Mein Bin im Spin (eBook)
256 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-6111-7 (ISBN)
Metin Aysel, geboren in Österreich mit türkischen Wurzeln hat sein Medizinstudium in Österreich absolviert und anschliessend seine Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten in der Schweiz absolviert. Seit nun 2009 beschäftigt er sich intensiv mit dem Leiden, auch berufsbedingt, und den Wegen, die zur Lösung der Probleme und Belastungen im Alltag führen könnten. Dabei hat er einen versöhnlichen Zugang zum Herzen und zur Vernunft - damit soll gemeint sein, dass in den alten religiösen Texten Weisheiten zur Psyche wissenschaftlich aufgearbeitet und untersucht werden. Als Vorstandspräsident der APSS e. V. (Association for Psychological and Spiritual Sciences) hat er bereits mehrere Publikationen zu diesem Thema entweder selber gemacht oder Studenten und wissbegierige dazu animiert.
(B)In(-)tro-Spektion: Leid
Ausgestattet mit neuen Perspektiven und Erkenntnissen wird es möglich den Sinn in der nur scheinbar verwirrenden Existenz zu erkennen. Die Ratio kann mit dem entsprechenden Schlüssel Ereignisse besser einordnen, das Herz sich emotional in Geduld seinem Schicksal ergeben und die Phantasie mit Neugier sich immerwährend auf die komplementäre Ebene der Ereignisbewertung richten. In dieser neuartigen Bindung zur Wahrheit und Referenzierung der Handlungsentscheidungen in Hingabe löst ein Wohlempfinden aus und lässt uns Schwierigkeiten und Leid aus einer anderen Perspektive erblicken.
Wir sind nun bereit uns dem Leid, der Klage und dem seelischen Schmerz zuzuwenden. Das in uns lodernde Feuer von Schmerz wird gelöscht mit Wasser aus einer ganz speziellen Quelle. Dıeser Balsam lässt das Leid aus einer Perspektive von Barmherzigkeit erkennen, praktisch eine Einladung für eine ganz besondere Form der Zweisamkeit. Es entbindet uns von unseren weltlichen Bindungen und bindet uns an die wahrhaftige Quelle von allem Sein.
Zum Schluss werden wir beobachten, wie es ein alter weiser Mann unter diesen Aspekten schafft aus einer grausamen Situation, die ihn zunächst mit Wut, Hass und Rache erfüllt, diese emotionalen Zustände in Mitleid zu verwandeln....
Das Feuer im Hie und Heuer
Die Hölle ist nicht der Ort der Plage.
Die Hölle ist dicht am Ort der Klage,
Wo niemand weiss von unserer Lage.
Im Innern so gross wie Ungeheuer.
Es lodert so tief wie lose Feuer,
Gejohle nativ im hie und heuer.
Getilgt wird dieses unmöglich’ Gebell,
Aus geheimer See24, die Herzen erhell‘,
Mit Wasser, aus einer ganz speziellen Quell‘.
Im Sein versteckt wird dieser Bronnen,
Sprudelnder Fluss für alle Wonnen,
Kevser genannt bevor’s geronnen.
Im See, im Fluss oder dann doch im Bronnen,
Dies’ Wasser löscht Feuer in allen Wonnen.
Die leidvolle Reise
Leid, ist eine Erinnerung an den Eid.25
Leid, ist eine Einladung zu sein zu zweit.
Leid, ist ein Trost gegen deine Einsamkeit.
Leid, ist eine Reise mit Ihm ganz weit.
Leid, ist erleben Seine Wirksamkeit.
Leid, ist erkennen die Hilflosigkeit.
Leid, dass dich von Ursachen entbindet,
Leid, was dich mit Ihm ganz tief verbindet.
Leid, wo sich dein Selbst im Schmerz sich windet.
Oh, mein Selbst,
Dorthin wo ist so tief die Wunde,
Dringt ein das Licht und gibt dir Kunde.
Im Lichte des Ein offenbart sich das Geheimnis des Ein.
Das Geheime der Einzigwendigkeit26für dein Dich Allein.
Oh, mein Selbst,
Auf dieser Stufe der Erkenntnis
Nimmt eine Wende dein‘ Bekenntnis.
Bekennt hat sich das bisher Bekannte,
Erkannt hast’ nun das bisher Verkannte.
Oh, mein Selbst,
Warst bisher erdrückt vom Schmerz im Leid,
Dein Nefs27dir flüsterte Einsamkeit.
Die Zukunft war stets erfüllt mit Sorgen,
Erwachen fiel schwer dir jeden Morgen.
Oh, mein Selbst,
Plötzlich erhellte das Licht in der Wunde,
Die Bindung vertieft sich in jeder Runde.
Was du im Schmerz siehst für dich als Leid,
Birgt nur was’d zu tragen bist bereit.
Oh, mein Selbst,
Leid ist ein persönlicher Brief des Ein,
Einzig und wendig für dein Dich allein.
Leid ist zu erinnern dein Dich und Mein,
Wie winzig und endlich du bist im Sein.
Oh, mein Selbst,
Leid ist geschickt in wahrer Liebe vom Ein,
Um zu zeigen, wie hilflos du bist im Sein.
Leid ist massgeschnitten dir einzig allein,
Leid zeigt Seinen Beistand in Allmacht im Sein.
Leid, eine Einladung zu sein zu zweit.
Leid, ist deine Reise zu Ihm ganz weit.
Leid, ist erleben wie Wunden Er heilt.
Die Plage kam zu Wort
Oh, mein Barm,
nimm mich endlich in Deinen Arm.
Bin zur Zeit sehr stark belast’,
erliege bereits sehr stark durch Last.
Zu meiner Verzweiflung, für meine Plage,
hab’ keine Befreiung für diese Lage.
Die Plage erhörte meine Klage,
kam zu Worte und sie mir sagte:
“Reicht dir als Rast nicht aus die Last?
In deiner Last da steckt die Rast!”
Oh mein Barm,
Durch die Plage hältst Du mich im Arm.
Der Besen
Leid fegt weg wie flinker Besen
Sünden, die sind in dir gewesen.
Leid hilft deinem Bin zu lesen,
Was um dich ist stets gewesen.
So dein Mein bleibt stets belesen,
Das Ist erkennst’ in Seinem Wesen.
Last und Kausa
Das Wahre ist es zu lesen die Last,
Als Kausa im Werden zu geben dir Rast.
Hast’ erkannt die Rast in Last,
Wird bekannt, dass Last ist Rast.
Last mit Wohl
Auch von Deinem Celal28kommt Last,
Od‘ von Deinem Cemal29die Rast,
Mein Selbst erhält von Beiden Wohl!
So wie in Rast steckt Wohl,
Auch Deine Last birgt Wohl.
Die Versöhnung
Die Trennung ein Frust,
Versöhnung bringt Lust.
Der wandelnde Blick – eine therapeutische Option für die Opferarbeit
Ein Schauer überkam ihn beim nächsten Windstoss. Er spürte die Kälte bis in seine Knochen. Das Fenster war zerbrochen. In der Stille der Nacht konnte man die Eiskristalle hören. In eisiger Kälte kamen Wut, Rache und Hass auf.
Sein Kollege musste wohl eingenickt gewesen sein, als er plötzlich seine Augen öffnete: „Haben wir noch Wasser?“ Der Krug war leer. Schon seit gestern hatten sie ihn nicht nachfüllen können, da wohl die Wasserleitung eingefroren war. „Nein“, erwiderte dieser mit seiner tiefen, beschwerlichen Stimme. Den letzten Schluck hatte sein Kollege selbst vor einigen Stunden getrunken. Es kam ihm so vor, als ob auch seine Stimme eingefroren war. Seit Tagen hatten sie nichts zum Essen bekommen. Seit Tagen versuchten sie die eisige Kälte zu überstehen. Das Fenster wurde nicht repariert. Es war offensichtlich eine Tortur, eine tiefgründig durchdachte und systematische Grausamkeit. Von Vernachlässigung konnte nicht die Rede sein.
„… wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit…“ Die Worte des Richters kamen ihm in den Sinn. „Und wenn ich mit diesen Werken nicht tausendfach mehr als tausende Sicherheitsbeauftragte und tausendfach tiefgründiger und umfassender als tausend Richter meinen Beitrag zum Wohle der öffentlichen Sicherheit geleistet habe, dann möge der Allgerechte mich aufs Schärfste Richten.“
Die Gewaltspirale in der Täter-Opfer-Konstellation
„In einem Alter, wo ich besonders empfindlich, geschwächt und empfindsam gegenüber Kälte bin und meinen Blick ganz besonders nicht auf irdische Aspekte richten sollte, war diese böswillige und absichtliche Verbannung, dieser Ausschluss aus dem öffentlichen Leben, diese Verhaftung, der Druck an den Grenzen meiner Belastbarkeit. Diese ausgesprochen abgrundtiefe Kränkung und Wut in mir…“, dachte er sich.
Als ihm plötzlich in den Sinn kam: „Diese offensichtliche Grausamkeit ist ein Abbild, ein Baustein der offensichtlichen Gerechtigkeit und ein woanders gefälltes Urteil des Erhabenen-Schicksals. Ausserdem hast du wohl in dieser Zelle und genau an diesem Ort noch deine himmlischen Gaben und Nahrung zu konsumieren. Diese Gaben haben dich hergerufen. Dem müsstest du dich in Akzeptanz und Hingabe begegnen.“ Plötzlich entfachte sich ein Funke an Erleichterung in seinem Herzen. Sein Blick wandelte von der erdrückend und belastend aussichtslosen Situation auf einen Standpunkt, wo er die tiefgründigeren Zusammenhänge erkennen und eine Erweiterung der Perspektive erleben konnte: das Zusammenspiel der subjektiv als erdrückend erlebten Situation und dem Schicksal in Zusammenhang mit dem bis ans Lebensende garantierten Gaben. Jene Gaben, die ebenso eine lenkende und leitende Funktion im Leben wohl hatten.
Dies brachte seinen Blick auf eine andere Metaebene der Ereignisse, nämlich der Sinnebene. Dort erkannte er einen Teil des sinnreichen Geflechtes in der Allgemeinwendung des Meisters der Lehr’ und erlebte selbst Trost als er die Möglichkeit sah seinen Mitinsassen Aufklärung und Trost durch seine Anwesenheit schenken zu können. Diesem Anteil gegenüber musste er mit Geduld begegnen, was in ihm eine tiefe Dankbarkeit auslöste.
In diesen Gedanken, im Wandel seines Blickes war eine Kaskade von Emotionen und Zuständen ausgelöst worden, wo er in aufrichtiger Selbstreflektion auch einen Anteil an früheren unbewussten Verschuldungen und die Begleichung dieses Verschuldens erkannte. Demgegenüber begegnete er mit Reue und Schuldbewusstsein und dachte sich: „Du hast das verdient!“30
Aus dieser Perspektive kam ihm in den Sinn, dass im Rahmen dieses bösartigen und perfiden Planes und Vorgehens seiner Feinde in der Rekrutierung von leichtgläubigen Beamten...
| Erscheint lt. Verlag | 16.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Lyrik / Dramatik ► Lyrik / Gedichte |
| Schlagworte | Leid • Liebe • Ohnmacht • Psychologie • Sufismus |
| ISBN-10 | 3-7693-6111-3 / 3769361113 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-6111-7 / 9783769361117 |
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