Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Thael'Aíz, Planet der Nemet * Band 2 * -  Uwe Laubach

Thael'Aíz, Planet der Nemet * Band 2 * (eBook)

Überleben und Leben auf einer anderen Welt

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
168 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-6411-8 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
7,49 inkl. MwSt
(CHF 7,30)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
4479/80 n. Chr. (Terra-Standard-Time): Der Bord-Seelsorger Thargad VanJeem und die fast blinde Telepathin Yoolij Ngáru, die beiden »Religiösen« einer ansonsten zuvorderst militärisch ausgerichteten Unternehmung, überleben die Raumschlacht zwischen dem Menschen-Sternenschiff von Pylos - Endymion - und ihrem Hanan-Kampfkreuzer, der Shichuan, in einer Tarnkappen-Fluchtkapsel. Ihre endgültige Rettung verheißt ein erdähnlicher Himmelskörper zu werden, der, als zweiter Planet, um eine gelborange-leuchtende Sonne der Spektralklasse K3V kreist. Wegen eines Schadens in der Steuerung, notlanden sie in einer Wüstenregion. Nachdem sie zunächst um ihr Überleben kämpfen müssen, bekommen sie bald Kontakt zur ganz menschenähnlichen Bevölkerung - anfangs harmonisch, später auch konfliktbeladen, denn sie sind nicht die ersten außer-»irdischen« Ankömmlinge auf dieser Welt! Es eröffnet sich den beiden friedliebenden Mitgliedern der Shichuan-Forschungsabteilung ein neuer Horizont zu einem ungeahnten, faszinierenden Lebensabenteuer... * Eine Science-Fiction-Erzählung, die auf den 1976 erschienenen Roman Caroline Janice Cherryhs »Brothers of Earth« (deutsch, 1979: »Brüder der Erde«) - in Form einer parallelen, später zum Teil auch zusammenlaufenden, Geschichte - basiert.

10 - Ein öffentliches Heilungswunder


Die Ahnungen Raols und der Gebrüder t'Ilev erwiesen sich insgesamt schnell als sehr begründet.

Nach einer ersten Runde Tee, welcher schweigend eingenommen wurde, um die Yhia zu wahren, erhob Raol, zu Beginn der zweiten, die ihnen von der Chan des Hauses serviert wurde, das Wort: »Wir haben nun Gewissheit über die Person des mysteriösen Menschen, der mit den Ereignissen in Indresul und Nephane unmittelbarst verknüpft war.

Das ist gut, die Mission erfolgreich!

Schlecht ist, dass sich unsere Aktion wie ein Lauffeuer in ganz Sidur Mel verbreitet hat und sogar schon auf dem Hontai-Markt munter die Runde macht!

Allein - beruhigend ist, dass man uns offensichtlich nicht, als von Caraq stammend, identifiziert hat. Trotzdem sollte Niu den Verkauf der Waren ohne unser Zutun händeln. Es sei der Familie t'Uxam herzlichsten Dank für ihre Hilfe und Unterstützung dieserhalb«, wandte sich Raol an den Lord des Hauses, Banef t'Uxam u Taj.

»Für alle direkt Beteiligten an dem Missgeschick gilt, uns in der Öffentlichkeit nicht ohne guten Grund zu produzieren und etwas zurückzuhalten. Eine weitreichendere Umsicht ist wohl nicht geboten, denn wir können von Glück sagen, dass die vier involvierten Augenzeugen in das Geschehen gestern Abend mit der Oltáje, über die Lifeteninsel Qipón des Hauses Lur, und weiters Xa'Inam, nach Indresul aufgebrochen sind. Der Informant, mit dem Ptek und Dóum im Wirtshaus ›Zwischen den Türmen‹ gesprochen haben, war wohl so angetrunken, dass es ihm unmöglich ist gegebenenfalls ›Eins und Eins zusammenzuzählen‹.«

Die sechs Caraqianer befanden sich an diesem, schon zu sehr früher Stunde, warmen Morgen mit dem Lord des Hauses und seiner Frau Lady Pju t'Bor e Yran sh'Banef um den leise über zwei große Steinbrocken plätschernden Springbrunnen versammelt, welcher das Zentrum eines Sitz- und Rastplatzes im, mit diversen Stauden und hohen Gräsern begrünten, Atrium des Hauses bildete.

Bei aller Freundschaft wollte Raol es den beiden nicht zumuten, die menschlichen Gäste in ihren Rhmei zuzulassen, bevor man sich nicht, eine vertrauliche Basis begründend, näher kennengelernt hatte.

Banef schlürfte einen Schluck des heißen aromatischen Tees, setzte seine Tasse ab und meinte: »t'Ngáru-Ifhan, Dein Besitz eines Lichtblitz-Schleuderstabs ist ein Störfaktor in unserer Welt...«

»Verehrter Lord Banef«, verbeugte sich Yoolij getreu nemetischer Sitte, »es ist in Wirklichkeit nur ein Gehstock mit einigen eingebauten kleinen Zusatzfunktionen - nicht zu vergleichen mit einer Strahlenpistole und ihren effizienten zweihundert Schuss Energie! Ich würde - wie mir alle hier Anwesenden bezeugen können - diese ›Waffe‹ niemals zu etwas anderem benutzen, als damit in Notwehr, respektive Nothilfe einer bedrängten Person Beistand zu leisten. Es war eine absolute Ausnahmesituation; sonst wäre unser Freund Thargad jetzt ein toter Mann - was eventuell noch mehr Aufsehen erregt hätte..!«, verteidigte sie sich.

»Hmmm..., das mag sein; ja, das mag sein... Ein gepflegter Mensch in nemetischer Kleidung - erstochen auf dem Qipón-Kai... Das hätte freilich einige Fragen aufgeworfen..!«, war Lord Banef fürs Erste befriedet.

Wieder wurde am Tee genippt; die zuvor etwas knisternde Atmosphäre entspannte sich merklich.

»Niu, wie geht es auf dem Markt? Und wo hast Du Bú und Ká unterbringen können?«, wechselte Dóum das Thema zu erfreulicheren und unverfänglicheren Dingen.

»Oh..., die beiden Vólds sind, mitsamt dem leer geräumten Fuhrwerk, in einer schönen Stallung der Bäckerei von Mlo t'Domir, knapp zweihundert Meter von hier entfernt - wenn Du die Straße aufwärts zum innerstädtischen Toom-Hügel gehst, auf welchem der Schrein der Ur-Götter Ygr und Ib zu finden ist. Der Gute kann sie, neben seinen Tieren, stundenweise am Mühlstein gebrauchen, um Korn zu mahlen. Er versprach sie nicht zu überfordern, ordentlich zu versorgen und zu pflegen.

Was den Hontai anbetrifft: Vanu und Zati sind mir eine wunderbare Hilfe! Fast jeder kennt und mag sie. So ergeben sich automatisch viele Gespräche - die Leute bleiben bei unserem Stand stehen, schauen sich die angebotenen Waren an und kaufen das eine oder andere, ohne dass man viel herumfeilschen muss. Ich bin sehr zufrieden.

Nach dem Tee breche ich mit den beiden Töchtern des Hauses wieder auf, weil ihr Hauslehrer ihnen, und sich selbst, einige Tage Ferien verordnet hat.«

Die halbwüchsige Vanu war 22, und die fast als erwachsen geltende Zati 27 Jahre alt [1]; Lord Banef hatte gestern Abend bemerkt, dass seine ältere Tochter zarte Liebesbande mit Ptek, dem jüngeren der Gebrüder t'Ilev, zu knüpfen begann. Das war ihm, ermangels eines eigenen Sohnes, sehr recht, denn aufgrund des besonderen Umstandes, dass Ptek in Caraq keinen eigenen Herd besaß, würde er als Schwiegersohn in sein Haus einheiraten, um forthin als sein legitimer Erbe zu gelten. Dass die beiden Männer sich sympathisch waren, beförderte sein Engagement nur noch mehr.

»Ptek, was meinst Du zu t'Ngárus Eingabe bezüglich ihres Lichtblitzers?«

»Ich pflichte ihr voll und ganz bei; sie ist absolut integer!«

»Gut, dann soll es so sein«, war das Problem damit endgültig vom Tisch, anstatt ungelöst irgendwie in der Schwebe zu verbleiben.

»Ich werde unsere Chan bitten, noch einen letzten Tee für uns aufzubrühen, bevor wir unser Tagwerk in Angriff nehmen«, erhob sich Lady Pju und besiegelte damit die Stimmung gelösten Einvernehmens, die sich über die Acht im Atrium gesenkt hatte.

*

Von der ruhigen Abgeschiedenheit, welche ein Nemet-Haus seinen Bewohnern bot, tauchte Niu eine Stunde später, über das A-förmige Hauptportal des Anwesens, mit den beiden t'Uxam-Töchtern in die Vitalität der rastlosen Stadt ein. Je näher sie, einen Handkarren mit einem Teil der im Korridor ihres Anwesens gelagerten Waren ziehend, auf der »Straße der Weber«, dem Marktgelände kamen, umso quirliger wurde es um sie herum.

Der Hontai war ein großer, kopfsteingepflasterter Platz im zentralen Süden Sidur Mels. Hier fanden sich diverse Zeltstände und mit Stoffplanen überdachte Tresen, die der sengenden Sommerhitze Phans trotzten. Auch die aus Zarizir-Ruten geflochtenen, transportablen Verkaufsbuden der Nomadenhändler aus dem Dúra Tenach und den noch weiter entfernten Westländern waren hier anzutreffen.

Schon kündigte sich die Hitze des heranrückenden Mittags an, als sie ihren kleinen, gestern eingerichteten, mit einem Segeltuch geschützten, Stand erreichten. Auf zwei robusten, fest im Boden verankerten, Tischen drapierten sie die in Caraq gefertigten Krüge, Teller und Tassen, Körbe und Matten.

Schnell nahm sie die Betriebsamkeit des Handelns mit ihren Kunden in Beschlag.

Kurz darauf kam Yoolij mit der Chan Eníf h'Uxam e Hor auf den Markt, um mit ihr Lebensmittel einzukaufen, während die Männer sich mit kleinen Arbeiten an den Ziegeln des Hausdaches beschäftigten, welches an einigen Stellen marode zu werden drohte.

Yoolij hielt sich eher im Hintergrund, fungierte weitestgehend als schweigsame Beobachterin und Trägerin für die Lasten, die Eníf aus dem reichhaltigen Angebot an Obst, Gemüse und Fisch zusammenzustellen wusste. Hier und da wurde sie zur Ohrenzeugin von nichtssagendem Klatsch, dem die alte, fast grauhaarige, Chan nicht auswich, wenn er sich anbot.

Weil Lady Pju, nach Hause zurückgekehrt, dafür plädierte, erst zum Abend eine Mahlzeit zuzubereiten, stieg in Yoolij der undefinierbar imperative Drang auf, noch einmal herausgehen zu wollen.

»Lady Pju, könnte ich mit Eníf einmal den Schrein der Ur-Götter Ygr und Ib besuchen? Ich habe irgendwie die Inspiration jetzt dorthin zu sollen...«

»Ja, gerne, wenn es Dir ein inneres Anliegen ist; ich gebe Eníf eine Weile dienstfrei – das Heiligtum ist nicht weit von hier. Du würdest es auch alleine kaum verfehlen – aber es ist wahrscheinlich, aus verschiedenen Gründen, besser, wenn sie mit Dir geht.«

~

Der mitten in der Stadt aufragende Toom-Hügel hatte seine Bezeichnung fast nicht verdient – er mochte vielleicht dreißig Meter über dem Durchschnittslevel Sidur Mels liegen, das heißt, sich gerade mal fünfzig Meter über den Meeresspiegel erheben; dennoch hatte man schon vor Jahrhunderten auf ihm das säulengetragene Rund zweier heiliger Stätten errichtet.

Die weitaus größere der beiden, mit zwölf nach innen gewinkelten dreieckigen Pfeilern, als Träger eines Rundgangs um einen muschelförmig-halboffenen Innenraum, beherbergte zwei bronzene Statuen zu Ehren der Götter Ygr und Ib; der nur einen Steinwurf entfernte, erheblich kleinere Monopteros basierte auf nur vier Säulen mit einem grün patinierten Kupferdach. In ihm befand sich einzig ein kubisch behauener Felsblock, welcher Yoolij wie magisch anzog - und dies, obwohl allein der vor dem größeren Schrein...

Erscheint lt. Verlag 7.4.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
ISBN-10 3-7693-6411-2 / 3769364112
ISBN-13 978-3-7693-6411-8 / 9783769364118
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)
Größe: 1,0 MB

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75