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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 765 (eBook)

Nur geduldet

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-8070-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 765 - Eva Berger
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Auf den letzten Wunsch ihrer geliebten Mutter hin zieht Sabine nach deren Tod zu ihrer Tante, der Baronin von Korff. Doch die Tante nimmt sie nur widerwillig auf. Einst hatte Sabines Mutter es gewagt, einen Bürgerlichen zu heiraten - ein Skandal, der zum Bruch mit ihrer Familie führte. Ihr eigener Vater verstieß sie, und so wuchs Sabine ohne jede Verbindung zu ihren Verwandten auf. Nun steht die Baronin vor einem heiklen Problem: Ihr alter Vater, der auf dem Nachbargut lebt, darf unter keinen Umständen erfahren, dass Sabine hier ist. Der Korff-Hof steht finanziell schlecht da, und ohne seine Unterstützung droht der Ruin. Die Situation spitzt sich zu, als Sabine während eines Spaziergangs einen armen, verschrobenen alten Mann trifft. Unbedarft plaudert sie mit ihm über ihr halbes Leben - ohne zu ahnen, wer er in Wahrheit ist ...


Nur geduldet

Erfolgroman um ein Erbe ohne Frieden

Auf den letzten Wunsch ihrer geliebten Mutter hin zieht Sabine nach deren Tod zu ihrer Tante, der Baronin von Korff. Doch die Tante nimmt sie nur widerwillig auf. Einst hatte Sabines Mutter es gewagt, einen Bürgerlichen zu heiraten – ein Skandal, der zum Bruch mit ihrer Familie führte. Ihr eigener Vater verstieß sie, und so wuchs Sabine ohne jede Verbindung zu ihren Verwandten auf.

Nun steht die Baronin vor einem heiklen Problem: Ihr alter Vater, der auf dem Nachbargut lebt, darf unter keinen Umständen erfahren, dass Sabine hier ist. Der Korff-Hof steht finanziell schlecht da, und ohne seine Unterstützung droht der Ruin.

Die Situation spitzt sich zu, als Sabine während eines Spaziergangs einen armen, verschrobenen alten Mann trifft. Unbedarft plaudert sie mit ihm über ihr halbes Leben – ohne zu ahnen, wer er in Wahrheit ist ...

Sabine verließ mit ihren Mitschülerinnen das Gebäude der Handelsschule. Sie war die Älteste in ihrer Klasse, allen anderen um drei Jahre voraus.

Ihre Mutter hatte damals darauf bestanden, dass sie zuerst ihr Abitur absolvierte. Die Voraussetzungen dafür hatte Sabine hinreichend mitgebracht. Sie lernte leicht und hatte im Abschlusszeugnis eine Traumnote erreicht.

Ihre Mutter hätte danach am liebsten gesehen, wenn sie studiert hätte. Auch Sabine wäre das recht gewesen, aber zwei Dinge hatten sie davon abgehalten.

Erstens wollte sie sich nicht von ihrer Mutter trennen, die damals schon schwer krank gewesen war. Sabine hatte es gewusst, obwohl Frau Bianca ihren ernsten Zustand vor Sabine stets hatte verbergen wollen.

Und zweitens wollte Sabine endlich Geld verdienen, um etwas zum Haushalt beisteuern zu können und so das Leben für ihre Mutter ein wenig zu erleichtern. Die winzige Rente von ihrem leider so früh verstorbenen Mann reichte nicht hin und nicht her.

Das Geldverdienen war jetzt gottlob in unmittelbare Nähe gerückt. Auf inständiges Bitten ihrer Mutter war Sabine nach dem Abitur noch auf die Höhere Handelsschule gegangen. Die Entlassung stand kurz bevor.

Ihrer schnellen Auffassungsgabe verdankte es Sabine, dass sie auch hier wieder die Klassenbeste war. Aber ihr höheres Alter und die Tatsache, niemals Zeit zu haben, ließ sie nicht recht Kontakt zu ihren Mitschülern finden, sodass sie sich ein bisschen wie eine Außenseiterin vorkam.

Auch jetzt waren ihre Gedanken bereits wieder bei ihrer Mutter, als sie rasch losging, um die Straßenbahn noch zu erwischen. Der Arzt kam heute wieder nach der Sprechstunde zu ihnen, um ihrer Mutter eine Spritze zu geben. Vorher musste Sabine die Wohnung noch ein wenig in Ordnung bringen.

Sie lief jetzt schneller, denn die Bahn kam donnernd angebraust, und die Haltestelle war noch ein ganzes Stück entfernt.

Und dann hielt die Straßenbahn auch schon an. Sabine setzte zum Spurt an und übersah dabei den Autofahrer, der sich an der bereits anfahrenden Elektrischen vorbeischlängeln wollte.

Bremsen quietschten, ein Passant schrie auf, andere standen wie erstarrt und schüttelten entrüstet die Köpfe. Als Sabine wieder zur Besinnung kam, sah sie in zwei stahlgraue, besorgt dreinblickende Augen.

»Wie fühlen Sie sich?«

»Gut«, murmelte sie noch ein bisschen benommen.

»Das Mädchen hatte hundertprozentig Schuld. Es ist dem Autofahrer ja direkt vor den Wagen gelaufen!«

»Na, gottlob hat der Fahrer schnell reagiert, sonst wäre es schlimm ausgegangen.«

Sabine hörte die Stimmen der Schaulustigen. Erst dann begriff sie, dass der Mann mit den seltsam grauen Augen sie im Arm hielt.

»Entschuldigen Sie, ich habe Ihnen sicher einen großen Schreck eingejagt«, stammelte Sabine. In ihre kreideweißen Wangen kehrte langsam die Farbe zurück.

»Das haben Sie allerdings.« Er hielt sie noch immer fest und geleitete sie ein paar Schritte weiter, öffnete den Wagenschlag und schob sie mit sanfter Gewalt auf den Beifahrersitz.

Dann ging er schnellen Schrittes um das Auto herum. Sabine lehnte den Kopf gegen die Nackenstütze und schloss einen Moment die Augen.

Sie sah, wie der Fremde mit einem der Passanten ein paar Worte wechselte. Vielleicht wollte er sich einen Zeugen sichern. Sabine verzog bitter den Mund. Er brauchte nicht zu fürchten, dass sie je irgendwelche Ansprüche an ihn stellen würde. Sie wusste ja schließlich, dass sie allein an dem Zwischenfall die Schuld trug.

Erst als der Mann nun Anstalten machte, in den Wagen zu steigen, fiel Sabine auf, wie groß er war. Er trug einen erstklassigen grauen Schneideranzug.

»So, nun werde ich Sie schleunigst in die nächste Klinik bringen«, erklärte er in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

Sabine schaute in sein markantes Gesicht. Eine Haartolle fiel ihm in die Stirn.

Jetzt warf der Fremde einen Blick auf seine Armbanduhr. Dabei runzelte er besorgt die Stirn. Offenbar hatte er es eilig.

»Ich möchte und ich brauche nicht in eine Klinik«, sagte Sabine. »Bitte, bemühen Sie sich nicht.«

»Sie mögen sich im Moment wohlfühlen, aber Sie könnten doch verletzt sein. Darum bestehe ich darauf, dass Sie ein Arzt untersucht.«

Er wartete ihre Antwort nicht ab, sondern ließ den Motor anspringen und startete.

Sabine wünschte, dieser Mann hätte sie nicht in sein Auto bugsiert, dann säße sie nun in der Straßenbahn und wäre auf dem Weg nach Hause.

Ihre Mutter ängstigte sich zu Tode, wenn sie nicht pünktlich daheim war. In letzter Zeit ging es ihr ohnehin sehr schlecht.

Sabine fühlte sich jetzt völlig erschöpft. Der Schock wirkte nach, und die Sorge um ihre Mutter verstärkte das Gefühl.

Kurz darauf hielt der Fremde vor der Unfallklinik.

Wenn Sabine sich vorstellte, hier unter Umständen ewig lange untersucht und geröntgt und unter Umständen sogar noch ein paar Tage zur Beobachtung dabehalten zu werden, brach ihr der Schweiß aus.

»Kommen Sie«, sagte der Mann.

»Mir fehlt ganz bestimmt nichts«, versicherte sie ihm.

»Das mag sein, dennoch möchte ich auf Nummer sicher gehen, dass Ihnen tatsächlich nichts passiert ist.« Jetzt klang seine Stimme fast ein wenig verärgert.

Er schätzte es offenbar nicht, wenn man sich gegen seinen Willen auflehnte. In Sabine aber erwachte nun ein gewisser Trotz.

Der Mann schloss sein Auto ab und schickte sich an, auf das Portal der Klinik zuzustreben.

Sabine stellte sich vor ihn hin.

»Es tut mir leid, wenn ich Sie jetzt enttäusche, aber ich muss nach Hause. Ich erkenne an, dass Sie um mich besorgt sind, und ich weiß auch, welch Unannehmlichkeiten ich Ihnen durch meine Unvorsichtigkeit bereitet habe. Darum besten Dank für alles!«

Sie sah ihn mit ihren großen veilchenblauen Augen an. Dann nickte sie ihm zu und ging davon.

Damit hatte der große Fremde wohl nicht gerechnet. Er schüttelte verständnislos den Kopf, schloss seinen Wagen wieder auf, stieg ein und fuhr in rasantem Tempo davon.

♥♥♥

Völlig atemlos kam Sabine daheim an. Sie stürzte auf das Bett zu, in dem ihre Mutter lag.

»Kind, du sollst doch nicht immer so schrecklich hetzen«, sagte die leidende Frau in den Kissen.

»Wie geht es dir, Mutsch?«

»Gut«, behauptete Frau Bianca, obwohl ihr Aussehen ihre Worte Lügen strafte.

»Du hast bestimmt ungeduldig auf mich gewartet, nicht wahr, Mutsch?« Sabine sah ihre Mutter angstvoll an.

Frau Bianca lächelte weich und gütig.

»Ich habe mir gesagt, dass dir sicher etwas Wichtiges dazwischengekommen ist, sonst wärst du pünktlich zu Hause gewesen.«

Sabine atmete erleichtert auf und ließ sich neben dem Bett ihrer Mutter auf einen Stuhl sinken.

Sie nickte. Von dem Zwischenfall würde sie ihrer Mutter nichts erzählen, sonst regte sich die Kranke nur unnötig auf.

»Ich koche uns jetzt Mittagessen«, sagte Sabine und sprang wieder auf.

Während die Kartoffeln kochten, schüttelte sie ihrer Mutter das Bett auf. Schnell putzte sie noch ein bisschen Staub. Da klingelte es. Sabine eilte zur Tür und öffnete.

»Guten Tag, Herr Doktor«, begrüßte sie den Arzt erleichtert. Immer wenn ihre Mutter die Spritze bekommen hatte, ging es ihr ein bisschen besser.

Kurz darauf war der Arzt schon wieder verschwunden.

Das Essen war wie immer das reinste Trauerspiel, denn Frau Bianca aß wie ein Spaß. Gottlob schlief die Kranke danach tief und fest.

Heute legte Sabine sich auch ein wenig hin. Sie brauchte ein bisschen Ruhe. Bevor sie einschlief, sah sie die grauen Augen des Fremden vor sich.

Gewiss hatte sie ihn bitter enttäuscht. Vielleicht würde er sie verstehen, wenn er wüsste, warum sie ihn so vor den Kopf gestoßen hatte.

♥♥♥

Ein paar Tage waren vergangen.

Voller Sorge sah Sabine, wie unruhig ihre Mutter war. Sie selbst hatte noch eine Stunde für die Schule gearbeitet. Morgen schrieb sie die letzte Abschlussarbeit. Dann konnte sie endlich ins Berufsleben treten und Geld verdienen.

Als Erstes würde sie eine Pflegerin für...

Erscheint lt. Verlag 24.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2018 • 2019 • Adelsromanze • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7517-8070-X / 375178070X
ISBN-13 978-3-7517-8070-4 / 9783751780704
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