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Sturz in die Falle (eBook)

Djibril-Cup Teil 3 von 3

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
250 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-2058-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sturz in die Falle - Ulli Schwan
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
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Der Djibril-Cup strebt seinem Finale zu: Nur noch eine Aufgabe und ein finales Rennen stehen den Ambroses und ihrer Konkurrenz bevor. Die letzten Abenteuer zeigten, wie gefährlich das Rennen ist, und die Chancen auf einen Sieg sind gering. Die Ambroses geben nicht auf. Sie stellen sich der letzten Aufgabe: dem Geheimnis um die Forschungsstation Carrjion. Doch je mehr sie von dem Rätsel entschlüsseln, umso stärker wird der Verdacht, dass die Situation auf der Station außer Kontrolle ist - und alle in großer Gefahr schweben!

Ulli Schwan schreibt seit Jahren fantastische Geschichten. Mit den KosmoKurieren kehrt er zurück zum Space Adventure: Abenteuergeschichten zwischen den Sternen.

Kapitel 2


Die Gitterstationen der Djibril waren für ein ständiges Kommen-und-Gehen konzipiert, denn sie bestanden nicht aus einer festen Konstruktion, sondern aus zwei Komponenten, die in unendlich vielen Variationen zusammengesteckt werden konnten: den hantelförmigen Schiffen und kugelförmigen Knotenanlagen.

Wie bei einem Steckbausatz verbanden sich die Schiffe mit den Knoten. Da die Hantelschiffe an beiden Enden Andockvorrichtungen hatten, und jeder Knoten sogar über sechsundzwanzig, bildete sich nicht eine lange Kette, sondern Gitter mit mehreren Ebenen und Achsen.

Die Knoten waren die Werkstätten, Verteiler und Kraftwerke der Station. In ihnen wurden ankommende Rohstoffe verarbeitet und Waren produziert. Über sie lief der Austausch von Besatzungen und Gütern, sie verbanden die angedockten Schiffe miteinander.

Das Standard-Hantelschiff war achtkantig, dreihundert Meter lang mit verdickten Enden. So modular die Gitter-Stationen aufgebaut waren, so folgten die Hantelschiffe auch diesem Prinzip, denn vier Böden konnten sich öffnen und die darin befindlichen Wohnblöcke waren raumtauglich. Mit Schleppern konnten sie zu anderen Hantelschiffen gebracht und dort angedockt werden. So war es möglich, jedes Hantelschiff für jede gewünschte Aufgabe zusammenzustellen.

Dieses System befähigte die Djibril, überall eine Station zusammenzubauen, maßgeschneidert, kosten- und zeiteffektiv. Deshalb war es egal, wo das Finale des Djibril-Cups ausgetragen würde; egal wo, dort würde eine Station spontan aufgebaut werden.

Wie es Kaufleute tun, hatten die Djibril gefragt, wer bereit war, für die Austragung zu zahlen.

Nach langen Verhandlungen hatte das Tebock-System den Zuschlag erhalten. Also wurde eine Station errichtet, auf der das Finale des Cups stattfinden konnte.

Tebock, das Heimatsystem der Nevins, befand sich zentral im Kooperationssektor. Eine orangefarbene Sonne lag im Mittelpunkt von sieben Planeten. Der Innerste war die Heimatwelt der Nevis, der äußerste eine unbewohnte Eiswelt. Diese Eiswelt – Telan – passte mit ihren strahlend weißen Frostwüsten perfekt als Hintergrund für die Bilder der Rojiex-Station, die seit Tagen in ihrer Nähe anwuchs.

Wie es für die wandernden Djibril üblich war, reiste auch die Merkantile Majestät dorthin, wo es die besten Geschäfte gab. Um das übergroße Hantelschiff der Merkantilen Majestät wuchs die Station stündlich um Schiffe und Knoten an. Sechs Transfertore wurden errichtete, die bei Bedarf Cygon-Trichter erschufen, durch die Schiffe zwischen Hyper- und Normalraum wechselten.

Dutzende Schiffe und Knoten waren schon aneinander gedockt, als auch das Schiff der Djibril erschien, die den aktuellen Cup organisierte. Die Vorjüngere residierte in einem Hantelschiff aus orangefarbener Jade. Wie es sich geziemte, dockte das Schiff nicht direkt neben dem der Merkantilen Majestät an. Nicht aus Gründen der Etikette, sondern aus praktischen Überlegungen: Je weiter die Schiffe entfernt waren, desto schwieriger war es, sie beide gleichzeitig mit einem Anschlag zu vernichten. Sowohl die Vorjüngere als auch die Merkantile Majestät waren sich bewusst, dass ihr Ableben vielen gefallen würde, denn Erfolg schafft Feinde von innen und außen. Was auch der Grund war, warum nur zwei der fünf Topmanager die Station besuchten.

Die Djibril sahen sich als Realisten – alle anderen hielten sie für paranoid.

*

Die Umbauten kamen zum Erliegen, als die baldige Ankunft der Rennteilnehmer verkündet wurde. Schnell bestiegen die Presseleute und Fans ihre Raumer, rangen so lange um die besten Plätze, bis Ordnungskräfte der Nevis eingesetzt wurden. Die Schiffe wurden angeordnet zu einem Spalier vom äußersten Transfertor zur Station, und dort formten die Hantelschiffe einen Korridor bis zum Schiff der Vorjüngeren.

Man war gerade fertig, als die Feuerpfeil durch den Trichter geflogen kam. Golden hob sie sich vom grünschimmernden Trichter ab, flog einen eleganten Salto – darauf bedacht allen Kameras ein gutes Bild zu liefern. Die mächtigen Triebwerke leuchteten kurz auf, als Chaynee das Schiff beschleunigte und sofort abbremste, um genau dort zum Halt zu kommen, wo seine Fans eine Lasershow für ihn veranstalteten. Gemächlich flog die Feuerpfeil weiter Richtung Hantelschiff der Vorjüngeren.

Es folgte das Sichelschiff von Garula der Siebten, die Zweite der Gesamtwertung. Das Kanonenboot 75 war schnittig, aber verhehlte nicht seine militärische Herkunft. Geradlinig steuerte Garula das Schiff durch Presse und Schiffe. Ob sie ihre Fans wahrnahm, konnte niemand sagen.

An dritter Stelle erschien die Sendel, das Schiff der Technosophen. Auf seiner schimmernden Oberfläche reflektierte es die Lichter des Trichters und der anderen Schiffe, die es mit Hologrammen willkommen hießen. Es ließ die drei übrig gebliebenen Triebwerkflügel kreisen, so dass es wirkte wie ein Schmetterling mit Propellerantrieb. Die Presse liebte das, die Fans ließen die Holos rotieren.

Fast unbemerkt folgte der bullige Frachter Anasilk, gesteuert von Bronto Grumtz. Der Yanik hatte die letzte Aufgabe nicht bestanden, wurde aber trotzdem herzlich begrüßt. Seine Teilnahme war die wohl größte Überraschung dieser Rallye. Er hatte die wenigsten Unterstützer.

Zum Abschluss erschien die Jig. Ihr zigarrenförmiger Rumpf mit den dreieckigen Finnen war grün, orange gestrichen waren die flachen Aufbauten und die vom Bug zur Mitte reichenden Ausleger, die geformt waren wie ein Hufeisen. Das Logo der Postflotte prangte auf den Heckfinnen – und war auch auf einer Handvoll Schiffe zu sehen, die im Spalier warteten: Andere Postflieger waren gekommen, um ihre Kollegen zu feiern. Doch nicht nur sie unterstützten die Besatzung der Jig, auch Nicht-Postler ließen Holos zum Willkommen laufen und feuerten sie an; vielleicht ebensoviele wie bei den Technosophen. Zum Gruß öffnete Tia kurz die Finnen und schloss sie wieder – als würden sie winken.

Jedes der fünf Schiffe wurde durch die Gitterstation geleitet. Hinter Scheiben und auf Brücken aus durchsichtigem Glasal standen und winkten Zuschauer aller bekannten Völker aus dem Kooperationssektor und den angrenzenden Reichen. Holoprojektionen wünschten ihnen Glück, spornten sie an, im Finale alles zu geben. Die meisten Botschaften sprachen Chaynee Paramour an, den Favoriten und professionellen Rennflieger; offensichtlich hatten auch die Technosophen viele Unterstützer. Aber keiner wurde vergessen: Wenige aber sichtbare Fans feuerten die KB-75, Anasilk und Jig an. Immer wieder tauchte das Logo der terranischen Post auf.

So zogen die Kontrahenten durch die Gitter von Rojiex-Station, bis sie am orangefarbenen Hantelschiff der Vorjüngeren ankamen. Einen Moment parkten sie nebeneinander, um der Presse ein schönes Bild zu liefern. Dann schwenkten sie zu Hantelschiffen in der Nähe, von denen jedes die Farbe eines Teams trug.

Die Jig flog zum grünen Hantelschiff. Eine ganze, dreihundert Meter lange Wand klappte auf, so dass die Jig in das andere Schiff hineinfliegen konnte. Die Jig senkte sich in das Schiff, und über ihr schloss sich die Wand wieder. Auf Anweisung rollte die Jig um hundertachtzig Grad; kaum war das Manöver beendet, setzten die gravomagnetischen Kräfte des Hantelschiffes ein. Die Jig wurde auf jene Wand gezogen, die sich für sie geöffnet hatte, und setzte dort auf.

So fanden auch alle anderen Schiffe ihren eigenen Hangar. Kaum hatte sich das letzte Hantelschiff geschlossen, erschienen weitere durch die Transfertore und erweiterten Rojiex-Station.

Die Presse- und Fan-Schiffe wurden von den Sicherheitskräften auseinander gedrängt; innerhalb der Hantelschiffe wurde indes weitergefeiert und in den Bars, Restaurants und auf jedem Flur tauschten sich die Angereisten darüber aus, wer die besten Chancen hatte, den Cup zu gewinnen.

*

»Hier drin ist es so sauber wie in einer frisch desinfizierten Kühltruhe – und genauso gemütlich«, kommentierte Robin.

Sie zeigte durch das meterhohe Bullauge der Brücke hinaus in den Hantelraumer.

Ihr Vater blickte skeptisch. »Darf ein Hangar so sauber sein?«

»Als wäre er gerade erst gebaut worden«, meinte Tia.

»Vielleicht müssen die Betreiber ihn so sauber halten, weil sie ihn von den Djibril nur gepachtet haben«, überlegte Nick laut. »So wie die Yaniks auf Trejir-Station.«

»Ich tippe auch auf einen nagelneuen Hangar«, stimmte Haja der Kapitänin zu. »Man kann bei Reparatur-Arbeiten gar nicht verhindern, dass etwas angekratzt oder verbeult wird. Das da ist alles frisch aus dem Materialdrucker.«

Sylvester ging bis an den Rand des Bullauges und blickte nach oben und unten, rechts und links – wobei er mit seinem Stock hierhin und dorthin wies. »Überall Kameras. Die filmen uns auch beim Nasebohren.«

Robin nickte. »Das passt doch: Die Djibril wollen sich im Teleholo von der besten Seite zeigen, also ist alles neu und poliert.«

»Und gerade jetzt hat die Dame...

Erscheint lt. Verlag 30.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Abenteuer • Außerirdische • Rennen • space adventure • Weltraum
ISBN-10 3-8192-2058-5 / 3819220585
ISBN-13 978-3-8192-2058-6 / 9783819220586
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