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Tod in St. Nikolaus -  Lara Moon

Tod in St. Nikolaus (eBook)

Tante Henni ermittelt

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
266 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-5704-9 (ISBN)
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(CHF 3,90)
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Aufruhr in Kirchhausen! Ein Toter liegt eines Morgens mitten im Brunnen von St. Nikolaus. War der Fremde tatsächlich der Sohn des Pfarrers? Und hat wirklich die türkische Mafia ihre Finger im Spiel? Fragen, die es zu klären gilt, und so machen sich Henriette und ihr Neffe, Kriminalkommissar Arne Voß sofort an die Auflösung dieses verzwickten Falles, der nicht leichter wird, als es plötzlich eine weitere Leiche gibt ... Erneut ermitteln zwei Katzen, ein Rabe und die vermeintliche Urenkelin des berühmten Sherlock Holmes Erfinders, Sir Arthur Conan Doyle.

Lara Moon liebt gute Geschichten, ihre Familie, ihren extrem erzählfreudigen Kater und laute Musik. Eine auffällige Person, ein seltsamer Spruch, eine interessante Zeitungsüberschrift oder auch einfach eine markante Landschaft und schon beginnt ihr Kopf sich Geschichten und passende Charaktere auszudenken, die sowohl vom Wahnsinn der Großstadt als auch von seltsamen Dorf-Kuriositäten geprägt sein können.

Kapitel 2


Gerade hatte Henriette ihre frisch gepflückten Erdbeeren in die Küche gebracht und wollte nun noch ein wenig Ordnung zwischen ihren Bohnen machen, als eine völlig aufgewühlte Frau an ihren Gartenzaun gestürmt kam.

„Henni! Henni! Bist du da?!“

Henriette hob verwundert ihren Kopf aus den buschigen Bohnen und staunte nicht schlecht, als sie die komplett erschütterte Chorleiterin von St. Nikolaus Eva Berg vor ihrem Gartentor stehen sah.

„Du meine Güte, Eva, was um alles in der Welt ist denn passiert? Du bist ja völlig außer Atem.“ Henriette erhob sich und ging auf Eva zu, die sich mit beiden Händen auf Henriettes Zaun abstützte und schwer schnaufte.

„Geht es dir gut? Soll ich dir ein Glas Wasser holen? Oder einen Tee?“ Henriette war bei ihrer Nachbarin angekommen und machte sich sichtlich Sorgen. Eva war nicht nur außer Atem, sondern auch ziemlich blass. Ja geradezu bleich.

„Nein danke, es geht schon.“

„Sicher?“

„Ja, wirklich. Alles O. K. Ich bin nur so entsetzt. Mitten im Brunnen. Direkt vor St. Nikolaus … und dann die ganze Polizei … und unser armer Pfarrer …“

„Wow, Eva. Jetzt beruhige dich doch erst ein Mal. Ich verstehe ja kein Wort von deinem Gestammel.“ Henriette schüttelte verständnislos den Kopf. „Also was ist passiert?“

Eva atmete tief ein und begann dann von vorne.

„Ich war auf dem Weg zur Chorprobe. Du weißt ja sicher, dass wir am nächsten Sonntag unser neues Programm Von Sister Act bis Schubert zum ersten Mal aufführen – ich gehe davon aus, dass du auch kommst – und deswegen üben wir jetzt natürlich täglich. Als ich mit meinem Rad auf den Marktplatz eingebogen bin, hab ich es schon gesehen. Alles war voller Leute und voller Polizei. Ich hab mich dann bis zur Kirche durchgekämpft. Also jedenfalls bis zu der polizeilichen Absperrung. Da waren Leute in so weißen Plastikanzügen und dann kam ein Leichenwagen und hat einen Mann eingeladen. Der lag vorher in unserem Brunnen. Mitten im Trog der Heiligen Klara und ...“

„Moment“, Henriette unterbrach den Redeschwall der Chorleiterin. „Soll das etwa heißen, dass da ein Toter im Klara von Assisi-Brunnen lag?“

„Sag ich doch!“

„Hast du gesehen, wer es war?“, in Henriette begann es leicht zu kribbeln. Uroma Käthes Gene regten sich und fast war es Henriette, als röche sie eine Pfeife. „So ein Quatsch, Holmes verbindet man mit einer Pfeife, nicht Doyle“, dachte sie kopfschüttelnd, während sie auf Evas Antwort wartete.

„Nein. Als ich dort ankam, haben sie den Toten ja gerade in den Wagen geschoben.“

„Woher weißt du denn dann, dass er im Brunnen lag?“, hakte Henriette verwundert nach.

„Na weil mir das die Gutmann Schwestern erzählt haben. Die waren viel früher als ich an der Kirche, weil sie vor der Probe noch einen Kaffee bei Trudi trinken wollten. Die war übrigens auch da, also Trudi, und die hat gesagt, dass die Polizei sogar schon da war, als sie morgens ihr Café öffnen wollte. Stell dir vor, die wollten sie doch tatsächlich erst gar nicht zu ihrem TörtchenTraum durchlassen, weil sie sie nicht erkannt haben.“ Eva schien empört, dass man Trudi nicht bis in den entlegensten Winkel der Welt erkannte. Henriette schmunzelte. „Jedenfalls hat Trudi gesagt, dass der Tote wohl ein Fremder war, der einen Tag zuvor ein Zimmer in der Linde gemietet hatte.“

„War ja klar, dass Trudi mal wieder als eine der Ersten über alles Bescheid wusste“, dachte Henriette, die jetzt schon erahnte, wer sie heute noch anrufen oder besuchen würde.

„Na jedenfalls konnten wir heute nicht in die Kirche zum Proben und man konnte mir auch nicht sagen, wann wir wieder in die Kirche dürfen. Ist das nicht eine absolute Frechheit? Die können doch nicht einfach ein Gotteshaus sperren! Nicht ein Mal der Pfarrer konnte mir sagen, wann die nächste Messe ist. Dürfen die das eigentlich? Ich meine, man hat doch schließlich ein Recht auf die Ausübung des Glaubens“ Eva geriet geradezu in Rage bei dem Thema. „Und überhaupt, wieso sperrt die Polizei St. Nikolaus, wenn der Mann doch offensichtlich in dem Trog der Heiligen Klara ertrunken ist?“

„Der Mann ist ertrunken?“

„Er lag in einem Wassertrog, also ...“

„Das heiß, t du weißt es nicht, du denkst nur, dass er ertrunken ist?“, hakte Henriette nach, denn sie spürte, dass dieses Gespräch auch recht schnell in Spekulationen und Gerüchte abrutschen konnte.

„Nein, sicher weiß ich nicht, wie er gestorben ist. Wie gesagt, er war ja auch schon fast eingeladen, als ich an der Kirche ankam“, gab Eva kleinlaut zu. „Aber ehe ich es vergesse: Trudi hat gesagt, dass ich dir ausrichten soll, dass anscheinend Arne mit dem Fall betraut wurde.“ Eva war anzuhören, dass sie diese Information zwar weitergab, aber nicht wirklich wusste, was Henriette damit anfangen sollte. „Hast du eine Ahnung, was Trudi damit meint?“

„Ja, habe ich. Arne ist mein Neffe und er arbeitet bei der Kriminalpolizei.“

„Ach so.“ Eva nickte. „Henni, meine Liebe, ich muss dann aber auch mal weiter. Schließlich muss ich die Chorproben irgendwie neu organisieren, wer weiß, wie lange das da unten alles dauert. Am Ende müssen wir unsere Premiere verschieben.“ Evas Stimme kiekste leicht und Henriette wunderte sich, dass die eventuelle Verschiebung einer Choraufführung für Eva anscheinend weitaus schlimmer zu sein schien als die Tatsache, dass ein Toter auf dem Marktplatz gefunden wurde.

Henriette gab das Projekt Bohnen für heute auf und machte sich stattdessen auf den Weg zu Trudis TörtchenTraum. Trudi, die eigentlich Getrudis van Bloom hieß, trug heute ein typisches 50er Jahre Petticoatkleid in grellem Zitronengelb. Ihren neuen Eiswagen hatte sie am Rand ihrer Terrasse geparkt und ein junger Mann, den Henriette bisher noch nie bei Trudi arbeiten gesehen hatte, verkaufte die Kugeln beinahe im Akkord.

„Du hast einen neuen Mitarbeiter?“, begrüßte Henriette ihre Freundin und deutete dabei mit dem Kopf auf den muskulösen, jungen Mann, der erschreckend blaue Augen hatte. „Kein Wunder, dass das Eis anscheinend vor allem bei der weiblichen Bevölkerung von Kirchhausen sehr beliebt war“, dachte Henriette und schmunzelte.

„Das ist Pietro. Also eigentlich Peter. Aber solange er am Eiswagen steht, ist er Pietro. Das passt besser, weil es eben italienisch ist.“

„Deine Angestellten bekommen jetzt Künstlernamen?“; Henriette lachte laut los.

„Nein, natürlich nicht. Obwohl, schließlich habe ich im Grunde ja auch einen Künstlernamen.“

„Du hast keinen Künstlernamen, du benutzt lediglich eine Kurzform deines Namens“, korrigierte Henriette ihre Freundin noch immer lachend.

„Von mir aus. Peter hat nichts dagegen. Im Gegenteil, er fand die Idee äußerst lustig. Hin und wieder erwische ich ihn sogar dabei, wie er sich an einem echt schlechten italienischen Dialekt versucht und so Sachen wie allora oder füüre die multi bella donna sagt. Und wie du ja selber sehen kannst, scheint das den Leuten zu gefallen“ Trudi zuckte mit den Schultern.

„Und woher hast du deinen flotten Mogel-Italiener? Diese Augen währen mir ganz sicher aufgefallen.“

„Das war pures Glück“, strahlte Trudi. „Peter ist ein Freund von Hanna. Ich glaube, sie kennen sich von der Uni. Und wie es der Zufall so will, hat Peter unsere gute Hanna gestern Nachmittag abgeholt, weil sie zusammen mit ein paar weiteren Freunden noch zum Badesee wollten. Tja, wir kamen kurz ins Gespräch und da hat er erwähnt, dass er gerade seinen Minijob verloren hat und da habe ich natürlich gleich zugeschlagen. Ich meine, sieh ihn dir doch nur an.“ Trudis Augen blitzten vor Begeisterung.

„Dass das irgendwie ein wenig sexistisch ist, ist dir aber schon klar, oder?“

„Ach was. Er ist ja nicht nackt. Außerdem, was kann ich dafür, dass die Mädels anscheinend ausnahmsweise Mal nicht an die Kalorien denken, wenn sie ihr Eis von unserem hübschen Pietro serviert bekommen.“ Trudi zwinkerte Henriette verschwörerisch zu. Sie hielt so gar nichts von dem vorherrschenden Schlankheitswahn der jungen Mädchen. Ihrer Meinung nach brauchte eine Frau Rundungen. Schöne, sanfte Rundungen.

„Das ist natürlich mal ein Argument“, stimmte Henriette ihr zu.

„Aber jetzt mal Schluss mit dem Gerede über meinen neuen Eisverkäufer. Als ob es nichts Spannenderes gäbe. Du hast doch sicher schon von dem schrecklichen Vorfall heute Morgen gehört, oder? Liegt da einfach so ein Toter in unserem Klara-Brunnen“, Trudi schien empört.

„Ja, Eva hat es mir heute Morgen brühwarm erzählt. Sie hat auch erwähnt, dass du Arne gesehen hast. Ist er noch drüben bei der Kirche. Ich habe vorhin nichts gesehen, außer dem...

Erscheint lt. Verlag 26.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-8192-5704-7 / 3819257047
ISBN-13 978-3-8192-5704-9 / 9783819257049
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