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Das Vermächtnis der Eidolons -  Samy Ruge

Das Vermächtnis der Eidolons (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 2. Auflage
504 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-7025-3 (ISBN)
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8,99 inkl. MwSt
(CHF 8,75)
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Eine Prinzessin auf der Flucht. Ein Dieb mit einer geheimen Vergangenheit. Eine Welt, die am Abgrund steht. Als Kadira ihr Königreich verlässt, ahnt sie nicht, dass dunkle Mächte sie verfolgen. Gemeinsam mit Fionn muss sie sich einem Feind stellen, der alles zu verschlingen droht. Doch während ihre Reise sie immer weiter führt, beginnen sie zu verstehen: Sie sind der Schlüssel zu einem uralten Geheimnis, das das Schicksal der Welt bestimmen wird. Was, wenn das, was sie fürchten, der einzige Weg ist, die Zukunft zu retten?

1


Die Abendluft über Valoria flimmerte von einem Hauch Magie und Unruhe. Am Horizont glomm das letzte Licht der Sonne, während die ersten Sterne wie Nadelstiche am Himmel aufleuchteten. Die Straßen der Stadt waren erfüllt von Leben. Händler riefen ihre Waren aus, Kinder lachten und jagten einander durch die gepflasterten Gassen, während eine Parade bunter Masken und Trommelschläge die Menge anlockte. Die Tore des Schlosses sind geöffnet, heute war ein Festtag in und um den Königspalast, denn es war der zweiundzwanzigste Geburtstag der Prinzessin. Für ihren Vater, war dies eine besondere Zahl.

In den Schatten der Stadt rührte sich eine andere Art von Aufregung. Tief unter dem majestätischen Schloss, verborgen in den alten Katakomben, bereitete sich ein junger, dynamischer und charismatischer Dieb auf seinen kühnen Plan vor. Er war der Beste auf dem ganzen Kontinent, wenn er wollte, könnte er dem König den Thron unterm Hintern wegklauen.

Doch dieser Auftrag war anders als alle zuvor. Es war kein Raubzug nach wertvollen Artefakten, keine halsbrecherische Flucht mit gestohlenem Gold. Es ging um eine Person– die Prinzessin. Die einzige Tochter des Königs, das Juwel des Reiches, wie die Leute sie nannten. Für diesen Auftrag musste er auch seine Diebesbande zurücklassen. Seine Kameraden hatten ihm zur Seite gestanden, seit er denken konnte. Zusammen hatten sie ge-plündert, sich gegenseitig aus brenzligen Situationen gerettet und ihre Beute in den Tavernen der Unterstadt verprasst. Doch diesmal war es anders, keiner von ihnen durfte mitkommen. Denn dieser Auftrag war ein Gefallen, eine Schuld, die er begleichen musste.

››Du erinnerst dich doch an den Winter, als ich dich aus dieser Taverne rausgeholt habe, bevor die Söldner dich fanden?‹‹, hatte der geheimnisvolle Mann gesagt.

››Warum die Prinzessin?‹‹, fragte Fionn darauf.

Die Antwort des Mannes war nur ein stummes Lächeln gewesen. ››Sie ist wichtig. Mehr brauchst du nicht zu wissen.‹‹

Fionn mochte es nicht, blindlings Befehle zu befolgen, doch er wusste, dass er diesen Gefallen nicht abschlagen konnte. Also hatte er die letzten Tage damit verbracht, die Wachwechsel und Schwachstellen im Schloss auszukundschaften. Der Plan war riskant, aber möglich. Während Fionn die letzten Maßnahmen regelte, bereitete sich eine andere Seele auf den Abend vor– Prinzessin Kadira.

Sie stand am Fenster ihrer Gemächer und ließ ihren Blick über die glitzernde Stadt schweifen. Ihre Hände umklammerten das Geländer, während ihr Herz schwer in ihrer Brust pochte. Die Feierlichkeiten, die Musik, die Gesichter der Menschen– all das konnte sie kaum wahrnehmen. Heute war ihr Geburtstag, aber statt Freude empfand sie nur Unsicherheit. ››Was mache ich hier überhaupt?‹‹, flüsterte sie, ihre Worte verloren im leisen Summen der Stadt.

Hinter ihr öffnete sich die Tür. Eine vertraute Stimme sprach sie an. ››Eure Hoheit, die Aufführungen beginnen bald.‹‹ Es war Keno, der Hauptmann der Schlosswachen. Sein Gesicht war wie immer streng, seine Rüstung funkelte im Schein der Kerzen. ››Es ziemt sich nicht, deinen Vater warten zu lassen.‹‹

Kadira drehte sich langsam um und nickt nur. Doch während er sich abwandte, fiel ihr Blick erneut auf den Horizont. Tief in ihrem Inneren spürte sie, dass heute Nacht etwas ihr Leben für immer verändern würde.

In der Zwischenzeit nutzte Fionn es aus, dass alle im Schloss mit den Feierlichkeiten beschäftigt waren und mische sich unauffällig unters Volk. Er war zwar nicht festlich gekleidet, sondern in einem dunklen Umhang gehüllt, aber das würde schon niemandem auffallen. Fionn strich sich sein blondes, wildes Haar nach hinten und begann sich auf leisen Sohlen in den zweiten Stock zu schleichen, in dem sich die Gemächer befanden. Der Weg zu den Gemächern der Prinzessin war einfacher, als er erwartet hatte– fast zu einfach.

Die Wachen im Inneren des Schlosses schienen träge, und die Sicherheitsmaßnahmen waren überraschend nachlässig. Das machte ihn misstrauisch, doch er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken.

Er erreichte schließlich die große Doppeltür, das Holz war dunkel und glänzte im schwachen Licht des Flures. Fionn legte sein Ohr an die Tür, lauschte und hörte nichts. Kein Geräusch von Bewegung, kein leises Atmen. ››Zu einfach.‹‹, murmelte er und öffnete die Tür vorsichtig. Das Innere des Raumes war unerwartet schlicht für eine Prinzessin. Die Möbel waren elegant, aber nicht überladen und der Raum war in sanften Rot- und Goldtönen gehalten. Vor dem Fenster bewegte sich der Vorhang im sanften Nachtwind. Der Himmel war klar und der Mond tauchte alles in ein zartes Licht. Fionns blauen Augen sahen sich entschlossen im Raum um. Das Bett war leer, die Decke ordentlich gefaltet, als hätte niemand darin geschlafen. Sein Instinkt warnte ihn, doch bevor er reagieren konnte, hörte er eine Stimme hinter sich.

››Ihr seid spät …‹‹

Fionn fuhr herum, seine Hand zuckte zu seinem Dolch, doch er hielt inne. Vor ihm stand die Prinzessin, sie trug kein pompöses mit Edelstein besetztem Kleid, was man eigentlich von ihr erwarten würde. Sie trug zwar ein stilvolles, aber dennoch funktionales Outfit. Sie war gekleidet in einer cremefarbenen Bluse, das leicht gepufft war, darüber eine orangene Hose mit Trägern und dazu robuste rötliche Stiefel mit Schnürung, die einen markanten Eindruck machten. Ihre samtbraunen Haare waren zur Hälfte zu einem Zopf geflochten und mit einem roten Band als Schleife gebunden. Darüber trug sie ihre weiße Kutte mit roter Stickerei.

Ihre grünen Augen blitzten unter der Kapuze hervor und musterten ihn mit einer Mischung aus Neugier und Bestimmtheit.

Fionn selbst trug unter seinem dunklen Umhang ein graues Shirt, das seine athletische Figur betonte, zusammen mit einer blauen, ärmellosen Weste, die mit Gürtelschnallen und Taschen ausgestattet war. Eine locker sitzende blaue Hose, die an den Knöcheln enger wird und solide braune Schnürstiefel ergänzten die Erscheinung. Auf dem Rücken trug er ein Schwert, mit verziertem Griff, der seinen Status als Kämpfer unterstreicht und in der Halterung an seinem Gürtel steckt ein Dolch, auf dessen Griff eine Lilie eingraviert war.

››Was?‹‹ Fionn blinzelte, unfähig, seine Überraschung zu verbergen. ››Du wusstest, dass ich komme?‹‹ Kadira lächelte schwach, fast herausfordernd. ››Die Wachen haben über Euch gesprochen. Ein Dieb, der sich in die Stadt geschlichen hat und die besten Sicherheitsvorkehrungen überwindet.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Ihr hier im Schloss auftaucht.‹‹

Fionn konnte nicht fassen, wie ruhig sie war. Es war, als hätte sie auf diesen Moment gewartet.

Kadira verschränkte die Arme vor der Brust. ››Ich möchte, dass Ihr mich mitnehmt.‹‹

Die Worte trafen ihn wie ein Schlag und er konnte nicht verhindern, dass er sie anstarrte. ››Was?‹‹

Sie sah ihn entschlossen an ››Ich muss hier weg.‹‹

Fionn blinzelte. War sie wirklich bereit, mit ihm zu gehen? Ihre Augen, so ruhig und selbstbewusst, ließen ihn an ihrer Entschlossenheit zweifeln, aber auch an seiner eigenen Unsicherheit.

››Du willst also wirklich fliehen?‹‹, fragte er und seine Stimme verriet ein ungewolltes Staunen.

››Ja, aber nicht, weil Ihr mich entführt habt.‹‹, sagte Kadira mit einem nüchternen Blick. ››Sondern weil ich es selbst will. Weil ich nicht länger hier bleiben kann. In letzter Zeit geschehen seltsame Dinge im Schloss.‹‹ Für einen Moment herrschte Stille.

Fionn sah sie an, ihre Worte hallten in ihm nach. Sie hatte ihre Gründe, und so wie es aussah, war er der Schlüssel zu ihrer Flucht. Er hatte keine Zeit für Zweifel. Wenn sie sich entschieden hatte, freiwillig mit ihm zu gehen, war es die perfekte Möglichkeit. ››Gut.‹‹, sagte er schließlich. ››Dann komm mit. Aber wir müssen schnell sein, bevor die Feierlichkeiten vorbei sind und man uns schneller entdecken kann.‹‹

Kadira nickte und ohne ein weiteres Wort zog er sie hinter sich her, durch den Gang und die Treppe hinunter. Ihre Schritte waren schnell und sie waren fast am Ausgang, als sie das Geräusch von Rüstungen hörten. Kadira erstarrte und Fionn zog sie schnell in eine Nische. Er drückte sie sanft gegen die Wand, ein Finger an seinen Lippen, um sie zur Stille zu mahnen. Sein Griff war fest, doch nicht bedrohlich. Sie spürte die Wärme seines Atems an ihrer Wange. Für einen kurzen Moment fühlte sich die Zeit gedehnt, als ob der Herzschlag in ihrer Brust, laut und unkontrollierbar, alles andere übertönen würde. Als die Schritte in der Ferne verhallten, trat er einen Schritt zurück und ließ sie los. ››Du hast die Wachen gehört, oder?‹‹, flüsterte er.

››Gewiss...

Erscheint lt. Verlag 5.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
ISBN-10 3-8192-7025-6 / 3819270256
ISBN-13 978-3-8192-7025-3 / 9783819270253
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