Doppeltes Glück in deinen Armen (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3486-4 (ISBN)
Der spanische Hotelmagnat Diaz Martinez will nur eins von seiner englischen Noch-Ehefrau Rose: dass sie endlich die Scheidungspapiere unterzeichnet! Doch bei einem unverhofften Wiedersehen überrascht Rose ihn mit einem schockierenden Geständnis. Ihre letzte Liebesnacht blieb nicht ohne Folgen, Rose trägt Zwillinge unter dem Herzen. Was jetzt? Spontan verlangt Diaz, dass Rose mit ihm nach Spanien geht. Natürlich nur, damit seine Kinder nicht ohne Vater aufwachsen müssen. Nicht, weil er Rose gegen jede Vernunft sofort wieder heiß begehrt ...
Michelle Smart ist ihrer eigenen Aussage zufolge ein kaffeesüchtiger Bücherwurm! Sie hat einen ganz abwechslungsreichen Büchergeschmack, sie liest zum Beispiel Stephen King und Karin Slaughters Werke ebenso gerne wie die von Marian Keyes und Jilly Cooper. Im ländlichen Northamptonshire, mitten in England, leben ihr Mann, ihre beiden Kinder und sie zusammen mit einem niedlichen Cockapoo - einer Kreuzung aus den Hunderassen Cocker Spaniel und Pudel. Was Michelle am meisten am Autorinnen-Dasein liebt, ist, dass sie den ganzen Tag mit Kaffee auf dem Schoß herumsitzen, aber dabei in Gedanken weit weg sein kann ... In ihrer eigenen Welt, die sie ganz nach ihrer Vorstellung erschafft.
1. KAPITEL
Diaz Martinez durchschritt die Lobby seines Hotels in Mayfair und ging die breite Treppe zum Restaurant hinunter. Zufrieden stellte er fest, dass jeder Tisch besetzt war. Das Gemurmel der Gäste übertönte kaum die sorgfältig ausgewählte Hintergrundmusik. Einige Gäste machten Fotos von ihrem Essen. Ihre Mienen verrieten, dass sie das Dinner in den sozialen Medien positiv bewerten würden. Und genau so sollte es sein.
In der Küche herrschte geordnetes Chaos. Küchenchef Tom Carlow bemerkte Diaz’ Eintreten, hatte aber nur Zeit für ein kurzes Nicken.
Als Diaz das heruntergekommene Hotel vor zwei Jahren gekauft hatte, war ihm bewusst gewesen, dass er Zeit und Geld investieren musste, um den Standard an seine anderen Hotels anzupassen. Die Vorbesitzer hatten es gegen die Wand gefahren. Die Gäste waren ausgeblieben – kein Wunder bei den hohen Preisen, die trotz des schlechten Service und der abgewohnten Zimmer aufgerufen wurden. Das Hotel war zum Gespött der Stadt geworden.
Inzwischen spottete niemand mehr. Diaz hatte das Haus von Grund auf renovieren und es schließlich mit hochwertigen Möbeln und geschmackvollen Details ausstatten lassen. Die Wiedereröffnung mit handverlesenen Gästen verbuchte er als spektakulären Erfolg. Sternekoch Tom Carlow als Chef für das Restaurant zu gewinnen, war das i-Tüpfelchen. Inzwischen hatte Diaz das Geld, das er in das Hotel investiert hatte, zehnfach wieder herausbekommen.
Zurück in der Lobby, nahm Diaz auf der Treppe zum ersten Stock zwei Stufen auf einmal. Er ging an den Türstehern vorbei in die wahre Gelddruckerei des Hotels: das Casino.
Es war noch nicht einmal neun Uhr an diesem Samstagabend, und die Atmosphäre bereits aufgeladen. Im Gegensatz zum Restaurant, wo die Musik das Dinner der Gäste unaufdringlich begleitete, war der Rhythmus hier schneller, die Lautstärke höher. Diaz wusste: In ein paar Stunden würden sich die Gäste um die Spieltische drängen, und das bis in die frühen Morgenstunden.
Zufrieden, dass der Standard trotz seiner Abwesenheit gehalten worden war, durchschritt er das Casino und verschaffte sich per Fingerabdruck und Geheimcode Zutritt zu den hinteren Räumen.
Das Zentrum, wie das Herzstück des Casinos schlicht bei allen Mitarbeitern hieß. Konzentriert blickten mehrere Wachleute auf die vielen Monitore, die das Casino aus verschiedenen Perspektiven zeigten. Obwohl jeder – von den Gästen bis zu den Croupiers – von den Überwachungskameras wusste, war niemandem klar, wie lückenlos diese Kontrolle war.
„Hat es schon angefangen?“, erkundigte sich Diaz und nahm in seinem üblichen Sessel Platz.
„Vor acht Minuten“, gab Jorge, der Chef des Sicherheitsdienstes, zurück, ohne die Bildschirme auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.
Einmal im Monat veranstaltete Diaz eine private Poker-Runde. Die Tickets waren heiß begehrt und in kürzester Zeit ausverkauft. Das vorherige Duell war in Madrid gewesen, nächsten Monat würde eines in Paris stattfinden. Die Hürde für ein Ticket war hoch: Die Interessenten mussten sich darum bewerben und – um überhaupt in die Auswahl zu kommen – zehn Millionen Euro als Pfand auf einem Konto hinterlegen. Wer ein Ticket ergattert hatte, brachte diese zehn Millionen Euro in bar mit. Es gab sechzehn Spieler. Der Gewinner bekam den gesamten Einsatz. Hundertsechzig Millionen Euro. Zehn Prozent davon bekam das Casino, also Diaz, als Gebühr.
Diaz stellte immer sicher, dass er an diesen Abenden vor Ort war. Nicht, um selbst zu spielen – seiner Meinung nach beteiligten sich nur Narren am Glücksspiel –, sondern um die Kontrolle zu behalten. Bei einem derart hohen Einsatz konnte alles passieren.
Er starrte auf die Monitore, die den privaten Bereich zeigten. Chyna, an diesem Abend die Gastgeberin, begrüßte gerade die ausgewählten Narren des heutigen Pokerevents.
„Die üblichen Verdächtigen?“
„Überwiegend. Ein paar neue Gesichter sind dabei.“
Diaz nickte zustimmend. Frisches Blut war immer willkommen.
Um sich überhaupt zu bewerben, mussten die Interessenten erst einmal wissen, dass dieses Event existierte. Und das traf nur auf wenige ausgewählte Menschen zu. Wer einen Platz erobert hatte, wollte nicht das Risiko eingehen, ihn sich von einem Mitwisser streitig machen zu lassen. Es war Jorges Aufgabe, die Bewerber zu überprüfen und die Tickets zu vergeben.
„Kaffee?“
„Por favor“, sagte Jorge, ohne aufzuschauen.
Im Zentrum waren drei Kaffeemaschinen an strategisch günstigen Stellen aufgebaut. Da die Arbeit hier zu wichtig war, um die Mitarbeiter mit trivialen Aufgaben abzulenken, bereitete Diaz den Kaffee selbst zu und stellte auch Jorge eine Tasse hin. Dabei blickte er seinem Sicherheitsmann über die Schulter, um den Ablauf des Abends zu verfolgen.
Die Spieler hatten inzwischen ihre Plätze eingenommen. Zwei Tische. Acht Spieler pro Tisch. Die vier besten an jedem Tisch erreichten das Finale.
Plötzlich durchfuhr ihn ein Stromstoß. Er sah genauer hin, dann schenkte er einem anderen Monitor seine Aufmerksamkeit und betrachtete Spieler sieben und acht.
Er fluchte.
Aus den Augenwinkeln sah Jorge ihn an. „Was ist?“
„Spieler Nummer fünfzehn.“
„Miss Gregory? Was ist mit ihr?“
Sein Mund war auf einmal wie ausgetrocknet. „Was zum Teufel macht sie hier?“
„Sie hat alle Sicherheitsüberprüfungen bestanden. Kennen Sie die Dame?“
Als hätte sie gespürt, dass sie gerade in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten war, blickte besagte Dame in diesem Augenblick in die Kamera.
Diaz’ Herz machte einen Satz.
Er lachte grimmig. „Das ist meine Ehefrau.“
Er hatte sie entdeckt. Sie konnte förmlich spüren, wie ihre Haut unter seinem Blick prickelte. So war es schon immer gewesen – ein Gefühl, das mit nichts auf der Welt zu vergleichen war.
Rose war vierzehn gewesen, als sie es zum ersten Mal gespürt hatte. Sie hatte sich am Rand des Gartens unter einem Kirschbaum versteckt, Kopfhörer in den Ohren, um mit der Musik die Geräusche … Schreie … in ihrem Kopf zu übertönen und die Angst zu unterdrücken, die sie so fest im Griff hatte. Trotz ihres jungen Alters wusste sie, dass sie nicht zusammenbrechen durfte. Ihre Mutter brauchte sie.
Sie spürte Diaz’ Gegenwart, bevor sie ihn sah. Als hätte sie eine feine Antenne, die nur auf ihn reagierte. Hastig nahm sie die Kopfhörer aus den Ohren.
Ein gutes Stück vor dem Baum blieb er stehen, die Hände tief in die Taschen seiner Shorts gesteckt. Er trug ein schwarzes T-Shirt, das mit dem Titel eines Albums von irgendeiner Punkband bedruckt war. „Das mit deiner Mutter tut mir leid“, sagte er steif.
Am liebsten hätte sie ihr Handy nach ihm geworfen. „Hat deine Großmutter dir aufgetragen, das zu sagen?“
„Ich hätte es auch freiwillig getan.“
„Gut, nun hast du es gesagt. Du kannst also wieder gehen.“
Er kam ihrer Bitte nach, drehte sich aber noch einmal um. „Wie geht es dir?“, erkundigte er sich nach kurzem Zögern.
Statt einer Antwort sah sie ihn nur trotzig an und steckte die Kopfhörer wieder in die Ohren. Sie würde Diaz Martinez niemals die Genugtuung gönnen, sie weinen zu sehen. Wenn sie auch nur einmal Schwäche zeigte, würde er das bei nächster Gelegenheit gegen sie verwenden.
Es war derselbe Trotz, mit dem sie heute, elf Jahre später, in die Linse der Überwachungskamera blickte. Und auch die Motivation war noch die gleiche – sie musste stark sein für das, was noch folgen mochte. Wie sehr ihre Haut prickelte, war da nebensächlich.
Die erste Runde war ausgegeben worden. Sie betrachtete die Karten in ihrer Hand und jene auf dem Tisch. Vermutlich hatte sie das schlechteste Blatt, das jemals bei einem Pokerspiel verteilt worden war. Kurzentschlossen schob sie ihre gesamten Chips in die Mitte. „Ich setze alles.“
Die anderen Spieler hielten die Luft an.
Nur einer, ein Amerikaner, bot mit. Er hatte ein Full House.
Innerhalb von wenigen Minuten war Rose um zehn Millionen Euro ärmer. Mit einem würdevollen Lächeln erhob sie sich genau in dem Moment, als sich die Tür öffnete. Das Timing passte perfekt.
Hoch erhobenen Kopfes ging sie an den Mitspielern vorbei, die sie ungläubig anstarrten, und steuerte direkt auf ihren Ehemann zu.
Der schlaksige Neunzehnjährige, der nie ein nettes Wort für sie übriggehabt hatte, war im Laufe der Jahre zu einem athletischen, muskulösen Mann herangereift. Sein dunkles Haar war längst nicht mehr im lässigen Surferstil gestylt, sondern perfekt geschnitten.
Der Blick aus seinen grünen Augen, in denen früher unverhohlener Abscheu gestanden hatte, ruhte kurz auf ihr, ehe er zur Seite trat und ihr Platz machte.
Ohne ein Wort zu wechseln oder sich auch nur anzusehen, durchquerten sie gemeinsam das Casino. Es überraschte sie nicht, dass er sie in den Bürotrakt führte, statt sie mit in seine private Suite zu nehmen.
„Buchhaltung“ stand an der Tür, die er nun öffnete. Die Luft in dem Büro war abgestanden. Sie war sicher, dass er mit voller Absicht ausgerechnet diesen Raum ausgewählt hatte.
Er lehnte sich gegen einen der Schreibtische und...
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Grit Wölten |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3486-5 / 3751534865 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3486-4 / 9783751534864 |
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