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Das Haus (Mitlesebuch 151) - Björn Hayer

Das Haus (Mitlesebuch 151)

Gedichte

(Autor)

Buch | Softcover
65 Seiten
2025
Aphaia Verlag
978-3-946574-40-8 (ISBN)
CHF 20,95 inkl. MwSt
Haus und Geist: Auf den ersten Blick stellt ein Haus keine poetische Figur dar. Es befindet sich auf festem Grund, ist unverrückbar. Seine Wände bieten eine größtmögliche Abschottung vor der Außenwelt. Wer will, kann darin sitzen und in gänzlicher Isolation bleiben. Allenfalls dient es noch als binäres Schema. Man besitzt es oder eben nicht. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, schreibt Rainer Maria Rilke in seinem „Herbstgedicht“. Ein Vers, der absoluter, entschlossener nicht klingen könnte. Kein Haus zu haben, bedeutet hier einsam dem nahenden Winter ausgesetzt zu sein. Ein Haus besteht oder eben nicht. Anders als ein Poem, dem doch immer eine Entwicklung innewohnt. Es verändert sich mit der Zeit, kennt weder Grenzen noch Statik. Haus und Lyrik bilden somit ein ungleiches Paar. Eigentlich passt nichts zusammen. So war meine Annahme, als ich mir vor einigen Jahren selbst ein Eigenheim inmitten des Pfälzerwaldes kaufte. Vielleicht hatte ich in der sogenannten Niedrigzinsphase Rilke im Ohr, vielleicht suchte ich aber auch einen Ort, der Ruhe und Askese zuließ. Bevor man in ein Haus zieht, werden seine Wände schon zu Leinwänden für allerlei Projektionen. Ein Haus, das ist nicht nur ein Bett, ein Stuhl und bestenfalls eine Heizung, ein Haus ist immer auch eine Idee, ein Ideal des sich materialisierenden Ich. Obwohl es einen anzieht, ist man nicht frei von Angst. Noch vor allem Anfang schwingt die Sorge mit, dem Objekt nicht gerecht werden zu können, dem wuchernden Garten, der Feuchtigkeit, die potenziell immer von außen nach innen kommen kann, der schlummernden, oft noch nicht sichtbaren Vergänglichkeit. Ein Haus zwingt einen also zur Wachsamkeit, zur Hege und Pflege. Es macht etwas mit einem. Funktioniert die Logik daher eher umgekehrt? Wird weniger das Haus als vielmehr man selbst zu einer poetischen Figur, indem man das Gebäude bewohnt?... Aus dem Nachwort von Björn Hayer

Björn Hayer ist Autor von Lyrik, Prosa und Theater­stücken. Nachdem er sich in Literaturwissenschaft habilitiert hat, arbeitet er zudem als Kritiker und Essayist für Print und Rundfunk, darunter FR, taz, DLF Kultur und der Freitag. Außerdem unterrichtet er als Privatdozent an der RPTU Kaiserslautern-Landau und leitet seit 2025 das Künstlerhaus Edenkoben.

Erscheinungsdatum
Verlagsort München
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Themenwelt Literatur Lyrik / Dramatik Lyrik / Gedichte
Schlagworte APHAIA Verlag • Björn Hayer • Das Haus • Mitlesebuch 151
ISBN-10 3-946574-40-8 / 3946574408
ISBN-13 978-3-946574-40-8 / 9783946574408
Zustand Neuware
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