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Liebesmond über den Highlands (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3165-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Liebesmond über den Highlands - Nicole Locke
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In den schottischen Highlands, 1297. Ebenholzschwarzes Haar, milchweiße Haut und sanfte Kurven, die sich verführerisch unter dem dünnen Hemd abzeichnen - seit Camron in einer mondhellen Nacht heimlich die schöne Anna beobachtet hat, brennt er vor Verlangen! Als er mit seinem Zwillingsbruder eine übermütige Wette abschließt, wer von ihnen zuerst heiratet, weiß er, dass Anna seine Braut werden muss. Doch sie ist nicht nur fünf Jahre älter als er, sie ist auch widerspenstig, unabhängig und ignoriert ihn. Um sie zu erobern, muss der Highlander ihr beweisen, dass sie ihm unendlich viel mehr bedeutet als eine Wette - dass er sie liebt ...



<p>Nicole Locke las ihren ersten Liebesroman als Kind im Wandschrank ihrer Großmutter. Später siedelte sie dann mit ihrer Lektüre ins Wohnzimmer um. Und noch später fing sie an, selbst Liebesromane zu schreiben. Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in Seattle.</p>

1. KAPITEL


April 1297, das Clanland der Grahams

„Es ist spät“, lallte Camron vom Clan Graham. „Wir sollten ins Bett gehen.“

„Nein“, widersprach sein Bruder Hamilton undeutlich. „Es ist früh. Siehst du nicht, dass die Sonne gleich aufgeht?“

Camron hob den Kopf von der Schulter seines Bruders und blickte in die Richtung, in die Hamilton schwach deutete. „Das ist doch nur ein Lagerfeuer, das noch nicht ausgegangen ist.“

„Unseres ist aus.“ Hamilton stieß mit dem Fuß auf die Erde vor ihnen und Camron wäre beinahe vornübergefallen. Mühsam hielt er sich aufrecht, bis sein Bruder wieder ruhig saß und er sich erneut anlehnen konnte.

Er spürte, wie sich die kalte Aprilnacht um sie legte. Das war auch der Grund, warum man drei zusätzliche Feuer außerhalb des Dorfes errichtet und Baumstämme und Bänke aufgestellt hatte. Der Clan Graham hatte sich versammeln wollen, um die Rückkehr von ihm, seinem Bruder und den anderen zu feiern und sich von den Spähern zu verabschieden, die ihren Platz an den Grenzen ihres Landes einnehmen würden.

Jetzt konnte er allerdings keine Stimmen mehr hören. Waren die anderen schon vor Stunden gegangen oder war es wirklich noch so früh, wie Hamilton dachte?

Ihr Feuer war ausgegangen. Und von allen Zechern saßen nur noch er und sein Bruder zusammengesunken auf ihrem Baumstamm, aneinander gelehnt, einander aufrecht haltend, Seite an Seite.

„Wir sollten ins Bett gehen“, sagte er wieder.

„Ich weiß nicht, ob ich meine Beine gebrauchen kann“, gab Hamilton zu bedenken.

Camron wusste, dass er seine Beine nicht gebrauchen konnte. Aber alle anderen waren gegangen. Wenn er aufstehen wollte, mussten sie ihm wohl einfach gehorchen. „Wie viel Ale haben wir getrunken?“

„Wir sind die letzten Grahams auf der Welt“, lallte sein Bruder.

Das stimmte mit ziemlich großer Sicherheit nicht, aber Camron war zu müde, um zu widersprechen.

„Lass dich nie auf ein Wetttrinken gegen einen Graham ein. Wir gewinnen immer“, fuhr Hamilton fort.

„Ich bin auch ein Graham.“ Camron hatte irgendwie das Gefühl, Hamilton habe so etwas schon einmal gesagt.

Vielleicht in der letzten Nacht. Schließlich hatte es so angefangen. Die meisten ihrer Wettkämpfe, Mutproben und Wetten fingen so an. Seitdem sie begriffen hatten, dass sie genau gleich aussahen – von der Größe bis hin zur Farbe ihrer Zehen – versuchten sie einander ständig zu übertrumpfen, um ihre Unterschiedlichkeit zu beweisen.

Nicht sich selbst gegenüber, aber dem Clan gegenüber. Er selbst hatte sich immer anders als Hamilton gefühlt. Außerdem war es auch offensichtlich, sobald man sie beide einmal kannte. Er war reservierter, während sein Bruder gern damit angab, wie mutig oder kühn er war oder welches lächerliche Wort er sonst dafür gebrauchte. In Wirklichkeit war er vor allem ein Unruhestifter.

Hamilton war es auch, der normalerweise mit den Wetten anfing. Camron versuchte sich die Stirn zu reiben, aber er griff daneben.

„Au!“, rief Hamilton. „Warum schlägst du mich ins Auge?“

„Du hast nichts anderes verdient“, erwiderte Camron.

„Vielleicht hättest du nicht so viel Met trinken sollen.“

Hatte er das? Deswegen hämmerte sein Kopf so! Er hatte Seocs Met getrunken. Der Mann war so hoch wie ein Baum und auch genauso breit. Er braute Met, damit er auch einmal betrunken wurde. Andere Menschen sollten sein Gebräu allerdings besser nicht in größeren Mengen zu sich nehmen.

„Ich dachte, wir haben Ale getrunken?“

„Haben wir ja auch. Aber du wolltest wohl gern mit Kopfschmerzen aufwachen.“ Hamilton legte seinen Kopf auf Camrons Schulter. „Ich muss schlafen.“

Camron musste das auch. Doch stattdessen saßen sie auf einem hohlen Baumstamm und die Feuchtigkeit des Nebels durchdrang ihre Kleider.

Ihm war nicht unbedingt kalt, aber er wusste nicht, ob es daran lag, dass das Feuer, das zu ihren Füßen gebrannt hatte, erst vor Kurzem ausgegangen war, dass der Met seinen Körper betäubte oder dass der schwere Körper seines Bruders, der sich an ihn lehnte, den Wind abhielt.

Er schlang die Arme um sich. Wäre es kalt gewesen, wäre er aufgestanden. Aber da es das nicht war …

„Es ist gut, wieder zu Hause zu sein“, sagte Hamilton mit leiser Stimme.

Camron schreckte auf. War er eingeschlafen? Hamilton ließ ein Schnarchen hören. Eigentlich kam es gar nicht darauf an, ob es seine eigene Stimme gewesen war oder die seines Bruders. Die Worte beschrieben genau, was Camron empfand.

In den letzten Jahren war es schwierig gewesen, das friedliche Leben seines Clans aufrechtzuerhalten.

Es lag nicht nur an den Spannungen zwischen England und Schottland oder an König Edward und der Schlacht von Dunbar im März letzten Jahres, bei der Sir Patrick vom Clan der Grahams gefallen war.

Er und Hamilton waren bei dieser Schlacht in den Wald geflohen und hatten ihren Freund Seoc hinter sich hergezogen. Seoc war in der Brust verwundet worden. Die Wunde hatte ein furchtbares Fieber ausgelöst und ihr Freund wäre beinahe gestorben.

Nein, der Friede wurde auch von den Clans um sie herum gestört. Die meisten Clans lebten in einem freundschaftlichen Konkurrenzkampf miteinander. Manche, wie die Buchanans und die Colquhouns, waren allerdings nicht so friedfertig. In letzter Zeit hatte die Spannung zwischen den beiden zugenommen und nicht einmal eine Heirat zwischen den beiden Clans hatte etwas daran ändern können.

Camron und Hamilton hatten mit allen anderen die Hochzeit gefeiert, aber das Fest war von einer düsteren Vorahnung auf etwas überlagert gewesen, mit dem der Clan Graham lieber nichts zu tun haben wollte. Glücklicherweise waren er und Hamilton nicht in die Streitereien hineingezogen worden.

Der zunehmende Konflikt zwischen England und Schottland genügte schon, um sie beschäftigt zu halten. Seit der Schlacht von Dunbar war es unerlässlich, ja, vielleicht sogar lebensnotwendig geworden, regelmäßig Patrouillen loszuschicken und Botschaften zu übermitteln, um Informationen zwischen den Clans auszutauschen.

Er fragte sich, ob das wirklich etwas half. William Wallace beabsichtigte derzeit trotzdem, einen Schlag gegen die Engländer zu führen. Zwar in Stirling, doch keine Schlacht konnte weit genug entfernt stattfinden, um wirklich ungefährlich zu bleiben.

Camron und sein Bruder waren unverheiratet und gut geübt im Schwertkampf. Darum waren sie oft diejenigen, die losgeschickt wurden, um mit anderen Clans zu reden oder auf Patrouille zu gehen. Dies war die erste Nacht seit Langem, in der sie und viele ihrer Freunde wieder einmal zu Hause waren. Daher auch ihr feuchtfröhliches Fest.

Doch nun kam wieder diese beinahe verzweifelte Niedergeschlagenheit über ihn, die ihn stets erfasste, wenn er hier war. Er war gern zu Hause, aber es bedeutete auch Qual. Ein dauerhaftes Leiden, das nichts mit Kriegen zwischen Völkern zu tun hatte, sondern allein mit Anna, einer Frau, in die er sich verliebt hatte, als er erst zehn gewesen war.

„Du hast wieder so schwer geseufzt, Bruder.“ Hamilton hob den Kopf, doch dann legte er ihn an Camrons Schulter zurück. „Denkst du schon wieder an sie? Wir sind noch nicht einmal einen ganz Tag lang hier.“

Kam es darauf an, ob sie seit einer Stunde hier oder viele Jahre fortgewesen waren? Seine Gedanken kehrten immer zu ihr zurück.

„Ich werde sie heute sehen. Es ist besser, an sie zu denken und vorbereitet zu sein, als ihr unverhofft zu begegnen und überrascht zu werden.“

„Und ich hatte schon gedacht, du seist betrunken genug, um es wenigstens bis zum Morgen zu schaffen“, erwiderte Hamilton mit einem Seufzen.

„Hast du deswegen mit mir darum wetten wollen, wer mehr Ale schafft?“

Hamilton setzte sich etwas auf und rutschte herum, bis er eine bessere Position gefunden hatte. Dann lehnte er sich wieder gegen seinen Bruder. Camrons Arm, in den das Gefühl gerade hatte zurückkehren wollen, wurde wieder taub.

Sein Bruder war ein kräftiger Mann. Das Gleiche konnte man natürlich auch über ihn selbst sagen. Sie hatten genau die gleichen braunen Haare und die gleichen braunen Augen. Sie waren nicht so groß wie einige der anderen Männer ihres Clans, waren aber als doppelt so stark bekannt. Nicht einmal ihren Eltern gelang es, sie immer auseinanderhalten. Das hatten sie schon oft ausgenutzt.

Selbst wenn er an das Äußere von ihnen beiden dachte, sah er beim Anblick seines Bruders nie sich selbst. Wenn überhaupt, sah er eher sein genaues Gegenteil.

Die Einzige, die sie beide stets hatte auseinanderhalten können, war Anna. Sie wusste immer, wer er war. Natürlich mochte das auch daran liegen, dass er sie seit seinen Kindertagen anstarrte und noch nie dazu in der Lage gewesen war, seinen Blick von ihr loszureißen.

„Ich habe nicht mit dem Wetttrinken angefangen“, sagte Hamilton.

Aber es war doch immer Hamilton, der ihre Wettkämpfe anzettelte – oder zumindest fast immer. „Kannst du dich bei dem Hämmern in deinem Kopf überhaupt daran erinnern?“, gab Camron zurück.

Dein Kopf hämmert. Meiner ist nur müde.“

Sein ganzer Körper war müde – und von einer vertrauten,...

Erscheint lt. Verlag 10.6.2025
Reihe/Serie Historical
Übersetzer Annie Leyh
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • highlander liebesromane • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7515-3165-3 / 3751531653
ISBN-13 978-3-7515-3165-8 / 9783751531658
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