3. Allerlei Geschichten
Die lieben Steuern
Ach, wie hoch ist doch die Steuer
Und wird das Hiersein somit teuer!
So klagt ein jeder vor sich hin,
Traurig, da der Zustand schlimm!
Denn der Fiskus braucht halt eben
Wie der Bürger Geld zum Leben!
Ergebenst-brav und resigniert,
Ängstlich sowie konsterniert
Beschreibt man diesen Steuerfackel
Und merkt dabei, dass auch der Dackel
Der Steuerpflicht ist unterstellt
Und sich zu Mensch und Gut gesellt!
So wird der Dackel zum Verdruss –
Und man ersäuft ihn drauf im Fluss!
Weiterhin wird drob studiert,
Was noch die Steuern reduziert.
Ja, ab und zu da mogelt man,
So, dass es niemand merken kann!
Doch der Staat – oh je – wie schlau,
Nimmt es diesfalls sehr genau!
Es wird gerechnet und geprüft,
Öfters einmal sehr vertieft,
Bis ein sparsam’ Bürgerlein
Im Fiskusnetz tut hängen sein!
Manch Rappenspalter, der erwischt,
Weil er beim Staat im Trüben fischt,
Bezahlt am Schluss drum erstens mehr,
Zweitens ärgert ihn dies sehr
Und drittens muss man diesem Schlauen,
In Zukunft auf die Finger schauen!
Man kennt so seine Pappenheimer,
Heuchler, Lügner sowie Schleimer.
Auch die Guten sind bekannt,
Diesfalls doch nicht interessant.
Es sind die schläulich-fiesen Bösen,
Die durch die Fiskus-Schlingen düsen!
Wer edel lügt und zudem dreist,
Überzeugt den Fiskus meist!
Nicht sind’s die armen kleinen Schlucker:
Nein, es sind die Unschulds-Gucker,
Die betucht sind obendrein
Und weiße Lämmlein wollen sein!
Alle Mittel sind da recht,
Jammer-jammer, es geht schlecht!
Meine Firma, oh welch’ Not:
Untergang, die Pleite droht!
Lieber Fiskus hilf doch mir,
Ich wäre sehr verbunden dir!
Der Minister der Finanzen
Soll nach der Pfeif’ der Reichen tanzen.
Unter Druck wird er gebracht,
Welch’ Sauerei wird hier gemacht!?
Und nach dem Fehltritt folgt Verdruss:
Vom Amt enthoben wird er – Schluss!
Bei den Reichen lernt man lügen,
Sparen, schleimen und betrügen.
Und – Geld verändert allgemein,
Optik, Seele und das Sein!
Charakter, zeigt uns die Geschicht’,
Hat man oder hat man nicht!
Ein Bierchen oder zwei
Ein Bierchen ist für mich ein Muss,
Obendrein auch ein Genuss.
Ist die Tulpe Bier dann leer,
Muss ein zweites Bierchen her.
Und mit jedem Schlücklein Bier
Entfernt man sich vom Da und Hier
Geistig langsam immer weiter,
Und das Leben wird dann heiter!
„Lebensqualität“ genannt,
Gar jedermann den Zustand kennt,
Wenn man grundlos lustig kichert,
Derweil man immer weiter bechert!
Die Hetze in den Tod
Wenn du das Gefühl hast,
die Zeit eile dir davon,
wenn du darob ärgerlich und unzufrieden wirst,
wenn du für alles keine Zeit mehr hast
und mit den Scheuklappen der Hektik durchs Leben eilst,
dann haben deine Liebsten schon oft geweint
und für dich wäre es Zeit, höchste Zeit,
um über dich selbst nachzudenken!
Für Hetze, Stress und mehr dergleichen
Tun Frieden, Ruh’ und Freude weichen.
Dies schlägt sodenn auf Herz und Magen
Und darob lässt sich dann nur sagen:
Wer stetig durch das Leben eilt,
Nicht lange auf der Welt verweilt!
Doch der, der drin im Leben steht,
Der denkt, dass dies ihn nichts angeht,
Greift ans Herz sich, das so schwach,
Sinkt nieder – tot – verschieden – ach!
Hernach so sagt dann manche Stimm’,
Es raffte ihn die Hetze hin!
Das Schwein
Oh! Könnt’ ein Schwein was and’res sein,
Gar manches, nur kein Schwein,
Denn das „Schwein“, ein Schwein zu sein,
Ist leider nur ein Schein.
Doch trotzdem hat das Schweinchen Schwein,
Weiß nichts vom Metzgerlein,
Denn sonst würd’ es gar schweinig sein,
Zu sein ein Schweinerlein.
Es wird gewetzt das Messerlein,
Oh – du armes Schwein!
Es freut sich schon das Metzgerlein –
Wirst bald wohl nicht mehr sein.
Es geht der Metzger zu dem Schwein,
Das soll gestochen sein.
Er stolpert, ei – er hat kein „Schwein“
Und fällt ins Messer ein.
So war denn nun das Metzgerlein
Diesmal das arme Schwein
Und so lacht das „Schwein“ im Schwein
Ob dem Metzgerlein!
Ferien im Südtirol
Gulasch, Braten und auch Knödel
Entlocken dir die schönsten Jödel,
So wie auch der Apfelkuchen,
Sollte man den Speck versuchen
Und der Wein – ei-ei, ei-ei,
Manch einer schon, der blieb dabei!
Der Wald, oh welche Pracht er ist,
Manch einer drin die Zeit vergisst.
Er schaut und äugt geflissentlich
Und hofft, dass er gelegentlich
Da und dort ein’ Pilz erblicke
Und diesen dann der Erd’ entzwicke.
Doch da’s der Pilze viele sind,
Rafft ein jeder ganz geschwind
Körbe, Säcke, Tüten voll
Und wird drob gar fast Schwammerl-toll.
Es jauchzt des Pilzers Herz darüber
Und er denkt: „Ich komme wieder!“
„Oh, welch Genuss ein Pilzgericht“,
Jeder Kenner gerne spricht.
Danach so sprach schon mancher Esser:
„Ohne Pilze ging’s mir besser!“
And’re aber, welche Not,
Waren hernach leider tot!
Fröschlein fein
Fröschlein, Fröschlein – schnippeschnapp,
Man zwacke deine Hüpfer ab,
Tauche hernach dein Gebein
In ein dünnes Teiglein ein,
Backe dieses knusperbraun –
Superbe, superbe – oh, welch ein Traum!
Fröschlein trotzdem – quake froh,
Denn es bleibt nicht immer so.
Der Gesellschaft guter Ton
Erlebte manche Wende schon.
Modehalber isst der eine
Später vielleicht Grillenbeine.
Auch hochbegehrt und – oh, wie edel! –
Ist ein zartes Hühnerwadel,
Gut gewürzt, so soll es sein,
Und knusprig-braun noch obendrein!
Doch Federvieh, ich wag’s zu sagen,
Es tut noch and’re Opfer haben!
Ja! Jedes Tierchen hier auf Erden
Kann des Menschen Mahlzeit werden,
Bei den einen Fledermäuse,
Bei ander’n sind’s gedämpfte Läuse
Und früher war man ganz legal
Ab und zu auch kannibal!
Gockel Jockel
Der, ei – so stolze Jockel
War ein wilder Gockel
Und stellte – kakaki,
Dem armen Hühnervieh
Im Dauerlaufe nach –
Man sehe sie danach!
Sie rennen in der Not,
Bis sie alle tot.
Der Jockel schreit: „Kaki,
Ich bin der Letzte hie!“
Und lebt nun weiter trüb,
Da keine Henne blieb!
Doch der Bauer Meier
Liebt die Hühnereier.
Drum kauft er neue Hennen,
Die viel...
| Erscheint lt. Verlag | 1.7.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Alfred Spitzmüller • Belletristik • Dramatik • Lyrik |
| ISBN-10 | 3-99130-746-4 / 3991307464 |
| ISBN-13 | 978-3-99130-746-4 / 9783991307464 |
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