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Menschen und Amanen (eBook)

Caidian Meroth in der Rolle des Vermittlers

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
240 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-3925-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Menschen und Amanen - Claude Peiffer
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7,99 inkl. MwSt
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Ein technologisches Versprechen, ein düsteres Geheimnis und ein drohender Konflikt, der Kampf um die Zukunft der Amanen beginnt. Caidian Meroth kehrt mit seinen drei Begleiterinnen von seiner Reise zur zweiten Welt zurück, doch die Hoffnungen, die er in den technologischen Fortschritt der dortigen Zivilisationen gesetzt hatte, zerschlagen sich. Zurück auf der Arche, einem alten Relikt aus der Vergangenheit, macht Caidian eine erschütternde Entdeckung. Ein Konflikt mit den unerbittlichen Wächtern der Hammanon-Schleuse droht zu eskalieren. Der sagorische Botschafter-Roboter Veegun schreitet ein, doch seine Absichten bleiben undurchsichtig. Das Raumschiff Amusgan kehrt ins Land Wu zurück und bringt Überlebende mit, die bald Unruhe und Misstrauen im Dorf Aman säen. Gleichzeitig taucht ein alter Freund auf, der für Verwirrungen und Verwunderungen sorgt, während die Mutter des Ursprungs weiterhin eine würdige Nachfolgerin sucht. Inmitten all dieser Turbulenzen kämpft Caidian mit seinen eigenen inneren Dämonen und privaten Problemen. Kann er sich den Herausforderungen stellen, die Amanen von seinen Plänen überzeugen und seine Zweifel und Ängste überwinden? Welche Rolle spielt die junge Chiyoko Kadochi, deren Schicksal scheinbar mit dem von Caidian verflochten ist? Wie passt der zwielichtige Händler Sven Viklund in das große Puzzle? Und was hat es mit den mysteriösen Mandatszeichen auf sich? Ein episches Abenteuer voller Intrigen, Geheimnisse und der Frage, wie weit man gehen muss, um die eigene Welt zu retten.

Claude Peiffer ist seit frühester Kindheit ein großer Sci-Fi-Fan. Aufgewachsen mit Star Trek und Perry Rhodan, fiel es ihm nicht schwer, mit Cerateran ein eigenes, vielseitiges Universum zu erschaffen.

Kapitel 24


Zurück nach Aman


17. Tag des Herbsts
im Jahre 151 nach der Gründung von Aman

„Gestern konnte es ihm nicht schnell genug gehen, nach Aman zurückzukehren – und heute hat er alle Zeit der Welt!“, klagten Nele und Nila Bandreso unisono, ihre blonden Haare, wie meist, zu strengen Zöpfen gebunden.

„Die Amusgan fliegt so langsam, dass selbst eine Schnecke uns überholen könnte!“

„Seit wann seid ihr Experten für Geschwindigkeiten von Raumschiffen, die durch den Gunarraum fliegen?“, schmunzelte Caidian, doch er konnte die Sorgen der Zwillinge nachvollziehen.

Für den Hinflug zur Hammanon-Schleuse hatte das Schiff gerade mal einen Tag gebraucht, nun, da die Amanen wussten, dass auf ihrer Heimatwelt die Zeit schneller verging als innerhalb der Hammanon-Wolke, zog sich in ihren Augen die Rückreise in die Länge.

„Vielleicht glaubt man in unserem Dorf, wir wären längst tot“, murmelte Nele gewohnt leise.

„Seit wir das letzte Mal ein Lebenszeichen gesendet haben, sind ja schon einige Jahre vergangen“, schloss sich Nila ihrer Schwester an.

Caidian Meroth lehnte mit verschränkten Armen an einer Zwischenwand ihrer Gemeinschaftskabine.

„Veegun nimmt sich Zeit für die Tests mit Sinusi“, behauptete er. „Das ist wichtig. Oder wollt ihr etwa mit ein paar Kranken nach Aman zurückkehren und die Leute dort mit der Porko-Grippe anstecken? Zum Glück wirkt sein Gegenmittel bei uns anderen.“

„Trotzdem!“

Nele stampfte mit dem Fuß auf.

„Zwei Toiletten für rund fünfzig Leute? Das ist unmenschlich! Und unsere Gäste müssen auf diesen sterilen Korridorböden der Amusgan schlafen wie Vieh!“

„Es ist ja nur für zwei oder drei Tage“, entgegnete Caidian mit einem Achselzucken.

Ihn quälte viel mehr die Frage, was hinter der verschlossenen Tür dieses verdammten Labors vor sich ging. Was trieben Veegun und Dr. Poschenko dort mit Sinusi und den drei noch nicht geheilten Frauen?

Seit der Impfung mit den Naniten war es weder bei den Menschen noch bei den Amanen zu nennenswerten Zwischenfällen gekommen. Das Gegenmittel wirkte, das Virus wurde vollständig ausgelöscht. Aber was, wenn Sinusis Blut den drei Infektiösen nicht helfen konnte?

Caidian wusste, dass Veegun keine Skrupel hätte, sie alle in den nächstbesten Stern zu werfen, wenn sie scheiterten. Ein mulmiges Gefühl der Unsicherheit überkam ihn, die er nur schwer abschütteln konnte.

Geräuschlos öffnete sich ihre Kabinentür, und Sinusi trat, gestützt von Dr. Poschenko, ein. Die Ärztin trug einen makellos weißen Hotsan-Anzug, der ihren schlanken Körper betonte.

„Ihr geht es gut“, sagte sie sofort, als sie Caidians fragenden Blick bemerkte. „Sie ist nur erschöpft und braucht ein wenig Ruhe. Ich habe sie mit den medizinischen Geräten der Amusgan untersucht. Sie ist virenfrei. Bis auf ein leichtes Ungleichgewicht in ihrem endokrinen System ist bei ihr alles in Ordnung. Das liegt wohl daran, dass sie ihre Tage hat.“

„Was für Tage?“, fragte Caidian verdutzt.

„Ich habe meinen Blutzyklus, du Depp“, murmelte Sinusi leise. Sie konnte kaum ihre Augen offen halten. „Die Menschen haben für so einiges andere Bezeichnungen als wir. Und jetzt lass mich in Ruhe, ich möchte ein wenig schlafen.“

„Oh!“

Caidian lief rot an und trat hastig zur Seite, während die Zwillinge ihre Freundin übernahmen und sie sanft auf ein gepolstertes Sofa legten. Binnen Sekunden war sie eingeschlafen.

„Das ist normal“, beruhigte Dr. Poschenko sie mit einem Lächeln „Ich habe ihr ein leichtes Sedativum, ein leichtes Schlafmittel, verabreicht. Sie wird in ein paar Stunden wieder fit sein.“

„Und wie geht es den drei Menschen-Frauen?“, erkundigte sich Caidian.

„Ihre Symptome haben sich nicht verschlechtert“, antwortete die Ärztin mit dem drahtigen, leicht muskulösen Körper, sachlich. Zwischen ihren Augen und der flachen Nase tummelten sich ein paar verblasste Sommersprossen. Ihr Gesicht war von tiefen Linien durchzogen, vor allem um Mund und Augen. Seelische Narben, die von ihrer Gefangenschaft zeugten.

„Aber sie sind noch nicht über den Berg. Die Kombinationstherapie zeigt Wirkung, doch es wird noch ein paar Stunden dauern, bis wir ein endgültiges Ergebnis erhalten. Sinusi hat ihnen wahrscheinlich das Leben gerettet.“

Caidian Meroth nickte, doch seine Gedanken wanderten wieder zu den drei Kranken. Besonders um Chiyoko und ihre Mutter machte er sich Sorgen. Michelle Grange, die er nur vom Sehen her kannte, war für ihn kaum mehr als eine Silhouette, ein Schatten in der Menge.

Dr. Poschenko drehte sich um und wollte gehen, doch die Zwillinge hielten sie kurz auf.

„Danke!“, sagten sie zu der Frau.

„Gern geschehen!“, nickte Dr. Poschenko.

„Die ist sehr nett!“, meinten die Zwillinge, nachdem die Ärztin die Kabine verlassen hatte.

„Das ist sie wirklich“, stimmte Caidian ihnen nachdenklich zu. „Meine Mutter wird bestimmt eine Menge von ihr lernen können.“

„Es werden einige Veränderungen auf uns zukommen!“, behauptete Virgil Hauser mit grimmigem Nachdruck, während er neben seinem Sohn auf dem kalten Metallboden in einem Korridor der Amusgan hockte. Sein bulliges Gesicht, durchzogen von den Linien vieler durchwachter Nächte, wirkte noch härter unter der sterilen Beleuchtung des Schiffes.

„Sicher!“, sagte Hakim leise, ein wenig in sich hineinlächelnd.

Seine Miene strahlte eine naive Zuversicht aus, die im scharfen Kontrast zu der mürrischen Haltung seines Vaters stand.

„Ich werde mich bemühen, mich so schnell wie möglich an das Leben in Aman anzupassen. Wahrscheinlich muss ich einiges lernen und hart arbeiten. Aber trotzdem freue ich mich darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.“

Virgil verzog das Gesicht. Seine muskulösen Arme, die durch sein ärmelloses braunes T-Shirt deutlich sichtbar waren, ruhten verschränkt auf den Knien. Sie waren das Resultat jahrelangen Trainings, eines Lebens voller Disziplin und körperlicher Härte, trotz der Gefangenschaft in der Arche.

„Einer Gemeinschaft, die ausschließlich aus Bauern und primitiven Handwerkern besteht!“, knurrte er. „Selbst die wenigen technischen Annehmlichkeiten, die uns das Habitat geboten hat, wird es auf der Erde nicht geben.“

„Das Leben besteht nicht nur aus technischen Annehmlichkeiten.“

Hakim blieb ruhig, aber bestimmt. Sein Blick traf den seines Vaters, der ihn mit einem finsteren Stirnrunzeln bedachte.

„Wir werden frei sein“, erwiderte er. „So ein Leben wolltest du doch immer, oder nicht?“

„Schon“, gab Virgil widerwillig zu, während er seine großen Hände zu Fäusten ballte. „Aber irgendwie habe ich mir unsere Freiheit moderner vorgestellt.“

„Ach komm, Vater! Du warst technischer Offizier auf der Bonaparte. Du kannst den Leuten in Aman eine Menge beibringen. Freust du dich nicht, endlich die Erde wiederzusehen?“

Virgil seufzte schwer und fuhr sich mit einer Hand über seinen kahlen, glänzenden Schädel, auf dem dank einer kosmetischen Behandlung vor Beginn seiner Dienstzeit bei der Republic Space Force kein einziges Haar mehr wuchs.

„Junge, hast du vergessen, dass keiner von uns die Erde je zuvor gesehen hat?“

Seine Stimme klang rau, fast wehmütig.

„Wir wurden alle auf einer terranischen Kolonialwelt geboren, Hakim. Mein Großvater stammte sogar noch aus der Produktionskette eines Zeugungshauses auf Yankee. Die Erde ist für uns nur ein Mythos, den wir zuerst mit einer Schreckensherrschaft verbinden, nicht mit Freude und Freiheit.“

„Gerade deshalb solltest du doch froh sein, ein neues, völlig anderes Dasein führen zu dürfen“, hielt Hakim dagegen. Seine Augen funkelten leidenschaftlich

Virgil schüttelte langsam den Kopf, als würde er versuchen, die Begeisterung seines Sohnes zu begreifen.

„Es fällt mir schwer, deine Euphorie zu teilen, mein Sohn. Und damit bin ich nicht der Einzige.“

„Was meinst du damit?“, wunderte sich Hakim.

„Ein paar von uns befürchten, dass Veegun sich zu sehr in alles einmischt, dass er uns bevormundet“, erklärte Virgil mit gedämpfter Stimme. Sein Blick war ernst, fast eindringlich. „Du kennst den sagorischen Botschafter-Roboter nicht so gut wie wir Älteren. Er ist bekannt für seine Doppelzüngigkeit und Intrigen. Auch wenn die Amanen behaupten, er hätte sich verändert, sein Umgang mit den Porko lässt mich Schlimmes ahnen. Ich hoffe, dass Kin Wu für etwas mehr Klarheit sorgen kann. Sie scheint der Schlüssel zu dieser Welt zu sein.“

„Du kennst die Mutter des Ursprungs?“, wunderte sich sein Sohn.

Virgil nickte langsam.

„Sie stammt aus meiner Zeit. Damals hat sie den...

Erscheint lt. Verlag 23.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Amanen • Cerateran • Meroth • Science Fiction • Space Opera
ISBN-10 3-8192-3925-1 / 3819239251
ISBN-13 978-3-8192-3925-0 / 9783819239250
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