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Sinnliche Mittsommernacht mit dem Wikinger (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3169-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sinnliche Mittsommernacht mit dem Wikinger - Sarah Rodi
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Im hellen Mondlicht nimmt die junge Wren ein Bad im Teich. In den kühlen Fluten fühlt sie sich frei, nicht länger geknechtet als Sklavin ihrer Herrin Ingrid. Doch in dieser Nacht wird sie von einem breitschultrigen Fremden überrascht. Nackt flieht sie vor dem hochgewachsenen blonden Wikinger. Dennoch hinterlässt er ein vages, nie gekanntes Gefühl prickelnder Sehnsucht in ihr - ist es Verlangen? Am nächsten Tag reitet Jarl Knud mit seinem Gefolge in die Siedlung. Es heißt, dass er eine Vernunftehe mit Ingrid eingehen wird. Schockiert erkennt Wren den Mann aus der Mondnacht wieder ...

1. KAPITEL


Festung Boer, im Königreich von Dänemark, 9. Jahrhundert

Im Langhaus herrschte größte Betriebsamkeit. Wren sah, wie von den anderen Sklaven letzte saubere Krüge und Schüsseln auf die Tische gestellt wurden. Sämtliche Leibeigenen eilten umher, fegten den Boden, legten Felle auf die Bänke und bereiteten die Halle für Freyja Ingrids Gäste am nächsten Tag vor.

Der Wikingerhäuptling einer benachbarten Siedlung kam zu Besuch – und es gab Gerüchte, dass Jarl Knud von Nedergaard Heiratspläne hätte.

Noch ein Däne, den ich verabscheuen kann, dachte Wren. Noch ein Däne, der zweifellos von vertrauensseligen Dorfbewohnern nahm, was immer er wollte, nur um dann zerstörte Häuser und vernichtete Familien zurückzulassen. Wren wusste nur allzu gut, wozu diese rücksichtslosen Befehlshaber fähig waren, da genau ein solcher Mann sie als Kind während eines Überfalls ergriffen und den Armen ihrer weinenden Mutter und damit auch ihrem Zuhause entrissen hatte.

Als Geschenk für Ingrid, die Tochter des Wikingerfürsten von Boer, um ihre persönliche Dienerin zu sein, war Wren mit Ingrid zusammen aufgewachsen und sogar fast so etwas wie eine Kameradin geworden. Doch während Ingrid die einzige Nachfahrin ihrer Familie war und damit selbst Wikingerfürstin von Boer geworden war, war Wren immer noch im Leben einer Sklavin gefangen, an einem Ort, den sie niemals ihr Zuhause nennen konnte.

Sie fuhr sich jetzt mit einer Hand übers Gesicht und versuchte, ihre düsteren Gedanken abzuschütteln. Die Lage war gar nicht so schlimm. Freyja Ingrid behandelte sie schließlich nicht so schlecht, und Wren hatte gelernt, innerhalb ihrer täglichen Aufgaben Zufriedenheit zu finden und Trost aus ihren Freundschaften mit den anderen Dienstboten zu schöpfen. Als Wren schon in jungen Jahren Talent und Mut im Kampf gezeigt hatte, hatte Ingrid ihr sogar erlaubt, mit ihr und ihren Schildmaiden an Übungskämpfen teilzunehmen. Wren diente Freyja Ingrid treu. Umgekehrt suchte Ingrid privat oft ihre Gesellschaft und hörte manchmal sogar auf ihren Rat. Doch es verging kein Tag, an dem Wren sich nicht wünschte, sich so bewähren zu können, dass man sie für ihren Dienst belohnte und endlich freiließ.

Diese Gerüchte von einer Vermählung der Anführer von Nedergaard und Boer beunruhigten sie, denn eine solche Verbindung hätte Auswirkungen auf alle Bewohner Boers. Wren blickte sich nachdenklich in der Halle um. Wenn Freyja Ingrid heiratete, hätten sie alle einen neuen Befehlshaber, und Wren hatte schon gehört, wie beeindruckend Jarl Knud sein konnte. Er war berühmt für seine körperliche Erscheinung, und die Legenden seiner Taten auf dem Schlachtfeld waren oft genug erzählt worden. Entsprechend bildete Ingrid sich bereits ein, in ihn verliebt zu sein.

Er war bekannt für seine rücksichtslosen Raubzüge in weit entfernte Länder westlich des Meeres und es hieß, er hätte gegen zahllose Stämme im Norden gekämpft, bevor er schließlich der mächtige Wikingerhäuptling von Nedergaard wurde – dem Knotenpunkt des Handels an der Mündung des Vesterhavet. Aber was Jarl Knuds Charakter betraf, ob er seinem Ruf als beeindruckender Anführer gerecht wurde, das musste sich erst noch erweisen.

Wren wischte sich mit dem Handrücken über die feuchte Stirn. Trotz der einbrechenden Dunkelheit war es immer noch warm für eine Mittsommernacht. Ein Schimmer Mondlicht fiel durch die Tür, lockte sie nach draußen. Rücksichtslose Rebellion machte sich in Wren breit, und sie wünschte den anderen Dienstboten eine Gute Nacht. Gewiss würde doch niemand bemerken, wenn sie selbst für eine Weile verschwand? Schließlich hatte sich Freyja Ingrid bereits in ihr Schlafgemach zurückgezogen und die Arbeit des Tages war erledigt.

Es war ein offenes Geheimnis, dass man an der Küste des Landes mit Krieg rechnete, da der Wikingerfürst von Forsa, was im Süden lag, angeblich einen Angriff plante. Es hieß, er wolle den Küstenstreifen für sich selbst beanspruchen, doch bislang gab es noch keine Anzeichen dafür, dass der Feind sich heute Abend ihrer Grenze näherte. Alles war ruhig, die Siedlung schien sicher zu sein.

Wren schlüpfte aus der Halle und ging ohne Hast über den Platz, um keine besondere Aufmerksamkeit von den Wachen auf den Wallgängen auf sich zu ziehen. Sie schlich sich an den Gehöften vorbei, aus deren Dächern Rauch aus dem Rauchfang stieg, und durch die Felder mit Roggen, deren Halme sich sanft in der Abendbrise wiegten. Noch einmal sah Wren sich kurz um, ob niemand in der Nähe war, denn sonst würde sie sicher für ihren Ungehorsam bestraft werden, dann zwängte sie sich durch den versteckten Durchschlupf im Ringwall der Festung, wie sie es schon so oft vorher getan hatte. Auf der anderen Seite angelangt, atmete sie bewusst tief durch, um die Luft der Freiheit einzuatmen, bevor sie dann im Schutz der Dunkelheit das Marschland durchquerte.

Die Flut hatte sich zurückgezogen und gab die Weite des Wattenmeeres frei, in dem sich schmale, aber tiefe Bäche den Weg hinaus ins offene, aufgewühlte Meer bahnten. Es war ein gefährlicher Ort, doch Wren schüttelte mit jedem Schritt mehr von ihren unsichtbaren Fesseln ab. Sie warf noch einen letzten Blick zur Festung, bevor sie in einen leichten Laufschritt fiel, und achtete im Mondlicht darauf, innerhalb der Schatten zu bleiben.

Sie hielt nicht an, bis sie das Gezeitenbecken erreicht hatte, ihre geheime und einzige Zuflucht des Nachts. Dort streifte sie ihre fadenscheinige Tunika und ihre abgenutzten Stiefel ab und behielt nur ihre Unterwäsche an. Dann sprang sie ausgelassen ins Wasser, als wäre sie immer noch das kleine Mädchen, das gerade fünf Winter alt war und völlig frei. Glücklich ließ sie sich in das frische Wasser sinken. Sie genoss das Gefühl, wie das Wasser die Anstrengungen des Tages wegwusch und ihre müden, schmerzenden Muskeln entspannte.

Erst als sie wieder auftauchte und sich das Wasser aus den Augen wischte, bemerkte sie etwas – und erstarrte. Dort, an der nördlichen Grenze von Boer, standen etwa zwanzig weiße Zelte aufgereiht. Kleine Lagerfeuer brannten und der gedämpfte Ton von Männern, die sich in einiger Entfernung unterhielten, wurde vom Wind zu ihr getragen. Wrens Haut prickelte – ein gewisses Pflichtgefühl und ein Drang, die Menschen von Boer zu beschützen, ergriff sie.

Wie konnte ihr das vorher entgangen sein? Wenn sie es bemerkt hätte, wäre sie niemals so dumm gewesen, allein hierher zu kommen. Stattdessen wäre sie sofort umgedreht und hätte das Horn ertönen lassen. Kamen diese Männer aus Forsa? Wren bemühte sich, irgendetwas zu verstehen, und bemerkte, dass die Männer herzlich lachten, manche sangen sogar. Eigenartig – aber jedenfalls war das nichts, was sie tun würden, hätten sie einen Überraschungsangriff geplant.

Dennoch drehte Wren sich besorgt um und wollte zurück zu den schlammigen Dünen waten, wo sie so unbesorgt ihre Kleidung abgelegt hatte – zusammen mit dem kleinen hölzernen Messer, das sie heimlich in ihrem Stiefel trug, da es ihr verboten war, eine eigene Waffe zu besitzen. Als sie das Knacken eines Zweigs vernahm und zwei näher kommende Männerstimmen, lief es ihr eiskalt über den Rücken.

„Du weißt, es ist noch nicht zu spät, deine Meinung zu ändern …“

Wren duckte sich tiefer ins Wasser, suchte Schutz im hohen Schilfgras. Wenn man sie hier entdeckte, konnten diese Männer ihr wer weiß was antun.

„Wir sind schon so weit gekommen“, sagte der Größere der beiden. Im schwachen Schein des Mondlichts konnte sie nur seine unglaublich breiten Schultern und eine dunkelblonde Haarmähne ausmachen, die gerade lang genug war, um im Nacken mit einem Band zusammengehalten zu werden. Er hatte einen dichten, gepflegten Bart und volle Lippen.

„Diese Frau mag vielleicht in der Lage sein, die Risse in unseren Ländern zu flicken, sogar unsere Grenzen zu stärken, aber kann das Gleiche von deinem Herzen gesagt werden?“ Der Kamerad des Blonden war dunkel, mit einer tiefen Narbe quer über der Stirn.

Sie glichen einander, was die Größe betraf, und nach dem Aussehen ihrer Rüstung und ihrer Waffen zu urteilen, die in ihren Gürteln steckten, waren diese Männer zweifellos gefährliche Krieger. Wren schluckte. Sie war eine Närrin. Sie hätte ihren Beobachtungsposten am Eingang zum Langhaus nicht verlassen sollen.

„Ich weiß deine Besorgnis zu schätzen, aber Herzensangelegenheiten sind mir egal, das weißt du“, sagte der Blonde abwehrend. „Ihr Rang und ihre Armee, dies sind für mich die einzigen Dinge von Belang. Du magst aus Liebe geheiratet haben, Raedan, aber ich werde mich den Zwängen einer Ehe erneut nur aus einem viel wichtigeren Grund unterwerfen – der Macht.“

Typisch Dänen, dachte Wren verärgert.

„Diese Berechnung bei der Wahl einer Frau gefällt mir nicht“, fuhr derjenige mit Namen Raedan fort und klang besorgt. „Das erinnert mich zu sehr an die Herrscher meiner Vergangenheit.“ Zumindest dieser Mann schien über etwas Verstand zu verfügen.

„Und ich muss, wie diese, an den strategischen Gewinn denken. Es ist ein Vermächtnis, das ich suche, keine Liebe.“

„Ein Vermächtnis. Du meinst Berühmtheit oder Kinder … oder beides? Also hast du wenigstens vor, diese Ehe zu vollziehen?“

„Ich habe schon genug Frauen beigewohnt – ich kann mir nicht vorstellen, dass ich diesen Teil schwierig finden sollte.“ Er grinste. „Und wenn doch, werde ich ihr Bett nur so lange teilen müssen, bis...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2025
Reihe/Serie Historical
Übersetzer Angelika Anders
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • highlander liebesromane • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7515-3169-6 / 3751531696
ISBN-13 978-3-7515-3169-6 / 9783751531696
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