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Chefarzt Dr. Holl 2020 (eBook)

Wo ist Mama?

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8127-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Chefarzt Dr. Holl 2020 - Lotta Carlsen
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Tanja Friedrich ist eine besondere Patientin auf der Geburtenstation der Berling-Klinik. Seit Jahren kämpft sie gegen eine schwere Endometriose, die ihren Traum von einem eigenen Kind beinahe unmöglich machte. Doch dank innovativer Behandlungsmethoden wird ihr Wunsch doch noch wahr: Sie und ihr Mann Sebastian erwarten voller Glück ein Baby! Und dann ist es endlich so weit - der kleine Alexander kommt gesund zur Welt. Doch was als das schönste Kapitel in Tanjas Leben beginnen sollte, nimmt eine dramatische Wendung. Die junge Mutter wirkt plötzlich verschlossen und bedrückt - und dann geschieht das Unfassbare: Tanja verschwindet spurlos und lässt ihr Baby allein in der Klinik zurück ...

Wo ist Mama?

Eine junge Mutter verschwindet spurlos aus der Berling-Klinik

Von Lotta Carlsen

Tanja Friedrich ist eine besondere Patientin auf der Geburtenstation der Berling-Klinik. Seit Jahren kämpft sie gegen eine schwere Endometriose, die ihren Traum von einem eigenen Kind beinahe unmöglich machte. Doch dank innovativer Behandlungsmethoden wird ihr Wunsch doch noch wahr: Sie und ihr Mann Sebastian erwarten voller Glück ein Baby!

Und dann ist es endlich so weit – der kleine Alexander kommt gesund zur Welt.

Doch was als das schönste Kapitel in Tanjas Leben beginnen sollte, nimmt eine dramatische Wendung. Die junge Mutter wirkt plötzlich verschlossen und bedrückt – und dann geschieht das Unfassbare: Tanja verschwindet spurlos und lässt ihr Baby allein in der Klinik zurück ...

»Guten Abend, meine Liebste. Wie ist es dir und unserem kleinen Schatz heute ergangen?«

Tanja Friedrich blickte auf und sah ihren Mann Sebastian mit strahlendem Lächeln ihr Krankenzimmer betreten. Er hielt einen üppigen Blumenstrauß im Arm, den er ihr nun erwartungsvoll entgegenhielt.

Blumen?

Schon wieder?

Es war nicht so, dass Tanja die hübschen Blumen nicht gefielen, aber auf ihrem schmalen Nachttisch standen bereits drei Vasen, und eine vierte würde kaum noch Platz finden.

»Vielen Dank, Liebling. Die Blumen sind wunderschön«, sagte sie trotzdem. Sebastian meinte es schließlich lieb, und es war alles andere als einfach für ihn, nach seinem anstrengenden Arbeitstag als Journalist für die große Tageszeitung Münchner Blatt am Abend noch bei ihr vorbeizukommen. Also durfte sie sich nicht beklagen, dass es Abend für Abend später wurde und er offenbar ihre gesamten Ersparnisse für Blumen ausgab.

Dabei waren diese Ersparnisse ohnehin schon knapp und würden reichen müssen, wenn Tanja in ihrem Job als Fremdsprachensekretärin mindestens ein Jahr Pause einlegte, um zu Hause bei ihrem so sehr ersehnten Kind zu bleiben.

»Freut mich, dass dir die Blumen gefallen«, sagte Sebastian, beugte sich über sie und gab ihr einen Kuss auf den Mund, der Tanjas Eindruck nach ziemlich flüchtig ausfiel. »Und wie geht es euch beiden nun? Ich habe dich heute wieder sehr vermisst.«

»Uns geht es gut«, sagte Tanja. »Und ich vermisse dich auch sehr.«

Vermutlich mehr als du mich, dachte sie im Stillen. Sebastian hatte immerhin seine Arbeit, um sich abzulenken. Sie hingegen musste den ganzen Tag über still liegen und bekam außer den Ärzten und Schwestern, die allerdings alle reizend zu ihr waren, niemanden zu sehen.

Sie tat es ja gerne!

Um ihr so lange erwartetes Wunschkind gesund zur Welt zu bringen, hätte sie sich auch noch viel länger in ein Krankenhausbett gelegt und war dankbar, dass sie hier in der Berling-Klinik, die der wunderbare Dr. Holl leitete, so gut aufgehoben war.

Tanja litt an einer schweren Endometriose, die ihren und Sebastians Wunsch nach einer Familie über lange Zeit so gut wie unerfüllbar gemacht hatte. Zwei Schwangerschaften hatten in Fehlgeburten ein frühes Ende gefunden und das Ehepaar in tiefe Traurigkeit gestürzt.

Tanja vor allem.

Sebastian hatte behutsam vorgeschlagen, ein Kind zu adoptieren, aber für Tanja war dieser Weg nicht infrage gekommen. Sie wollte ihrem geliebten Mann doch so furchtbar gerne eine vollwertige Frau sein und ihm ein eigenes Kind schenken!

Als sie die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hatte, war sie durch die Empfehlung einer Freundin auf Dr. Holl gestoßen, der ihr eine neuartige Operation ihrer Endometriose empfahl. Heilen ließ sich die Krankheit nicht, aber Dr. Holl war zuversichtlich gewesen, dass sie sich in den Griff bekommen ließ und Tanja eine Chance hatte, doch noch Mutter zu werden.

Und der Arzt hatte recht behalten!

Seit der Operation hatte Tanja kaum noch Beschwerden, obwohl diese sie durch ihr gesamtes Erwachsenenleben begleitet hatten. Und drei Monate später, ausgerechnet an ihrem achtundzwanzigsten Geburtstag, hielt sie überglücklich einen positiven Schwangerschaftstest in Händen.

Es war das schönste Geburtstagsgeschenk ihres Lebens.

Die Schwangerschaft war zwar nicht ganz reibungslos, aber unter Dr. Holls sorgfältiger Betreuung doch immerhin mehrere Monate lang gut verlaufen. Im sechsten Monat hatten sich allerdings verfrühte Wehen und weitere Komplikationen eingestellt, die Tanja und Sebastian um das Leben ihres Wunschkindes fürchten ließen.

»Ich würde bei Ihnen gern eine Cerclage legen«, hatte Dr. Holl vorgeschlagen. »Es ist wichtig, dass wir die junge Dame oder den jungen Herrn noch mindestens zwei Monate lang halten, damit sie oder er mit guten Chancen zur Welt kommt. Wären Sie damit einverstanden?«

Natürlich war Tanja mit allem einverstanden, was ihrem Kind helfen konnte, und auch dieses Mal hatte sich der Rat ihres Arztes als richtig erwiesen. Mithilfe des Eingriffs hatte sie erfolgreich die siebenunddreißigste Woche ihrer Schwangerschaft erreicht, und die Cerclage konnte gezogen werden. Aufgrund ihrer Erkrankung hielt Dr. Holl es jedoch für ratsam, dass Tanja bis zur Geburt in der Klinik blieb und so viel Bettruhe wie möglich hielt, um eine Sturzgeburt und Gebärmutterruptur zu vermeiden.

Tanja war auch dazu gern bereit gewesen. Zu Hause war für die Ankunft ihres kleinen Lieblings alles wunderbar vorbereitet, und sie brauchte sich um nichts zu sorgen. Sicher hätte sie die zwei Wochen, die sie nun bereits hier in der Klinik verbrachte, problemlos durchgestanden, wenn ... ja, wenn da nicht irgendetwas in Sebastians Verhalten gewesen wäre, das ihr merkwürdig vorkam.

Sie hätte nicht sagen können, was es war. Vermutlich bildete sie es sich sogar nur ein, weil sie zu viel allein war, aber sie konnte einfach nicht aufhören, unentwegt darüber nachzudenken.

Dass er jeden Abend später kam, war erklärlich, denn er arbeitete an einer aufwendigen Story über einen Gerichtsprozess.

Dass er ihr ständig Blumen mitbrachte, war ungewöhnlich, aber auch er war als werdender Vater ja aufgeregt und verhielt sich deshalb vielleicht etwas seltsam.

Dass er ihr abwesend und oft regelrecht weit weg vorkam, ließ sich auch mit diesen beiden Erklärungen begründen, aber trotzdem fühlte Tanja sich nicht beruhigt. Sie kannte ihren Mann. Immerhin waren sie seit fünf Jahren zusammen, seit vier verheiratet und sich so nahe wie kein anderes Paar, das sie kannte. Irgendetwas stimmte hier nicht, dessen war sie sich so gut wie sicher.

»Wie geht es denn dir?«, fragte sie deshalb umso hellhöriger, während Sebastian sich zu ihr ans Bett setzte. »Wie war dein Tag, ist in der Redaktion alles in Ordnung?«

»Ach ja, nur das Übliche«, antwortete Sebastian und hatte wieder diesen seltsamen Tonfall in der Stimme. »Viel Arbeit, aber nichts sonderlich Interessantes.«

»Aber du berichtest doch über diesen Fall von Kindsmord«, erinnerte ihn Tanja. Noch bevor sie in die Klinik gekommen war, hatte Sebastian erwähnt, dass er mit dieser furchtbaren Sache betraut werden würde. »Das kann man ja wohl als interessant bezeichnen.«

»Ja schon«, sagte Sebastian noch immer, als wäre er in Gedanken gar nicht bei ihr und hätte das Gespräch am liebsten so schnell wie möglich beendet. »Aber von so etwas Grausamem möchte ich dir wirklich nichts erzählen, Liebste.«

»Ich will dein Leben teilen, Sebastian«, sagte Tanja ernst. »Auch wenn ich hier in der Klinik liege. Ich bin deine Frau, wir haben immer über deine Arbeit gesprochen, und es gibt keinen Grund, das jetzt nicht zu tun.«

»Nein, natürlich nicht«, räumte Sebastian ein. »Aber der Fall einer Mutter, die ihren drei Tage alten Sohn erstickt hat, ist nun wirklich nichts für eine Frau, die in wenigen Tagen selbst ein Kind zur Welt bringt.«

»Wenn es dich beschäftigt, will ich auch davon wissen«, sagte Tanja. »Nur weil ich schwanger bin, bin ich ja nicht plötzlich zur Mimose geworden. Im Gegenteil. Jetzt, wo ich unseren Kleinen in mir habe, ihn jeden Tag spüre und ihn schon so sehr liebe, wie man überhaupt nur lieben kann, interessiert mich der Fall umso mehr. Es scheint so schwer vorstellbar: Wie ist eine Mutter zu so etwas in der Lage?«

»Ich weiß es nicht«, sagte Sebastian abwehrend. »Und um ehrlich zu sein, wünschte ich, ich bräuchte es nicht zu wissen.«

War es das?, fragte sich Tanja. Beschäftigte ihn die Geschichte dieser fremden Frau und ihres so tragisch ums Leben gekommenen Kindes so sehr, dass er sich gedanklich kaum auf etwas anderes konzentrieren konnte?

Das war gut möglich. Sebastian war ein engagierter, gewissenhafter Journalist, der sich in die Menschen, über die er schrieb, tief hineinversetzte. Genau das machte seinen Erfolg in seinem Beruf aus. Sie nahm seine Hand. »Du kannst wirklich mit mir darüber sprechen«, sagte sie.

»Aber ich möchte viel lieber über dich und unser Kind sprechen«, kam es viel zu hastig von ihm. »Hat Doktor Holl bei der Visite heute schon etwas zum Geburtstermin gesagt? Hat er eine Vermutung, ob unser Kleines sich bald auf den Weg...

Erscheint lt. Verlag 14.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7517-8127-7 / 3751781277
ISBN-13 978-3-7517-8127-5 / 9783751781275
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