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Eine neue Heimat (eBook)

Toni der Hüttenwirt 523 – Heimatroman
eBook Download: EPUB
2025
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-69049-346-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Eine neue Heimat - Friederike von Buchner
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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. 'Toni, der Hüttenwirt' aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte - und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber - Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Jenny kam in die Schlossküche. Isabella und Monika saßen am Küchentisch und unterhielten sich über den Menüplan der kommenden Woche. »Guten Morgen«, sagte Jenny. Sie trug ein weites Umstandskleid und war barfuß. Monika und Isabelle begrüßten Jenny herzlich. Isabella rückte für Jenny einen Stuhl zurecht. »Willst du einen dünnen Kaffee?«, fragte Isabella. »Das wäre perfekt«, antwortete Jenny. »Wie hast du geschlafen?«, fragte Monika. »Besser als in München. Ich bin zwar mehrmals wach geworden, aber bin immer wieder eingeschlafen. Hier in Waldkogel ist es kühler und nicht stickig. Bei diesen heißen Hochsommertemperaturen ist es in der Großstadt unerträglich. Da hilft kein Ventilator. Die Klimaanlage kühlt zwar ab, aber man muss auch lüften und dann kommt die dicke Luft erneut rein. In den letzten beiden Wochen war es unmöglich, sich auf der Dachterrasse aufzuhalten.

Jenny kam in die Schlossküche. Isabella und Monika saßen am Küchentisch und unterhielten sich über den Menüplan der kommenden Woche.

»Guten Morgen«, sagte Jenny.

Sie trug ein weites Umstandskleid und war barfuß.

Monika und Isabelle begrüßten Jenny herzlich. Isabella rückte für Jenny einen Stuhl zurecht.

»Willst du einen dünnen Kaffee?«, fragte Isabella.

»Das wäre perfekt«, antwortete Jenny.

»Wie hast du geschlafen?«, fragte Monika.

»Besser als in München. Ich bin zwar mehrmals wach geworden, aber bin immer wieder eingeschlafen. Hier in Waldkogel ist es kühler und nicht stickig. Bei diesen heißen Hochsommertemperaturen ist es in der Großstadt unerträglich. Da hilft kein Ventilator. Die Klimaanlage kühlt zwar ab, aber man muss auch lüften und dann kommt die dicke Luft erneut rein. In den letzten beiden Wochen war es unmöglich, sich auf der Dachterrasse aufzuhalten. Und in der Wohnung fühlte ich mich eingesperrt.«

Isabella machte Jenny einen dünnen Kaffee mit viel Sahne.

»Bitte! Kannst ihn gleich trinken. Ich habe ihn lauwarm gemacht.«

»Danke, Isabella, du bist ein Schatz.«

»Jenny, keine großen Worte. Ich verwöhne dich gern. Ich weiß, wie nervend die letzten Wochen einer Schwangerschaft sind. Okay, als ich mit Zander schwanger war, empfand ich die letzten vier Wochen als nervig und sehr anstrengend. Bei der zweiten Schwangerschaft mit Vicky konnte ich gut damit umgehen.«

Isabella sah Jenny liebevoll an.

»Jenny, ich bin immer für dich da. Wenn ich irgendetwas für dich tun kann, musst du es nur sagen.«

»Danke, Isabella! Du hilfst mir schon sehr, dass du einfach da bist und ich jederzeit jemand zum Reden habe.«

»Mache keine großen Worte, Jenny, wir sind doch eine Familie. Aber ich schließe daraus, dass du mit Tim nicht so reden kannst. Das ist nicht verwunderlich – er ist ein Mann. Wo ist er eigentlich, schläft er noch?«

»Nein, er ist früh aufgestanden und hat gearbeitet. Er hat Mails geschrieben und ab sieben Uhr telefoniert. Tim ist dabei immer sehr laut. Ich werde anregen und auch mit Tassilo darüber reden, dass Tim Tassilos Arbeitszimmer benutzt. Dann habe ich mehr Ruhe.«

Isabella nahm sich ein Glas Eiskaffee aus dem Kühlschrank. Dort standen immer mehrere Krüge mit kaltem Kaffee. Sie gab aber keine Eiscreme dazu. Sie gab gefrorene Eiswürfel in das Glas.

Isabella trank.

»Tut gut«, murmelte sie.

Sie zog noch einmal am Trinkhalm, bevor sie weitersprach:

»Das Gärtnerhaus ist leer. Als Tassilo es renovieren ließ, wurde es modernisiert, damit es auf dem neuesten technischen Stand ist. Du weißt schon, für Internet und so weiter. Tim soll dort sein Büro einrichten. Das ist besser als oben in eurer Wohnung.«

Jenny strahlte Isabella an.

»Du bist genial! Ich verbanne Tim ins Gärtnerhaus. Dann habe ich Ruhe, auch vor seinem blöden Gequatsche. Isabella, Tim nervt sehr.«

»Er wird auch ungeduldig sein«, sagte Monika.

»Sicher, das kann ich verstehen. Aber Tim ist im Augenblick so stur. Er spielt sich auf. Spielt den jungen Grafen, dabei dauert das noch, bis er das Sagen hat. Wenn Tassilo sich zur Ruhe setzt, ist erst mal Tims Vater dran.«

»Und wie äußert sich das?«, fragte Isabella.

»Tim redet ständig von Tradition, Verpflichtung und Erhalt des Ansehens. Es ist einfach ermüdend. Er will so eine Art Gouvernante einstellen, die unser Kindl in Sachen Etikette von frühauf unterrichtet. Er hat Kontakte gemacht mit Instituten, die solche Gouvernanten ausbilden. Lässt sich Bewerbungen schicken. Dabei ist das Kindl noch nicht einmal geboren. Außerdem spricht er nur von dem Buben. Das ist ätzend. Es kann auch ein Madl sein.«

»Oh, ihr wisst es nicht?«, warf Monika ein.

»Nein, ich habe gleich am Anfang mit Martin gesprochen. Ich sagte ihm, dass er es verschweigen soll. Ich will es nicht wissen. Tim bräuchte es nicht zu wissen. Es sei meine Angelegenheit. Als hätte ich es geahnt, welch ein Theater, welch eine Show Tim macht. Martin hat Wort gehalten. Dafür bin ich sehr dankbar.«

Jenny seufzte und nippte an ihrem Kaffee.

»Leute, Tim benimmt sich im Augenblick wie ein richtiger Macho. Jedenfalls in Bezug auf die Familie und die Tradition. Jeden Tag haben wir Diskussionen. Es ist echt ätzend mit ihm.«

Isabella schmunzelte.

»Jenny, stell deine Ohren auf Durchzug«, sagte Isabella. »Ich denke, Tim ist nur ungeduldig. Die Wartezeit nervt ihn genau so wie dich. Er kann wenig tun, im Gegensatz zu dir. Du kannst dich auf den Wach-Schlaf-Rhythmus des Kindls einstellen. Du streichelst deinen Bauch. Redest in Gedanken mit ihm oder laut.«

»Stimmt, ich singe ihm auch vor.«

»Das habe ich bei Zander und Vicky auch so gemacht«, erzählte Isabella.

Jenny seufzte.

»Es ist zermürbend mit Tim. Ich liebe ihn. Aber ehrlich gesagt, im Augenblick würde ich ihn auf den Mond schießen, wenn ich könnte. Klingt drastisch, aber ich musste mir einfach Luft machen. Okay, Tim ist sehr besorgt und tut alles, was er kann. Manchmal ist es nur zu viel.«

Isabella schmunzelte.

»Jenny, deine Mutter hatte die gleichen oder ähnliche Ärgernisse mit Anton während der Schwangerschaft. Anton baute das ganze Einfamilienhaus kindgerecht um, legte den Garten neu an und so weiter. Wahrscheinlich weißt du besser als ich, wie es damals war.«

Jenny erinnerte sich und lacht laut. Sie erzählte von einigen Vorkommnissen, die ihre Mutter zur Weißglut gebracht hatte.

»Siehst du, jeder werdende Vater sucht sich unbewusst ein Ventil, die Anspannung zu bewältigen«, sagte Isabella. »Jetzt legst du Tim nah, dass er vom Gärtnerhaus aus arbeitet. Dann hast du etwas Abstand.«

»Das ist eine wirklich gute Idee, Isabella. Sobald er kommt, spreche ich mit ihm.«

»Er ist nicht hier?«

»Nein, Isabella! Ich habe ihn dazu gebracht, dass er morgens joggen geht. Er rennt einmal um den Bergsee.«

»Sehr gut«, nickte Isabella.

»Bringe ihn dazu, dass er abends auch noch eine Joggingrunde dreht.«

»Kann ich versuchen. Ich bin froh, dass ich auf diese Art und Weise meine Ruhe habe. Es ist wirklich sehr anstrengend mit seinen Ideen. Und dass er immer nur von unserem Kindl als Bub spricht, ärgert mich am meisten. Er erklärt mir, es sei nicht schlimm, wenn das erste Kindl ein Madl sei. Später hätten wir bestimmt noch einen Buben. Das müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen? Und das Ganze nur, weil es um die Weitergabe der Tradition geht. Nur ein Bub kann Nachfolger sein. Das ist diskriminierend, finde ich. Mei, Herrgott im Himmel, in welcher Zeit leben wir? Warumsoll ein Madl die Nachfolge nicht antreten?«

»Hast du versucht, mit Tim drüber zu sprechen?«

Jenny machte mit der Hand eine abweisende Bewegung.

»Isabella, ich habe es versucht, mehrmals. Er geht nicht darauf ein. Der Nachfolger muss männlich sein. Das war schon immer so und soll so bleiben«, berichtete Jenny.

»Dabei habe ich Tim für modern gehalten«, sagte Isabella.

Sie war sehr verwundert.

»Vielleicht beruhigt sich Tim wieder, wenn das Kindl geboren ist«, bemerkte Monika.

Sie strich sich eine Haarsträhne hinter die Ohren.

»Ich werde in den alten Chroniken nachsehen. Vielleicht stimmt nicht, was alle annehmen. Vielleicht gab es doch Madl, die an der Spitze des Hauses der Grafen von Teufen-Thurmann standen?«

»Monika, wie sagt man? ‘Ausnahmen bestätigen die Regel’«, meldete sich Isabella zu Wort. »Vielleicht sollte Jenny mit Zensi sprechen? Außerdem hat Zensi mich adoptiert und ich bin ihre Nachfolgerin. Ich kann den Titel an Zander und Vicky weiter geben. Wobei sich Zensi wünscht, dass Vicky mir später nachfolgt in Bezug auf die Aufgaben des Instituts Villa Lohe.«

»Isabella, das ist ein interessanter Gedanke. Außerdem sagt Tassilo oft, dass Zensi das eigentliche Familienoberhaupt sei.«

»Monika, er meint das im übertragenen Sinn, weil Zensi im Hintergrund alles steuert und regelt.«

»Ja, so ist es. Ich denke, es wäre gut, wenn du dich Zensi anvertrauen würdest«, fuhr Monika fort.

»Als letzten Ausweg«, seufzte Jenny. »Ich will nicht, dass es so aussieht, als herrsche dicke Luft zwischen Tim und mir. Und ich bin der Meinung, dass ein Ehestreit nur die Eheleute etwas angeht.«

Isabella lächelte Jenny an.

»Mir und Monika hast du auch davon erzählt.«

Jenny errötete.

»Stimmt! Es war nicht meine Absicht. Es ist einfach geschehen. Entschuldigt, dass ich euch belästigt habe. Bitte vergesst alles, was ich gesagt habe.«

»Nein«, widersprach Isabella. »Wir sind eine Familie. Wenn jemand Kummer hat, dann soll er darüber sprechen. ‘Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude’, sagt man. Außerdem haben wir ein inniges Verhältnis, Jenny. Als ich damals völlig durch den Wind war, nachdem Zensi mir durch Magnus sagen ließ, dass sie mich adoptieren will, bist du auch für mich da gewesen. Und Monika gehört emotional zur Familie. Mache dir keine Gedanken, Jenny. Ich bin keine durchtriebene Feministin, Jenny. Aber dass die Burschen dann und wann sich daneben benehmen und komischen Gedanken nachhängen, wissen wir beide. Nicht nur wenn sie einen über den Durst getrunken haben, kommen ihnen hirnrissige depperte Ideen. Die Welt wäre schon längst untergegangen, wenn wir Weiber nicht zusammengehalten hätten und gemeinsam einen Riegel vorgeschoben hätten.«

Isabella lachte laut.

»Jenny, ich war mit Bernd auch schon verschiedener Meinung. Ich habe eine Methode gefunden, wie ich damit umgehe.«

»Und wie?«

Isabella lächelte.

»Ich widerspreche Bernd...

Erscheint lt. Verlag 3.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Alpen • Bauer • Bäuerin • Bauernhof • Berghütte • Bergpfarrer • Bergroman • Familiengeschichte • Familienroman • Familiensaga • Heimat • Landarzt • Landdoktor • Landleben • Martin Kelter Verlag • Sonnenwinkel • Waldkogel
ISBN-10 3-69049-346-3 / 3690493463
ISBN-13 978-3-69049-346-8 / 9783690493468
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