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Sankt Lawrence (eBook)

Die Heilige

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 2. Auflage
430 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8861-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sankt Lawrence -  Lybra Lorr
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Endlich ist Lorelai von ihrer Position als Heilige befreit und kann zu ihrer Familie zurückkehren. Doch es ist nicht so einfach, sich in ihr neues Leben einzufinden. Ein Leben mit einer kleinen Schwester, die sie verabscheut, Adligen, die darauf abzielen, Lorelai für ihre Zwecke zu missbrauchen, allen voran Mikail Moraen, und dem Druck, ihre Familie zu beschützen, ohne sie von ihrem Leben als Lawrence wissen zu lassen.

Lybra Lorr ist eine junge Autorin und Selfpublisherin.

II.


Ich setze eilig ein Lächeln auf. »Ah, Luci. Das ist Mikail Moraen, er und seine Schwester sind zu Besuch gekommen. Lord Mikail, das ist meine kleine Schwester Lucinda.« Ich sehe Luci an, um herauszufinden, was sie so erstaunt, wobei ich inständig hoffe, dass sie nicht gesehen hat, wie nah Mikail und ich uns waren. Allerdings schenkt Luci mir gar keine Beachtung, ganz so als hätte sie mich nicht gehört und starrt stattdessen Mikail an, der seinerseits mich ansieht.

»Deine kleine Schwester?«, wiederholt er und ich hätte ihm am liebsten einen Tritt für seine informelle Anrede gegeben.

Aber dann setzt er plötzlich ein strahlendes Lächeln auf und geht auf Luci zu. »Es freut mich, Euch kennenzulernen, Lady Lucinda.«

Ich beobachte ungläubig, wie er ihr die Hand für einen Handkuss hinhält. Ich weiß, dass er ganz vernarrt in seine Schwester ist, aber Luci ist meine Schwester!

Und Luci scheint auch noch völlig angetan von seiner schleimigen Art zu sein, denn sie hält ihm schüchtern und mit geröteten Wangen ihre Hand hin.

Ich kann seine Hand nicht wegschlagen oder ihn auch nur böse anfunkeln. Aber ich kann ihm einen Muskelkrampf geben. Es ist ein schwacher Zauber, aber mit so viel Mana, dass er Mikails Aura mühelos überwindet. Es ist besonders einfach, da er völlig unvorbereitet ist und meine Attacke zielt nicht auf ein lebenswichtiges Organ ab, sondern auf eine Reaktion, die der sehr ähnlich ist, die seine Aura als Schutzreaktion einleiten würde. Daher ist es doppelt wirksam.

Mikail versteift sich und seine Hand, die er Luci entgegenstreckt, erzittert, als sich der Muskel in seiner Schulter zusammenzieht. Seine Augen huschen zu mir, mit einem Blick, der halb verärgert und halb verwirrt ist. Aber er hat sofort begriffen, dass ich es war.

Leider ignoriert er meine Warnung und beugt sich über Lucis Hand. Sie errötet daraufhin noch mehr und als er sich wieder aufrichtet und sie anlächelt, scheint sie so überfordert, dass sie kein Wort herausbringt.

Ich gehe schnell zu den beiden hinüber. »Es ist okay, wenn du wieder in dein Zimmer gehen willst. Ich kann mich um alles kümmern.«

Lucis Blick zuckt kurz zu mir und verdüstert sich dabei sichtlich. »Sei nicht so unhöflich. Und wie kannst du unserem Gast nicht einmal ein Glas Wasser anbieten?«

Ich starre sie entsetzt an. Wieso ist sie sauer auf mich? Ich wollte ihr nur helfen.

»Verzeihung Lord Mikail, ich werde Euch sofort etwas bringen«, sagt Luci nun wieder an Mikail gewandt und ihre Stimme klingt so freundlich, dass ich sie fast nicht wiedererkenne.

»Das ist sehr nett, aber meine Schwester und Eure Mutter sollten bald mit dem Tee zurück sein, den wir mitgebracht haben«, erwidert Mikail ebenso freundlich.

»Oh, das wusste ich nicht. In dem Fall, macht es Euch etwas aus, wenn ich mich zu Euch setze?«

»Ganz im Gegenteil.«

Luci geht an mir vorbei, um sich zu setzen, was mir die Gelegenheit gibt, Mikail einen wütenden Blick zuzuwerfen. »Lass deine Hände bei dir!«, flüstere ich so leise, dass Luci es nicht hört.

Mikails Lächeln verrutscht, als er mich überrascht ansieht, aber ich wende mich ab. Immerhin ist Luci auch noch im Raum.

Kurz darauf kommen Mama und Annabella wieder und nachdem der Tee getrunken ist, verabschieden sich die Geschwister. Mikail spricht die Bitte seines Vaters nur einmal an, um meiner Mutter den Brief mit der Einladung zu übergeben, und obwohl ich verstehe, dass er den Auftrag dazu hatte, funkle ich ihn wütend an. Denn meine Mutter wird blass, als sie die Einladung entgegennimmt und meinem Vater geht es nicht anders, als er davon erfährt.

Nur Luci ist aus irgendeinem Grund völlig begeistert und redet beim Abendessen so viel wie nie. »Ist es nicht unglaublich, dass sie vorbeigekommen sind, um die Einladung persönlich vorbeizubringen? Ich habe bisher nur in der Zeitung über sie gelesen.«

»Lori hat Lady Annabella das Leben gerettet, Schatz. Sie sind ihr dankbar«, sagt Mama mit einem besorgten Lächeln.

Lucis Miene verdüstert sich, als ihr Blick zu mir huscht. Aber zu meiner Überraschung setzt sie schnell wieder ein Lächeln auf. »Lord Mikail ist so nett und er sieht noch besser aus als in der Zeitung.«

Ich frage mich, welche Zeitung sie liest, während ich mich gleichzeitig daran zu erinnern versuche, ob ich auch schon mal etwas über ihn gelesen habe.

»Es ist so schade, dass er schon mit Prinzessin Estella verlobt ist.«

Ich halte inne.

»Oh, stimmt etwas nicht, Schwester?«

Ich nehme überrascht den Blick von meiner Suppe und sehe Luci an, die mich zum allerersten Mal anspricht. Ich lächle. »Nein, nein. Ich habe mich nur gerade daran erinnert, dass Prinzessin Estella mich besucht hat, um mich darum zu bitten, Lady Annabella zu heilen. Jetzt weiß ich, warum.«

Luci schürzt die Lippen, als wäre das völlig uninteressant für sie.

»Prinzessin Estella hat dich besucht? Davon hast du gar nichts erzählt«, sagt Mama und sieht mich überrascht an.

»Habe ich nicht? Es war ein inoffizieller Besuch, direkt nachdem ich Lady Annabella geheilt habe. Es war ihr unangenehm, deshalb habe ich nicht davon gesprochen.«

»Oh, das verstehe ich. Das war sehr nett von dir, Lori.« Sie schenkt mir ein Lächeln und ich lächle fröhlich zurück.

»Ich vergesse manchmal, dass du schon so viele wichtige Leute getroffen hast. Im Tempel hast du auch Etikette gelernt, oder?«

Ich nicke. »Nicht alles, aber das Wichtigste. Wieso?«

»Ich dachte, du könntest uns vielleicht helfen und uns zeigen, wie wir uns richtig benehmen, wenn wir die Moraens besuchen.«

Ich sehe erst sie und dann meinen Vater an. »Also wollt ihr die Einladung annehmen?«

Sorge erscheint erneut auf dem Gesicht meiner Mutter. »Lori, wir können es uns nicht leisten, so eine Einladung abzulehnen.«

Ich schlucke schwer. Ich weiß, was sie damit sagen will. Das Einzige, was meine Familie hatte, war mit der Heiligen verwandt zu sein. »Was ist, wenn wir wegziehen?«, frage ich vorsichtig. »Wir könnten irgendwo in ein Dorf ziehen, wo sich niemand für uns interessiert. Ich bin immer noch eine ziemlich gute Heilerin und ich kann Lawrence um Hilfe bitten und dann müssen wir nicht -«

»Nein!« Meine Mutter unterbricht mich entschieden und schüttelt den Kopf. »Ich verstehe, was du sagen willst, Lori, aber wir haben nicht die Mittel, um so einfach umzuziehen.«

»Wieso nicht?«, frage ich, verunsichert von Mamas Vehemenz. »Was ist mit dem Geld, das Lawrence euch gebracht hat. Ihr habt davon doch kaum etwas ausgegeben.«

Sie seufzt. »Es gehört noch etwas mehr als Geld dazu, um einen Laden zum Laufen zu bringen, und es ist nicht so, dass wir Unmengen an Geld haben. Es wäre ein Risiko für uns umzuziehen und ganz besonders, wenn wir es tun, um die Einladung des Marquis zu ignorieren.«

»Ich sag ja nicht, dass wir sie ignorieren sollen. Der Marquis wird es verstehen, wenn wir es ihm erklären. Und wegen dem Geld, wir können einfach Lawrence anheuern und -«

»Nein, Lorelai!«

Ich zucke zusammen, als sie meinen vollständigen Namen sagt.

»Ich weiß, dass Miss Lawrence uns in der Vergangenheit sehr geholfen hat, aber ich will nicht, dass du dich weiter mit ihr triffst.«

Ich starre sie entgeistert an. »W-Was meinst du damit?«

Sie seufzt erneut und tauscht einen Blick mit meinem Vater. »Bitte versteh doch. Miss Lawrence ist eine Söldnerin und eine mit einem schwierigen Charakter noch dazu. Ich will nicht, dass wir ihretwegen in etwas mit hineingezogen werden, mit dem wir nichts zu tun haben.«

Ich schlucke ein weiteres Mal, diesmal, um den Kloß in meinem Hals loszuwerden. »Also, du … du magst Lawrence nicht?«, frage ich dann, obwohl ich mir gar nicht sicher bin, ob ich die Antwort hören will. Ich hatte immer das Gefühl, dass sich meine Eltern in Lawrence’ Gegenwart unwohl gefühlt haben, aber ich habe es auf den Umstand geschoben, dass ich, wann immer ich Lawrence war, offiziell krank in meinem Zimmer lag.

»Ich glaube nicht, dass sie ein schlechter Mensch ist, aber sie ist jemand, der gerne Ärger macht und von dieser Art Mensch sollte man sich immer fern halten, Lori.« Sie streckt die Hand nach mir aus und streicht mir sanft übers Haar. »Ich weiß, dass sie deine Freundin ist, aber ich mache mir Sorgen. Das verstehst du doch, oder?«

Ich starre mit zusammengepressten Lippen auf meine Schale hinab. Dann nicke ich. Ich bringe es nicht über mich, den Mund aufzumachen, denn ich weiß, dass mir meine Stimme nicht gehorchen wird.

Ich höre Luci Schnauben. »Eine tolle Freundin bist du.«

Es ist ein Glück, denke ich, dass ich meinen Eltern noch nicht erzählt habe, dass ich Lawrence bin. Ein Glück, wiederhole ich in meinem Kopf, während ich angestrengt blinzle, um das Stechen in meinen Augen zu vertreiben.

Es vergehen ein paar Tage und es wird...

Erscheint lt. Verlag 26.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Abenteuer • action • Drama • Fantasy • Magie • Romance
ISBN-10 3-7693-8861-5 / 3769388615
ISBN-13 978-3-7693-8861-9 / 9783769388619
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