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Texel: Die Liebenden von Den Hoorn -  Thomas Schwieder

Texel: Die Liebenden von Den Hoorn (eBook)

Tommy LaMottes vierter Fall
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
210 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-8641-4 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
10,99 inkl. MwSt
(CHF 10,70)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Der vierte Fall von unserem Wuppertaler Detektiven führt uns wieder nach Texel. Ein Jahr nachdem er das letzte mal auf der Insel war trifft er wieder die niederländische Kommissarin Sientje Visser. Diese ist auf der Suche nach einem Mann, der einen Punker ermordet hat. Ehe sich Tommy versieht, ist er wieder mitten im Geschehen und ermittelt wieder mit seiner Freundin Sientje. Einige Jahre wussten sie das mehr als die Arbeit zwischen ihnen war, nun ist Tommy, Solo und beide verfallen ihrer heimlichen Liebe zueinander. Werden sie den Mörder finden? Eine Jagd über die ganze Insel beginnt, mit Hundertschaften und einem Hubschrauber.

Der deutsche Autor Thomas Schwieder ist erst sehr spät zum Schreiben gekommen genauer gesagt mit 59 Jahren. Kreativ war er immer, mehrere Jahre spielte er Laienspieltheater. Seit 2008 fährt er nach Schweden in die Einsamkeit, seine Eindrücke und Abenteuer und alle seine Erfahrungen, schrieb er in seinem ersten Buch nieder. Durch den kleinen Erfolg kam der Ansporn seine lang gehegte Idee zu einem Thriller zu verwirklichen. Seine Tommy LaMotte Reihe spielt in Wuppertal und auf Texel. Seit 2025 ist auch ein Kinderbilderbuch erschienen, Lilly auf großer Reise

KAPITEL


ZWEI


DIE PUNKER


Wenig später stand Sientje vor der Dienststelle, und ein Jeep fuhr vor. Es war der gleiche Jeep, den sie in den letzten Jahren schon oft genutzt hatte, wenn sie mit dem deutschen Detektiv Tommy LaMotte unterwegs war. Der Polizist und sie fuhren in Richtung Meer, während Hoogeland und Beverungen fleißig alles ausdruckten, was in den letzten Wochen an Anzeigen und Beschwerden eingegangen war.

Als der Jeep an der Kreuzung in Den Hoorn ankam, an der die Abzweigung zum Campingplatz Loodmansduin war, musste sie unweigerlich an Tommy denken. War er auf dem Platz? Sollte sie ihn anrufen? Immerhin war der letzte Anruf fast ein halbes Jahr oder länger her. Sie hatten sich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr gewünscht. Am ersten Januar war dann von Tommy nur noch einmal „Ich wünsche Dir ein gesundes, erfolgreiches Jahr“ gekommen. Das war der letzte Kontakt. Sie mochte ihn, er war genau ihr Typ, groß, gutaussehend, trainierter Körper, grüne Augen und ein scharfer Verstand. Aber er war liiert, das war ein „No Go“ für sie, besonders weil sie Ellen, Tommys Frau, gut kannte. So etwas machte man nicht, schon gar nicht, wenn man sich kannte. Ehe sie sich versah, fuhr der Fahrer rechts in Richtung Strand und ihre Gedanken schwenkten wieder zu dem Mordfall.

Punker waren ja dafür bekannt, dass sie gern mal Häuser oder Denkmäler mit Parolen besprühten. Meistens irgendein unverständliches Zeug, das nur in ihren Hirnen einen Sinn ergab. Die Hauptsache war wohl, gegen die Bürger allgemein Stimmung zu machen. Auf der anderen Seite finanzierten sie ihr eigenes Leben ohne Arbeit durch genau diese hart arbeitenden Bürger. Das war schon ziemlich widersprüchlich, dachte Sientje.

Sie konnte schon von weitem die Dünen sehen, die das Meer vom Hinterland trennten. Ein toller Anblick. Immer wieder Den Hoorn, warum passierten hier an diesem göttlichen Ort nur so grässliche Taten, sinnierte sie vor sich hin. Der Jeep fuhr an einem See vorbei, in dem sich viele Wasservögel tummelten. Drei Wildrinder mit zwei Kälbern standen brusttief im Wasser und fraßen Schilf oder Ähnliches. Wenn sie nicht im Dienst gewesen wäre, hätte sie bestimmt angehalten und sich dieses Schauspiel längere Zeit angeschaut.

Zwei Kurven weiter fuhren sie über die Betonplatten von Paal 9 bis an die Wassergrenze, dann ging es am Strand sehr langsam weiter in Richtung De Hors, denn der Strand war in der Hauptsaison brechend voll. Sie hatte ein Déjà Vu. Genau diesen Weg waren sie vor einigen Jahren öfter gefahren, als sie mit Tommy LaMotte den Serienmörder Tadert auf der Insel gejagt hatten. Im Schritttempo fuhren sie bis zum FKK-Strand. Der Strand wurde nach und nach immer leerer und der Jeep fuhr etwas schneller. Möwen, Strandläufer und Austernfischer, die mit ihren charakteristischen gelben Schnäbeln im Sand pickten, flogen hoch. Bei Ebbe waren deutlich mehr dieser schönen, aber auch lauten Seevögel am Ufer, weil dort ihre Futterplätze waren. Nach zirka einem Kilometer bog der Jeep vom Ufer ab und parkte an einer Düne.

„Wir müssen noch etwas gehen, hier kann man nicht mehr fahren“, meinte der Polizist.

Aus einigen Mulden ragten Köpfe und, vorher unbemerkt, erschienen einige Neugierige, die Sientje und den Polizisten bei ihrem Gang durch die Dünenlandschaft beobachteten. Da sie sich immer noch am FKK-Strand befanden, war von Kleidung nichts zu sehen. Nach nochmals einhundert bis einhundertfünfzig Metern durch tiefen Sand kam ein Einschnitt zwischen zwei großen Dünen. Sie gingen hindurch und standen auf einem ringsherum von Sand umgebenen Platz. Dort standen ein paar Zelte um eine Feuerstelle.

Als sie die Mitte des freien Platzes erreichten, lagen einige der Punker schlafend und offensichtlich betrunken nackt in der Sonne. Überall lagen Bierdosen und Schnapsflaschen herum. Einer der Punker kam auf sie zu und meinte: „Was wollt ihr denn hier?“

Sientje hielt ihre Polizeimarke hoch und meinte laut: „So, jetzt versammeln wir uns mal alle hier in der Mitte. Ich habe da einige Fragen. Zieht euch bitte etwas an.“

Nach weiteren fünf Minuten kroch der letzte der Gruppe mit dicken Augen aus einem Zelt. Angezogen waren nur wenige, was wohl ein Ausdruck ihrer rebellischen Haltung war.

Der Polizist, der einen Tag vorher bereits hier im Lager gewesen war, schrieb von einigen die Namen und Adressen auf, die man tags zuvor nicht angetroffen hatte.

„So, Leute, ich möchte eines klarstellen. Ich bin aus Amsterdam gekommen, weil euer Kumpel ermordet wurde, und ich erwarte von euch Zusammenarbeit. Wer hier quer schießt, landet sofort im Knast. Ihr kampiert hier im Naturschutzgebiet, obwohl das verboten ist, ihr macht Lagerfeuer, obwohl es verboten ist, und wir haben alle eure Namen und Adressen. Wer also jetzt von euch meint, alles sei egal, „scheiß auf den Staat und die Bullen“, der kommt sofort weg, ist das klar?“

Ein Murmeln und Brummeln kam aus der fünfzehnköpfigen Gruppe, aber keiner sagte etwas.

„Wer ist die Freundin des Toten?“, fragte Visser den Polizisten.

Der zeigte auf eine nackte Blondine, die etwas abseits mit einer Weinflasche in der Hand saß. Sie hatte bei der Polizei den Toten identifiziert. Der Schock war ihr noch immer ins Gesicht geschrieben, und sie konnte kaum gerade sitzen.

„Sie ist ja wohl nicht ansprechbar, ist hier jemand in der Gruppe, der euer Sprecher ist?“, fragte Sientje in die Runde.

Ein großer dünner Kerl mit reichlich Metall in den Mundwinkeln trat vor. Er hatte ein breites „Fuck you all“ Tattoo auf der Brust und war als einer der wenigen mit einem schmuddeligen Batiktuch um die Hüften bekleidet.

„Sie sind der Sprecher der Gruppe?“, fragte ihn Sientje.

„Äh, nicht direkt!“

„Was denn nun, sind Sie es oder nicht?“, fragte jetzt Hoogeland etwas schärfer im Ton.

„Naja, ich bin der Älteste hier.“

„Ok, dann kommen Sie mal mit zur Seite und wir reden!“, bestimmte Sientje.

Sie fragte ihn nun direkt, was wohl der Grund war, warum jemand aus der Gruppe auf eine so entsetzliche Art und Weise ermordet worden war. Sie machte richtig Druck und wollte jedes Detail wissen. „Wo, wann und in welcher Straße wurde gesprayt?“ Sientje war klar, dass einer der Anwohner durch die Punker gehörig getriggert wurde.

Marc, der „Sprecher“ der Gruppe, erzählte dann, dass sie an einem Tag im Supermarkt von Den Hoorn einige Paletten Dosenbier gekauft hätten, die dann vor dem Supermarkt getrunken worden waren. Ein bis zwei Joints hätten die Runde gemacht und jemand hätte dann noch eine Flasche Wodka aufgetrieben. Relativ zugedröhnt seien sie dann losgezogen, um vor der Dunkelheit noch ihre Zelte zu erreichen.

Mara und Jon, der Tote und seine Freundin, hätten sich mit sechs anderen abgeseilt und seien mit Spraydosen bewaffnet in ein Villenviertel gegangen und hätten dort die „Bonzenhäuser“ besprüht.

„Wie heißt die Straße?“, fragte Sientje Visser den Batiktypen.

„Keine Ahnung, fragen Sie Mara.“ Er deutete auf die betrunkene, nackte Blondine, die mittlerweile schlafend im Sand lag.

„Wer war noch dabei?“

Als er zögerte, sagte sie scharf: „Los jetzt, wir haben keine Zeit für Spielchen.“

Er deutete dann noch auf ein anderes Paar, das dort stand und auf den Boden schaute.

„He, ihr beiden, kommt mal bitte her!“, rief Sientje dem Paar zu.

„Ihr nennt mir jetzt bitte eure Namen und dann die Straße, in der ihr mit Mara und äh… Jon gesprayt habt.“

„Ich glaube, das war die Zouteland.“

„Glauben Sie es oder war sie es?“, wurde Sientje lauter.

„Sie war es, eine richtige Bonzenstraße mit diesen protzigen Häusern und fetten Autos vor der Tür“, sagte der weibliche Part des Paares.

Sientje nahm ihr Telefon zur Hand, rief Hoogeland an und bat ihn, explizit nach eingegangenen Anzeigen aus dieser Straße zu suchen.

„Ok, ich will, dass ihr genau hier bleibt und keiner nach Hause fährt oder Ähnliches. Ich möchte hier jemanden antreffen, wenn wir Fragen haben. Und räumt den Müll weg, sonst gibt es für jeden von euch noch eine weitere Anzeige wegen Umweltverschmutzung. Sie sind ab jetzt dafür zuständig“, richtete sie sich an den Sprecher der Gruppe, „auch dafür, dass die Blondine nüchtern wird. Haben Sie mich verstanden?“

Der Batiktyp guckte Sientje mit großen, glasigen Augen an und meinte nur, „Wird gemacht, Boss.“

Der Polizist, der Sientje gefahren hatte, machte auf ihre Anweisung noch Fotos von jedem einzelnen der Punker, nahm dann nochmals die Personalien auf und schrieb diese unter die Fotos, die er mit dem Handy machte. Anschließend fotografierte er den gesamten Lagerplatz der Punker.

Wieder am Auto angekommen, genoss Sientje die Wärme des Tages und erinnerte sich an die Stunden und Tage, an denen sie hier mit Tommy LaMotte ermittelt hatte. Wie lange lag das schon zurück? Es musste etwas über ein Jahr her sein, und damals hatten...

Erscheint lt. Verlag 16.4.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-8192-8641-1 / 3819286411
ISBN-13 978-3-8192-8641-4 / 9783819286414
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