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Ein Schatten auf unserer Liebe (eBook)

Der neue Dr. Laurin 152 – Arztroman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-69049-325-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ein Schatten auf unserer Liebe - Viola Maybach
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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Da bin ich, tut mir leid, dass es etwas später geworden ist«, sagte Annalena Mertens, als sie bei ihren Schwiegereltern eintraf. »Wir haben ja Zeit«, sagte Karin Mertens nach einer langen innigen Umarmung. Auch Wolfgang schloss Annalena in die Arme. »Schön, dass du da bist, Mädchen«, sagte er voller Wärme. Es rührte sie, dass er sie immer noch so nannte, obwohl sie vor Kurzem ihren siebenundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatte. Er strich ihr über die langen blonden Haare und lächelte. »Gut siehst du aus«, sagte er. »Wollen wir gleich gehen?« Annalena nickte. Ihr war ein wenig mulmig zumute, wie immer an diesem Tag. Sie gingen langsam, denn, wie Karin schon gesagt hatte: Sie waren nicht in Eile. Der Weg war nicht lang, sie erreichten ihr Ziel schon nach einer knappen Viertelstunde. Karin öffnete das Tor, sie traten ein. Es war still hier - im Winter noch stiller als zu anderen Jahreszeiten, denn kein Vogel sang, und es waren nur wenige Menschen hier. Als das Grab in Sichtweite kam, verlangsamten alle drei automatisch ihre Schritte, und Annalena spürte wieder den eisernen Ring, der sich um ihr Herz legte. Das tat er jedes Mal, wenn sie hier war - wobei sie nicht mehr so häufig herkam wie in der ersten Zeit.

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie 'Der kleine Fürst' in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Der zur Waise gewordene angehende Fürst Christian von Sternberg ist ein liebenswerter Junge, dessen mustergültige Entwicklung zu einer großen Persönlichkeit niemanden kalt lässt. Viola Maybach blickt auf eine stattliche Anzahl erfolgreicher Serien zurück, exemplarisch seien genannt 'Das Tagebuch der Christina von Rothenfels', 'Rosenweg Nr. 5', 'Das Ärztehaus' und eine feuilletonistische Biografie. 'Der kleine Fürst' ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.

»Da bin ich, tut mir leid, dass es etwas später geworden ist«, sagte Annalena Mertens, als sie bei ihren Schwiegereltern eintraf.

»Wir haben ja Zeit«, sagte Karin Mertens nach einer langen innigen Umarmung. Auch Wolfgang schloss Annalena in die Arme. »Schön, dass du da bist, Mädchen«, sagte er voller Wärme.

Es rührte sie, dass er sie immer noch so nannte, obwohl sie vor Kurzem ihren siebenundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatte. Er strich ihr über die langen blonden Haare und lächelte. »Gut siehst du aus«, sagte er. »Wollen wir gleich gehen?«

Annalena nickte. Ihr war ein wenig mulmig zumute, wie immer an diesem Tag.

Sie gingen langsam, denn, wie Karin schon gesagt hatte: Sie waren nicht in Eile. Der Weg war nicht lang, sie erreichten ihr Ziel schon nach einer knappen Viertelstunde. Karin öffnete das Tor, sie traten ein. Es war still hier – im Winter noch stiller als zu anderen Jahreszeiten, denn kein Vogel sang, und es waren nur wenige Menschen hier.

Als das Grab in Sichtweite kam, verlangsamten alle drei automatisch ihre Schritte, und Annalena spürte wieder den eisernen Ring, der sich um ihr Herz legte. Das tat er jedes Mal, wenn sie hier war – wobei sie nicht mehr so häufig herkam wie in der ersten Zeit.

Ihre Freundinnen bestärkten sie darin, sie sagten: »Das Leben geht weiter, du musst nach vorne sehen, Lena.« Sie hatten Recht – und auch wieder nicht. Zum Teil war das Leben, jedenfalls schien es ihr so, einfach stehen geblieben an jenem unglückseligen Tag vor drei Jahren.

Als sie das Grab erreicht hatten, holte sie die welken Blumen aus der Vase und eilte zu einem der Container, in dem die Blumen entsorgt werden konnten. Daneben befand sich ein Wasserhahn. Sie füllte die Vase mit frischem Wasser und stellte die Rosen hinein, die sie vorhin gekauft hatte. Karin weinte, auch Wolfgangs Augen waren feucht. Er streckte einen Arm aus und zog Annalena zwischen sich und seine Frau.

Der eiserne Ring drohte ihr Herz zu zerquetschen, sie bekam nur noch mühsam Luft, als sie endlich den Blick hob und den Namen auf dem Grabstein las: ›Niko Mertens‹ stand dort. Er war ihr Ehemann gewesen und an diesem Tag vor drei Jahren bei einem Autounfall, den er nicht verschuldet hatte, ums Leben gekommen.

*

Felix Halm sah sich zufrieden um. Vor vier Wochen hatte er sein Café eröffnet, es war von Anfang an gut gelaufen. Besser, als er selbst, ewiger Optimist, der er war, es erwartet hatte. Er hatte einen Begegnungsort schaffen wollen, an dem sich die unterschiedlichsten Leute wohlfühlen konnten, und offensichtlich war ihm das gelungen. Er sah an einem Tisch drei Freundinnen, die garantiert alle die siebzig schon hinter sich gelassen hatten, neben ihnen zwei junge Männer mit Laptops, die nur hin und wieder ein Wort miteinander wechselten, er sah Familien mit Kindern, Einzelpersonen, verliebte Paare. Er sah, was er sich gewünscht hatte und war froh darüber.

Das Café war sein neuestes Projekt. Felix gehörte zu den Menschen, die sich allzu schnell langweilten bei der Arbeit. Sobald etwas zur Routine wurde, brauchte er neue Anregungen. Er hatte, obwohl er noch keine dreißig war, schon mehrere Berufe gehabt. Immer war er selbstständig gewesen, nie war etwas richtig schiefgegangen, eher im Gegenteil. Dennoch hatte er kein einziges Mal länger als zwei Jahre durchgehalten. Immer packte ihn über kurz oder lang die altbekannte Unruhe, und er musste etwas Neues beginnen.

Er hatte lustlos zwei Semester Betriebswirtschaft und Kunst studiert, eine Kombination, die alle, denen er davon erzählte, zu der Frage veranlasste: »Und was willst du damit anfangen?«

»Mal sehen«, hatte er geantwortet, das Studium abgebrochen und seine erste Galerie eröffnet – mit Fotografien, die ihm gefielen. Sie waren allesamt von unbekannten Künstlern gewesen, die durch ihn deutlich bekannter geworden waren. Er hatte eine Zeit lang einen Kiosk geführt, der sehr erfolgreich gewesen und schließlich von einer seiner ehemaligen Kundinnen übernommen worden war. Sein nächstes Projekt war eine Nachhilfeschule für Deutschunterricht gewesen, für Kinder und auch Erwachsene, bei denen zu Hause kein Deutsch gesprochen wurde. Das war einer seiner größten Erfolge gewesen, die Schule gab es noch, aber als sie anfing, richtig gut zu laufen, war er wieder unruhig geworden.

Jetzt also hatte er dieses Café eröffnet, das zugleich eine Galerie war – an den Wänden hingen Fotografien jener Künstler, die er damals in seiner Galerie vertreten hatte. Es war ihm gelungen, zwei der Werke bereits zu verkaufen. Er war sicher, dass er auch hier nicht bleiben würde, aber noch war das Café so neu, dass er mit Begeisterung bei der Sache war. Im Grunde sehnte er sich danach, endlich die Arbeit zu finden, die ihn voll und ganz erfüllte, aber manchmal glaubte er, dass es diese Arbeit nicht gab. Dass er also sein Leben lang auf der Suche bleiben und immer etwas Neues beginnen würde. Dieser Gedanke erschreckte ihn, aber dann sagte er sich, dass er eben war, wie er war und sich wohl am besten damit abfand.

Seine Freunde nannten ihn einen ›Lebenskünstler‹. Sie beneideten ihn um seine Unabhängigkeit und auch um seinen Mut, sich ständig in neue Abenteuer zu stürzen. Manchmal fing er an, sich einsam in ihrer Mitte zu fühlen: Sie hatten Freundinnen und Frauen, einige auch schon Kinder, und sie saßen beruflich fest im Sattel. Da war die Zukunft vorgezeichnet, mehr oder weniger – und wenn er an diesem Punkt angelangt war, wusste er: Für ihn kam das nicht infrage. Er musste in Bewegung bleiben, andernfalls würde er verkümmern.

Hin und wieder hatte er Freundinnen, doch nie für lange. Sie spürten seine Unruhe und bezogen sie auf sich. Und sie spürten, dass er keine gemeinsame Zukunft plante, denn er plante ja nicht einmal die Zukunft für sich allein. Er plante überhaupt nicht, es sei denn, er hatte ein neues berufliches Projekt. Dann plante er alles, bis in die kleinste Kleinigkeit. Aber privat plante er nicht, und das ließ sich mit einer dauerhaften Beziehung offenbar nicht vereinbaren, denn über kurz oder lang kamen seine Freundinnen und er immer an den gleichen Punkt: »Was willst du eigentlich, Felix? Willst du überhaupt eine Frau und Kinder – eine Familie?«

Er konnte es nicht sagen, und das war es dann. Wenn er ehrlich war: Allein kam er am besten zurecht, jede Trennung war für ihn bisher zwar auch schmerzhaft, aber mehr noch eine Erleichterung gewesen. Manchmal fragte er sich, ob er eigentlich ganz normal war. Vermutlich nicht, gab er sich dann selbst zur Antwort. Aber so lange es ihm dabei gut ging und er niemandem sonst schadete …

Bevor er das Café eröffnet hatte, war er bei einer Konditorin in die Lehre gegangen – privat natürlich. Sie belieferte das Café jetzt mit Kuchen und Torten, aber manchmal backte er auch selbst. Er hatte wissen wollen, wie das ging, und er hatte es gelernt. Genauso, wie er gelernt hatte, was einen guten Kaffee ausmachte, wie die verschiedenen Sorten und die Röstungen schmeckten, und wie man Kaffee am besten zubereitete. So war er: Wenn er etwas machte, dann machte er es richtig. Er nahm an, dass er auch deshalb auf so unterschiedlichen Gebieten erfolgreich gewesen war. Zur Not würde er sich selbst helfen können, das war wichtig für ihn, er musste sich unabhängig fühlen können.

Er ging zu den drei alten Damen, die bereits treue Stammkundinnen waren und fragte: »Kann ich euch noch etwas bringen?«

Eine von ihnen, Waltraud, strahlte ihn an. »Ja, wir nehmen noch einen Kuchen-Nachschlag, aber keine Torte mehr.«

»Und ich brauche ein Wasser«, sagte ihre Freundin Silvia.

Die Dritte im Bunde, Christel, lächelte nur. Sie redete nur selten, das war ihm schon aufgefallen.

»Christel?«, fragte er. »Vielleicht noch eine Schokolade?«

Sie nickte.

»Bin gleich zurück«, versprach er.

Er sah eine Frau winken und schickte Charly zu ihr, seinen jungen Kellner, der noch nicht wusste, dass er seine Augen ständig überall haben musste, aber das würde er noch lernen.

Er brachte Waltraud, Silvia und Christel ihren ›Kuchen-Nachschlag‹ und die Getränke, dann sagte er zu Charly, er würde fünf Minuten zum Luftschnappen vor die Tür gehen.

»In Ordnung, Chef«, sagte Charly.

Als Felix auf die Straße trat, traf ihn die noch immer kühle Luft wie ein Schock, aber ein wohltuender. Die Sonne schien, der Himmel war von klarem Blau, aber schön warm wollte es noch immer nicht werden. Ein merkwürdiges Frühjahr war das. Er atmete mehrmals tief durch und spürte sofort, wie gut ihm das tat. Draußen herrschte geschäftiges Treiben. Die Leute trugen noch wattierte Jacken, aber die Laune schien durchweg gut zu sein. Bestimmt lag das an der Sonne. Die letzten Tage waren grau und regnerisch gewesen.

Felix sah gerade nach rechts, als von links jemand frage: »Haste mal ‘n Euro für mich?«

Er drehte sich um, die Stimme kannte er nun bereits. »Hallo, Hannes«, sagte er zu dem Mann, von dem er wusste, dass er keine Wohnung und außerdem ein Alkoholproblem hatte. Er schätzte, dass Hannes höchstens so alt war wie er, vielleicht auch jünger, aber das harte Leben auf der Straße ließ ihn älter aussehen.

Hannes nickte nur und sah ihn bittend an. Er war, anders als alle anderen, sommerlich gekleidet, er trug nur ein T-Shirt und kurze Hosen.

»Du frierst ja«, sagte Felix und wies auf die Gänsehaut auf Hannes‘ Armen. »Wo sind deine warmen Sachen?«

»Geklaut«, sagte Hannes. »Fast alles weg.«

»Hast du schon was gegessen?«

»Nee, ich …«

»Komm rein, ich mache dir ein belegtes Brot und spendiere dir einen Kaffee«, sagte Felix.

»Nee, ich fühl mich da drin...

Erscheint lt. Verlag 3.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Arzt • Arztroman • Chefarzt • Doktor • Dr. Daniel • Dr. Norden • Fortsetzungsroman • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landdoktor • Martin Kelter Verlag
ISBN-10 3-69049-325-0 / 3690493250
ISBN-13 978-3-69049-325-3 / 9783690493253
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