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Bull's Cross (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
630 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-8197-5097-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Bull's Cross -  Vinicio Vox
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'Willkommen im echten Gratia. Willkommen in der Stadt der Ratten.' Den Käufer schnappen, die Geisel in Sicherheit bringen, den Händler ausliefern - so weit, so einfach. Als die beiden Beschwörer Mshauri und Penumbra für die Rebellengruppe Redeemer ins Feld ziehen und die junge Antoinette Dumas aus den Fängen eines Menschenhändlers befreien, ist ihr Ziel zum Greifen nahe: Dafür zu sorgen, dass Jacques Vermont, einer der reichsten Männer in der strahlenden Metropole Gratia, für seine Verbrechen hinter Gittern wandert. Doch als Antoinette sich weigert, eine Aussage zu machen und plötzlich die mächtigsten Clans der Unterwelt auf den Plan treten, muss sich Mshauri zwischen Antoinettes Wohlergehen und Vermonts Opfern entscheiden - denn solange er auf freiem Fuß ist, blüht sein Geschäft in Bull's Cross. (Content Notes befinden sich am Ende des Buchs)

Vinicio Vox ist kein sonderlich interessanter Mensch, bildet sich jedoch ein, über ein gewisses Maß an Fantasie und Einfallsreichtum zu verfügen und einigermaßen passabel schreiben zu können. So passabel tatsächlich, dass er sich in einem seltenen Anflug unbeherrschten Selbstbewusstseins dazu entschieden hat, eines seiner langjährigen Projekte im Selbstverlag zu veröffentlichen. Seine Biografie folgt dem klassischen Schema von Schulaufsatz -> eigene Projekte -> Traum vom Autorendasein -> Selbstzweifel und Imposter-Syndrom und erfüllt damit alle Voraussetzungen für eine glorreiche Zukunft als hungernder Künstler. Wenn er nicht gerade schreibt, verbringt er seine Freizeit mit Anime und Manga, Videospielen und Büchern aller Art, immer auf der Suche nach der nächsten Welle Inspiration.

Vinicio Vox ist kein sonderlich interessanter Mensch, bildet sich jedoch ein, über ein gewisses Maß an Fantasie und Einfallsreichtum zu verfügen und einigermaßen passabel schreiben zu können. So passabel tatsächlich, dass er sich in einem seltenen Anflug unbeherrschten Selbstbewusstseins dazu entschieden hat, eines seiner langjährigen Projekte im Selbstverlag zu veröffentlichen. Seine Biografie folgt dem klassischen Schema von Schulaufsatz -> eigene Projekte -> Traum vom Autorendasein -> Selbstzweifel und Imposter-Syndrom und erfüllt damit alle Voraussetzungen für eine glorreiche Zukunft als hungernder Künstler. Wenn er nicht gerade schreibt, verbringt er seine Freizeit mit Anime und Manga, Videospielen und Büchern aller Art, immer auf der Suche nach der nächsten Welle Inspiration.



Kapitel 2


Antoinette Dumas



Zur gleichen Zeit ertönte ein lauter Knall in einem Lagerhaus am anderen Ende der Stadt.

Wenn etwas geschah, womit man nicht rechnete, neigte so mancher Mensch dazu, in seiner geschockten Ratlosigkeit einzufrieren und verwundbar zu werden, doch Penumbra und Mshauri hatten Glück. Glück, dass sie beide schnell reagierten und das Glück, dass unerwartete Situationen inzwischen nichts mehr waren, in dessen Angesicht sie wie Rotwild im Scheinwerferlicht erstarrten. Schon als Ports Hand in Richtung seiner Waffe zuckte, waren sie bereit, der Kugel auszuweichen, die er ohne weitere Verhandlungen auf sie losließ.

Penumbra hechtete hinter eine Holzkiste, Mshauri brachte sich hinter einer der stützenden Betonsäulen in Sicherheit und das Geschoss, das sich zwischen Penumbras Augen hätte bohren sollen, kollidierte stattdessen mit der Scheibe des Verwaltungsbüros, die ohne Widerstand zersprang. Ganz gleich, was dieses Glas schon alles durchgestanden hatte — solcher Gewalt konnte es nichts entgegensetzen. Begleitet wurde das Klirren der zu Boden stürzenden und durch die Halle schlitternden Scherben von einem Schrei; so spitz und von Angst erfüllt, dass er durch jedes Trommelfell hätte schneiden können, wäre er nicht von einem Knebel gedämpft worden.

Penumbra konnte sich selbst unter all dem Lärm fluchen hören und fühlte sich dabei seltsam losgelöst von seinem Körper. Sein Kopf wurde federleicht, als er realisierte, wie knapp er dem Tod entkommen war. Seine zuvor so präsente innere Anspannung, die ihn seit dem Moment begleitet hatte, da sie das Gelände betreten hatten, löste sich in einer Mischung aus Überlebensinstinkt und Erleichterung auf, verscheuchte für einen kurzen Augenblick das Ziel, auf das er sich konzentrieren sollte.

Bis Mshauris Stimme ihn wieder in seinen Schädel zurückdrängte und ihn daran erinnerte, dass es hier nicht um ihn ging.

»Penumbra!«

Er atmete tief ein, spähte um die Ecke seines Verstecks und sah Port genau dort, wo er auch schon wenige Augenblicke zuvor gestanden hatte; eine Hand im Haar der wehrlosen Frau vergraben, die sich in ihrer Panik zu Boden hatte fallen lassen und nun — vor Angst von allem Sinn und Verstand verlassen — die Hände an ihren Kabelbinderfesseln blutig scheuerte, um sich von ihnen zu befreien.

»Ich lasse mich nicht verarschen!«

Ports mächtige Stimme donnerte durch die Halle. Wahrscheinlich hielt er sich dabei für einen Gott, selbstsicher und brutal, wie er seine Geisel von sich schleuderte und im Dreck liegen ließ, während er sich langsam auf die Verstecke zubewegte. Er hielt die Waffe im Anschlag, sodass er alles würde erschießen können, was den Fehler machte, sich zu rühren. Penumbra wagte sich in genau diesem Moment zu weit aus seiner Deckung und blickte im nächsten Augenblick direkt in den Lauf des tödlichen Werkzeugs.

Er warf sich zurück, stürzte dabei fast zu Boden und versuchte die Vorstellung zu verdrängen, dass sich sein Gehirn auf dem Boden verteilt hätte, wäre er nur etwas langsamer gewesen. Stattdessen riss die Kugel ein Stück aus der Kistenkante und grub sich in einen Stapel leerer Paletten. Die Holzsplitter flogen ihm um die Ohren und er kniff schützend die Augen zusammen. Penumbra zerrte an der dünnen Kette, die um seinen Hals lag und mit einem kaum hörbaren Knacken kapitulierte. Er zog die stählerne Marke von den zerstörten Gliedern, die einen brennenden Striemen auf seiner Haut hinterließen und warf sie blind und so weit er konnte über die Kiste hinweg, konzentrierte all seine Energie auf das fliegende Stück Metall und betete, dass die Zeit reichen würde. Ein leises Rauschen wie von einer verirrten Windböe, drang durch das Donnern seines Herzens und seinen unkontrollierten Atem und er sammelte sich, gab mit aller Gewalt einen stummen Befehl, spürte, wie ihm die verklärten, schwachen Fäden, die seinen ekstatischen Geist mit der Marke verbanden, entglitten, doch er klammerte sich mit aller Kraft an sie. Plötzlich ertönte ein Knurren, das nicht von dieser Welt war, eingehüllt in einen geisterhaften Hall, der einem die Haare zu Berge stehen ließ — gerade, als sich Ports grinsendes Gesicht in sein Blickfeld schob und sich das höhnisch gehauchte »Hab ich dich« schon als Zucken auf seinen Lippen zeigte.

Der Lärm ließ Ports Kopf nur kurz zucken, seine Aufmerksamkeit nur für den Bruchteil einer Sekunde hinter sich wandern. Doch das war genug.

Mshauri schnellte hinter ihrer Säule hervor, stürzte sich auf Ports ausgestreckten Arm und entwand ihm die Pistole, bevor er reagieren konnte. Gnadenlos zog sie ihm die Waffe über den Schädel. Ihr Gegner ging augenblicklich blutend und besinnungslos zu Boden.

»Fick dich, Arschloch«, gab sie ihm noch mit auf den Weg in die Ohnmacht.

Nun wagte sich auch Penumbra aus seinem Versteck, wischte sich Holzspäne von den Schultern und sah über den reglosen Körper des Sklavenhändlers hinweg zu der Stelle, an der die Frau gelegen hatte. Ein großer Schatten kauerte vor ihr, verbarg fast vollständig ihre reglose Gestalt.

Aus dem Rücken der wolfsartigen Kreatur, die sich vor ihr manifestiert hatte, ragten mehrere Reihen scharfkantiger Kristallnadeln und aus den riesigen Pranken wuchsen fingerlange Klauen, die sich in den grauen Beton bohrten. Die Muskeln der Bestie waren noch immer bis zum Zerreißen gespannt, bereit, los zu jagen und sich auf etwaige Gegner zu stürzen oder Kugeln abzufangen. Doch ganz gleich, wie gut Penumbra seine Kreatur zu kontrollieren vermochte — sie war von Anfang an zu weit von ihm entfernt gewesen, als dass sie Port rechtzeitig hätte niederstrecken können. Ohne Mshauri hätte er sich diese Kugel garantiert eingefangen.

Nun, da die Gefahr vorüber war, begann die riesige Wolfsgestalt zu schnauben, bebte, verzog das Gesicht zu einer gequälten Fratze und imitierte damit die Regungen, denen Penumbra angesichts dieser bitteren Wahrheit am liebsten nachgegeben hätte.

Mshauri berührte vorsichtig seinen Arm.

»Du blutest.«

Penumbra sah an sich hinab. Tatsächlich. An seinem Oberarm hatte eine der Kugeln den Stoff seiner Jacke, seines Shirts und die darunter liegende Haut zerrissen. Beim Anblick seines eigenen Blutes, das nach und nach alles, was die Wunde umgab, durchtränkte, wähnte er sich kurz in einem Schlachthaus. Wesentlich schlimmer als der Schmerz, der nur schwach durch den Schleier des Adrenalins zu ihm durchdrang, war die Übelkeit, die ihn ohne Vorwarnung überwältigte. Ihm wurde schwindelig und er hielt sich an Mshauri fest, um nicht auf die Knie zu sinken.

»Halb so wild. Nur ein Streifschuss«, brachte er hervor, riss seine Augen von dem dunkelroten, klebrig-feuchten Albtraum los und musste feststellen, dass sein Wolfbeast an seinen Rändern zerfaserte, wie feine Rauchschwaden, die ins Nichts gingen. Es hatte jegliche Regungen aufgegeben und gab sich willenlos seinem Schicksal hin, zerfloss kläglich und ließ sein Medium zurück. Die kleine Stahlmarke verharrte noch für einen Moment von wenigen Fasern in der Luft gehalten und fiel schließlich klirrend der Schwerkraft anheim, als sich ihre letzten Stützen ebenfalls aus der Wirklichkeit verabschiedeten. Penumbras Körper reagierte darauf ungewöhnlich stark. Seine Muskeln rebellierten plötzlich, klebten bleischwer und fast nutzlos an seinen Knochen und nur noch Mshauris Kraft allein hielt ihn aufrecht.

Er konnte sich nicht daran erinnern, wann ihn eine unfreiwillige Destabilisierung das letzte Mal so ausgelaugt hatte. Dabei war es besonders jetzt wichtig, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Und zwar die schluchzende, zitternde Frau, die vor ihnen kauerte. Er kratzte seine restliche Kraft zusammen, löste sich von Mshauri, taumelte auf das traumatisierte Mädchen zu und ging hinter ihm in die Hocke. Penumbra entfernte die Kabelbinder mit seinem Taschenmesser.

Auch sie blutete und er konnte nicht hinsehen, ohne dass sich sein Magen heillos zu überschlagen versuchte. Normalerweise hatte er keinerlei Schwierigkeiten, selbst bei großen Mengen Blut die Nerven zu bewahren, doch in diesem Moment erinnerte ihn jeder Tropfen viel zu deutlich daran, wie nahe er dem Tod heute gekommen war.

»Jetzt ist alles gut«, versicherte er ihr, obwohl er wusste, dass die Situation weit davon entfernt war. Die Gefühle und Erinnerungen hörten nicht einfach auf, nur weil er es sagte. Es würde viel Zeit brauchen, bis sie das alles überwunden hatte. Falls es ihr überhaupt je gelingen würde.

»Wir sind hier, um dir zu helfen«, fügte er hinzu. Zumindest das entsprach der Wahrheit, aber das schien sie kein bisschen zu beruhigen, sondern vielmehr dazu zu ermutigen, endgültig zusammenzubrechen.

Ihr Körper schüttelte sich unter heftigem Schluchzen. Sie heulte auf, wand sich, machte es ihm fast unmöglich, den Knebel zu lösen und kaum war ihre Stimme nicht mehr gedämpft, drang ihr Wehklagen durch seine Ohren bis tief in die emotionalsten Winkel seines Gehirns.

Ihr Anblick, der Klang ihrer gequälten Stimme … Es trieb ihm die Tränen in die Augen und er war dankbar dafür, dass sie ihn nicht ansah. Mshauri, die ihre Sturmhaube nach oben schob und damit ihr vertrauenerweckendes Gesicht entblößte, scheuchte ihn mit einer Handbewegung fort und übernahm alles Weitere. Sie war so viel besser darin, als er, der höchstens dazu in der Lage war, die Stimmung mit makaberem Humor aufzulockern und sogar er wusste, dass diese Fähigkeit hier nicht gefragt war.

Er kam mit dieser Art von Gefühlen nicht zurecht.

Penumbra wandte sich ab, entfernte sich ein paar Schritte von den beiden Frauen und versuchte, seinen stockenden Atem wieder unter Kontrolle zu bringen. Er rieb sich die Augen mit dem...

Erscheint lt. Verlag 26.6.2025
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Alternatives Universum • Gangs • LGBTQ • Low Fantasy • Organisiertes Verbrechen • Rebellion • Urban Fantasy
ISBN-10 3-8197-5097-5 / 3819750975
ISBN-13 978-3-8197-5097-7 / 9783819750977
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