Tote Bienen stechen nicht. Ein Hansel & Pretzel Krimi (eBook)
266 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7517-4995-4 (ISBN)
O Canada - Feuerwerk, Konzerte, Picknicks, Barbecue, Paraden
Mit dem Nationalfeiertag am 1. Juli beginnt in Kanada der Sommer. Doch kaum ist die Nationalhymne zur Feier der frisch vereidigten Kanadier verklungen, verliert das Land auch schon wieder einen seiner neuen Bürger ...
Während es draußen heiß wie im Backofen ist, versucht Linn Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren. Nach der Trennung von ihrem Freund und kurz vor ihrem 30. Geburtstag steht für sie die Welt Kopf. Deshalb lässt sie sich von dem Todesfall nur allzu gern ablenken. Doch diesmal scheint sie sich zu viel auf den Teller geladen zu haben, denn nicht nur die sommerlichen Temperaturen bringen sie ins Schwitzen, sondern auch die zahlreichen Verdächtigen ...
Nach einer gescheiterten Ehe ist Linn Sommer froh, in Kanada einen Neuanfang wagen zu können. Die waschechte Norddeutsche mit einer Schwäche für Stepptanz, Fahrradfahren und attraktive Männer verschlägt es in das idyllische Städtchen Kitchener. Dort findet sie einen Job in der deutschen Bäckerei Hansel & Pretzel. Alles scheint perfekt - bis Linn hinter der Bäckerei eine Leiche findet! Sie beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und das nicht nur, weil der zuständige Inspektor unwiderstehlich charmant ist.
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
<p>Aufgewachsen in der Nähe von Lüneburg, lebt Dani Baker nach Stationen in Bern, San Francisco und Hannover seit 2010 mit ihrer Familie in der Nähe von Toronto. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Stinktiere, wilde Truthähne und unzählige Streifenhörnchen von ihren Gemüsebeeten fernzuhalten, schreibt sie Cosy Crime-Bücher, arbeitet als Lektorin und Korrektorin für Publikumsverlage, entwickelt Unterrichtsmaterialien für Bildungsverlage und unterrichtet Back- und Kochkurse.</p>
Kapitel 1
»Verdammtes Ding!« Ich schlug mit der Hand auf den Drucker.
Igor kam herein und stellte eine Tüte mit Gemüse neben dem widerspenstigen Gerät auf dem Küchentisch ab. »Ist das Bryans?«
»Ich wollte damit die blöden Formulare ausdrucken, aber das doofe Teil druckt nicht!«
Mein Mitbewohner zog das Kabel ab, das den Drucker mit meinem Laptop verband.
Ich fuhr ruckartig von dem Stuhl hoch. »Was soll das?«
»Jetzt mach hier mal keinen Paul Henderson«, brummte er und wackelte an dem Stecker herum.
»Paul Henderson?«
Igor steckte das Kabel wieder zurück. »Kanadischer Eishockeyspieler, der 1972 beim Spiel gegen Russland das entscheidende Tor geschossen hat. ›Das Tor, welches man überall auf der Welt hören konnte‹.«
Ich starrte ihn an. »Hast du einen Hitzschlag?«
»Versuch jetzt mal.« Er blickte auf meinen Bildschirm. »Ist das der Antrag auf Verlängerung deiner Aufenthaltsgenehmigung?«
Ich drückte auf den Print-Button, und der Drucker spuckte die erste Seite des Formulars aus.
»Oh, oh.« Igor deutete auf ein rotes Licht neben dem kleinen Display. »Papierstau.«
»Das gibt’s doch nicht!« Ich zog an dem Blatt, das sich keinen Zentimeter bewegte. »Wenn das so weitergeht, krieg ich noch einen Herzinfarkt!«
»Dank Doktor Hopps ist das heutzutage auch kein Problem mehr.«
»Dir ist echt nicht gut, oder? Was soll das Gequatsche über diesen Paul und Hopps?«
Igor nahm Brokkoli und Tomaten aus dem Beutel und öffnete die Kühlschranktür. »Als Kanadierin solltest du so etwas wissen.«
»Ich bin aber keine Kanadierin, sondern Deutsche.« Mit einem Ruck löste sich das Blatt und riss in der Hälfte durch.
»Wenn du die kanadische Staatsbürgerschaft annehmen willst, musst du so was wissen.« Er schloss den Kühlschrank. »Hopps hat den Herzschrittmacher erfunden.«
»Das sind Fragen aus dem Einbürgerungstest?« Ich versuchte, mit den Fingern den restlichen Teil des Papiers zwischen den beiden Rollen zu erhaschen.
»Ja.«
»Solch nutzlose Fakten muss ich mir nicht merken. Ich werde nie Kanadierin, denn als Deutsche darf man nur eine Staatsbürgerschaft haben.« Ich bemerkte, dass meine Fingerkuppen vom Toner schwarz gefärbt waren.
»Ich hab mit einem Deutschen studiert, der hatte beide Nationalitäten. Der ist hier geboren, aber seine Eltern waren deutsch.« Igor zog Gurken und Zucchini aus dem Einkaufsbeutel.
»Das ist ein spezieller Fall. Und man kann auch versuchen, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen.« Ich rieb mit einem Küchentuch an meinen Fingern, aber die Flecken gingen nicht ab.
»Mach das doch. Dann musst du dich nicht alle fünf Jahre wieder mit dem Antrag für ‚permanent residents‘ herumärgern.« Igor betätigte einen Knopf an der Seite des Druckers, und wie von Zauberhand öffnete sich der obere Teil. Mein Mitbewohner nahm das zusammengeknautschte Papier heraus, drückte den Deckel wieder zu und warf den Zettel zusammen mit meinem abgerissenen Stück in den Müll.
»Die Verlängerung für die PR-Card ist gar nicht so schlimm.« Ich drückte erneut auf den Print-Button. Doch wieder geschah nichts.
»Der Toner ist leer.« Igor zeigte auf das Display.
»Aber dafür war noch genug Farbe da, oder was?« Ich hielt ihm meine verdreckten Finger hin. »Was für ein Mist!«
»Ja, so einen zehnseitigen Antrag auszudrucken und handschriftlich auszufüllen ist gar nicht so schlimm«, stichelte Igor und verschwand aus der Küche.
Ich knurrte ihm undamenhaft hinterher und ließ mich auf den Stuhl zurückfallen.
»Seit Igor für diesen Einwanderungstest gelernt hat, protzt er ständig mit seinem Wissen!«, beschwerte ich mich bei Kamryn und Mac.
Ich saß mit meinen Freundinnen auf der Wiese vorm Columbia Lake. Der künstlich angelegte See lag gegenüber zahlreichen Studentenwohnheimen sowie den Sportanlagen der Universität Waterloo. Wir warteten auf das Feuerwerk zum kanadischen Nationalfeiertag. Obwohl erst morgen der erste Juli war, veranstaltete die Stadt das traditionelle Feuerspektakel immer einen Tag früher.
»Da Igor nicht gerade für seine Gesprächigkeit bekannt ist, kann das ja nicht so schlimm sein.« Kamryn, die ausnahmsweise mal nicht in ihrer Tätigkeit als Reporterin für die Kitchener Gazette unterwegs war, fuhr sich durch ihre langen, roten Locken.
»Von wegen«, widersprach ich. »Seit er mit Silvana für irgendwelche Projekte zusammenarbeitet, ist aus dem Brummbär eine regelrechte Quasselstrippe geworden.« Ich stieß Mac an. »Stimmt doch, oder?«
Mac, die andere Frau in der WG, in der ich mit Igor und Bryan lebte, griff in die Popcorntüte. Im Gegensatz zu den anderen Besuchern, die mit Picknickkörben ausgestattet auf das Gelände gekommen waren, hatten wir nur je eine Flasche Wasser mitgebracht. Mac war beim Vorbeilaufen an diversen Essensständen beim Popcorngeruch schwach geworden und knabberte seitdem ununterbrochen.
»Gestern hat er mir was von Oscar Peterson vorgeschwafelt.« Sie strich sich über ihren langen schwarzen Rock. Meine Mitbewohnerin stammte aus einer alteingesessenen Mennonitenfamilie. Sie hatte die streng religiöse Gemeinschaft vor Jahren verlassen und kleidete sich seitdem in Gothic-Klamotten. Dementsprechend überraschend fand ich, dass sie sich das rote Ahornblatt, das man uns am Eingang des Festivalgeländes gegeben hatte, an ihre schwarze Bluse geheftet hatte.
»Wer ist das?«, wollte Kamryn wissen.
»Du kennst ihn nicht?« Mac setzte eine gespielt entsetzte Miene auf.
»Bin ich der Highlander und leb ewig?« Wieder einmal beglückte Kamryn uns mit einem ihrer eigenartigen schottischen Sprüche, den Mac jedoch ignorierte.
»Offenbar ein so berühmter Jazzpianist, dass ich noch nie was von ihm gehört hab.«
»Dann weiß ich ja, was demnächst auf deiner Playlist erscheinen wird.« Ich tat, als wenn ich wild auf Klaviertasten spielen würde.
Mac hörte vier Wochen lang die gleiche Musik, bevor sie ihre Playlist häufig radikal änderte: Von Abba zu Grunge, Britpop folgte auf Soul, und Classic Rock wurde von Hip-Hop abgelöst.
»So patriotisch bin ich nicht, dass ich mir nur jemanden anhöre, weil er Kanadier ist.« Mac, die bisher auf der Decke gekniet hatte, setzte sich in den Schneidersitz. »Sag mal, Kam, wieso kennst du den nicht? Musstest du keinen Test machen?«
Kamryn, die mit ihrer Familie aus Schottland nach Kanada ausgewandert war, schüttelte den Kopf. »Als meine Eltern die Staatsbürgerschaft für uns beantragt haben, war ich für den Test zu jung.«
Mac sah mich an. »Wenn du also für den Test lernen musst, dann komm bloß nicht bei uns an. Wir können dir nicht helfen.«
»Ich werde den Test nicht machen.«
Neben uns baute eine fünfköpfige Familie lärmend ihre Klappstühle auf. Die drei Kinder versuchten vergeblich, ihre Stühle aufzustellen, ohne die riesigen, hellrosa Zuckerwattestangen aus den Händen zu legen.
»Warum nicht? Du beschwerst dich doch immer, dass du hier Steuern zahlst, aber nicht wählen darfst.« Kamryn zog die Nase kraus, als der süßliche Duft der Zuckerwatte langsam zu uns herüberwaberte.
»Ich will aber meine deutsche Staatsbürgerschaft nicht dafür aufgeben.« Ich griff in Macs Popcorntüte, um dem penetranten Geruch entgegenzuwirken.
»Willst du irgendwann zurück?« Mac riss die Tüte weiter auf.
»Man gibt doch seine Nationalität nicht einfach so an der Garderobe ab, wenn man in ein anderes Land zieht«, erwiderte ich.
»Du tust beinah so, als wenn du gerade erst in Toronto gelandet bist. Dabei bist du jetzt schon ... zwei Jahre in Edmonton und fast zwei Jahre in Kitchener«, Kamryn hob einzelne Finger an ihrer Hand, »also seit fast vier Jahren in Kanada, und du willst nicht Kanadierin werden?«
»Wieso hängst du so an deinem deutschen Pass?«, fragte Mac.
»Immerhin kann ich mich damit frei in Europa bewegen.«
»Das heißt, du willst gar nicht zurück nach Deutschland, sondern woanders nach Europa?«, fragte sie nach.
»Ich halte mir so lediglich alle Möglichkeiten offen.«
»Die Spanier werden bestimmt von deinen grandiosen Sprachkenntnissen beeindruckt sein«, piesackte Mac, denn sie wusste genau, dass ich außer Englisch nur ein paar Brocken Französisch sprach.
Ich deutete nach vorn, wo die letzte Band gerade die Bühne verließ. »Das Feuerwerk geht bestimmt gleich los.«
»Ich verstehe nicht, wie du dich minutenlang darüber aufregen kannst, aber dann die Lösung für dieses Problem einfach so abwiegelst«, ließ Kamryn nicht locker. Sie jammerte mit deutschem Akzent weiter: »Alle fünf Jahre dieses ellenlange Formular. Plus dazu...
| Erscheint lt. Verlag | 1.7.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller |
| Schlagworte | Amerika • Bäckerei • Canada • Cosy Krimi • eBook • Einwanderer • Ermittlung • Gemütlich • H.Y. Hanna • joanne fluke • Kanada • Krimis • lustig • Mord • Privatermittlerin • Rezepte,Backen • spannend • Urlaub • Verbrechen • witzig |
| ISBN-10 | 3-7517-4995-0 / 3751749950 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-4995-4 / 9783751749954 |
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