My December Darling (eBook)
Catalina Martinez‘ Rolle bei der Winterhochzeit ihrer Schwester ist klar: Als Trauzeugin wird sie lächeln und alles dafür tun, den wichtigsten Tag im Leben der Braut perfekt zu machen. Obwohl der Bräutigam Catalinas Ex-Freund ist. Doch als sie auf den Trauzeugen trifft, fällt es ihr schwer, die Sunshine-Fassade aufrechtzuerhalten. Luke Darling ist der eine Mann, dem Catalina unbedingt aus dem Weg gehen sollte. Er ist zu charmant, zu stur und zu allem Übel auch noch ein extrem attraktiver und erfolgreicher Arzt. Während Luke entschlossen ist, das Eis zwischen ihnen zu brechen, geht Catalina bewusst auf Abstand. Ohne großen Erfolg, denn Luke versüßt ihr zunehmend die Weihnachtszeit. Doch der beste Freund des Ex ist absolut tabu. Zumal Catalina nach der Hochzeit wegziehen wird …
Lauren Asher hat eine überbordende Fantasie und verbringt ihre Freizeit mit Lesen und Schreiben. Ihr Traum ist es, an all die Orte zu reisen, über die sie schreibt. Sie genießt es, Figuren mit Ecken und Kanten zu erschaffen, die man einfach lieben muss. Wenn sie nicht gerade schreibt, durchforstet Lauren YouTube, schaut alte Episoden von »Parks & Recreation« und sucht nach neuen Restaurants auf Yelp. Sie arbeitet am liebsten direkt nach ihrem Morgenkaffee und würde nie ein Nickerchen verweigern.
KAPITEL DREI
Catalina
Unsere gesamte Kleinstadt ist in Weihnachtsstimmung, als meine Mutter, meine Schwester und ich uns, nachdem wir uns von Aiden und Luke verabschiedet haben, auf den Weg zur Änderungsschneiderei Thimble & Thread machen. Während unseres einstündigen Mittagessens ist die Hauptstraße im Verkehrschaos versunken. Dutzende Ehrenamtliche helfen dabei, die Weihnachtsdekoration für die Lake Wisteria Christmas Extravaganza anzubringen. Aus den Lautsprechern, die entlang der Straße an den Hausfassaden aufgehängt wurden, ertönt leise, stimmungsvolle Musik, während ein weiteres Team Freiwilliger die Helfer gegen die Michiganer Kälte mit heißer Schokolade versorgt. Eine Horde Kinder läuft kreuz und quer über die Bürgersteige, um Pappbecher mit den warmen Getränken unter den Ehrenamtlichen zu verteilen. Vermutlich auch ein kleines bisschen in der Hoffnung, sich damit einen Platz auf der Brave-Kinder-Liste des Weihnachtsmanns zu sichern.
Normalerweise ist es die von der Küste inspirierte Architektur der Gebäude, die Besucher nach Lake Wisteria lockt, doch zu dieser Jahreszeit verschwinden die Fassaden der Häuser im belebtesten Viertel der Stadt hinter Tausenden Lichterketten, Lametta, Ornamenten und aufblasbaren Weihnachtsfiguren.
Bei so viel Festtagsstimmung werde ich immer von einer regelrecht kindlichen Aufregung ergriffen – die augenblicklich verpufft, wenn ich sehe, wie viele Leute in unsere Richtung schauen. Im Gegensatz zu meiner Mutter und meiner Schwester bin ich keine People Pleaserin, deshalb halte ich mich zurück, während die beiden sich auf einen mühsamen Small Talk einlassen. Die meisten Leute erkundigen sich, wann meine Mutter wieder mit dem Verkauf von Coquito beginnt, und sie versorgt sie mit den Infos, bevor sie scherzhaft mahnt, uns nicht beim Sheriff zu melden, weil wir ohne Genehmigung Alkohol ausschenken.
Das puerto-ricanische Kokosnussgetränk hat sich in Lake Wisteria schnell zum Lieblingsdrink in der Weihnachtszeit gemausert und bereits drei Jahre in Folge die lokalen Eierlikörverkäufe überholt. Es überrascht mich nach wie vor, dass Mom die Tradition ihrer Schwiegermutter aufrechterhält, denn die Herstellung von Coquito ist eine Martinez-Familiensache. Und es macht mich zu gleichen Teilen glücklich und traurig, dass die Erinnerung an meine Grandma auf diese Weise in unserer kleinen Stadt weiterlebt.
Als wir endlich die Änderungsschneiderei erreichen, bin ich mehr als bereit, diesen Tag hinter mir zu lassen – nur um mich kurz darauf, kostenlosen Champagner schlürfend, von meiner Mom in das nächste Gespräch verwickeln zu lassen, während meine Schwester ihr Hochzeitskleid anprobiert.
Mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination beobachte ich, wie Gabriela im Angesicht ihres Spiegelbildes in Tränen ausbricht. Es ist die vorletzte Anprobe vor ihrem großen Tag am 30. Dezember.
»Es ist wunderschön.« Eine Träne läuft ihr über die Wange und hinterlässt eine Spur in ihrem Make-up.
Ich seufze erleichtert auf. Einen Moment lang hatte ich befürchtet, dass Gabriela die glitzernde Tüll-Monstrosität von einem Kleid noch einmal überdenken würde; dabei hätte mir vollkommen klar sein müssen, dass es der absolute Traum meiner Schwester ist, wie die Prinzessin aus einem Dreamland-Film auszusehen.
Mom, eine ehemalige Schönheitskönigin, deren dunkles Haar stets perfekt frisiert ist, eilt zur Rettung, um Gabys Wange mit einem Taschentuch abzutupfen. »Du ruinierst dein Make-up, mi amor.«
Obwohl meine Schwester inzwischen sechsundzwanzig ist, behandelt meine Mutter sie eher wie eine Porzellanpuppe als wie eine mündige Person mit eigener Meinung, Schwächen und – Gott bewahre – Gefühlen. Früher hat es mich gestört, aber mittlerweile tut mir Gaby eher leid, als dass ich sie darum beneide. Es mag mich ein Jahr Therapie gekostet haben, aber ich habe gelernt, dass ich sehr viel lieber von meiner Mutter kritisiert werde, als permanent ihre ungeteilte Aufmerksamkeit ertragen zu müssen. In gewisser Hinsicht tut mir Mom sogar leid, weil sie sich an diesen hohen Standard hält, der einem sämtliche Lebensfreude raubt. Ich glaube mich zu erinnern, dass sie früher nicht ganz so schlimm war. Aber erwachsen zu werden bedeutet, unsere Eltern aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu erkennen, dass auch sie nur Menschen sind. Menschen, die uns auf die Palme bringen können, aber auch Fehler machen und Schwächen haben. Und verdammt, meine Mutter hat durchaus die ein oder andere Schwäche.
Gabriela gibt sich Mühe, nicht zu weinen, scheitert jedoch, als sie erneut in den Spiegel schaut.
Ich muss mich regelrecht zwingen, nicht über ihre Reaktion zu lachen, indem ich mir so fest auf die Innenseite der Wange beiße, dass mir selbst die Tränen kommen. Ich liebe meine Schwester, aber das bedeutet nicht, dass ich eine Gelegenheit auslassen würde, sie aufzuziehen. Das wird praktisch von mir erwartet. Nicht nur, weil ich ihre große Schwester bin, sondern auch als jemand, der die schwierige Aufgabe übernommen hat, ihr klarzumachen, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen, hier und da auch mal ein Risiko einzugehen und ein Leben zu führen, das sie glücklich macht. Rückblickend betrachtet, war ich angesichts der Tatsache, dass sie sich in meinen Ex verliebt hat, vielleicht ein wenig zu überzeugend. Zum Glück hat Aiden mit mir Schluss gemacht, bevor wir miteinander geschlafen haben; ich bezweifle, dass Gaby andernfalls ihre Zeit an ihn verschwenden würde.
Das, was Aiden und ich hatten, als »Beziehung« zu bezeichnen, erscheint ohnehin weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass wir lediglich ein paarmal miteinander ausgegangen sind. Wir hatten uns bei der Arbeit in einem anderen Krankenhaus kennengelernt. Zu Beginn des Jahres war er dann zufällig für einen Job nach Lake Wisteria gezogen, und ich war gleichzeitig in der Stadt, um meine Familie zu unterstützen, während sich mein Vater von einer schweren Operation erholte. Ich war mir nicht sicher, ob sich etwas daraus entwickeln würde, aber tief im Inneren habe ich es gehofft. Mein egoistisches Bedürfnis danach, die Leere in meiner Brust zu füllen, die Sehnsucht nach einem Lebenspartner zu stillen, hat dazu geführt, dass ich die Person verletzt habe, die ich auf dieser Welt am meisten liebe; und ich hasse mich noch immer dafür, dass ich Gabys Schwärmerei für Aiden nicht früher bemerkt habe.
Sie mochte Aiden eindeutig schon lange, bevor ich ihn mehr oder weniger beiläufig zu daten begann, aber sie hatte nie den Mut oder das Selbstvertrauen, es mir zu sagen, geschweige denn ihm. Aus Angst, dass er sie zurückweisen würde, da sie gut befreundet waren. Stattdessen sah sie von der Seitenlinie zu, wie er mit mir flirtete. Aiden musste erst mit mir Schluss machen, damit ich merkte, was für negative Auswirkungen unsere Beziehung auf Gabriela hatte, und dafür mache ich mir nach wie vor die größten Vorwürfe.
»Lass uns mal schauen, wie der zu dem Kleid passt.« Die Absätze von Moms hochhackigen Stiefeln klackern auf dem Boden, als sie zu meiner Schwester geht und ihr den schmalen Kunstpelz um die Schultern legt. Gaby war sich nicht sicher, ob er zu dem Kleid passen würde, aber ich kann mir kein perfekteres Outfit für eine magische Winterhochzeit vorstellen.
Zuerst war ich skeptisch, ob eine Hochzeit zur geschäftigsten Zeit des Jahres eine gute Idee ist, aber Gaby wollte unbedingt an Aidens und ihrem Jahrestag heiraten. Unsere Familie, die in Puerto Rico lebt, ist angereist und bleibt über die ganzen Feiertage, es scheint sich also alles wunderbar zu fügen.
Gaby dreht sich zu mir um. »Was meinst du?«
Unseren unterschiedlichen Geschmack in Sachen Mode mal beiseitegelassen, sieht sie umwerfend aus, auch wenn ihr Make-up etwas auffälliger ist als sonst. Aber das ist nicht der Grund, warum ich mich beklommen fühle. Als älteres Geschwisterkind bin ich im Geheimen immer davon ausgegangen, ich würde als Erste heiraten, doch nun kommt mir Gaby zuvor. Ich freue mich, dass sie die Liebe fürs Leben gefunden hat, aber dass die in meinem eigenen Leben fehlt, macht mich … traurig? Einsam? Leicht hoffnungslos, weil ich weiß, dass ich selbst die Ursache dafür bin, dass es bisher nicht geklappt hat. Denn um ganz offen zu sein, ist Aiden nicht der erste Mann, der einen Grund gefunden hat, mich zu verlassen. Aber er war der Erste, vor dem ich nicht flüchten konnte, indem ich in eine neue Stadt zog, um einen weiteren befristeten Job als Krankenpflegerin anzunehmen.
»Cata?« Meine Schwester mustert mich mit gerunzelter Stirn.
»Du siehst aus wie eine wunderschöne Prinzessin«, antworte ich gepresst, weil ich meine Gefühle nicht preisgeben will.
»Wirklich?« Gabriela versucht so krampfhaft, ihre Tränen wegzublinzeln, dass die falschen Wimpern beinahe ihre Brauen berühren.
»Wenn dich ein einziges Kompliment dermaßen aus der Fassung bringt, frage ich mich, wie du dann erst auf meine Rede auf der Hochzeit reagierst«, erwidere ich scherzhaft, um etwas von dem Gewicht, das auf meiner Brust lastet, abzustreifen.
»Dafür musst du sie erst mal geschrieben haben«, schießt Gabriela lachend zurück.
Ich stehe auf und drehe sie an der Taille im Kreis, so wie wir es als Kinder getan haben. »Aiden wird sich gar nicht mehr einkriegen, wenn er dich in diesem Kleid sieht.«
»Glaubst du wirklich?«
»Das weiß ich sogar. Außerdem habe ich eine Wette mit den anderen Brautjungfern laufen, dass er bei deinem Anblick in Tränen ausbricht. Ich zähle also drauf, dass er einen...
| Erscheint lt. Verlag | 10.9.2025 |
|---|---|
| Übersetzer | Melike Karamustafa |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | My December Darling |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Bestsellerautorin • Booktok • Buchgeschenk • buch weihnachten • Christmas • Christmas Romance • cinnamon roll hero • Cozy • Dreamland • Dreamland Billionaires • eBooks • Geschenk für Freundin • Große Liebe • Happy End • he falls first • holiday romance • Kleinstadt • Lauren Asher deutsch • Liebe • Liebesromane • New Adult • Romance • sinnliche Romane • Small Town Romance • spicy books • TikTok • TikTok-Hype • TikTok-Sensation • Weihnachtsgeschenk • Winter Romance • Workplace Romance |
| ISBN-10 | 3-641-33742-9 / 3641337429 |
| ISBN-13 | 978-3-641-33742-1 / 9783641337421 |
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