Sinnlicher Flirt mit dem Feind (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3491-8 (ISBN)
Um die Whiskeybrennerei ihrer Familie vor dem Ruin zu retten, bietet Charlotte künftig Führungen auf dem Gelände in Texas an. Ein sicheres Zusatzgeschäft. Doch gleich beim ersten Mal taucht überraschend der attraktive Anwalt Alexander Thornton auf und bringt sie aus dem Konzept. Seit Jahren schwärmt sie heimlich für ihn. Aber bislang hat er sie wenig beachtet. Heute jedoch flirtet er plötzlich mit ihr, küsst sie und lädt sie zum Dinner ein. Zu schön, um wahr zu sein? Kaum beginnt sie sich in ihn zu verlieben, macht er ihr ein unverschämtes Angebot ...
<p>K. C. Leonard - ein Name, der mehr verbirgt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Hinter dem Pseudonym steckt ein erfolgreiches Autorenduo, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichten zu erzählen, die nicht nur berühren, sondern tief unter die Haut gehen. Romances voller intensiver und fesselnder Momente, die sich der Liebe in all ihren Nuancen widmen - von der behutsamen Annäherung, die sich leise ins Herz schleicht, bis hin zur stürmischen Leidenschaft, die alles mit sich reißt.</p><p data-start="261" data-end="525" data-is-last-node=""></p>
1. KAPITEL
Zwei Monate später.
Die Black Oak Ranch lag etwa eine halbe Stunde außerhalb von San Antonio auf einer weiten Ebene. Das gesamte Anwesen erstreckte sich über etwa zwanzig Hektar, ein Teil davon von einem Eichenwald bedeckt, doch ein großer Teil war einfach nur offenes Weideland, das jetzt, in der Sommerhitze, staubig und trocken war.
Es war früh am Abend. Die Hitze des Tages lag noch immer über dem Land, aber die Sonne war schon dem Horizont entgegengesunken und färbte den Himmel in ein feuriges Orangerot, das langsam in ein zartes Purpur und dann in ein blasses Blau überging.
Charlotte trat aus dem kühlen Schatten der Veranda und stieg die fünf Stufen zum Hof hinunter. Das riesige Wohnhaus, an das im Laufe der Jahrzehnte immer wieder angebaut worden war, im Rücken, ging sie auf die Besuchergruppe zu, die sich vor der alten Scheune versammelt hatte. Früher war hier einmal das Heu für das Vieh gelagert worden, doch schon vor Jahren hatte ihr Vater sie zu einer Art Veranstaltungsraum umbauen lassen. Jedoch nicht für die Zwecke, für die Charlotte ihn jetzt verwendete. Er hatte da eher an Familienfeiern und Ähnliches gedacht, ganz sicher nicht an Führungen und Verkostungen.
Aber jetzt hatte Charlotte – zumindest in Abwesenheit ihrer Brüder – das alleinige Sagen. Und so würde sie nach und nach all die Pläne umsetzen, die Clifford Montgomery stets konsequent abgeschmettert hatte.
Sie räusperte sich laut, was zur Folge hatte, dass die Gäste, die sich gerade noch angeregt unterhalten hatten, sämtliche Aufmerksamkeit jetzt ihr zuwandten. „Hallo zusammen, mein Name ist Charlotte Montgomery, und ich heiße Sie herzlich willkommen auf der Black Oak Ranch“, begrüßte sie die etwa ein Dutzend Besucher, die im Halbkreis vor ihr standen. „Wer von Ihnen weiß denn schon mehr oder weniger über die Grundlagen der Bourbon-Herstellung Bescheid?“, fragte sie dann und blickte in die Runde.
Die Hälfte der Gäste war männlich und mittleren Alters, einige hatten aber auch die Sechzig bereits überschritten. Vom Aussehen gaben sie alle die typischen Texaner ab: Blue Jeans, Shirt, breitkrempiger Hut und Sonnenbrille. In Wahrheit aber handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um Einheimische, sondern um Touristen, die an Charlottes erster öffentlicher Führung durch die Black Oak Distillery teilnahmen. Es sei denn, es hatte sich ein Spion einer konkurrierenden Whiskeybrennerei eingeschmuggelt, was sie aber nicht glaubte. Nach dem Tod ihres Vaters nahm niemand in Texas mehr das Unternehmen so richtig für voll. Eine Frau, die eine Destillerie zusammen mit zwei Brüdern leiten sollte, die sich aber aus allem raushielten und die meiste Zeit über nicht mal in Texas waren, stellte keine ernstzunehmende Konkurrenz dar.
Das dachten diese verbohrten alten weißen Männer jedenfalls. Aber Charlotte würde ihnen schon noch das Gegenteil beweisen. Wobei ihr Liams und Ethans Verhalten gewaltig gegen den Strich ging.
Die Bedingungen des Testaments waren immerhin eindeutig.
Sie konnte noch immer nicht fassen, dass ihr Vater das wirklich getan hatte. Für Cliff Montgomery hatte das Unternehmen stets an erster Stelle gestanden. Das Risiko einzugehen, dass alles an irgendwelche Fremden fiel, passte einfach nicht zu ihm!
Und doch war es seine Entscheidung gewesen …
Sie holte tief Luft und rief sich innerlich zur Ordnung. Die Gäste. Sie sollte sich auf sie konzentrieren, anstatt sich zum x-ten Mal den Kopf über etwas zu zerbrechen, das sie ohnehin nicht ändern konnte.
Noch einmal ließ sie den Blick über die Gruppe schweifen. Die anwesenden Frauen waren jünger und wahrscheinlich nur als Begleitung ihrer Ehemänner mitgekommen. Eine Vermutung, die sich nun bestätigte, als die meisten von ihnen verlegen die Köpfe schüttelten, während die Männer nickend die Hände hoben.
Die Teilnehmer des ersten Whiskey-Tastings, das Charlotte heute Abend auf dem Grund und Boden der Black Oak Distillery abhielt, waren vor etwa fünfzehn Minuten angekommen – und hatten sicher schon einen ersten Eindruck gewinnen können. Denn unter dem schmiedeeisernen Rundbogen durchzufahren, auf dem das Logo der Destillerie prangte, war selbst für Charlotte noch immer jedes Mal ein erhabener Moment; für Besucher sicherlich erst recht. Anschließend war es dann über die kiesbestreute Auffahrt, die sich um einen großen weißen Springbrunnen schlängelte, zum imposanten Wohnhaus gegangen, das sich in der Breite über mehrere Hundert Meter erstreckte.
Das Haupthaus war der älteste Teil. Es verfügte über zwei Stockwerke, eine imposante Veranda und einen großen Balkon. Es gab mehrere Anbauten, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügten.
Vor dem Haupthaus hatten alle ihre Autos abgestellt. Die ersten Fotos waren nach dem Aussteigen bereits gemacht und hoffentlich bereits auf Social Media hochgeladen worden.
Social Media. Darauf baute Charlotte. Für sie stellte dies nämlich die beste Werbung dar. Kostengünstig, effektiv und zeitgemäß. Wie lange hatte sie dafür gekämpft? Erfolglos, solange ihr Vater noch lebte. Der hatte von all diesem neumodischen Kram, wie er es nannte, nichts wissen wollen. Und ganz gleich, wie oft Charlotte auch mit ihm über dieses Thema diskutiert hatte, er war hart geblieben.
Der Gedanke, dass es ihr erst jetzt, nach seinem Tod, möglich war, eigene Vorstellungen umzusetzen, ließ wie so oft in letzter Zeit ein bitteres Gefühl in ihr aufsteigen. Vor allem die Testamentseröffnung vor zwei Monaten hatte endgültig gezeigt, was Cliff Montgomery ihr in geschäftlichen Dingen zugetraut hatte.
Nichts.
Aber jetzt war nicht der richtige Moment, um – zum tausendsten Mal – darüber nachzugrübeln. Dies hier war ihre Feuerprobe. Wenn ihr Konzept mit den Führungen ein Erfolg wurde, wäre das so etwas wie ein zweites Standbein für die Destillerie.
Eine Lehre hatte sie allerdings bereits schon gezogen: In Zukunft würde sie auf Vorkasse bestehen. Damit sie nicht auf den Kosten der Vorbereitung sitzen blieb, wenn Teilnehmer einfach nicht erschienen. Wie es heute der Fall war. Eigentlich hatten sich nämlich zwei Teilnehmer mehr angesagt, die waren aber nicht gekommen.
Das ärgerte Charlotte, bestätigte es doch gewissermaßen das, was ihr Vater ihr immer vorgehalten hatte. Dass sie zu gutgläubig war und zu sehr darauf vertraute, dass Menschen ihr Wort hielten.
„Nun, wie mir scheint, sind es vor allem die Frauen, die noch nicht so gut über Bourbon Bescheid wissen“, sagte Charlotte und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Es gibt aber keinen Grund, sich dafür zu grämen, meine Damen. Das zeigt am Ende nur, dass wir Frauen uns für gewöhnlich mit wichtigeren Dingen als dem Alkohol beschäftigen, nicht wahr?“
Damit hatte sie die Lacher auf ihrer Seite und das erreicht, was sie erreichen wollte: Die Stimmung lockerte sich, und die Frauen guckten nicht mehr verschämt zu Boden, sondern erkannten, dass ihre Gastgeberin sich nicht zu billigen Witzen auf ihre Kosten herablassen würde. Charlotte wusste nämlich, dass genau das leider heute bei Führungen durch Destillerien immer noch der Fall war. Was ganz einfach daran lag, dass dieses Business weiterhin von Männern dominiert wurde.
Aber solange sie auf der Black Oak Ranch etwas zu sagen hatte, würde es dazu nicht kommen. Was aber auch bedeutete, dass es sich ziemlich schwierig gestaltete, Mitarbeiter zu finden, die ihren Ansprüchen genügten. Doch es würde die Mühe wert sein, davon war sie fest überzeugt.
„Nun“, sagte sie. „Dann würde ich vorschlagen, dass wir mit unserer Führung beginnen. Ich bin übrigen die Ur-Ur-Urenkelin des Gründers der Black Oak Ranch. Als mein Ur-Ur-Urgroßvater die Ranch erbaute, hätte er allerdings wohl eher nicht gedacht, dass wir hier eines Tages einen ganz hervorragenden Bourbon herstellen würden. Nein, damals wurden hier noch Rinder und Pferde gezüchtet.“
„Haben Sie immer noch Tiere?“, fragte eine junge Frau, die die Hand ihres Partners hielt. Die beiden waren Charlotte schon aufgefallen, weil sie sich immer wieder verliebte Blicke zuwarfen und manchmal regelrecht ineinander versunken zu sein schienen.
Muss Liebe schön sein, dachte Charlotte ein wenig bitter. Immer wenn sie turtelnde Pärchen sah, kam ihr unwillkürlich in den Sinn, wie wenig Glück sie in ihrem Leben bisher in Liebesdingen gehabt hatte.
Sicher, sie war mit verschiedenen Männern ausgegangen, aber abgesehen von ein paar flüchtigen, unbedeutenden Affären war daraus nie etwas entstanden. Warum? Weil kein Mann dem Vergleich mit „dem Einen“ standhielt, den sie einfach nicht aus dem Kopf bekam. Und das seit inzwischen sechs Jahren.
Alexander Thornton.
Charmant, erfolgreich, manipulativ.
Sie hatte ihn zum ersten Mal auf der Party gesehen, die ihr Vater anlässlich ihres einundzwanzigsten Geburtstags gegeben hatte – für ihn war es natürlich vor allem eine Gelegenheit gewesen, Geschäftsfreunde zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Um Charlotte war es dabei nur am Rande gegangen, aber daran war sie schon gewöhnt gewesen.
Alexander war damals bereits Ende zwanzig gewesen – mittlerweile war er vierunddreißig – und kurz davor, als Juniorpartner in einer der größten und angesehensten Anwaltskanzleien des Landes, die auch für die Black Oak Distillery tätig war, so richtig durchzustarten....
| Erscheint lt. Verlag | 24.6.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3491-1 / 3751534911 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3491-8 / 9783751534918 |
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