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Mord in besserer Gesellschaft (eBook)

Miss Beeton ermittelt | Zwischen Tee, Täuschung und Tatverdacht | Cosy Crime in der Londoner High Society

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
450 Seiten
Insel Verlag
978-3-458-78459-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mord in besserer Gesellschaft -  Josie Lloyd
Systemvoraussetzungen
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Für Fans von Agatha Christie, Nita Prose und Richard Osman und Mord ist ihr Hobby.

Sie sind Mitglied der Londoner High Society und benötigen qualifiziertes Hauspersonal? Dann sind Sie bei Alice Beeton genau an der richtigen Adresse. Das weiß auch ihre langjährige Kundin, Camille Messent, die dringend eine neue Haushälterin benötigt, denn sie erwartet eine große Festgesellschaft. Miss Beeton schickt ihr die etwas forsche Enya, die gerade erst aus der Schweiz gekommen ist. Sie hat erstklassige Referenzen und spricht auch noch fließend Französisch.

Einige Tage später wird Enya in den frühen Morgenstunden tot aufgefunden. Während der noch zuständige Detective Rigby darum kämpft, eine Untersuchung auf die Beine zu stellen, übernimmt Miss Beeton die Ermittlungen ...



Josie Lloyd ist eine internationale Bestsellerautorin aus Großbritannien. Ihre Romane wurden in 27 Sprachen übersetzt. Aufgewachsen in Essex, hat sie in London Englisch und Theaterwissenschaften studiert. 2017 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Während ihrer Chemotherapie hat sie das Laufen für sich entdeckt. Heute ist sie Vorsitzende der Lobular Breast Cancer Society UK. Sie hat drei Töchter und lebt mit ihrem Mann, Emlyn Rees, und ihrem Hund Ziggy in Brighton.

1.


»Ich hab's dir doch gesagt. Der gutaussehende Professor war's.« Mit einem befriedigenden Knall schlug Alice Beeton den gebundenen Bibliotheksband zu. »Trau niemals einem Mann mit Grübchen im Kinn.«

Der Wasserkessel in der kleinen Küche trillerte wie eine altmodische Polizeipfeife. Alice drehte das Gas ab und hob den Deckel, und das sprudelnde Wasser fauchte.

Agatha bellte kurz als Antwort und richtete ihre hellbraunen Augen auf Alice, die jetzt eine Porzellantasse und zwei Untertassen aus dem Schrank nahm und das andere Geschirr ein klein wenig zurechtrückte, damit die Stapel wieder hübsch akkurat aussahen. Mit einem Silberlöffel maß sie die exakte Menge von Earl-Grey-Blättern aus der Teedose, goss sie mit heißem Wasser auf und stülpte einen gestrickten Teewärmer über die Kanne.

Als selbsterklärter Krimi-Junkie liebte Alice verworrene Plots, falsche Fährten und beiläufige Hinweise, was unweigerlich dazu führte, dass sie schlauer war als die meisten fiktiven Detektive – mit Ausnahme von Miss Marple natürlich. Sie war im Besitz sämtlicher achtzig, wie einen Schatz gehüteter Agatha Christies (nach ihr hatte sie auch ihre Hündin Agatha genannt), allerdings hatte sie für weitere Bücher keinen Platz mehr.

Alice' Souterrainwohnung zeigte sich so früh am Tag nie in bestem Licht, sie wirkte erst freundlicher, wenn die Sonne über die gegenüberliegenden Gebäude stieg. Als sie die Jalousie über der Spüle hochzog und durch das vergitterte Fenster zur Straße hinaufschaute, erspähte sie den schwach grau schimmernden Dezemberhimmel, doch das vorhergesagte ›Biest aus dem Osten‹ musste erst noch kommen. Es sah wirklich nicht so aus, als würde es demnächst schneien, aber man konnte nie wissen. Dennoch war es eindeutig ein Tag für eine Thermoweste.

Auf dem Tisch schmückten die Trompetenblüten einer orangefarbenen Amaryllis, das Geschenk eines dankbaren Klienten, die Küche mit einem fröhlich exotischen Farbklecks; in ihrer Wohnung fand sie alles so, wie es war, genau richtig, nur die lauten Nachbarn über ihr ließen sich kaum ignorieren. Sie zuckte zusammen, als deren verflixter Sohn einen Ball über ihre Küchendecke springen ließ. Sie schaltete das Radio ein, das fest auf einen Klassiksender eingestellt war, und sandte zur Antwort einen dröhnenden Vivaldi nach oben.

Agatha bellte erneut und legte den Kopf schief.

»Bin dabei«, sagte Alice. »Geduld.«

Sie goss aus der zierlichen Tülle Tee in eine der Untertassen und gab aus dem Kännchen kalte Milch hinzu, stellte sie auf den Fußboden, und Agatha begann zu schlecken. Gerade als sie sich selbst eine Tasse einschenken wollte, klingelte die uralte Eieruhr. Alice sprang auf und stellte die Teekanne ab.

Wie so oft versetzte sie dieser kleine Gegenstand zurück in die Küche von Hawthorn Hall, und sie saß wieder auf der geschwungenen hölzernen Anrichte, während Mrs Doulton sie in den Feinheiten der Küchen- und Haushaltsführung unterwies. Ihre Erinnerungen glichen jener Art von Kodak-Abzügen – verblichen und eindeutig einer anderen Zeit zugehörig –, nur Mrs Doulton war eher ein Gefühl. Die Person, die sich wie ein Zuhause anfühlte. Selbst jetzt noch, fünf Jahre nach ihrem Tod, vermisste Alice ihre alte Mentorin und den Menschen, der ihr mehr wie eine Mutter gewesen war als irgendjemand sonst, und sie wusste, dieser Schmerz würde nie vergehen.

Sie zog ihre Ofenhandschuhe an und spähte durch die Glasscheibe, doch weil es so köstlich roch, wusste sie auch ohne den Timer, dass die Kekse perfekt waren. Sie hatte sie nach dem sehr genauen Rezept ihrer viktorianischen Vorfahrin gebacken, der sehr berühmten Isabella Beeton – Verfasserin des weit verbreiteten Werkes Das Buch der Haushaltsführung. Alice hielt sich gern an die Maßstäbe ihrer längst verstorbenen Verwandten: Sauberkeit, Ordentlichkeit, Pünktlichkeit und harte Arbeit. Und dazu kamen natürlich die Befriedigung und der Trost des Selberbackens.

Zitronenkekse

Zutaten: 1 ‌¼ Pfund Mehl, ¾ Pfund Zucker, 180 g frische Butter, 4 Eier, Schale von 2 Zitronen, 2 Dessertlöffel Zitronensaft.

Zubereitung: Kneten Sie das Mehl in die Butter, rühren Sie den Zucker und die fein geriebene Zitronenschale darunter. Wenn diese Zutaten gründlich vermischt sind, fügen Sie die gut verquirlten Eier und den Zitronensaft hinzu. Diese Mischung ein, zwei Minuten kräftig durchrühren und dann von einem Löffel auf ein gebuttertes Backblech tropfen lassen, in einem Abstand von ungefähr 5 cm, da der Teig beim Erwärmen zerläuft. Schieben Sie das Blech in den Ofen und backen Sie die Kekse in etwa 15 bis 20 Minuten hellbraun.

Zeit: 15 – 20 Minuten

Durchschnittliche Kosten: 1 sh. 6p.

Zu jeder Jahreszeit

In ihrer üblichen Uniform – einem zweckmäßigen, knielangen Rock, einer Thermoweste, einer gestärkten weißen Bluse sowie einem ihrer zahlreichen Kaschmirpullis mit V-Ausschnitt in neutralem Farbton, dazu ihrem bestgehüteten Schatz, die Halskette mit dem viktorianischen Medaillon – machte Alice sich bereit, die Wohnung zu verlassen. In Anbetracht des Wetters fügte sie noch einen Schal aus Jacquardseide hinzu, der dem Ganzen einen Hauch Farbe und Wärme verlieh, und fragte sich wie schon oft, warum die Menschen ihr so häufig Schals zum Geschenk machten. War sie tatsächlich dermaßen langweilig? Sollte ihre Schwägerin Sassy ihr in diesem Jahr noch einen weiteren überreichen, war sie wild entschlossen, dieses Mal etwas zu sagen.

Sie nahm eine Blechdose aus ihrer großen Sammlung im Küchenschrank, legte sie mit zerknittertem, fettabweisendem Papier aus und sortierte die abgekühlten Kekse vorsichtig ein. Während sie eine fröhliche Händel-Melodie pfiff, verstaute sie die Dose in ihrem Lederbeutel, schaltete das Radio aus und stellte ihre Hausschuhe auf das Regal neben der Haustür. Sie schnürte ihre Lederhalbschuhe, schlüpfte in ihren verlässlichen Burberry, warf einen prüfenden Blick in den vergoldeten ovalen Spiegel neben der Eingangstür und fuhr sich mit den Fingern durch den Pony ihres adretten braunen Bobs. Absolut präsentabel. Aber Moment … Alice schaute noch einmal genauer hin. War das der schwache Schatten … guter Gott! Eines Schnurrbarts?

Anders als so viele Frauen ihrer Bekanntschaft, befasste sie sich nicht mit den langwierigen und ihrer Meinung nach meist vergeblichen Bemühungen, die Zeit anzuhalten. Jenseits der fünfzig, vom Gefühl her jedoch noch gut in den Vierzigern, hatte sie beschlossen, damit Frieden zu schließen, dass ihr Gesicht seine Konturen veränderte, ihre Taille breiter wurde und ihr Haar inzwischen nicht nur vereinzelte silberne Strähnen aufwies. Und obwohl sie sich selbst weder für alt noch, mit etwas gutem Zureden, für eitel hielt, war diese neue Entwicklung absolut nicht statthaft.

Falls sie den Mut aufbrachte, würde sie Jinx fragen, wie man sie stoppte. Sobald sie ihrer besten Freundin gegenüber allerdings auch nur andeuten würde, dass sie, Alice, sich um ihre äußere Erscheinung sorgte, gäbe es vermutlich kein Halten mehr. Jinx verfügte über mehr Lotionen, Zaubertränke und Tricks zur Verschönerung, als Alice zu zählen wagte.

Sie holte tief Luft, öffnete die Tür und stählte sich für den unvermeidlichen Anblick weggeworfener Fastfood-Verpackungen am Fuß ihrer Treppe, aber ausnahmsweise war der von Terrakottatöpfen gesäumte Aufstieg zum Tor sauber.

Gerade kam Mr Mantis, der Hausmeister, über die breite Schwelle zum Haupteingang ihres roten Backsteinhauses und verteilte aus einem Behälter, der wie eine gigantische Keksdose aussah, Streusalz auf den Stufen. Er war ein kleiner Mann – drahtig und argwöhnisch und immer vornübergebeugt in seiner schäbigen Lederjacke. Er stank nach Zigaretten und billigem Aftershave, und Alice traute ihm nicht über den Weg.

»Miss Beeton«, sagte er und dehnte mit seiner weinerlichen Stimme das ›ee‹. »Es gab übrigens eine Beschwerde über Sie. Wegen Ihres Hundes. Speziell wegen des Bellens.« Er warf einen bedeutsamen Blick auf Agatha, dann machte er eine Kopfbewegung in Richtung des Erdgeschossfensters, wo sich in diesem Moment die Lamellen der Jalousie schlossen.

...

Erscheint lt. Verlag 15.9.2025
Übersetzer Brigitte Heinrich
Sprache deutsch
Original-Titel Miss Beeton’s Murder Agency
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Agatha Christie • aktuelles Buch • Alex Hay • Beste Freundin • Britischer Humor • Bücher Neuerscheinung • buch-geschenk • City of London • comfy crime • Cosy Crime • cosy krimi deutsch • Cottagecore-Krimi • Cozy Crime • Cozy Mystery • Der Brighton-Schwimmclub • Der Bright-Side-Running-Club • England • Frauenunterhaltung • Freundschaft • Geburtstagsgeschenk • Geschenk für beste Freundin • Geschenk für Frauen • Geschenk für Freundin • Geschenk-Ideen • insel taschenbuch 5120 • IT 5120 • IT5120 • Jessica Fletcher • Kommissarin • Krimi für den Urlaub • Kriminalroman • Krimi Neuerscheinung 2025 • Krimiunterhaltung • Leichte Unterhaltung • London • Miss Beeton’s Murder Agency deutsch • Miss Marple • Mord ist ihr Hobby • Mrs. Beeton's Book of Household Management • neuer Krimi • Neuerscheinung 2025 • neues Buch • Nita Prose • Page Turner • Provinz-Krimi • Richard Osman • Schmöker-Krimi • Spannung • Süd- und Südost-England • Vereinigtes Königreich Großbritannien • weibliche Ermittlerin • Westeuropa • Wohlfühl-Krimi
ISBN-10 3-458-78459-4 / 3458784594
ISBN-13 978-3-458-78459-3 / 9783458784593
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