eine Gyrosplatte gegönnt und schon die Minuten seiner Henkersmahlzeit dazu genutzt, über seine Schritte nachzudenken. Weit war er nicht gekommen, weil sich Tarasios jeden freien Moment zu ihm gesellte und einen Ouzo einschenkte.

Zeit zum Nachdenken würde er also auf dem Weg zur Brückenmitte finden, während ihm der eisige Wind und der feine Nieselregen um die Ohren wehen. Florian zieht am Zugband seiner Kapuze, bis sie eng an seinem Kopf anliegt. Ein kleiner Moment der Geborgenheit in einer grässlichen, feindseligen, übermächtigen Welt.

Er stakst steifbeinig am Rande der Straße entlang und erinnert sich an die Zeit nach seinem Realschulabschluss. Er hatte sich bei den Hamburger Verkehrsbetrieben beworben, um U-Bahn-Fahrer zu werden. Für diese Bewerbung brachte er die besten Voraussetzungen mit: einen guten Schulabschluss und … er kannte seit seinem achten Lebensjahr sämtliche Stationen des U-Bahn-Netzes in- und auswendig. Als Kind hatte er abends bäuchlings im Bett gelegen und war bevorzugt die Strecke der U1 zwischen Ochsenzoll und Groß Hansdorf abgefahren. Zu seiner großen Freude gab es dort viele Abschnitte, wo man gut auf Geschwindigkeit kommen konnte! Meistens führte dies dazu, dass er zwischen den Stationen zwei, drei Minuten herausholte und überpünktlich eintraf. Die Fahrgäste, besonders die Mädchen, dankten es ihm mit einem lieben Lächeln.

Sein Einstieg ins wahre Berufsleben wurde dann leider von einem Vorfall überschattet, der seinen weiteren Lebensweg negativ prägen sollte. Negativ deswegen, weil er mit der Geschichte sein gestörtes Verhältnis zum weiblichen Geschlecht in aller Deutlichkeit offenlegte. Das brachte ihm nachhaltig Unsicherheit im gesellschaftlichen Zusammenleben ein, von der er sich kaum mehr befreien konnte.

Er war achtzehn Jahre alt, als die Schwester seiner Mutter, Tante Waltraud, und seine Cousine Svenja aus Hannover zu Besuch kamen. Svenja war erst 12 Jahre alt, hatte aber bemerkenswerte Reize, ein niedliches Gesicht und die Angewohnheit, bedingungslos darauf zu hören, was Erwachsene ihr sagen. An jenem Sonntagnachmittag, nach dem Kaffeetrinken, gingen seine Eltern und Tante Waltraud spazieren. Ihm war es gelungen, unter einem Vorwand zu Hause zu bleiben und Svenja zu einer Partie Scrabble zu überreden. In einem geeigneten Augenblick (er konnte das Wort ‚LEIB‘ anlegen und wandelte dies rasch in ‚LIEB‘ um) hatte er sie beiläufig gefragt, ob sie eigentlich schon wüsste, wie es ist, wenn sich ein Junge und ein Mädchen liebhaben. Florian war wie von Sinnen gewesen, als er ihre unschuldig lachenden...

Erscheint lt. Verlag 9.7.2025
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Aliens • alltäglich • Schicksal • Seelenwanderung • Träume • Universum • Vorsehung
ISBN-10 3-8197-6190-X / 381976190X
ISBN-13 978-3-8197-6190-4 / 9783819761904
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