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Der Bergdoktor 2291 (eBook)

Die Zeit ist endlich reif für uns
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8148-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Bergdoktor 2291 - Andreas Kufsteiner
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Ein lauter Knall zerreißt die morgendliche Stille von St. Christoph - ein Autounfall erschüttert das Dorf. Mittendrin: der junge Fußballstar Simon Distl, schwer verletzt, seine Zukunft zerstört. Der Unfallfahrer Franz Brunegger - einst trinkfest, jetzt verdächtig schwankend - verweigert jede Aussage und verschanzt sich in seinem Haus. Nur einer glaubt, dass mehr dahintersteckt: Bergdoktor Martin Burger. Während das Dorf urteilt und sich abwendet, wagt eine junge Frau leise Schritte in Simons Richtung: Katharina Brunegger, die Tochter des Mannes, dem alle die Schuld geben. Sie besucht Simon heimlich im Krankenhaus, hilft ihm, wieder Hoffnung zu fassen - und leidet still, als er von einer gemeinsamen Zukunft mit einer anderen träumt ...

Die Zeit ist endlich reif für uns

St. Christoph – wo das Leben die besten Geschichten schreibt

Von Andreas Kufsteiner

Ein lauter Knall zerreißt die morgendliche Stille von St. Christoph – ein Autounfall erschüttert das Dorf. Mittendrin: der junge Fußballstar Simon Distl, schwer verletzt, seine Zukunft zerstört. Der Unfallfahrer Franz Brunegger – einst trinkfest, jetzt verdächtig schwankend – verweigert jede Aussage und verschanzt sich in seinem Haus. Nur einer glaubt, dass mehr dahintersteckt: Bergdoktor Martin Burger.

Während das Dorf urteilt und sich abwendet, wagt eine junge Frau leise Schritte in Simons Richtung: Katharina Brunegger, die Tochter des Mannes, dem alle die Schuld geben. Sie besucht Simon heimlich im Krankenhaus, hilft ihm, wieder Hoffnung zu fassen – und leidet still, als er von einer gemeinsamen Zukunft mit einer anderen träumt ...

»Tor! Toooor!« Dr. Pankraz Burger machte einen Luftsprung, den keiner dem ein wenig korpulenten Altdoktor des kleinen Tiroler Bergdörfchens St. Christoph zugetraut hätte.

Aber niemand achtete mehr auf den Siebenundsiebzigjährigen und seine schmerzverzerrte Grimasse, als er sich gleich nach seiner Landung an den Rücken fasste. Zu begeistert war die Menge rundum: Die Fußballmannschaft von St. Christoph war im Begriff, den übermächtigen Gegner aus Kufstein vom Platz zu schießen.

Die kleine »Arena« – eine aufbereitete Wiese zwischen den Ortsteilen Mautz und Hermannsfelden – kochte. Auch Pankraz Burger hatte den kurzen Stich in seiner Lendenwirbelsäule gleich wieder vergessen. Er hob seinen fünfjährigen Enkelsohn Filli hoch und wirbelte ihn herum.

»Drei zu eins, und das nur wenige Minuten vor Abpfiff! Das Match gewinnen wir, Bub! Den Pokal haben wir in der Tasche!«

Filli strampelte sich los, denn er wollte ja selbst vor Freude in die Luft springen. Der kleine Blondschopf interessierte sich erst seit Kurzem für das Spiel mit dem runden Leder – und dank der tollen Leistungen des Heimteams von St. Christoph formte sich die Neugierde gerade zu einer ausgewachsenen Leidenschaft.

Fillis Vater, der Landarzt Martin Burger, tauschte einen belustigten Blick mit seiner Frau.

»So sind sie, die kleinen Buben«, murmelte er.

»Ach, nur die kleinen?«, gab Sabine schmunzelnd zurück und deutete mit dem Kopf auf ihren Schwiegervater, der nun aufgeregt mit Lehrer Obermayer über den letzten Spielzug fachsimpelte.

»Das war nie und nimmer abseits«, erklärte Pankraz mit Bestimmtheit und wandte sich nun gleich lautstark an den Schiedsrichter: »Nie und nimmer!«, brüllte er, was sich jedoch in den Rufen der anderen Zuschauer verlor. Das hielt den alten Herrn jedoch nicht davon ab, seine Meinung kundzutun. »Ein Freistoß – echt?«, schrie er erbost. »Unfair!«

Gleich darauf wurde es im Waldstadion von St. Christoph mucksmäuschenstill. Erst als der Schuss des gegnerischen Stürmers um Haaresbreite über die Querlatte knallte und der Ball in Gehölz des umliegenden Waldes verschwand, brannte wieder Jubel auf. Und der Jubel wurde zum Orkan, als der junge Obstbauer Simon Distl mit dem neu ins Spiel geworfenen Ball über den ganzen Platz sprintete und den Ball unhaltbar zum 4:1 im Tor der Kufsteiner versenkte.

»Der Bursch ist ein Wahnsinnstalent«, schwärmte Lehrer Obermayer mit der Miene des Experten. »Schade, dass Simon mit seinen achtundzwanzig Jahren schon zu alt für eine große Karriere außerhalb unserer Dorfliga ist. Er würde seinen Weg garantiert machen!«

»Mit Sicherheit!«, bestätigte Pankraz Burger und betrachtete ein wenig ratlos die inzwischen völlig ausgekühlte Bratwurst in seiner Hand. Er hatte vor Aufregung ganz das Essen vergessen. Erst jetzt wurde ihm wieder bewusst, womit er da die ganze Zeit aufgeregt herumgewedelt hatte.

Nun war es die Haushälterin Zenzi, gute Seele im Doktorhaus, die mit der Arztgattin Sabine einen Blick wechselte.

»Mannsbilder!«, murmelte die ältere Dame mit den grauen Haarknoten und ahnte nicht, dass ihre roten Wangen verrieten, wie aufgeregt auch sie war.

Sabine aber deutete lachend zu ihrer älteren Tochter Tessa hinüber, die auf einem Wiesenstück neben dem Fußballplatz mit ihren Freundinnen und Freunden von der Schule die wichtigsten Szenen des Spiels nachstellte.

»Ich bin der Distl-Simon!«, schrie sie, um den anderen zuvorzukommen. Es nützte der Achtjährigen aber nichts.

»Nö, ich bin der Simon!«, rief ein Junge, während sich ein Mädel, das mit seinem rosa Kleidchen eigentlich eher wie eine Prinzessin gekleidet war, den Ball schnappte und auf das aus Jacken und Ästen zusammengebastelte Fußballtor losstürmte.

»Ich bin der Simon!«, schrie die Kleine mit überschlagender Stimme und versenkte den Ball zwischen den »Torstangen«.

Hauserin Zenzi Bachhuber hatte die Szene ebenfalls beobachtet und schaffte es nun auf bewährte Weise, den drohenden Streit unter den Kindern zu stoppen.

»Wer mag Apfelkuchen?«, fragte sie, ohne groß die Stimme zu erheben. Sofort war sie von den Kindern umringt, die ungeduldig zusahen, wie die ältere Dame die Kühltasche öffnete und Kuchen und Limonade hervorzauberte.

»Lehrer Obermayr hat recht«, wandte sich nun Pankraz Burger an seinen Sohn. »Der Simon ist wirklich ein Ausnahmetalent.«

»Und ein gutes Vorbild für unsere Dorfjugend«, bekräftigte der Lehrer.

Martin Burger, den man hierorts auch den Bergdoktor nannte, nickte. Er hatte das Spiel nur mit halbem Auge verfolgt, denn als Arzt war er in steter Bereitschaft gewesen, bei jedem Sturz oder Zusammenstoß der Spieler aufs Feld zu laufen und Erste Hilfe zu leisten. Nun erst wich die Anspannung auch von ihm.

»Ja«, sagte er. »Simon ist ein feiner Kerl und ein fairer Sportler. Ich freue mich, dass es bei ihm heute so gut geklappt hat. Er hat es sich wahrlich verdient!«

Alle Blicke ruhten nun auf dem jungen Mann mit dem struppigen goldblonden Haarschopf. Simon hatte inzwischen für seine Mannschaft den Pokal übernommen und war dabei, gefolgt von seinen Kameraden, eine Runde ums Spielfeld zu laufen. Natürlich erst, nachdem er auch dem Kapitän der Kufsteiner fest die Hand geschüttelt und sich für das faire Spiel bedankt hatte.

»Ich hoffe, ihr steigt noch nicht gleich in den Tourbus, denn wir wollen gern noch mit euch feiern und euch zu einer Jause einladen. Unsere Dorffrauen haben ein gutes Büfett mit feinen Schmankerln aufgebaut, das muss jetzt alles verputzt werden!«, hatte er gesagt und dem anderen Mann auf die Schulter geklopft.

Nun lief Simon Distl seine Siegesrunde, blieb dabei immer wieder stehen, um einzelnen Fans die Hand zu schütteln. Auch beim Bergdoktor hielt er an und sagte ihm Dank für die Bereitschaft, als Sportarzt zu fungieren.

Sofort kam der fünfjährige Filli angeflitzt. Simon, schon im Begriff, seinen Siegeslauf wieder aufzunehmen, hielt an, als er das Strahlen in den Augen des Jungen sah.

»Na, was ist mit dir, Filli? Ich hab gehört, dass du mein Nachfolger werden willst?«

Der Kleine war so überrascht, von seinem Idol angeredet zu werden, dass er sich gleich einmal verschluckte. Sobald er seinen Hustenanfall überwunden hatte, fasste er sich ein Herz und stammelte mit knallroten Ohren: »Ich hab erst mit dem Spielen angefangen ...«

»Na, passt doch perfekt«, sagte Simon Distl zufrieden. »Eine Weile will ich doch selbst noch den Mittelstürmer machen. Aber es ist gut zu wissen, dass ein tüchtiger Bursch bereitsteht, wenn ich irgendwann mal meine Fußballschuhe an den Haken hängen werde!« Er wuschelte dem Kleinen über das blonde Haar, während er ihm etwas ins Ohr flüsterte. Dann lief er weiter.

Filli aber stand noch lange mit offenem Mund da und starrte seinem Idol hinterher. Welchen Zauberspruch ihm der Sportler wohl zugeraunt hatte?

Inzwischen hatte Simon neuerlich Halt gemacht. Es war eine hübsche junge Frau mit rötlich-blondem Haar, zu der er sich jetzt hinüberbeugte. Unter dem Jubel seiner Kameraden und der umstehenden Dörfler drückte er ihr einen herzhaften Kuss auf die Lippen.

»Ist das nicht die kleine Stockinger?«, fragte Zenzi Bachhuber blinzelnd und nahm ihre Brille herunter, um sie mit ihrem Schürzenzipfel zu putzen.

»Gut möglich«, sagte Pankraz Burger, an den diese Frage gerichtet war. »Die Nichte vom Stockinger-Kurtl, der in Altenacker drüben eine Schlachterei betreibt. War die Susanne nicht gerade noch ein so kleines Madel wie unsere Tessa?«

Die beiden älteren Herrschaften schüttelten einvernehmlich ihre Köpfe über den Gang der Welt.

Martin Burger lächelte. »Ja, das ist Susanne Stockinger. Ich erinnere mich auch noch daran, dass ich ihr einmal das gebrochene Handgelenk eingegipst habe, nachdem sie beim Eislaufen auf dem Kuckuckssee gestürzt ist. Und jetzt ist sie eine richtige Dame geworden.«

»Na ja«, lachte Sabine. »Viel älter als zwanzig Jahre wird sie nicht sein, eher jünger. Da ist man noch lange keine Dame. Zum Glück. Denn...

Erscheint lt. Verlag 21.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7517-8148-X / 375178148X
ISBN-13 978-3-7517-8148-0 / 9783751781480
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