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Sophia Brezle hebt ab -  Eugen Prill

Sophia Brezle hebt ab (eBook)

Aufbruch in neue Welten

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
418 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-7050-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
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Unerwartet findet sich die fünfzehnjährige Sophia mit ihrer Familie an Bord eines luxuriösen Raumschiffs wieder und bricht zu einer abenteuerlichen Reise durch den Kosmos auf. Das Raumschiff ist das Herzstück eines ehrgeizigen Weltraum-Tourismusprojekts, das wohlhabende Kunden und Prominente in ferne Galaxien bringt und gleichzeitig Fachkräfte für Kolonien auf entlegenen Planeten rekrutiert. Doch die Reise nimmt eine düstere Wendung: Bei einer Show gerät ein Avatar außer Kontrolle und tötet einen Zuschauer. Kurz darauf wird das Schiff von Piraten überfallen. Als eine Safari auf einem fremden Planeten in einem tobenden Unwetter endet, wird Sophia von ihrer Gruppe getrennt. In einem verlassenen Labor stößt sie auf unheimliche Entdeckungen und die Gefahr wächst. Eine erneute Begegnung mit den Piraten zwingt Sophia und ihre Freunde zu einer waghalsigen Flucht. Der Kampf ums Überleben wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, als sie auf das Volk der Izingane treffen und gemeinsam nach einem Schamanen suchen, der das Blatt vielleicht noch wenden kann.

Eugen Prill wurde 1960 in Bonn geboren und lebt heute mit seiner Frau Claudia in der Gemeinde Engstingen auf der Schwäbischen Alb. Gemeinsam haben sie zwei erwachsene Töchter. Nach seiner beruflichen Laufbahn als Techniker widmet er sich nun im Ruhestand seiner großen Leidenschaft: dem Schreiben.

SIA IST ZURÜCK


Im gedämpften Licht des Raumes waren Sias Sommersprossen auf der Nase und das Blond ihrer Haare nur schemenhaft zu erkennen. Benommen öffnete sie die Augen zu schmalen Schlitzen und sah unscharf die Konturen von Überwachungsmonitoren. Das monotone Summen der Nanobot-Infusion schuf eine bedrückende Stille um sie herum. Eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen überdeckte den stechenden Geruch von Desinfektionsmitteln.

Sia lag in einem Bett, dessen Oberfläche sich perfekt an die Konturen ihres Körpers anpasste. Haarfeine Schläuche und Drähte waren mit ihrem Körper verbunden. Ihr Oberkörper war halb von einem leichten Hemdchen, halb von einem dünnen Tuch bedeckt. Die Erkenntnis traf sie plötzlich: Sie befand sich auf einer Intensivstation. Über ihr wölbte sich ein Himmel aus Sensoren, der unaufhörlich Daten sammelte. Das KI-gesteuerte System, das sie umgab, wirkte wie eine symbiotische Einheit, die unermüdlich über ihren Zustand wachte.

Ihre Arme und Beine schmerzten, und ihr Gedächtnis schien wie blockiert, arbeitete nur langsam. Sie schloss die Augen erneut und versuchte verzweifelt, ihre Erinnerungen zu ordnen - Bruchstücke, die andeuteten, dass etwas schiefgelaufen war.

In ihren Gedanken formten sich fragmentarische Bilder: Ein großer Vollmond leuchtete fahl durch neblige Dunkelheit. Sia sah sich selbst auf einer hölzernen Trage, mit Stroh bedeckt, auf dem Boden liegend. Ihre Arme und Beine fühlten sich schwer wie Blei an, jede Bewegung war unmöglich. Männer, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, bewegten sich in rituellen Tänzen, während Frauen rhythmisch klatschend um sie herumsaßen und sangen. Die katzenhaften Augen der Männer und Frauen glühten trotzig im Mondlicht, und ihre zusammengepressten Lippen sprachen von aufgestauter Wut.

Sia zuckte zusammen, als plötzlich zwei blaue Augen dicht über ihrem Gesicht durch die Öffnungen einer dunklen Holzmaske mit durchdringendem Blick starrten.

»Hörst du mich?«

Eine weibliche Stimme drang zu ihr durch, leise und verzerrt, als käme sie aus weiter Ferne - wie ein Echo in einem Traum, das zu verblassen begann.

»Sia, hörst du mich?«

Die sechzehnjährige Sia erkannte die Stimme. Mit Mühe zwang sie sich, die Augen wieder zu öffnen. Langsam wurde das Gesicht vor ihr klarer. Es war eine Frau mit zerzaustem blondem Haar, die sich über sie gebeugt hatte.

Ein schwaches Lächeln zuckte über Sias Mundwinkel, und sie flüsterte, kaum hörbar: »Mama!«

»Sia - Schatz.« Auf diesen Moment hatte Miki lange warten müssen. Sanft berührte sie eine mit Binde umwickelte Hand ihrer Tochter. Sia stöhnte leise und presste die Lippen zusammen. Doch beide genossen den Moment mit dem Gefühl der Nähe zueinander und ihre Augen spielten miteinander.

»Endlich!«, flüsterte ihre Mutter aufatmend. »Schatz, du bist wieder bei uns. Niemand mehr kann dir etwas antun. Du bist hier in Sicherheit.«

Mit einem Lächeln schloss Sia die Augen wieder und Miki ließ sie in den Schlaf gleiten.

»Edi, sie ist aufgewacht und hat mit mir gesprochen«, flüsterte Miki.

Sias Vater hatte sich von einem Lehnstuhl erhoben und wurde selbst Zeuge der zurückkehrenden Lebensgeister. Miki umarmte ihren unrasierten Mann, dem sichtbar der Schlaf fehlte.

»Sie hat mit mir gesprochen«, verkündete Miki noch einmal mit feuchten Augen.

»Hab ich doch gesagt: unsere Sia gibt nicht auf! Eben ganz der Papa«, sagte Edi erleichtert und erwiderte Mikis Umarmung.

Ein zweiter Mann im offenen Klinik-Mantel, der bis eben Einstellwerte der Apparate mit denen von seinem Notebook verglich, hatte die Szene schweigend verfolgt. Mit einem zufriedenen Nicken richtete er den Blick auf Sia.

»Scheint so, als hätten wir hier jemanden, der stärker ist als wir ahnen. Sophia hat jetzt die kritische Phase überstanden und ich bin fest davon überzeugt, dass sie es schaffen wird. - Ihr Bein - hmm - das hat es zwar schlimm erwischt - sieht aber auch schon viel besser aus«, sagte er beruhigend, während er seinen Digitalstift in die Brusttasche seines Mantels schob. »Sia ist noch schwach, aber die somatischen Verletzungen werden bald verheilt sein. - Was sie jetzt am meisten braucht, ist Zeit - der Rest kommt von allein.« Mit einem Lächeln wandte er sich an die Familie: »Wir sind auf einem guten Weg.«

Der Blick des Arztes schweifte über Sia bevor er tief Luft holte und seine Brille zurechtrückte. Dann zog er die Augenbrauen zusammen und sprach weiter: »Die Kopfverletzung werden wir mit unserer Neuroimaging-Technik noch gründlich untersuchen. Es ist wahrscheinlich alles in Ordnung, aber ich möchte sicherstellen, dass wir nichts übersehen.« Er hob einen beruhigenden Blick zu Sias Familie. »Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme - ich will absolut sicher gehen, dass keine Komplikationen auftreten.« Wieder atmete der Arzt tief durch. »Und in ein paar Wochen wird Sophia wieder auf den Füßen stehen.« Er zögerte kurz und runzelte die Stirn. »Wir können zwar nicht rekonstruieren was passiert ist, aber das Mädchen hatte Glück, ja sehr großes Glück. Dass sie so reagiert hat, ist außergewöhnlich. Das zeigt, wie stark ihr Körper ist und dass sie noch viel Kampfgeist in sich hat. Einmal hatten wir einen Fall -.«

Edi sah Miki an. Deren besorgter Ausdruck machte ihm deutlich, wie belastend die Situation für sie alle war. Edi war müde, er löste sich von Miki und unterbrach den Arzt: »Glücklicherweise haben die beiden Jungs Sia rechtzeitig gefunden.«

»Ja - Toni und Wolf«, bestätigte Miki.

Doch der Arzt offenbarte weiter. »Noch ein paar Stunden ohne Hilfe in der Wildnis - hmm - das hätte schlimm ausgehen können. Aber seien sie beruhigt. An Bord haben wir die besten Möglichkeiten Sophias Verletzungen zu versorgen. Hier ist sie wirklich in guten Händen.«

Der Arzt wischte suchend über sein Notebook. Edi und Miki sahen ihn mit müden Augen an.

»Wissen sie eigentlich, dass Sophia hier an Bord der erste Patient ist, der am P-Zwölf-Thermoformer angeschlossen ist?«

Edis und Mikis Blicke wanderten zu den winzigen Schläuchen aus Hochleistungs-Kunststoff an Sias Fuß, die mit einem leisen taktenden Apparat verbunden waren.

»Vom P-Zwölf gibt es nur vier Maschinen überhaupt. Tolle Sache. Der P-Zwölf lässt die Zellen eines Immunsystems bei Frakturen im Patienten turbomäßig wandern und das Kalzium lagert sich ratzfatz in den Kallus ein. Dadurch wird der Heilungsprozess beschleunigt. Es ist erstaunlich wie der Körper sich selbst regeneriert.«

Plötzlich schaute der Arzt auf die blinkende Leuchte an seinem Armband und sein Ohrstöpsel schien ihm etwas mitzuteilen. »Oh, ich muss gehen. Werde an anderer Stelle gebraucht, bitte entschuldigen sie.«

»Wir können doch bei Sia bleiben?«, fragte Miki ihn mehr formhalber, denn sie würde Sia auf keinen Fall von der Seite weichen.

»Ja natürlich Frau Brezle. Sia tut es gut, wenn jemand von der Familie bei ihr ist. Ich komme später wieder, um nach Ihnen zu sehen«, antwortete der Arzt und verschwand durch die Tür.

»Toni wartet draußen«, flüsterte Edi Miki zu. Sie nickte.

Im spärlichen Licht auf einer Bank im Flur schlummerte ein junger Mann mit einem kleinen blonden Mädchen, dessen Stirnband über die Augen gerutscht war und sich bäuchlings mit beiden Armen an ihn geklammert hielt. Ihre Züge waren friedlich, aber der junge Mann wirkte angespannt, als ob er in seinem Schlaf mit den Sorgen um die Geschehnisse kämpfte.

»Hallo ihr beiden«, flüsterte Edi. »Jetzt könnt ihr Sia einen Besuch abstatten.«

Einige Sekunden verstrichen bevor Toni seinen Kopf hob und die Augen öffnete. Henny verschob ihr Stirnband und rieb sich verschlafen die Augen.

»Ich kann jetzt zu ihr?«, wollte Toni im Halbschlaf noch einmal bestätigt wissen.

Edi nickte. »Ja. Sia war kurz wach, aber sie schläft bereits wieder.«

Die Dreijährige sah mit großen, entschlossenen Augen zu ihrem Vater auf. »Ich auch will Sia!«, forderte sie unmissverständlich.

Mit Henny im Arm stand Toni auf. »Darf Henny mitkommen?«

Edi nickte. »Sicher, aber seid leise. Sia braucht viel Schlaf um wieder gesund zu werden.«

Toni hielt sich einen Zeigefinger vor den Mund.

»Henny hast du gehört? Wir müssen leise sein, Sia schläft.«

Henny hob sich ebenfalls einen Finger vor den Mund und flüsterte: »Pssst, Sia släft.«

Edi öffnete den beiden die Tür und lächelte. Die beiden schlüpften leise in den Raum, während Edi ihnen nachsah.

»Hallo«, flüsterte Toni.

Miki hatte sich gesetzt und wischte sich mit den Handrücken über die feuchten Wangen.

Toni schluckte, als er Sia sah. Ihm schnürte sich die Kehle zu. Er und sein Freund Wolf waren es, die Sia ohne Bewusstsein im Dschungel gefunden...

Erscheint lt. Verlag 12.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
ISBN-10 3-8192-7050-7 / 3819270507
ISBN-13 978-3-8192-7050-5 / 9783819270505
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