Verführerisch nah am Tabu (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3498-7 (ISBN)
Endlich hat Milliardär Soren Vitale die kriminellen Machenschaften des Mannes aufgedeckt, der einst seine Familie zerstörte! Dadurch wird jedoch auch dessen schöne Enkelin von den Paparazzi gejagt. Ist Bibliothekarin Anna so unwissend, wie sie beteuert? Spontan entführt Soren sie nach Sizilien in den Palazzo seines Großvaters. Natürlich nur, um herauszufinden, ob sie lügt - nicht, weil er sie insgeheim begehrt. Denn unschuldig oder nicht, als Angehörige seines Erzfeindes ist Anna tabu! Trotzdem kann er nicht lange widerstehen, sie zu küssen ...
<p>Kim Lawrence, deren Vorfahren aus England und Irland stammen, ist in Nordwales groß geworden. Nach der Hochzeit kehrten sie und ihr Mann in ihre Heimat zurück, wo sie auch ihre beiden Söhne zur Welt brachte. Auf der kleinen Insel Anlesey, lebt Kim nun mit ihren Lieben auf einer kleinen Farm, die schon seit drei Generationen in Familienbesitz ist. Auf dem Eiland spricht man größtenteils walisisch - eine Herausforderung für Kim doch mit der Zeit lernte sie, diese schwierige Sprache fließend zu sprechen. Und auch mit der Einsamkeit auf dem idyllischen Fleckchen weiß Kim mittlerweile umzugehen: Packt sie die Sehnsucht nach der Großstadt, fährt sie mit der Fähre einfach ins nahe gelegene Dublin. Wenn sie nicht schreibt, verbringt Kim viel Zeit in ihrem Garten oder kocht. Auch joggen geht sie gern - am liebsten am Strand mit ihrem Terrier Sprout.</p>
1. KAPITEL
Ächzend stellte Anna den schweren Karton auf den Tresen der unbesetzten Rezeption und drehte das in Leder gebundene Gästebuch zu sich herum.
Mit dem Stift in der einen Hand beugte sie sich darüber und schob sich mit der anderen die dicken kastanienbraunen Locken aus dem Gesicht. Ihre Unterschrift glich den vielen anderen in der Spalte neben dem Namen ihres Großvaters. Sie musste weit zurückblättern, ehe dort ein anderer Name auftauchte.
Einer nach dem anderen waren die Besucher ausgeblieben, und sie konnte es niemandem verdenken. An manchen Tagen verursachte der bevorstehende Besuch auch bei ihr ein flaues Gefühl im Magen. Sie wusste nie, was sie erwartete … und ob er sie überhaupt erkennen würde.
Gar nicht zu erscheinen, kam nicht infrage. Sie verdankte ihrem Großvater alles. Ohne ihn wäre ihr Leben wahrscheinlich völlig anders verlaufen. Bevor er als ihr Vormund eingesprungen war, hatte das Jugendamt gedroht, sich um sie zu kümmern.
Sie holte noch einmal tief Luft, ehe sie den schweren Karton wieder anhob. Die Arme taten ihr schon weh, da sie weit entfernt vom Eingang der Merlin-Klinik hatte parken müssen. Die näher gelegenen Plätze hatte dreist querstehend ein protziger Sportwagen eingenommen.
Im oberen Stockwerk angekommen, stellte sie erleichtert fest, dass die Tür zum Apartment ihres Großvaters nur angelehnt war. „Hallo Grandpa! Es tut mir leid, dass ich spät dran bin“, rief sie und schob die Tür mit ihrer Kehrseite rückwärtsgehend auf. „Du wirst staunen, wenn du siehst, was ich mitgebracht habe.“ Bemüht nirgendwo anzustoßen, ging sie weiter rückwärts ins Zimmer hinein, bis sie den Karton endlich auf dem alten Schreibtisch ihres Großvaters abstellen konnte. „Ich habe noch ein altes Fotoalbum gefunden und auch ein paar von deinen Schallplatten.“
„Du sollst doch meine Sammlung nicht anrühren!“, kam es ungehalten zurück. „Hast du wenigstens Handschuhe benutzt oder wieder alles zerkratzt, Anna?“
„Ja, Grandpa.“ Der Vorfall mit der zerkratzten Schallplatte lag mehr als ein Dutzend Jahre zurück, aber immerhin hatte er sie erkannt.
Soren stand hinter dem Rollstuhl des Mannes, den er zwölf Jahre lang gesucht hatte. Beim Klang der Frauenstimme an der Tür drehte er sich um und verfolgte, wie der ahnungslose Neuankömmling sich rückwärts ins Zimmer schob.
Als Tor Rasmusson auf die Worte der Frau reagierte, wandte er sich wieder dem Mann vor sich zu. Es waren die ersten Sätze, die der alte Mann gesprochen hatte. Für einen Augenblick wirkte sein Blick wach, verschloss sich aber gleich darauf wieder. Dieser Moment genügte, um Sorens Überzeugung zu untermauern, dass der Alte sich verstellte. Mit seinen kriminellen Machenschaften hatte dieser Mann Sorens Vater in den Selbstmord getrieben und die Familie zerstört.
Nach jahrelanger Suche war es ihm endlich gelungen, das Monstrum aufzuspüren, bevor es sich ihm abermals entziehen konnte. Diesmal sollte dem Betrüger keine neue Identität und kein neuer Zufluchtsort vergönnt sein.
Doch gerade als Soren dachte, er hätte alle schmutzigen Tricks durchschaut, mit denen der Alte ihn an der Nase herumgeführt hatte, zauberte dieser einen neuen aus dem Hut: eine vorgetäuschte Demenz!
Aber auf eine verdrehte Art und Weise ergab das sogar Sinn. Was machte ein Mann wie Tor Rasmusson, wenn er spürte, dass sich das Netz um ihn zuzog und es keinen Ausweg mehr gab? Er suchte sich einen ruhigen Ort auf dem Land mit Vollpension und Rundumservice und plädierte auf „nicht verhandlungsfähig“.
Dem Merlin machte Soren keine Vorwürfe. Ärzte und Pfleger waren nur Schachfiguren in Tors letztem Spiel. Die Sicherheitsvorkehrungen der Einrichtung waren allerdings lächerlich. Nicht ein einziges Mal war Soren gefragt worden, wer er sei. Die beiden Wachleute hatten sich mehr für seinen Sportwagen interessiert als für ihn. Auch das Zimmer zu finden, in dem ein gewisser Henry Randall wohnte, war ein Kinderspiel gewesen.
Die Probleme begannen erst, als er endlich vor seinem Erzfeind stand. Tor Rasmusson, der Verwandlungskünstler, war ganz in seinem Element. Schon zehn Minuten lang hatte Soren versucht, zu ihm durchzudringen. Es war, als liefe er gegen eine Wand. Er konnte verstehen, warum die Ärzte ihn in dieser Klinik aufgenommen hatten. Wüsste er nicht, wer dieser Henry Randall wirklich war, würde auch er auf ihn hereinfallen. Der Alte spielte die Rolle des zerbrechlichen, unschuldigen alten Mannes perfekt.
Sein anfängliches „Hallo Tor, es ist schon eine Weile her“, hatte zu keinerlei Reaktionen geführt. Tatsächlich hatte er in diesen wässrig blauen Augen nichts als Leere gesehen, bis plötzlich die leicht rauchige Stimme einer jungen Frau von der Tür her erklang.
Soren war felsenfest davon überzeugt, dass er Zeuge einer perfekten Aufführung wurde. Aufmerksam verfolgte er, wie die Gestalt im Rollstuhl eine zittrige Hand hob.
Eine gute Show, musste er zugestehen. Doch die jahrelange Verfolgung dieses Mannes hatte Soren gelehrt, diesen hinterhältigen Tor Rasmusson nie zu unterschätzen. Dieser konnte mehrere Betrügereien gleichzeitig begehen und sich immer einen Fluchtweg offenhalten. Mit den Jahren hatte der Mann eine unvergleichliche Fähigkeit entwickelt, wie eine Rauchwolke zu verschwinden und Zerstörung zu hinterlassen.
„Ich bin sicher, Anna wird ihr Examen bestens bestehen“, sagte die zusammengesunkene Gestalt plötzlich und sah dabei Soren direkt an. „Dem Mädchen fehlt es nur an Selbstvertrauen.“
Die Unbekannte hatte Sorens Anwesenheit offenbar noch immer nicht bemerkt. „Es ist lieb, dass du mich für so klug hältst, Grandpa, aber du bist der Einzige.“
Der alte Mann blickte auf eine unsichtbare Uhr an seinem Handgelenk. „Du weißt, wie ich Unpünktlichkeit hasse, Anna. Ich habe jetzt einen Termin.“
Ja, Tor, mit dem Betrugsdezernat, dachte Soren grimmig, während er darauf wartete, dass die Frau ihn endlich bemerkte.
„Ich bin ja jetzt hier, Grandpa. Hattest du eine gute Nacht?“ Jetzt endlich wandte sich die schlanke Gestalt um und erstarrte. Misstrauisch sah sie Soren an.
Der war seinerseits verblüfft. In Zeitungsmeldungen hatte er Fotos von Tors Enkelin gesehen, aber die Pixel wurden der Realität nicht gerecht. Die Bilder hatten die Proportionen ihres Gesichts korrekt wiedergegeben, aber nichts von den sinnlich geschwungenen Lippen verraten oder den dichten Wimpern, die große grüne Augen umrahmten. Zusammen verschmolzen diese Attribute zu einer lebendigen, atemberaubend sinnlichen Wirkung.
Gern hätte er sie in engen Jeans gesehen, denn die weite Leinenhose ließ lange Beine erahnen, und der Ledergürtel betonte ihre schmale Taille. Die weit geschnittene weiße Bluse verbarg schlanke Kurven, die er unter dem Stoff nur erahnen konnte.
Entrüstet über seine unangebrachten Gedanken schüttelte er den Kopf. Dies war nicht der Moment, sich vom Anblick einer Frau ablenken zu lassen. Zumal die fragliche Frau die Enkelin seines Erzfeindes war und vermutlich bis zu ihrem hübschen Hals mit in dessen Machenschaften steckte. Nach einem kurzen Moment, in dem seine Hormone verrücktspielten, rang er sich ein Lächeln ab und ging mit ausgestreckter Hand auf sie zu.
Soren beherrschte ein weites Repertoire lächelnden Mienenspiels. Nur wenige waren ernst gemeint. Einige erzeugten Angst beim Gegenüber, andere ließen Feindseligkeit wie Eiscreme in der Sonne schmelzen und öffneten Türen … oft genug Schlafzimmertüren.
Ein geringfügiges Weiten ihrer Augen war das einzige Anzeichen, dass Anna Randall seine Bemühungen überhaupt wahrgenommen hatte. Ihr anfangs gezeigter Argwohn schien sich eher noch in bissige Feindseligkeit zu verwandeln.
Anna blickte auf die angebotene Hand und nahm die langen, schlanken Finger wahr. Ihr kurzer innerer Kampf zwischen guten Manieren und dem beschämenden Verlangen, ihre Hand in der viel zu attraktiven ihres Gegenübers zu spüren, endete im Unentschieden. Erleichtert atmete sie auf, als er seine Hand sinken ließ und ihr damit die Entscheidung abnahm. Tapfer wahrte sie den Anschein, immun gegen das Killerlächeln des Fremden zu sein.
Soren war beeindruckt von der Haltung der jungen Frau. Vielleicht steckte in dieser Anna Randall doch mehr, als ihre verkommenen Gene erwarten ließen. Er gestattete sich einen weiteren Blick auf ihre faszinierenden Gesichtszüge. Das Kinn hatte sie störrisch erhoben, der Blick aus ihren großen Augen war wach, und die sanft geschwungenen Lippen weckten in ihm unwillkürlich ein der Situation völlig unangemessenes Verlangen.
Soren war noch nie einer Wahrheit ausgewichen, schon gar nicht wenn er mit dieser geradewegs konfrontiert wurde. Er konnte nicht leugnen, dass er sich zur Enkelin seines Erzfeindes hingezogen fühlte. Diese Erkenntnis trug nicht zur Verbesserung seiner Laune bei.
„Guten Morgen …?“ Sie zögerte kurz, bevor sie kühl fortfuhr: „Kann ich Ihnen helfen?“
Selbst bei dieser unterkühlten Tonlage klang ihre Stimme verführerisch sexy. Soren wollte sich lieber nicht vorstellen, welche Wirkung eine warme Variante auf seine Hormone haben würde.
„Sie müssen wohl Henrys Enkelin sein?“ Er ließ es wie eine Frage klingen, obwohl er genau wusste, wen er vor sich hatte. Bei seinen Recherchen hatte er bisher noch nicht herausfinden können, wie tief sie in die Betrügereien ihres Großvaters verstrickt war. Der Gedanke,...
| Erscheint lt. Verlag | 5.8.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Beatrice Norden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3498-9 / 3751534989 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3498-7 / 9783751534987 |
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