Der Bergdoktor 2296 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8757-4 (ISBN)
Ein Unfall in den Bergen bringt das Leben der Familie Jennewein aus dem Gleichgewicht. Während der schwer verletzte Bauer Franz um seine Genesung kämpft, kehrt Sohn Jannes ins heimatliche Zillertal zurück, um den Hof zu retten. Doch die Arbeit ist nicht das Einzige, was ihn erwartet: Die Begegnung mit der Journalistin Mia stellt sein Leben auf den Kopf. Zwischen den beiden wächst eine zarte Liebe, die stärker scheint als alle Unterschiede. Doch Mia leidet an einer unheilbaren Krankheit, und als Jannes' Familie sich gegen sie stellt, scheint ihr Glück zum Scheitern verurteilt. Da geschieht das Unfassbare: Auf dem Jennewein-Hof bricht ein verheerendes Feuer aus ...
Flammen über St. Christoph
Ein Hof, eine Tragödie und eine verbotene Liebe
Von Andreas Kufsteiner
Ein tragischer Unfall in den Bergen reißt die Familie Jennerwein aus dem Gleichgewicht. Während der schwer verletzte Bauer Franz um sein Leben ringt, kehrt sein Sohn Jannes zurück ins abgelegene Zillertal, entschlossen, den Hof der Familie zu retten. Doch es ist nicht nur die harte Arbeit, die ihn erwartet – sondern auch eine Begegnung, die alles verändert: Mia Hölzl, eine feinfühlige Krimischriftstellerin mit einem Blick, der ihn bis ins Innerste trifft.
Zwischen den beiden wächst eine leise, tiefe Liebe, doch das Glück steht auf tönernen Füßen. Mia leidet seit ihrer Kindheit an einer unheilbaren Magenlähmung, die es ihr unmöglich macht zu essen – eine Sonde ersetzt jede Mahlzeit. Und als Jannes' traditionsbewusste Familie sich gegen ihre Beziehung stellt, droht das junge Glück unter der Last von Vorurteilen und Schmerz zu zerbrechen.
Dann geschieht das Unfassbare: Auf dem Jennerwein-Hof bricht ein verheerendes Feuer aus – und nichts ist mehr, wie es war ...
»Sakra, das hätt's jetzt wirklich net gebraucht!« Ein leises Schnauben drang durch den grauen Nebel, der den Feldkopf an diesem Abend einhüllte und es unmöglich machte, weiter als eine Armlänge zu sehen. Selbst die Silhouetten der Latschenkiefern verschwammen im allgegenwärtigen Grau.
Eine dumpfe Stille lastete über dem Berg. Sie wurde nur unterbrochen vom Knirschen der Schritte der Bergretter in ihren festen Bergstiefeln – und von ihren keuchenden Atemzügen. Der Pfad hinauf zum Geißenjoch war steil genug, um selbst die trainierten Bergretter an ihre Grenzen zu bringen.
»Was regt dich denn so auf, Bartl?« Dr. Burger drehte sich zu seinem Kameraden um und zupfte an seiner Kapuze, die ihm bei dieser Bewegung in die Augen rutschte.
»Der Nebel.« Bartl hob die Hand und machte eine Bewegung, welche den gesamten Bergkamm einschloss. »Ich kann kaum meine eigenen Stiefelspitzen erkennen. Geschweige denn den Pfad.«
»Darum haben wir den Salt ja auch vorausgeschickt. Damit er vor uns ...«
»Was meinst du? Abstürzt?«, kam es trocken von Dominikus Salt, dem Leiter der Bergwacht.
»... oben ist, wollte ich sagen«, vollendete Martin Burger bedächtig.
»Ach so. Na dann bin ich beruhigt.« Ein leises Lachen war zu vernehmen.
»Sind wir überhaupt noch auf dem Pfad?«, meldete Bartl seine Zweifel an. »Meinem Gefühl nach müssten wir doch längst oben sein, aber das sind wir net.«
Der Salt blieb stehen und schaute prüfend auf sein GPS-Gerät. In dem dichten Nebel versagten jede Orientierung und jedes Gefühl für Entfernungen. Selbst die erfahrenen Bergretter verglichen ihren Weg immer wieder mit der Anzeige auf dem Navigationsgerät. Ohne Sicht verlor man allzu leicht den Weg. Das durften sie nicht riskieren, denn sie wurden gebraucht.
Ein Landwirt war auf der Suche nach einer verirrten Kuh zu weit nach oben gestiegen und in einer Rinne etliche Meter abgestürzt. Er hatte noch einen Notruf absetzen und seine ungefähre Position nennen können, bevor der Kontakt abgebrochen war. Dr. Burger hoffte, dass lediglich der Akku am Handy des Bauern leer war und dass die mangelnde Kommunikation nicht von der Schwere seiner Verletzung herrührte.
»Doch, doch«, bestätigte Dominikus Salt. »Wir sind schon richtig.«
»Wie weit ist's denn noch?«
»Ein halber Kilometer, würd' ich sagen.«
»Dann lasst uns zusehen, dass wir sie hinter uns bringen«, brummte Bartl. »Ich will aus diesem Nebel heraus. Warum muss es eigentlich immer Nebel sein? Ich hab das Gefühl, wir rücken nur noch bei schlechter Sicht aus.«
»Ganz so ist es net«, meinte der Salt. »Letzte Woche waren wir im Gewitter unterwegs, weißt du nimmer?«
»Das hatte ich tatsächlich verdrängt.« Bartl schnaubte. Er war Waldarbeiter und kannte das Zillertal wie seine Westentasche. Seit über zwanzig Jahren gehörte er zum Team der Bergretter und hatte schon so manchen brenzligen Einsatz erlebt.
Auch Dr. Burger und Dominikus Salt waren schon lange dabei.
Ihre Unterhaltung geriet ins Stocken, als sie ihre Einsatzrucksäcke fester schulterten und ihren Atem für den Aufstieg sparten.
Hier herauf gab es keine Fahrstraße. Hierher gelangte man nur zu Fuß.
Die kalte Luft schlug ihnen entgegen wie feuchte Lappen. Ihre Wetterjacken schützten sie vor der Feuchtigkeit, aber die Kälte kroch unter ihre Kleidung und ließ sie trotz der Anstrengung frösteln. Sie spürten deutlich: Der Sommer hatte dem Herbst bereits das Zepter überlassen.
Umhüllt vom Grau des Nebels, den kargen Felsen und den Almwiesen schienen sie die einzigen Menschen weit und breit zu sein.
Dominikus Salt schimpfte einmal leise vor sich hin, als er versehentlich vom Pfad abkam und in ein Wasserloch trat, dass es nur so spritzte.
»Net herumplantschen, Chef«, mahnte Bartl den Bergwachtleiter. »Auf den Berg führen sollst du uns. Wir sind schließlich net zum Vergnügen hier oben unterwegs.«
»Was du net sagst«, bekam er zur Antwort.
Wieder verfielen sie in Schweigen und kämpften sich hintereinander weiter bergan.
Dr. Burger ging in der Mitte. Seine Sprechstunde lag bereits hinter ihm. Er leitete eine Landarztpraxis in seinem Heimatdorf St. Christoph. Als Arzt in einem Bergdorf gehörten Einsätze am Berg zum Alltag dazu.
Und keiner glich dem anderen. Selbst nach vielen Jahren nicht.
Zu seiner Rechten ging es steil bergab. Bei schönem Wetter hätten sie von hier aus einen wunderbaren Blick auf das Dorf gehabt. Jetzt verlor sich die Sicht im undurchdringlichen Grau. Nicht einmal die Lichter der Gondelbahn waren zu entdecken.
»Franz?« Bartl legte die Hände wie einen Trichter um seinen Mund und rief erneut: »Franz?«
Nur die Stille antwortete ihm. Sie schien in den Ohren zu dröhnen.
»Verflixt, hoffentlich kommen wir net zu spät«, murmelte er.
»Der Franz ist in den Bergen aufgewachsen«, beruhigte der Salt ihn. »Der kann die Gefahren schon einschätzen.«
»Nur bewahrt einen das auch net immer vor einem Unglück.«
»Nein, das ist wohl wahr.«
»Mir gefällt es net, dass wir ihn nimmer ans Telefon bekommen. Das ist kein gutes Zeichen.« Bartl wiegte bedächtig den Kopf hin und her.
Auch Dr. Burger machte sich Sorgen.
In den vergangenen Tagen waren immer wieder starke Regenfälle niedergegangen. Die hatten die Wege aufgeweicht und die Wasserfälle anschwellen lassen, welche den Berg hinunterstürzten. Immer wieder gab es Felsstürze. Wenn der Bauer in einen solchen Felssturz geraten war, dann sah es schlecht für ihn aus.
»Franz?« Diesmal war es Dominikus Salt, der rief.
Und diesmal kam ein gedämpftes Stöhnen zurück.
»Ich bin ... hier drüben ...«
Ein gedämpfter Fluch entfuhr dem Leiter der Bergwacht. Dr. Burger konnte es ihm nicht verübeln. Der Nebel dämpfte den Ruf, aber der war definitiv nicht vom Weg gekommen – sondern irgendwo rechts unter ihnen.
»Franz, bist du verletzt?«
»Schon ... ja«, kam es dumpf zurück »Ich steck' fest.«
»Okay, bleib ganz ruhig. Wir sind gleich bei dir.«
»Gebt Obacht. Der Pfad wurde weggespült ...«
In der Tat. Vor ihnen machte der Pfad eine Kurve. Hier rauschte Wasser den Berg herab. Bei schönem Wetter querte ein Rinnsal den Pfad. Das war nicht weiter schlimm und konnte im Handumdrehen überwunden werden.
Der viele Regen jedoch hatte das Rinnsal in einen gurgelnden Bach verwandelt – und der wiederum hatte einen Teil des Pfades weggespült und mitgerissen.
Vor ihnen zeichnete sich das fortgespülte Stück Weg wie eine Wunde im Nebel ab.
Die drei Bergretter näherten sich der Unglücksstelle vorsichtig und spähten in die Tiefe. Gut acht Meter unter ihnen rührte sich etwas. Jemand winkte.
Franz Jennerwein war Landwirt und in diesem Sommer fünfzig Jahre alt geworden. Er war ein stämmiger Mann mit dunklen Haaren, die sich an den Schläfen allmählich grau färbten, und mehreren Narben, die von Hundebissen stammten und die seinen Körper seit seiner Kindheit zeichneten. Franz führte einen Hof nur wenige Gehminuten vom Doktorhaus entfernt. Er war ein Mann der Tat und gewiss nicht so leichtsinnig, bei Nebel grundlos hier am Berg herumzukraxeln.
Dr. Burger besprach sich kurz mit seinen Kameraden und entschied dann, zu dem Verletzten hinunterzuklettern und sich sein Bild über das Ausmaß seiner Verletzung zu machen. Erst dann konnten sie entscheiden, wie sie Franz am besten vom Berg hinunterbrachten.
»Was hat dich denn bei diesem Wetter hier rauf geführt?«, rief der Bergdoktor, während er Gurt und Riemen anlegte und sich ins Sicherungsseil einklinkte, das seine Kameraden für ihn hielten.
»Eins meiner Kälber hat sich verstiegen. Ich hab es gesucht und net auf den Weg geachtet. Und ehe ich es mich...
| Erscheint lt. Verlag | 26.7.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Alpen • Alpen-Krimi • alpenkrimi kindle • alpen-roman • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • berg romane • bergromane • bergromane kindle • bergromane kindle ebook • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Heimat • Heimat-Krimi • Heimatromane • heimatromane bastei • heimatromane hefte • Heimatromane kindle • heimatromane kindle ebook • heimatromane kindle ebooks deutsch • hermann-broch • Hütte • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • liebesroman heimat • Mira • Patient • Reihe • Rettung • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • schicksalsromane • schicksalsromane kindle • schicksalsromane kindle ebooks deutsch • schöne romane • Schwarzwald • Serie • spannend • steingruber • Toni-Hüttenwirt |
| ISBN-10 | 3-7517-8757-7 / 3751787577 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-8757-4 / 9783751787574 |
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