Familie mit Herz 209 (eBook)
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-8744-4 (ISBN)
Mara hat eigentlich alles, was sie braucht, um glücklich zu sein: einen Mann, der für die Familie sorgt, eine gut laufende Physiotherapiepraxis und zwei gesunde, liebevolle Kinder, die sich blendend verstehen. Doch als sie im Spanienurlaub mit ihrer besten Freundin eine leidenschaftliche Nacht mit dem ebenfalls verheirateten Lars verbringt, wird ihr bewusst, wie sehr sie sich nach Nähe und Aufmerksamkeit sehnt - besonders von ihrem Mann. Ulf ist meist unterwegs und widmet sich den Kindern oder seinen Freunden. Für Mara scheint kein Platz mehr zu sein. Ihre Ehe ist still geworden - so still, dass selbst das Lied, das Ulf einst nur für sie schrieb, längst verklungen scheint. Zurück zu Hause steht Mara vor einer schwierigen Entscheidung. Soll sie ihm von ihrem Seitensprung erzählen? Lohnt es sich, um ihre Ehe zu kämpfen? Und wird Ulf noch einmal für sie das Lied der verlorenen Träume singen?
Lied der verlorenen Träume
Der Sommer, in dem Papa wieder für Mama singt
Von Lea Ross
Mara hat eigentlich alles, was sie braucht, um glücklich zu sein: einen Mann, der für die Familie sorgt, eine gut laufende Physiotherapiepraxis und zwei gesunde, liebevolle Kinder, die sich blendend verstehen.
Doch als sie im Spanienurlaub mit ihrer besten Freundin eine leidenschaftliche Nacht mit dem ebenfalls verheirateten Lars verbringt, wird ihr bewusst, wie sehr sie sich nach Nähe und Aufmerksamkeit sehnt.
Ihr Mann Ulf ist meist unterwegs und widmet sich den Kindern oder seinen Freunden. Für Mara scheint kein Platz mehr zu sein. Ihre Ehe ist still geworden – so still, dass selbst das Lied, das Ulf einst nur für sie schrieb, längst verklungen scheint.
Zurück zu Hause steht Mara vor einer schwierigen Entscheidung. Soll sie ihm von ihrem Seitensprung erzählen? Lohnt es sich, um ihre Ehe zu kämpfen? Und wird Ulf noch einmal für sie das Lied der verlorenen Träume singen?
Sein Bart kitzelte sie wach. Mara öffnete die Augen und drehte vorsichtig den Kopf zur Seite. Sie versuchte, sich langsam aufzurichten, doch Lars' muskulöser Arm hielt ihren Körper umfangen. Er atmete gleichmäßig und tief, und Mara lächelte ihn liebevoll an.
Ach du, mein Liebesheld, du hättest dich nicht so verausgaben sollen, dachte sie, fasste behutsam nach seiner kräftigen Hand und legte sie ganz langsam zur Seite. Lars brummelte etwas, schlief aber dabei weiter.
Mara war froh darüber, denn sie wollte nach einer wirklich wunderbaren Nacht voller Leidenschaft und nicht enden wollender Begierde einen Schlussstrich ziehen und Lars' Hotelzimmer so schnell und so unauffällig wie möglich verlassen.
Sie schob sich möglichst geräuschlos aus dem Bett, schnappte sich die Unterwäsche und ihr rotes Sommerkleid vom Boden und zog beides in Windeseile an. Wo hatte sie bloß die Sling-Pumps liegen gelassen?, fragte sie sich und entdeckte sie im Bad. Sie nahm die silberfarbenen Stilettos in die Hand und huschte zur Tür.
Versonnen blickte sie zurück zum Bett, in dem Lars nach wie vor entspannt schlief. »Es war schön, wirklich schön. Du bist ein wunderbarer Mann!«, murmelte sie leise und lächelte voller Wärme.
Dann öffnete sie die Tür, sah vorsichtig den Hotelflur entlang und schlich über den Gang und durch das Treppenhaus ins obere Stockwerk. Es war früh, gerade mal sechs Uhr, und im Hotel schienen alle Urlauber noch zu schlafen. Kein Wunder, in diesem spanischen All-Inclusive-Haus wurde nicht nur viel gegessen, sondern auch reichlich gefeiert, und gestern hatte es eine ausgelassene Flamenco-Nacht gegeben.
Mara klopfte leise an eine Hotelzimmer-Tür. Sie hatte zwar die Chipkarte dabei, wollte aber Celine, ihre Freundin, nicht erschrecken. Sie würde sich bestimmt ängstigen, wenn sie plötzlich vor ihrem gemeinsamen Bett stände.
Zu ihrer Überraschung hörte sie sofort Celines Stimme: »Komm rein, ich habe schon auf dich gewartet.«
Mara war baff. Celine war wach. Hoffentlich hatte sie sich keine Sorgen gemacht, weil sie in der Nacht nicht gekommen war. Aber sie war davon ausgegangen, dass Celine ihren heftigen Flirt mit Lars an der Hotelbar mitbekommen und eins und eins zusammengezählt hatte. Und genau das hatte sie. Denn Celine war neugierig.
»Und, wie war's?«, wollte sie jetzt wissen und sah sie erwartungsfroh an. Mara fühlte sich ein bisschen wie früher, als ihre Mutter immer auf sie gewartet hatte, wenn sie von einem Diskobesuch nach Hause gekommen war. »Komm, erzähl schon. Wie war dieser Lars? Bist du verliebt?«, hakte sie ungeduldig nach.
Mara atmete tief durch, ließ die Sling-Pumps auf den Boden fallen und schüttelte übermütig ihre blonden Locken.
»Traumhaft, beflügelnd, aufregend, einmalig!«, rief sie und kicherte dabei vergnügt. »Ich fühle mich begehrt, befriedigt, wie neu.«
Sie drehte sich übermütig im Kreis, warf sich aufs Bett und gab ihrer lächelnden Freundin einen Kuss auf die Wange, bevor sie sich auf den Rücken drehte und zu erzählen begann.
»Ich habe es getan, wirklich getan!«, juchzte sie und ergriff Celines Hand. »Ich, die biedere Mara aus Göttingen, ich hatte wirklich einen One-Night-Stand, meinen ersten, mit fast achtunddreißig.«
Sie spürte Celines Händedruck. »Geht es etwas ausführlicher? Es ist doch der coole Typ, den du seit zwei Tagen am Wickel hast? Oder wo hat meine Freundin die Nacht verbracht?«
»Oh, sorry!« Mara sah Celine unsicher an. »Hast du dir etwa Sorgen gemacht? Das tut mir leid. Ich wollte dir noch schreiben, aber dann«, sie sah wieder an die Decke, »ja, dann ging es nicht mehr. Es kam einfach alles viel zu schnell. Dieser Mann ist eine Bombe, wirklich.«
»Genug der Schwärmerei, ich brauche genauere Infos!« Celine stand auf, fuhr sich durch das kurze schwarze Haar und drückte auf die Kaffeemaschine, die auf einer Anrichte stand. »Willst du auch einen Cappuccino? Ich glaube, du hast viel zu erzählen, und ich möchte nichts verpassen. Es ist also der nette Mann, mit dem du schon im Pool geplanscht hast, richtig?«
»Genau, Lars, Architekt aus Hamburg. Du hast ihn doch auch schon am Frühstücksbuffet gesehen?«
»Ja klar, den hat jede Frau hier in der Anlage gesehen.« Sie verdrehte die Augen. »Der Dunkelhaarige mit der Traumfigur, der so hinreißend lächelt.«
»Ja, der hat mich ständig angeflirtet. Das hat mir schon richtig gutgetan. Aber als ordentliche Mutter und Ehefrau habe ich ihn natürlich abblitzen lassen. Zumindest anfangs«, schränkte sie ein.
»Von wegen. Du hast ihn angehimmelt wie eine Vierzehnjährige.« Celine malte mit dem Finger ein Herzchen in die Luft und hielt Mara die Kaffeetasse hin.
Die griff dankbar zu, bevor sie weitererzählte. »Und gestern, bei unserer Flamenco-Night, ja, da hat er mich zum Tanzen aufgefordert, und dann sind wir uns rasch nähergekommen.«
Celine rutschte wieder ins Bett und nahm einen Schluck von dem Kaffee. »Ich habe euch gesehen. Ihr habt getanzt wie die Weltmeister. Ganz ehrlich, ihr wart das Dreamteam des Abends. Mit seinen langen Locken und der markanten Nase hat er wirklich imponiert.«
»Und dem gekonnten Hüftschwung«, ergänzte Mara.
»O ja, den habe ich auch gesehen. Und dann hatte er diese schlanke Blondine namens Mara mit dem exklusiven Wellenbob im Arm, die beim Hüftschwung gut mithalten konnte.« Celine sank ins Kissen. »Und sie trug ein schulterfreies, feuerrotes Kleid. Göttlich.« Sie kam aus dem Schwärmen gar nicht heraus. »Meine Güte, du sahst so klasse aus, und ich war soooo neidisch.« Sie trank wieder von dem Kaffee. »Also, ihr beide, das war schon eine Prickelshow, die ihr gestern geliefert habt.«
Mara blickte die Freundin an. »Warum bist du eigentlich so früh verschwunden? Hattest du auch ...«
»Nee, ich hatte nicht«, kicherte Celine. »Ich war einfach nur mal müde. Das soll es auch geben. Außerdem bin ich ja nicht blond.«
»Was soll das denn heißen?«, beschwerte sich Mara. »Nur die doofen Blondinen finden Männer?«
Celine schüttelte den Kopf. »Ach Quatsch, nur die Blondinen fallen auf. Sieh mich an, schwarzes kurzes Haar, da beißt niemand an. Ich bin zum Alleinsein verdammt.« Sie biss zum Spaß in ihr Kopfkissen.
»Du weißt, wie klasse dir das kurze Haar steht. Du hast nur keine Lust auf Männer.«
Celine warf das Kissen zur Seite. »Stimmt!«, sagte sie kess. »Ich habe eine Mist-Ehe hinter mir, eine zwar liebe, aber auch anstrengende Tochter und einen spannenden Job als Redakteurin beim Lokalblatt. Das reicht.«
»Vergiss nicht die kleinen Flirtereien im letzten Jahr.«
»Die vergesse ich eben gerade nicht. Deshalb brauche ich auch eine Männerpause. Diejenigen, die frei sind, habe alle eine Macke, wollen nur das Abenteuer und lassen dich im Regen stehen, wenn du sie brauchst. Nein, danke, ich bin super gern alleinerziehender Single.« Sie räusperte sich. »Und ich hoffe, dass du es nicht auch bald bist. Pass auf, dass es nicht gleich in eine Anschlussrunde geht.«
Mara atmete schwer. »Du meinst mit Lars? Ach, i wo, wir hatten eine schöne Nacht, und heute Mittag geht bereits unser Flieger zurück nach Hause. Ich bin verheiratet, habe Familie, und das von gestern, beziehungsweise heute früh, das vergessen wir alle einfach.« Sie sah Celine an. »Du hältst doch dicht?«
Celine gab ihr einen Klaps auf den Kopf. »Was soll denn diese Frage? Außerdem bin ich gar nicht das Problem. Das Problem bist nämlich du selber.«
»Meinst du, ich muss mich schämen? Nach fünfzehn Jahren Ehe habe ich immerhin gerade meinen Mann betrogen.«
»Sag ich doch, wenn es ein Problem gibt, bist du es. Ich jedenfalls nicht.« Sie tippte der Freundin mit dem Zeigefinger an die Nasenspitze. »Halte Herz und Kopf zusammen, dann passiert nichts!«
Mara seufzte und sah aus dem Fenster in den um diese Zeit bereits sonnigen Himmel Spaniens. In der Ferne erstrahlte das dunkelblaue...
| Erscheint lt. Verlag | 19.7.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Bestseller • Cora • Deutsch • dr daniel • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familie • Familiengeschichten • Familienromane • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Happy End • Kelter • Kindle • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mama • Mami • martin-Kelter • Mira • Mutter-Kind • Romane • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Serie • Sonnenwinkel • Sophienlust • Urlaubslektüre • Verlag |
| ISBN-10 | 3-7517-8744-5 / 3751787445 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-8744-4 / 9783751787444 |
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