Zeit, das Herz zu lüften (eBook)
332 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-8616-2 (ISBN)
Ich sehe mich als vielseitigen Menschen mit Erfahrungen in Achtsamkeit, Heilung und Führung - ein farbenfrohes Mosaik aus Rollen. Mutter, Quantum Angel Healer, Yogalehrerin, Achtsamkeitstrainerin, Angelic Reiki Master und Entheoguide - jede Facette steht für Wachstum und Hingabe. Früher arbeitete ich in der Immobilienbranche. Diese Zeit schärfte meine organisatorischen Fähigkeiten und mein Verständnis für menschliche Verbindungen. Doch mein Herz gehört der Heilung, dem Schaffen achtsamer Räume und der Ermutigung anderer, Balance und inneres Wachstum zu finden. Empathie ist dabei mein ständiger Begleiter. Ibiza ist heute mein Zuhause - eine Insel, die meine Seele nährt. Mein Weg führte mich von den Wäldern Deutschlands über die Straßen Englands in eine Welt voller Wandel. Meine Familie ist mein Anker und erinnert mich daran, was wirklich zählt.
DIE MANIFESTATION
Job: Büroleiterin
Tage bis zum Start der Reise: 256
Van: fünf im Warenkorb
Wir bereiten alles für eine Zeremonie vor; ich mache Feuer im Kachelofen, damit wir es schön warm haben, und koche den Kakao. Es ist Rohkakao und jeder kann sich ein paar Zutaten dazu mischen. Ich nehme Cayennepfeffer und Ahornsirup und Claudi entscheidet sich für Vanille. Wir nehmen den Kakao mit ins Wohnzimmer, wo wir es uns auf Yogamatten und Kissen gemütlich machen. In unsere Mitte habe ich einige Edelsteine gelegt und Rosen, die ich mir am Freitag gekauft hatte. Bei schöner Musik trinken wir langsam unseren Kakao und schreiben dann eine Liste mit Dingen, die wir in unser Leben ziehen möchten. Meine Wünsche sind auf einmal ganz klar: Ich möchte reisen, am liebsten ein Jahr, und das Ganze im Van, gerne mit Claudi, aber falls es sein muss, auch allein. Erstaunlich, wie eindeutig dieser Wunsch auf einmal ist. Unter meinen Wunsch male ich noch einen Van, so gut ich kann. Nachdem wir beide fertig sind, machen wir noch eine Meditation von Joe Dispenza, bei der wir uns mit der Fülle verbinden. Unglaublich, wie intensiv dieses Gefühl ist, als wäre ich schon unterwegs.
Nach der Meditation schaue ich Claudia an, sie scheint ebenso verwundert zu sein, denn sie guckt noch ganz ungläubig, und irgendwie muss ich anfangen, zu lachen, und fange einfach zu tanzen an. Das machen wir beide dann unter den Blicken von Dexter, der auch mitmachen will. Göttlich, diese Freude.
Ein Blick zur Uhr zeigt mir, dass es schon 20.00 Uhr ist, und erst dann nehme ich wahr, dass mein Magen knurrt. Wir bestellen schnell Pizza.
Der Abend ist dann noch ganz entspannt und ich bin vollkommen beseelt von unserer Idee.
»Ich habe geschlafen wie ein Stein«, bekenne ich am nächsten Morgen.
»Ja«, sagt Claudia, »ich schlafe hier auch immer besonders gut, ist wahrscheinlich die Seeluft.«
»Ja, bei dir vielleicht«, erwidere ich, »aber ich glaube, bei mir war es einfach die Euphorie, die für gute Vibes gesorgt hat. Wie sieht es bei dir aus, bist du noch bei unserer Idee dabei?«
»Ja klar! Ich weiß auch, wie das ist, wenn man eine tolle Idee hat und sich das Ganze dann am nächsten Morgen auf einmal nicht mehr so toll anfühlt. Das sind meistens die Ideen, die unter Alkoholeinfluss entstehen, aber unsere ist immer noch superaufregend und fühlt sich großartig an!«
»Mir geht es genauso. Weißt du, wenn ich mein Leben mal so ganz genau betrachte, dann ist es zwar so, dass ich meine Arbeit sehr gern mache, aber etwas fehlt. Die Wochen sehen bei mir immer ähnlich aus und meine Abende sind auch eher einsam, da ich gar nicht die Kraft habe, mehr zu tun. Selbst bei den Freunden, die ich wertschätze, kommt es selten zu einem Treffen oder auch nur zu einem Telefonat, da ich oft zu müde und kaputt bin. Ich schaffe es ja nicht mal, mich abends noch hinzusetzen und zu meditieren oder Yoga zu machen. Ich glaube nicht, dass es das Leben ist, das ich für immer so führen möchte. Mehr oder weniger bin ich ständig dabei, die Probleme für andere zu lösen, ohne meine eigenen richtig zu erkennen. Es ist immer etwas zu tun. Nach der Schulzeit habe ich noch kurz für drei Monate eine Ausbildung in Frankreich gemacht und dann ging es über ein Praktikum in die Ausbildung. In der Ausbildung habe ich dann meinen Ex-Mann kennengelernt und wir sind direkt in Frankfurt zusammengezogen. Dann folgten drei Kinder und insgesamt dreizehn Umzüge in immer wieder neue Umgebungen. Da blieb wenig Zeit, etwas Eigenes zu entwickeln. Nach unserer Trennung, stell dir vor, bin ich jetzt schon fünfmal umgezogen und habe meine Rolle von Mutter auf zusätzlich Vater ausgebaut. Ich dachte immer, dass bei all unseren Umzügen er die treibende Kraft war, aber so langsam beschleicht mich die Ahnung, dass ich selbst ziemlich flexibel bin.« Wir lachen beide kurz auf. »Und dann kam eines Tages das Berufliche dazu. Von Acht- samkeitstrainerin zur Immobilienmaklerin, dann zur Bed & Breakfast-Leiterin und hin zur Büroleitung. Gefühlt weiß ich nicht so richtig, was ich eigentlich will«, sage ich und seufze. »Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich ein Abend- oder ein Morgenmensch bin. Wenn ich den Wecker im Nacken habe, bin ich ohne Frage ungern ein Morgenmensch. Ich lebe im Moment im Flow und genieße das auch, aber ich merke, dass das äußerliche Umfeld mein Leben bestimmt und ich mich nicht bewusst kenne.«
»Das verstehe ich gut«, murmelt Claudi und streichelt dabei Dexters Ohren, der das sehr genießt, »mir geht es da genauso, außer dass ich diese ganze Aufregung mit den Kindern, später dann Trennung, ewige Selbstständigkeit und dann auf einmal neuer Job nur in einem Haus mitgemacht habe. Ich denke, es wird für uns beide Zeit, etwas nur für uns zu tun.«
Nach dem Frühstück machen wir einen kleinen Ausflug nach Brodersby, meinem zweiten Zuhause, bis ich in die Pubertät kam. Hier hatten meine Eltern und davor mein Opa ein Haus, in dem wir immer unsere Sommer- und viele andere Ferien verbracht haben. Es mussten aber schon ein paar freie Tage sein, denn die Strecke Bremen–Brodersby war damals noch etwas umständlicher zu erreichen. Ich fühlte mich hier oben immer sehr wohl, bis zu dem Zeitpunkt, als all die anderen Ferienfreundschaften nicht mehr mitkamen, ich aber mitmusste, da meine Eltern mich nicht allein zu Hause lassen wollten. Ab dann habe ich Brodersby ziemlich gehasst, zumal meine Eltern diesen Ort immer als Partystätte genutzt und mit ihren Freunden und Nachbarn gern einen durch den Tisch getreten haben. Wie das Leben aber so spielt, hat sich doch am Ende die Liebe zum Norden durchgesetzt und ich habe sogar den zweiten Teil meiner Hochzeitsreise nach Brodersby gelegt. Brodersby und ich haben uns also wieder versöhnt. Auch Claudi kennt die Gegend, denn als Kinder haben wir hier einige Abenteuer miteinander erlebt. Ebenso wie meine Kinder hier natürlich auch viel Zeit verbracht haben. Diese Liebe zum Norden haben sie sicherlich schon als Baby eingetrichtert bekommen. Es gibt aber auch wenig Schöneres als den Norden mit seinem weiten Himmel und der Natur, denke ich so auf der Fahrt. Dass mein Opa und dann meine Eltern überhaupt hier gelandet sind, hat den Hintergrund, dass mein Opa und meine Oma nicht mehr so richtig zusammen in Bremen zurechtkamen. Da eine Scheidung damals nicht üblich war, hat mein Opa meiner Oma nach einer Kur eröffnet, dass er jetzt mit einem Kumpel, den er während der Kur kennengelernt hat, ein Projekt im Norden starten möchte. Dieses Projekt war der Bau der Marina in Missunde. Da beide, mein Opa genauso wie der Kumpel, sehr schillernde Persönlichkeiten waren und, wenn wir ehrlich sind, auch funktionierende Alkoholiker, ist es ausgesprochen erstaunlich, dass die Marina tatsächlich zustande gekommen ist. Aber sie steht immer noch da und wird von dem Sohn des Kumpels geleitet, der dank einiger schlauer Ideen das Ganze in die florierende Moderne geführt hat.
Wir machen auch hier die große Runde und da die Sonne scheint, können wir sogar kurz auf meiner Lieblingsbank mit Blick auf die Schlei sitzen und den Kormoranen beim Jagen zusehen. »In meiner Kindheit gab es die nicht«, erkläre ich Claudi, »irgendwie sind es jetzt aber ganz schön viele.«
»Stimmt, aber die arbeiten als Team ziemlich gut zusammen«, beobachtet Claudi das Treiben.
Innerlich habe ich zwar Mitleid mit den Fischen und bin sicher, die finden diese Teamarbeit nicht so toll, aber gleichzeitig sehe ich, dass Teamarbeit in der Natur erfolgreich ist. Die Natur bestätigt, warum ich meine Teams in den verschiedenen Standorten gerne als ein großes gemeinsames Team sehe und deshalb auch gemeinsame Aktivitäten fördere.
Am Strand lassen wir uns noch mal den Wind um die Nase wehen und Dexter hat einiges zu tun, um auch effektiv alle Möwen aufzuscheuchen. Auf dem Rückweg nehmen wir die Missunder Fähre und halten noch kurz bei dem Restaurant Odin, um etwas zu essen. Dies ist trotz der Nebensaison gut besucht, aber wir ergattern noch einen schönen Tisch. Das Feuer prasselt im Kamin und es ist sehr gemütlich.
»Tja, also dann schauen wir mal, wie wir das alles so machen können«, nehme ich unsere Planung noch mal auf. »Am besten ist es, ein Jahr einzuplanen, oder was denkst du?«
»Ein ganzes Jahr, wow, das ist natürlich ganz schön lange, irgendwie müssen wir dann so grob eine Idee haben, wo wir hinwollen.«
»Ich denke, mit Rücksicht auf unsere Eltern, die ja alle schon etwas älter sind, sollten wir uns auf Europa beschränken, oder was meinst du?«, frage ich.
»Du meinst, dass wir, wenn es nötig werden sollte, schnell wieder zu Hause sind?« Ich nicke zustimmend. »Wahrscheinlich hast du recht, dann müssen wir aber schauen, wo es im Winter am wärmsten ist.«
»Absolut«, sage ich. »Ich kann es bisher noch nicht so ganz in mein Herz lassen, dann werde ich schon jetzt zu aufgeregt.«
Das Essen kommt und wir hängen beide unseren Gedanken nach.
Wieder zu Hause muss Claudi auch langsam Richtung Hamburg fahren. Wir verabschieden uns mit einer festen Umarmung. »Schön war es«, sage...
| Erscheint lt. Verlag | 15.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| ISBN-10 | 3-8192-8616-0 / 3819286160 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-8616-2 / 9783819286162 |
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Größe: 382 KB
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