Ein UFO am Alex (eBook)
304 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-7036-9 (ISBN)
Name: Dieter Kermas, Jahrgang 1939 Wohnort: Berlin Beruf: Autor Literarisches Genre: Kurzgeschichten, Romane, Märchen, Gedichte Veröffentlichungen: Kola - Liebe im Feindesland (Roman)5. Oktober 2016 Die Insel der weißen Affen (Scifi)27. Juli 2018 Blättersammlung (Gedichte und Geschichten)5. Juni 2019 Detectiv John Bennet (Krimi) 12. Mai 2020 Mauer-Mord-Medaillen (Berlin-Krimi)11. März 2022
~ 2 ~
Die Märzsonne strahlte so verlockend in das Zimmer von Tim Hansen, dass er versucht war, den Frühstückstisch auf dem Balkon zu decken. Er öffnete die Balkontür, doch der Schwall eisiger Luft, ließ ihn das Vorhaben umgehend vergessen. Enttäuscht frühstückte er, wenig stilvoll, in der Küche. Er kaute lustlos auf dem aufgebackenen Brötchen herum und seine Gedanken wanderten zurück zu einem Gespräch vor wenigen Tagen.
Ein Insider aus dem renommierten Institut für Weltraumforschung BIFEX hatte Hansen am zwanzigsten März angerufen und versprochen, ihm die größte Sensation seit vielen Jahren zu offenbaren. Gegen Geld, was sonst. Der Spielteufel hatte den Mann, mit dem Namen Gernot Schulz, einen erdrückenden Schulden berg eingebracht. Die dubiosen Geldverleiher, von denen er immer höhere Summen gefordert hatte, setzte ihn zunehmend unter Druck. Sie drohten Schulz aufzulauern und krankenhausreif zu schlagen, falls er nicht umgehend die Schulden zurückzahlte.
Außerdem würden sie sonst BIFEX von seiner Spielsucht berichten.
Hansen kannte diese Typen wie Schulz, die, aus finanzieller Notlage heraus, oft gegen Vorauszahlung, die unwahrscheinlichsten Geschichten zu verkaufen gedachten. Bei näherer Prüfung entwich die heiße Luft meist schnell. Tim war nie auf diese Offerten hereingefallen. Bei Herrn Schulz hingegen, hatte er das Gefühl, hier sollte er nachfassen. Seine Recherchen hatten ergeben, dass Schulz ein angesehener Wissenschaftler bei BIFEX war.
BIFEX arbeitete weltweit mit vielen Institutionen zusammen, die sich mit der Erforschung des Weltraums befassten.
Hansens Frage, wie er auf ihn gekommen war, beantwortete Schulz mit dem Hinweis, dass er einige Artikel von ihm in dem populärwissenschaftlichen Magazin EFI gelesen hätte.
Nach längerem Hin-und Her, einigten sich Hansen und Schulz auf ein Treffen. Wie in einem Spionagefilm, wollte sich Schulz nur unter den größten Vorsichtsmaßnahmen mit ihm treffen.
Hansen fand es übertrieben, als er von dieser
Geheimniskrämerei erfuhr. Wenn es der Sache diente und dabei sogar ein Körnchen Wissenswertes abfiele, dann sollte es so sein.
Zum Treffpunkt wählte Schulz den Parkplatz am Olympiastadion. Hansens Bedingung war, das Gespräch aufnehmen zu dürfen. Nach einigem Zögern stimmte Schulz zu, wobei er darauf bestand, dass sein Name nicht genannt werden dürfte.
An einem regnerischen Montag um sechzehn Uhr dreißig, rollte Hansens alter Volvo auf den Parkplatz. Parken war hier für zwei Stunden kostenlos. Durch die nassen Scheiben versuchte er, den Renault von Schulz zu finden. Er sollte silbergrau sein. Es gelang ihm nicht, den Wagen zu entdecken. Tim ließ den Scheibenwischer die Frontscheibe vom Regen befreien, um besser sehen zu können. Nichts. Die Zeit verstrich Minute für Minute. Kein Schulz in Sicht.
Sollte ich ihn anrufen, überlegte Tim? Nein, das kam nicht in Frage. Schulz wollte seine Geschichte loswerden und nicht ich, dachte er.
Siebzehn Uhr. Tims Geduld näherte sich der roten Linie. Ich gebe dem Kerl noch zehn Minuten und dann, adieu Schulz. Sicher keine Telepathie, aber in dieser Sekunde stoppte ein Wagen hautnah rechts neben Tim. Wurde auch Zeit, knurrte Tim, öffnete das Beifahrerfenster um besser sehen zu können und bedeutete Schulz an, zu ihm in das Fahrzeug zu steigen.
Der Wagen stand so dicht, dass Schulz es erst umparkte. Klitschnass kroch der Mann in Tims Auto.
Umständlich nahm er die Brille ab, trocknet sie sorgfältig mit einem Taschentuch und wandte sich an Tim. Schulz versucht, sich dadurch ein wenig zu beruhigen, vermutete Tim. Er schaute sich verstohlen den Whistleblower an. Klein, zusammengesunken und unscheinbar, hockte er auf dem Beifahrersitz. Unter welchem finanziellen Druck musste der Mann stehen, um sich auf diese Aktion einzulassen, ging es ihm durch den Kopf.
Nach kurzer Begrüßung, ohne Schulz beim Namen zu nennen, in der Tim Herrn Schulz erneut darauf hinwies, dass er das Gespräch aufzeichnete, fing der Mann an, mit hörbarer Unsicherheit und leicht stockend, zu berichten.
»Sollte es herauskommen, dass ich diese internen Forschungsergebnisse weitergegeben habe, so käme ich sicher nicht um eine Anklage wegen Geheimnisverrats herum. Allein meine prekäre finanzielle Situation lässt mich das Risiko wagen.«
Tim unterbrach mit einem Lachen:
»Soweit ich informiert bin, forscht ihr Institut weder an Atomwaffen noch an ähnlichen geheimen Dingen, die die nationale Sicherheit gefährden könnten.«
Verunsichert durch die Unterbrechung, sammelte sich Schulz wieder und fuhr mit betont eindringlicher Stimme fort:
»Nein, dass nicht, aber die Brisanz, die in der Entdeckung steckt, kommt dem Vorhergenanntem nahe. «
Jetzt wurde Tim hellhörig und drängte, auf den Punkt zu kommen.
Tim ahnte, welche Überwindung es Schulz kostete, endlich mit der Sprache herauszurücken.
Ein Anflug von Nervosität, eher sogar von Ängstlichkeit, war nicht zu übersehen.
»Es ist uns gelungen«, begann Schulz mit leiser Stimme, »UFOs sichtbar zu machen.«
Das Kichern Hansens irritierte den Mann, zumal dieser einwarf:
»Ihr könnt Dinge sichtbar machen, die es nicht gibt? Ich denke, hiermit ist unsere Unterhaltung beendet. Für Märchenstunden bin ich zu alt und meine Zeit kann ich mit wichtigeren Sachen ausfüllen.«
Erschrocken über die harsche Reaktion Hansens, hob Schulz die Hände und bat:
»Warten Sie, lassen Sie mich erst zu Ende reden, dann können Sie immer noch eine Entscheidung fällen.«
»Einverstanden, ich gebe Ihnen fünf Minuten, um mich zu überzeugen. Dann werden wir unser Treffen, als nicht geschehen, vergessen.«
Schulz brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln.
»Natürliche verstehe ich Ihre Reaktion hinsichtlich der UFOs. Bisher gab es Hunderte von UFO - Sichtungen aus aller Welt, aber bisher keine Beweise für ihre Existenz. UFOs wurde angeblich seit vielen Jahrzehnte gesichtet, wobei nur ein Bruchteil einer vagen Realität zu entsprechen schien. Ich werde mich bemühen, unsere Erfindung allgemein verständlich darzustellen.
Der Abteilung, zur Weiterentwicklung der Radartechnik, gelang unlängst eine einmalige Entdeckung. Die Radartechnik von BIFEX war bisher darauf ausgerichtet, nach Satellitentrümmern zu suchen, die eine Gefahr für funktionierende Satelliten darstellen könnten. Die Messdaten werden dann weltweit erfasst, um die Bahnen der Satelliten eventuell anzupassen. Bei einer von uns weiterentwickelten Radartechnik, entdeckten unsere Wissenschaftler vor Monaten einen großen, unbekannten Gegenstand auf dem Radarbildschirm. Die anfängliche Annahme, dass es nur ein technischer Fehler sein könnte, erwies sich später als ein Irrtum. Nach intensiver Prüfung und unter Ausschluss aller Fehlerquellen sind wir uns sicher, UFOs orten zu können. Parallellaufende Untersuchungen haben ergeben, dass die UFOs bisher nicht entdeckt wurden, weil ein Schutzschirm ihre Raumschiffe unsichtbar machte. Dieser lenkte das auf das UFO treffende Licht und sogar die bisherigen Radarechos um das UFO herum.
Von BIFEX wurden in der zurückliegenden Zeit zwei unterschiedliche UFO – Arten ausgemacht.
Es gab mehrere Kleinere und, so ist der Stand von gestern, nur ein großes UFO. Die UFOs tauchten unregelmäßig und ohne erkennbares System an verschiedenen Orten in der Welt, überwiegend in Nordamerika, auf.
Inzwischen ist das Institut überzeugt, dass die UFOs mitbekommen haben, dass ihre Tarnung nicht mehr sicher ist. Der Grund dafür war ein geheimer Auftrag von BIFEX, sich mit einem Militärjet der Bundeswehr dem großen UFO zu nähern, als es über Deutschland auftauchte.
Nachdem der Jet einige Scheinangriffe auf das UFO unternommen hatte, müssen die Aliens gemerkt haben, dass sie für uns ab sofort nicht mehr unsichtbar sind.«
Schulz schwieg erschöpft und wartete auf die Reaktion Hansens.
»Wenn das den Tatsachen entspricht«, murmelte Hansen, »dann ist das echt die größte Sensation der letzten Jahre, nein, sogar die aller Zeiten. Damit wäre bewiesen, dass es tatsächlich andere Lebensformen im Weltraum außer uns gibt. Ich kann’s noch nicht glauben. Ihr Bericht ist so ungeheuerlich, dass ich im Moment kaum in der Lage bin, die Tragweite der Entdeckung einzuordnen. Diese Unterlagen wären sicher Hunderttausende wert.«
In Hansens Gehirn überschlugen sich die Gedanken. Wie sollte er sich verhalten. Diese Entdeckung musste sorgfältig gehändelt werden. Erstens muss ich unbedingt vermeiden, dass Schulz damit weiter hausieren geht und zweitens muss ich jemanden finden, der die Forderungen von Schulz erfüllen kann. Bisher hatte Schulz keine Summe verlauten lassen. Tim war sich sicher, hier ginge es um einen sehr hohen Betrag.
Er überlegte, wie er Schulz an sich binden könnte.
»Sie verstehen sicherlich, dass die Sache unter größter Geheimhaltung, allein schon Ihretwegen, ablaufen muss. Ich werde Ihre Aussage...
| Erscheint lt. Verlag | 6.5.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Bedrohung • Entsetzen • Gruseln • Massenpanik • Rettung |
| ISBN-10 | 3-8192-7036-1 / 3819270361 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-7036-9 / 9783819270369 |
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