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Der Duke und die schöne Rebellin (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3775-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Duke und die schöne Rebellin - Louise Allen
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Der Duke of Aylsham hält es für einen Fehler, sie geküsst zu haben? Verity ist empört. Als ob sie darauf aus wäre, mit einem intoleranten Lord anzubandeln! Sie spürt genau: Eine unabhängige Frau wie sie passt einfach nicht in sein Weltbild. Aber warum zieht der smarte Aristokrat sie dann so leidenschaftlich in seine Arme?



<p>Louise Allen lebt mit ihrem Mann - für sie das perfekte Vorbild für einen romantischen Helden - in einem Cottage im englischen Norfolk. Sie hat Geografie und Archäologie studiert, was ihr beim Schreiben ihrer historischen Liebesromane durchaus nützlich ist.</p>

1. KAPITEL


Great Staning, Dorset, 1. Mai 1814

William Xavier Cosmo de Whitham Calthorpe, 4. Duke of Aylsham – von seinem vor Kurzem verstorbenen Großvater „William“ genannt, von seinen Freunden „Will“ und vom Rest der Welt „Euer Gnaden“ – ging den sanft ansteigenden Hügel hoch. Er schritt die nördliche Grenze seiner Ländereien ab und sah mit Genugtuung, dass alles in schönster Ordnung war.

Zwar beschäftigte ihn noch das Tohuwabohu im Haus, das er hinter sich gelassen hatte, doch darum würde er sich später kümmern, wenn er am Frühstückstisch saß. Man brauchte lediglich Geduld, um seinen sechs Halbgeschwistern ein Mindestmaß an Disziplin beizubringen. Allerdings war in der Tat eine Menge Geduld notwendig.

Nun war er mit dem beschäftigt, was er für die erste Amtshandlung jedes verantwortungsbewussten Landbesitzers am frühen Morgen hielt: Er begutachtete seinen Grund und Boden, um zu prüfen, ob es Probleme gab, um die er sich kümmern musste. Er war jetzt der Duke und kannte seine Pflichten, ganz gleich, ob es um die wilde Horde von Halbgeschwistern ging, die den häuslichen Frieden störte, oder um die zahllosen Ländereien und Pächter, für die er die Verantwortung trug.

Das zwanzig Meilen entfernte Oulton Castle war der eigentliche Familienstammsitz der Aylshams. Obwohl das Gebäude in tadellosem Zustand war und gut verwaltet wurde, hielt er es für eine derartig lebhafte Familie, wie er sie jetzt zu führen hatte, für gänzlich ungeeignet. Das nahe Landgut Stane Hall, das weder über einen tiefen Burggraben noch über eine Sammlung alter Waffen verfügte, dafür aber ein leer stehendes Witwenhaus vorweisen konnte, schien ihm fürs Erste besser und sicherer für die Schar undisziplinierter Geschwister.

Will schob die sorgenvollen Gedanken beiseite und konzentrierte sich auf sein Vorhaben. Er war bereits sieben Tage hier, doch dies war der erste Morgen, an dem er Zeit fand, das Land richtig in Augenschein zu nehmen. Oben auf der Anhöhe musste der nördlichste Teil seines hiesigen Besitzes liegen.

Er zog eine zusammengefaltete Karte aus seiner Tasche, klappte sie auseinander und warf einen prüfenden Blick darauf. Die sechs beulenartigen Erhebungen, die sich vor ihm auf dem Hügel ausbreiteten und wie die halb vergrabenen Perlen einer Kette für Riesinnen aussahen, waren dort schraffiert und mit der Bezeichnung „Historische Hügelgräber (druidisch)“ versehen. Demnach verlief die Grenze am oberen Ende der Gräberkette. Einen Zaun konnte er jedoch nicht erkennen.

Das war nicht gut. Zäune waren für ein ordentlich geführtes Landgut von größter Bedeutung. Da er wollte, dass Stane Hall in einem makellosen Zustand war, musste dieses Manko umgehend behoben werden. Ein Duke gab sich nur mit dem Allerbesten zufrieden und duldeten keine Nachlässigkeit – ganz gleich, ob es um die Bediensteten, die Umgebung oder um ihn selbst ging. Das war die erste Lektion gewesen, die sein Großvater, der 3. Duke of Aylsham, ihm erteilt hatte, nachdem er ihn damals zu sich genommen hatte. Will war dankbar gewesen, dass sein Großvater ihn von dem schrecklich chaotischen Leben erlöst hatte, das er bei seinem Vater, dem immer schon sprunghaften George, Marquess of Bromhill, nach dem Tod seiner Mutter geführt hatte. Der erste Versuch des alten Duke, einen perfekten Erben heranzuziehen, war gescheitert, nachdem sein Sohn George kurz nach dem Tod von Wills Mutter in Liebe zu der bezaubernden Miss Claudia Edwards, einer Schriftstellerin und leidenschaftlichen Erziehungstheoretikerin, entbrannte. Das exzentrische Leben des Paares hatte mit Georges’ tödlichem Sturz von einem Dach geendet. Der Marquess of Bromhill war auf das Dach gestiegen, um seine Theorie, nach der ein Gentleman in der Lage sein sollte, alle Aufgaben selbst auszuführen, die er von anderen verlangte – einschließlich handwerklicher Arbeiten –, in die Praxis umzusetzen.

Obwohl seitdem drei Monate verstrichen waren, ärgerte sich Will noch immer, dass sein Vater versucht hatte, die Dachziegel selbst auszutauschen, anstatt einen gelernten Dachdecker zu beauftragen. Als dem alten Duke daraufhin bewusst geworden war, dass er den Titel nun direkt an seinen Enkel weitergeben konnte, hatte er seinen Kampf gegen die jahrelangen Herzbeschwerden aufgegeben.

Insgeheim machte Will daher seinen Vater für den Verlust seines Großvaters verantwortlich. Nur fünf Wochen hatte Will den Titel des Marquess of Bromhill getragen, bevor er der neue Duke of Aylsham wurde. Und seine Trauer um den Großvater, bei dem er vierzehn Jahre lang gelebt hatte, war noch längst nicht abgeklungen. Ein Duke hatte zwar auf alle gebotenen äußerlichen Anzeichen von Trauer zu achten, sprach aber nicht über seine Einsamkeit und schon gar nicht über die Angst, seiner Rolle nicht gewachsen zu sein. Will fragte sich, ob der alte Duke sich ähnlich gefühlt hatte, als er den Titel geerbt hatte. Selbstverständlich hätte Großvater das niemals zugegeben, dachte er traurig lächelnd.

Will hatte alle Unterweisungen seines Großvaters verinnerlicht und war fest entschlossen, ein ebenso vollkommener Aristokrat zu sein wie der 3. Duke. Mit der richtigen Frau an seiner Seite würde das leichter gelingen, das wusste er. Sein Großvater hatte ihm eingeschärft, auf gar keinen Fall eine ungeeignete Dame zu heiraten. Für Will hatte dieser Grundsatz oberste Priorität, denn das Beispiel seines Vaters war Warnung genug.

Geeignet hieß, dass sie aus den besten Kreisen stammen, hübsch, gebärfreudig und wohlerzogen sein sollte. Eine angenehme Gemütsart, ein angemessenes Bildungsniveau und eine annehmbare Intelligenz waren natürlich ebenfalls wünschenswert. Unkonventionelle Vorstellungen und exzentrisches Verhalten ziemten sich nicht für die Gattin eines Dukes. Da brauchte er nur an seine Stiefmutter zu denken, die ihren Kummer über den Verlust ihres Gatten zwar deutlich zur Schau trug, sich jedoch hartnäckig weigerte, die Trauerbräuche einzuhalten, die ihrem Geschlecht und ihrem Stand angemessen waren.

Will verbot sich, länger über die schwierige Stiefmutter oder seine Erwartungen an seine künftige Gemahlin nachzudenken. Zu seinem Bedauern konnte er in der Trauerzeit, die noch die nächsten vierzig Wochen andauern würde, ohnehin nicht auf Brautschau gehen. Besser er wandte sich wieder dem Thema Grenzzaun zu. Selbstverständlich hätte er seinen Verwalter auf den Rundgang mitnehmen können, doch er wollte sich erst einmal ein eigenes Urteil bilden. Niemand sollte etwas Unzulängliches beschönigen oder versuchen, ihn von Schwachstellen abzulenken.

Während er in diese Gedanken versunken gewesen war, war er am Fuße des größten Hügelgrabs angekommen. Selbstverständlich war er für die Wanderung durch die ländliche Umgebung passend gekleidet. Er trug bequeme feste Stiefel und seine zweitältesten Breeches.

Als er den Kamm des Hügels fast erreicht hatte, drehte er sich um, um in die Richtung zu schauen, aus der er gekommen war. Dabei wäre er beinahe auf der noch vom Tau feuchten Wiese ausgerutscht, fing sich jedoch rechtzeitig. Von hier aus bot sein Anwesen einen schönen Anblick mit dem fernen Glitzern des Sees, einer Gruppe grasender Dammhirsche und dem malerischen Buschwald. Der Duft von Heckenrosen erfüllte die warme Luft und von einem nahen Feld wehte der Geruch eines Dunghaufens zu ihm herüber.

War das Herrenhaus von hier aus zu sehen? Um den Blickwinkel zu verändern, trat er einen Schritt zurück. Der Boden unter seinen Füßen verschwand, Will kippte nach hinten und fiel in einem Schauer aus Erde und Steinen hinab.

Er kam schmerzhaft mit dem Po auf. Dreck und Kieselsteine regneten ihm auf den Kopf, sein Hut rollte über frisch aufgegrabene Erde und landete vor den Knien einer jungen Frau. Sie trug ihr karamellfarbenes Haar zu einem losen Zopf geflochten, starrte ihn aus großen braunen Augen an und umklammerte mit ihren Händen einen menschlichen Schädel. In diesem Moment verspürte er ein reichlich unangenehmes Stechen an der linken Gesäßbacke.

Es gab kaum eine Vorwarnung. Sie bemerkte nur den langen Schatten eines Körpers, der plötzlich auf ihre Ausgrabungsstätte fiel. Verity hastete nach vorn, ergriff den Schädel und wich zurück. Gleich darauf stürzte der Mann in die Grube und blieb ächzend vor ihr liegen. Ein kurzes angelsächsisches Kraftwort war zu vernehmen.

Einen Moment lang verschlug es ihr die Sprache. Der Staub legte sich, und sie sah einen blonden Mann, der mit blauen Augen gegen die Sonne blinzelte. Seine gequälte Miene verriet Schmerz oder Zorn. Wahrscheinlich beides. Er trug teure, aber praktische Kleidung, die reichlich verdreckt war.

Ich weiß, wer er ist. Oh nein!

Seine attraktiven Gesichtszüge waren schmerzverzerrt, und sie erkannte, was der Grund dafür war. Auf der Skala gesellschaftlicher Katastrophen war diese Situation ohne Frage ganz weit oben anzusiedeln.

„Sir, ich fürchte, Sie sitzen auf einem Zahn.“

Nicht gerade die korrekte Form der Anrede, aber da man uns einander nicht vorgestellt hat …

Er kniff die blauen Augen noch etwas mehr zusammen, dann verlagerte er sein Gewicht auf die rechte Seite, griff unter seinen linken Rockschoß und zog einen menschlichen Kieferknochen hervor. „Ein Zahn. Bemerkenswert“, murmelte er. Als er den Kopf hob, fiel sein Blick auf das, was sie noch immer gegen ihre Brust drückte. „Madam, Sie scheinen einen Schädel in Händen zu halten. Einen menschlichen Schädel?“

„Ja“,...

Erscheint lt. Verlag 26.6.2025
Übersetzer Mira Bongard
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7515-3775-9 / 3751537759
ISBN-13 978-3-7515-3775-9 / 9783751537759
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