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Die Piraten (eBook)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
293 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7575-9698-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Piraten -  Erik Schreiber
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Die Kriminellen der Meere haben in frühen Filem und Erzählungen schon immer fasziniert. Dabei unterscheidet man in der Regel nicht zwischen Barbaresken-Korsaren, Korsaren, Kaperer, Piraten und Freibeuter. Es bestehen jedoch diverse Unterschiede. Barbaresken-Piraten oder auch Barbaresken-Korsaren werden die meist muslimischen Kaperfahrer im Mittelmeer bezeichnet, die vom 16. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts vor der nordafrikanischen Küste ihr Unwesen trieben. Der Begriff Pirat stammt aus dem griechischen, damit bezeichnet man jemanden, der auf hoher See plündert und Verbrechen begeht. Viele berühmte Piraten waren um das Jahr 1700 aktiv: Als Kaperer wurden Kapitäne und Besatzungsmitglieder bezeichnet, die mit offizieller Genehmigung feindliche Schiffe überfielen. Diese schriftliche Genehmigung war der 'Kaperbrief', dessen erste Exemplare aus dem 13. Jahrhundert belegt sind. Der Begriff Korsar kommt aus dem Französischen und bedeutet 'Kaperfahrt'. Die Kaperfahrer Frankreichs und des Mittelmeerraums nennt man Korsaren. Französische Korsaren gab es seit dem 9. Jahrhundert, als sich Handelsschiffe aus der Bretagne gegen plündernde Wikinger zur Wehr setzten.

William Clark Russell (24. Februar 1844 - 8. November 1911) war ein englischer Schriftsteller, der vor allem durch seine Schifffahrtsromane bekannt wurde. Mit 13 Jahren trat Russell für 8 Jahre in die britische Handelsmarine ein. Die Strapazen des Lebens auf See schadeten seiner Gesundheit auf Dauer. Er schrieb Kurzgeschichten, Presseartikel, historische Essays, Biografien und einen Gedichtband, wurde aber vor allem durch seine Romane bekannt, von denen die meisten vom Leben auf See handeln.

William Clark Russell (24. Februar 1844 - 8. November 1911) war ein englischer Schriftsteller, der vor allem durch seine Schifffahrtsromane bekannt wurde. Mit 13 Jahren trat Russell für 8 Jahre in die britische Handelsmarine ein. Die Strapazen des Lebens auf See schadeten seiner Gesundheit auf Dauer. Er schrieb Kurzgeschichten, Presseartikel, historische Essays, Biografien und einen Gedichtband, wurde aber vor allem durch seine Romane bekannt, von denen die meisten vom Leben auf See handeln.

Der Kutter

 

Glühendrot strömten die Strahlen der untergehenden Sonne durch die Fenster und das Oberlicht in die Kajüte hinein, als die Passagiere an der reich besetzten Tafel ihre Plätze einnahmen. Das warme Licht ließ das Tafelgeschirr blitzen und funkeln und umgab die Gestalt des weißköpfigen Schiffers wie mit einer Glorie. Auch die Lampen brannten bereits, um die Erleuchtung der Kajüte fortzusetzen, wenn die Sonne verschwunden sein würde.

Die Kajüte, die Tafel und die Tischgesellschaft stellten eins jener Bilder dar, denen man heute nur noch selten, ja wohl niemals mehr auf der See begegnet. Die großen modernen Ozeandampfer zerstreuen ihre Hunderte von Passagieren in zwanzig verschiedene Tischgenossenschaften, und der Kapitän ist gewissermaßen nur ein Dekorationsstück mit blanken Knöpfen und Goldborte, nicht mehr, wie einst, der patriarchalische Gastgeber, sondern nur noch in einsamer Höhe der Herr des Ganzen und der Kommandant. In den guten alten Zeiten der „Queen“ bildeten die Passagiere des Schiffes gewissermaßen eine Familie. Sie saßen rings um einen großen Tisch, und der Kapitän konnte von seinem oberen Ende aus die Fragen des am untersten Ende sitzenden Gastes bequem beantworten; wenn die Leute erst einigermaßen bekannt miteinander waren, dann fehlte es bei den Mahlzeiten nie an einer geselligen Unterhaltung.

Die Speisenden wurden von den gewandt und geräuschlos hin- und herlaufenden Stewards bedient; Letztere trugen kurze schwarze Jacken und entwickelten eine erstaunliche Behendigkeit. Durch die Fenster vernahm man das Getön des vorüberrauschenden Wassers; es hörte sich an, wie wenn nächtlich ein Regen auf das Laub des Waldes herabströmt.

Als alle Passagiere ihre Plätze eingenommen hatten, die sie nach altem Herkommen nun während der ganzen Reise behalten mussten, überschaute der Kapitän die beiden Reihen der Gesichter zur Rechten und zur Linken, und im ersten Augenblick berührte ihn die Wahrnehmung, die er dabei machte, ganz eigentümlich. Die Anzahl der Männer war stark überwiegend, immerhin aber saßen auch sieben Vertreterinnen des schönen Geschlechts an der Tafel, so dass die Eintönigkeit angenehm unterbrochen wurde.

Es war weder die Persönlichkeit des Mr. James Dent, noch die des Mr. William Storr, die dem Schiffer bei seinem schnellen Rundblick von Backbord nach Steuerbord auffiel. Es war dies vielmehr eine seltsame Ähnlichkeit der Erscheinungen gewesen, wie man solche z. B. in einer Gesellschaft glattrasierter Schauspieler finden kann. Allerdings konnte von einer Ähnlichkeit zwischen dem Hauptmann Trollop und Mr. Burn nicht gut die Rede sein, ebenso wenig wie von einer solchen zwischen Mr. Shannon, einem Herrn mit vorstechenden blauen Augen und einem Flachsbart und dem schwarzen, finster blickenden Caldwell. Der alte Benson zerbrach sich jedoch nicht lange den Kopf darüber. Die Herren hatten das Geld für die Passage prompt bezahlt, teils mit vierzig, teils mit fünfzig Pfund Sterling, und im Übrigen machten alle, ohne Ausnahme, den Eindruck von Gentleman; das musste ihm genügen.

Am unteren Ende der Tafel hatte der erste Offizier des Schiffes, der Obersteuermann Mr. Matthews, seinen Platz, ein Mann mit rotem, gelocktem Bart und einem Gesicht, dessen bleiche Farbe von einer erst kürzlich überstandenen Krankheit zeugte. Ihm zur Linken saß der Schiffsarzt, rechts von ihm Mr. Paul Hankey.

Anfänglich wurde nur wenig gesprochen. Die Herren schienen sich gegenseitig verstohlen zu mustern, als sähen sie sich hier zum ersten Mal. Mr. William Storr versuchte eine Unterhaltung über das Boot, das man vorhin gesehen hatte, in Fluss zu bringen, wurde jedoch durch Blicke voll Abscheu aus den Augen der Damen sogleich wieder zum Schweigen gebracht.

„Um Verzeihung“, begann bald darauf Mr. Hankey, sich mit einer gewissen freien Vornehmheit an den Obersteuermann wendend, „wo pflegt der zweite Steuermann, Mr. Poole, sein Mittagsmahl einzunehmen?“

„Hier, auf meinem Platze, wenn die Herrschaften fertig sind und ich wieder an Deck gegangen bin“, antwortete Mr. Matthews.

„Ich habe nämlich mit dem Herrn die Reise nach Australien gemacht“, fuhr Mr. Hankey fort, „und zwar an Bord des Vollschiffs „Golden Ball“, auf dem er dritter Steuermann war. Ich habe nie einen flinkeren Mann beim Reffen auf der Nock der Marsrahe gesehen!“

„Sind Sie jemals ein Seemann von Beruf gewesen?“ mischte sich der Doktor in das Gespräch.

„Einem Mann, der sein Glück in Australien versucht hat, darf man nicht zu sehr mit Fragen auf den Leib rücken“, versetzte Hankey lächelnd.

„Bitte um Entschuldigung“, verbeugte sich der Doktor; „aus dem fachmännischen Ausdruck, den Sie soeben gebrauchten, glaubte ich das schließen zu dürfen.“

Jetzt beteiligte sich auch der jüdisch aussehende Herr, der sich Caldwell nannte, an der Unterhaltung.

„Als ich nach Australien kam, wäre ich beinahe kopfscheu geworden“, erzählte er. „Das Schiff, auf dem ich die Überfahrt machte, hatte auf seiner vorletzten Ausreise einen jungen Baron an Bord gehabt, dessen Vater in einem Palais am Hyde Park wohnte. Er hatte sich als Kajütspassagier nach den Goldfeldern auf den Weg gemacht. Was soll ich Ihnen sagen? Unser Schiff löschte und nahm Wolle ein, und am letzten Tage vor seiner Rückfahrt nach England sah der Bootsmann, der am Fallreep zu tun hatte, einen ganz verkommenen Vagabunden, eine wahre Vogelscheuche, an Bord klettern, einen Kerl, dem das blasse Elend auf dem Gesichte geschrieben stand.

„Kennen Sie mich nicht?“, fragte er den Bootsmann.

„Nein, ich kenne Sie nicht“, sagte der. Darauf nannte die Vogelscheuche ihren Namen. Es war der junge Baron. Drei Monate lang hatte er sich herumgetrieben, Gold fand er nicht, zu essen hatte er bald auch nichts mehr, und so war er gezwungen, seine Siebensachen Stück für Stück zu versetzen, bis auf die Socken. Und nun war er gekommen, die Rückfahrt nach Hause zu erbetteln. Man erbarmte sich des armen Teufels und gab ihm eine Anstellung als Gehilfe des Stewards; man hielt ihn nicht einmal für gut genug, an der Tafel aufzuwarten, an der er kurz zuvor selber gesessen hatte. Er musste das schmutzige Geschirr nach der Kombüse bringen und dort abwaschen. War das für einen Auswanderer nicht genug, um kopfscheu zu werden?

Er wollte noch etwas hinzufügen, spülte aber die Worte mit einem Glase Wein hinunter.

Nunmehr kam die Unterhaltung in vollen Gang.

Mr. Caldwells Geschichte setzte auch die Zungen der übrigen in Bewegung. Diejenigen, die sich vorher so fremd benommen hatten, wurden mitteilsam gegeneinander, und der Kapitän sah sich mit einem Schlage an der Spitze einer Tafelrunde von Leuten, von denen man während der Reise viel angenehme Geselligkeit erwarten durfte. Man kam auch auf Gold zu sprechen.

„Was hat das Nugget (Bezeichnung der in gediegenem Zustande gefundenen größeren und kleineren Goldklumpen) zuletzt gegolten?“, fragte Mr. Davenire, der große Mann mit der grünen Weste und der silbernen Uhrkette.

„Drei Pfund bis drei Pfund einen Schilling die Unze“, antwortete Mr. Dent.

„Mich hat die Geschichte von Hargreaves großem Goldfund herüber gebracht“, sagte ein Herr mit Namen Peter Johnson. „Ich meine den Glückspilz, der da oben in Bathurst einen zentnerschweren Goldklumpen im Werte von viertausend Pfund Sterling aus einem Felsen sprengte. Himmel, wie mag sich da der Hargreave gefreut haben!“

„Hat auch Sie das Goldfieber hier herausgelockt?“ wendete sich Mr. Masters schmachtend an die ihm gegenübersitzende Miss Mansel.

„Ach nein“, versetzte diese. „Ich kam, um mich in meiner Stellung als Gouvernante zu verbessern, musste jedoch leider die Erfahrung machen, dass man in Australien nach meinen geringen Fähigkeiten und Kenntnissen nicht das geringste Verlangen trug.“

„Das allgemeine Los!“, rief Hauptmann Trollop.

„Die Kolonien sind wie Rattenfallen, in denen sich nur das aus dem Mutterlande kommende Gewürm und Ungeziefer fängt und hängen bleibt“, bemerkte Mr. Storr. „Lassen sich die Herrschaften daher ihre Misserfolge nicht leid sein.“

„Haben sich, seit das Goldfieber wütet, während Ihrer Heimreisen keine Selbstmorde an Bord ereignet, Kapitän?“, fragte Mr. Hankey.

„Auf der letzten Fahrt hatten wir allerdings einen plötzlichen Todesfall“, antwortete der Schiffer. „Wir glaubten auch, dass ein Selbstmord vorläge, der Doktor aber konstatierte als Todesursache eine Alkoholvergiftung bei dem Manne.

Es war Abend geworden; am Firmament blinkten die unzähligen Sterne, und der Mond schien voll hernieder. Die Brise war schwächer geworden; man hatte die Sonnensegel aufgerollt, und auf Reling, Deck und Kompasshäuschen glitzerte der Tau. Wie ein unermessliches Schattengefilde breitete sich der Ozean dem Horizont und den Sternen entgegen, und manch einer der Passagiere, besonders unter den Damen, erschauerte bei dem Gedanken, dass diese herrliche Nacht ihren Schleier auch über das Totenboot deckte, das weit hinter ihnen in der dunkeln Ferne einsam dahintrieb.

Ehe der zweite Steuermann in die Kajüte ging, um sein Mittagsmahl einzunehmen, trat er an den Kapitän heran.

„Weiter nichts in Sicht als ein kleines Segel gerade in unserm Kielwasser, durch das Nachtglas soeben erkennbar. Vorhin war mir's, als ließe das Fahrzeug eine blaue Leuchtkugel aufsteigen.“

„Bringen Sie mir das Glas“, entgegnete der Schiffer.

Der zweite Steuermann verschwand in der Kajüte. Der Schiffer legte das Glas weg, nahm Mrs. Holroyd unter den rechten, ihre Tochter unter den linken Arm und spazierte mit den beiden Damen an der Luvseite des Achterdecks auf und nieder.

Die Herren schlenderten umher. Mr. Cavendish, der Mann...

Erscheint lt. Verlag 3.7.2025
Reihe/Serie Freibeuter
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Abenteuer • Freibeuter • Karibik • Korsaren • Piraten • Schatzinsel • Seeabenteuer
ISBN-10 3-7575-9698-6 / 3757596986
ISBN-13 978-3-7575-9698-9 / 9783757596989
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