Gewagter Pakt für den griechischen Tycoon (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3489-5 (ISBN)
Liebe? Eine Familie? Nichts für den griechischen Tycoon Rafael Drakos! Er heiratet die unschuldige junge Tessa nur, weil ihr Vater sein wichtigster Geschäftspartner ist. Auch für Tessa ist es eine Ehe auf dem Papier, um ihrem überbehütenden Elternhaus zu entkommen, glaubt Rafe zumindest. Ein fataler Irrtum? Kurz nach ihrer Trauung verlangt Tessa plötzlich die Scheidung. Es sei denn, er verbringt gemeinsam mit ihr eine Nacht auf seiner Privatinsel in der Ägäis! Um den Pakt nicht zu gefährden, spielt er mit. Mit ungeahnt romantischen Folgen ...
<p>Emmys Begeisterung für Romances begann, als sie die legendären Nancy Drew Krimiromane las, in denen die gleichnamige Heldin allerhand mysteriösen Fällen auf die Spur ging. Dabei blätterte Emmy beim Lesen immer wieder zu den romantischen Kapiteln mit Ned Nickerson zurück. Mehr als 20 Jahre später machte Harlequin Presents ihren Traum wahr und bot ihr einen Autorenvertrag für ihr erstes Buch an. Wenn sie nicht gerade an einem Buch schreibt, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Sohn, füttert ihre Fellnasen oder entspannt mit ihrem Mann, der als Feuerwehrmann tätig ist, gemütlich auf der Veranda.</p>
1. KAPITEL
Rafe
Bis jetzt habe ich noch nie mit dem Gedanken gespielt, jemanden umzubringen. Es gibt effizientere Methoden, mit Menschen umzugehen. Und da ich ein Vermögen von 1,7 Milliarden Euro besitze, habe ich mehr Optionen als der Durchschnittsmensch.
Aber als ich nun mitansehen muss, wie meine Ehefrau auf einem Pariser Bürgersteig zu einem fremden Mann hochlächelt, gehe ich im Geiste mehrere Mordszenarien durch. Ich schließe die Finger fester um das Lenkrad meines Wagens, als sich der Mann herunterbeugt und sie entzückt auf die Wange küsst. Es wäre nicht schwer, einen Auftragskiller zu engagieren. Oder ich könnte den Kerl einfach selbst vom Eiffelturm stoßen.
Nein, ich bin nicht eifersüchtig. Ich bin wütend. Ich dulde nicht, dass jemand vertragsbrüchig wird. Dies gilt auch für meine Frau, selbst wenn unsere Ehe nur auf dem Papier existiert. Einem Papier mit einer zweijährigen Untreue-Klausel.
Vielleicht hat Tessa mich deshalb nach gerade mal vier Monaten Ehe um die Scheidung gebeten. Um eine Beziehung mit diesem blonden Mann zu führen, der jetzt so wild gestikuliert, als wäre er ein Zirkusclown. Aber Tessa …
Mein Brustkorb wird eng. Tessa sieht wunderschön aus. Die dunkelblonden Haare fallen ihr offen auf die Schultern. Sie trägt ein hellblaues Kleid, dessen Oberteil sich an ihren schlanken Körper schmiegt und in einen knielangen Rock übergeht.
Als ich ihre nackten Beine sehe, erwacht etwas in mir. Ich habe Tessa bisher nur in Kleidern mit langen Röcken oder in weiten Hosen gesehen. Ihr Anblick bei der Hochzeit meines Bruders Gavriil vor vier Wochen hat mich allerdings kurz aus meiner üblichen Apathie gerissen. Ich sah, wie sie sich selbstbewusst mit Hilfe von Gehstützen bewegte, statt ihren Rollstuhl zu benutzen, und bemerkte, wie sie mit Fremden plauderte und lachte. Eine Art Stolz überkam mich. Vorher hatte ihre überbehütende Mutter sie immer gezwungen, im Hintergrund zu bleiben und das Leben zu betrachten, statt daran teilzunehmen.
Damit ist es nun vorbei.
Der blonde Mann umarmt Tessa jetzt auch noch. Die intime Selbstverständlichkeit, mit der er ihr beide Arme um die Taille legt, treibt mich im Nu aus dem Wagen. Ich widerstehe dem Impuls, die Tür zuzuknallen. Lieber schließe ich sie ganz leise, damit ich weiter beobachten kann, während ich die Straße überquere, den Blick auf meine betrügerische Frau geheftet.
Am Abend unserer Hochzeit hatte ich in meinem Schlafzimmer Tessas Brief auf dem Kissen gefunden. Einen kurzen Moment war es mir vorgekommen, als hätte jemand ein Loch in meinen Brustkorb geschlagen. Ich wusste, dass ich dieses Gefühl begraben musste, bevor es sich zu einem Problem auswuchs. Also konzentrierte ich mich auf Tessas Brief. Sie schrieb, sie wolle unsere Scheinehe nutzen, um in Paris ein unabhängiges Leben zu führen, und wünsche mir das Beste für meine Zukunft. Ein kaltes, ungehobeltes Ende eines Briefes von jemandem, der für mich einst einem Freund so nahegekommen war wie niemand sonst. Keine Diskussion, keine Vorwarnung.
Ich bin noch nie einer Frau hinterhergelaufen. Auf gar keinen Fall wollte ich mich um eine bemühen, hinter deren vermeintlich ruhiger Art eine ungeahnte Hinterlist steckte. Ich hatte gedacht, ich würde ihr die Chance bieten, aus ihrem Elternhaus auszuziehen und ein neues Leben mit einem Reichtum und Luxus zu führen, den sich die meisten Leute nicht mal vorstellen können.
Aber sie wollte weder mit mir noch mit meinem Geld etwas zu tun haben. Anscheinend hatte ihr die Hochzeit die nötige Stärke verliehen, um ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Also tat ich, was ich am besten kann und setzte Prioritäten. Die Hochzeit war vorbei. Ich hatte, was ich wollte. Wegen der Trauung war Tessas Vater bereit gewesen, mir die Immobilienmaklerfirma zu verkaufen, die er geerbt hatte. Ein Unternehmen mit dem Prestige von Jahrzehnten und einem Schuldenberg, der Nolan Sullivan ohne meine Hilfe ruiniert hätte. Statt mit Tessa zu reden, beschäftigte ich mich lieber mit diesem neuen Projekt, das mir auch kaum Zeit für etwas anderes ließ.
Bis mir vor drei Tagen in meiner Villa auf der Privatinsel, die eine kurze Bootsfahrt von Santorin entfernt liegt, ihr Scheidungsantrag zugestellt wurde. Ich las ihn auf dem Balkon, von wo aus ich Tessas bescheidenes Elternhaus in der Ferne sehen konnte. Jenes Haus, in dem ich ihr vor sieben Monaten einen Antrag gemacht hatte. Monate, bevor ich irgendetwas über Lucifers irrwitzige Intrige gewusst hatte.
Bei der Erinnerung spüre ich einen schmerzhaften Knoten in meiner Brust. Tessa hatte in ihrem Rollstuhl auf dem Balkon gesessen und auf das Meer geblickt – und ihr Gesicht sah so traurig aus, dass es mich zutiefst berührte. Schlagartig war mir bewusst geworden, dass ich diesen Gesichtsausdruck im Laufe der Jahre oft gesehen hatte. Und dass ein Heiratsantrag mir nicht nur verschaffen würde, was ich wollte, sondern Tessa vielleicht mehr bot als die überbehütete Welt, in der sie schon so lange lebte.
Ich hatte mich neben sie gesetzt und das Gespräch zwischen ihrem Vater und mir zusammengefasst. Als ich sie bat, meine Ehefrau zu werden, sah ich die Hoffnung in ihren Augen. Hoffnung – und eine mehr als flüchtige Zuneigung. Ich reagierte darauf, fühlte etwas in der gähnenden Leere in meiner Brust. Rasch verdrängte ich dieses Gefühl.
Egal, sage ich mir jetzt. Wenn sie die Scheidung will, gebe ich sie ihr. Ich bin nicht daran interessiert, an jemanden gebunden zu sein, der nicht verheiratet sein will. Was das anrichtet, habe ich bei meiner Mutter erlebt!
Aber Tessa muss einwilligen, meinen Nachnamen noch etwas länger zu tragen. In acht Monaten werde ich alles erben, was mein Vater mir hinterlassen hat. Einschließlich der Firma, von der immer feststand, dass ich sie eines Tages leiten werde. Eine Firma, die der alte Mistkerl an die Voraussetzung geknüpft hat, dass ich mindestens ein Jahr verheiratet bin.
Tessa weiß noch nichts von der Bedingung, dass wir unseren ersten Hochzeitstag hinter uns bringen müssen, weil ich sonst mein gesamtes Erbe verliere. Ich wusste ja selbst nichts davon, bis das Testament vor einem Monat verlesen wurde. Gavriil verschwendete keine Zeit und heiratete eine Journalistin, um sich seinen Anteil am Erbe zu sichern. Mein anderer Bruder, Michail, von dessen Existenz ich erst kürzlich erfahren habe, verfluchte unseren Vater und stürmte wutentbrannt aus der Anwaltskanzlei.
Ich hingegen hatte die erste Bedingung meines Vaters bereits erfüllt, wenn auch unwissentlich, indem ich Tessa bei der Trauung auf unserer Insel meinen Ehering an den Finger gesteckt hatte.
Doch es gibt ja noch die zweite Bedingung. Eine Bedingung, die nun gefährdet ist, weil Tessa aus heiterem Himmel die Scheidung beantragt hat: Wenn wir unseren ersten Jahrestag nicht zusammen begehen, werde ich alles verlieren. Und Testament hin oder her … Dass sie unseren Vertrag nach weniger als einem halben Jahr brechen will, streut Salz in eine Wunde, die mir erst bewusst wurde, als ich den Scheidungsantrag las.
Ziele. Aufgaben. Konkrete Angelegenheiten, die ich einschätzen, bewerten, umsetzen kann. Darin bin ich erstklassig. Aber wenn es um Gefühle, gesellschaftliche Verpflichtungen oder eine Ehe geht, sieht die Sache anders aus. Diese unangenehme Geschichte mit Tessas Scheidungsantrag beweist, dass meine Lebensphilosophie korrekt ist: Am besten bleibt man allein.
Ich erreiche die andere Straßenseite. Es ist Zeit, Tessa daran zu erinnern, was sie zu verlieren hat, sowohl mit ihrer unverhohlenen Affäre als auch mit ihrer lächerlichen Forderung nach einer sofortigen Scheidung.
Sie blickt kurz in meine Richtung, als der Mann sie loslässt. Dann stockt sie und sieht noch einmal zu mir. Ihre goldbraunen Augen weiten sich, aber ich lese weder Panik noch Scham darin. Nur Erstaunen. Wut durchzuckt mich wegen ihrer mangelnden Reue.
„Bonjour, Mrs. Drakos.“
Tessa presst die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. „Hallo, Rafael.“
Touché. Ich verabscheue diesen Namen, und sie weiß es. Außerdem verabscheue ich, dass ich mir ein anerkennendes Lächeln wegen ihres Konters verkneifen muss.
„Ist das dein Mann?“, fragt der blonde Clown.
Ich wende mich ihm zu. Er sieht zwischen Tessa und mir hin und her, als würde er bei einem verdammten Tennisspiel im Publikum sitzen. „Das bin ich“, sage ich mit kaltem Zorn.
Statt wegzurennen, wie jeder vernünftige Mann es tun würde, wenn er auf den Ehemann seiner Geliebten trifft, packt der Idiot meine Hand. „Wie schön, Sie kennenzulernen. Ihre Frau ist toll. Einfach toll“, schwärmt er wie ein überdrehter Teenager.
So ärgerlich sein Verhalten auch ist – es gibt mir einen Moment, um die Situation neu zu bewerten. Ich bin nicht sicher, was ich eben miterlebt habe, aber die zärtliche Umarmung eines Liebespaares erscheint mir nun weniger wahrscheinlich. Ich ziehe meine Hand aus seinen klammen Pranken. „Das finde ich auch.“
Tessas leises Schnauben überrascht mich, genau wie ihre hochgezogenen Brauen, als sie mich ansieht.
„Ich weiß nicht, ob ich es ohne sie durchziehen würde“, fährt der Fremde fort. Die Spannung zwischen ihr und mir entgeht ihm offenbar. „Erst hatte ich an den Eiffelturm gedacht, aber Tessa findet die Gärten besser, und das sind sie tatsächlich.“
Meine Güte, hält er jemals die Klappe?
...| Erscheint lt. Verlag | 24.6.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Nicole Lacher |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3489-X / 375153489X |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3489-5 / 9783751534895 |
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