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Die Zerstörung (eBook)

Belle & Ryu
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
342 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-3699-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Zerstörung -  Rebekka Gusia
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**Romantische Dystopie** Dank des sarkastischen Ryu entkommt die zwanzigjährige Belle aus dem Bunker, in den ihr fanatischer Vater sie vor Monaten gesperrt hat. Nun will Belle unbedingt auch ihre Schwester aus deren Gefängnis befreien und überzeugt Ryu, sie dabei zu unterstützen. Eine Rettungsaktion in einer zerstörten Welt scheint nicht die beste Idee zu sein, doch um ihre Schwester zu retten, geht Belle jedes Risiko ein. dabei hat sie allerdings nicht mit dem gewaltigen Knistern gerechnet, das sich zwischen ihr und Ryu ausbreitet. Ablenkungen kann sie gerade gar nicht gebrauchen - vor allem, weil schon bald nicht nur das Leben ihrer Schwester am seidenen Faden hängt, sondern auch ihr eigenes. *Eine romantische Dystopie für Leser*innen, die für starke Figuren, Spannung, Abenteuer und vor allem ganz viel Liebe brennen.*

Rebekka Gusia wuchs in einem kleinen Dorf im oberbergischen Kreis mit ihrer jüngeren Schwester und vielen Nachbarskindern auf. Schon von klein auf las sie Unmengen von Büchern aus der Bibliothek der nahen Kleinstadt. Je älter sie wurde, desto mehr lernte sie vor allem das Romance-Genre lieben, in dem auch ihre eigenen Geschichten spielen. Sie zog für ihr Germanistik- und Pädagogikstudium nach Köln. Das Schreiben sieht sie als kreativen Ausgleich zu ihrer fordernden Arbeit bei einem Jugendhilfeträger.

1. Kapitel


Belle

Es war beeindruckend, wie schnell man in einem Bunker nichts mehr zu tun hatte.

Wobei Belles Klotz, wie sie ihn liebevoll getauft hatte, recht komfortabel ausgestattet war. Sie erhob sich von dem Sofa, das an der Wand stand, und trat auf die Küchenzeile zu, in der sie bis vor vier Wochen fließendes Wasser und Gasfeuer gehabt hatte, das mittlerweile aufgebraucht war.

Belle zapfte sich etwas Trinkwasser aus dem selbst gebauten Filter in ein Glas und trank es in großen Zügen aus. Ein Vorteil daran, in einer Gemeinschaft aufzuwachsen, die sich auf das Ende der Welt vorbereitete, war, dass man lernte zu überleben. Wobei ihre erlernten Fähigkeiten eingesperrt in einem Bunker kaum halfen. Aber immerhin hatte sie den Wasserfilter bauen können. Aus Teilen, die ihr Kerkermeister Ryū gebracht hatte.

Das Glas in der Hand drehend, überlegte Belle, sich wieder ins Bett zu legen und etwas zu lesen. Ryū hatte ihr letztes Mal ein neues Buch mitgebracht. Der Stempel und die Auszeichnung auf dem Buchrücken kennzeichneten es als ein Büchereibuch, und Belle hatte sich unwillkürlich gefragt, ob er dort eingebrochen war, um es zu besorgen. Gleichzeitig war es fraglich, ob das wirklich noch so verwerflich wäre. Vermutlich kümmerte sich niemand mehr um die Bücherei und es würde keinen stören, dass jemand ein Buch von dort nahm. Wenn die Bibliothek überhaupt noch stand. Wahrscheinlich war sie, so wie die meisten Gebäude, teilweise oder gänzlich eingestürzt. Der stabilen deutschen Bauweise war es zu verdanken, dass so viele Häuser noch halbwegs standen. Nicht wenige Gebäude waren nach den Beben abgebrannt, weil die Elektronik zerstört worden oder irgendwo Gas ausgetreten war.

Der Kontakt zur Außenwelt war in Deutschland früh abgebrochen. Wobei man letztendlich keine Möglichkeit hatte, herauszufinden, ob es nun spät oder früh war. Schließlich hatte man keine Kontaktmöglichkeiten mehr. Belle hatte natürlich keine wirkliche Idee davon, wie es draußen tatsächlich aussah. Weder in Deutschland noch direkt vor der Tür ihres Bunkers, geschweige denn auf der anderen Seite der Welt. Die letzten Zahlen, die sie gehört hatte, sprachen davon, dass über die Hälfte der Menschheit ausgerottet worden war. Tendenz steigend. Und diese Zahlen waren Monate alt.

Auch bevor sie weggesperrt worden war, hatte sie in ihrem goldenen Käfig wenige echte Neuigkeiten erfahren. Bis sie von dem Plan ihres Vaters hörte, der alles verändert hatte. Oder zumindest den Standort ihres Gefängnisses.

Wenn man ihrem Vater und seinen Geschichten glaubte, hatte die große Zerstörung mit der Unzufriedenheit der Geister – oder wahlweise Mutter Natur – begonnen. Diese war gewachsen, als die Menschen aufhörten, die Natur zu achten, und sie stattdessen mehr und mehr zerstörten. Diese Unzufriedenheit war irgendwann in Wut umgeschlagen.

Aber Vater war...

Belle wollte nicht mehr an das glauben, was er ihr und Fina ihr Leben lang eingetrichtert hatte. Dieses blinde Vertrauen war in dem Moment verschwunden, als sie endlich – viel zu spät – verstanden hatte, was sein Plan war.

Sie schüttelte heftig den Kopf, sodass ihre schwarzen Haare hin- und herflogen, füllte ihr Glas erneut und trank es in einem Zug leer. Belle war mal wieder in ihren Tagträumen versunken gewesen und hatte kaum bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war. Dabei hatte sie so viel zu tun.

Sie verdrehte die Augen.

Nicht.

Sie hatte erst sieben Monate ihrer zwanzig Lebensjahre in diesem Bunker verbracht und wusste schon nichts mehr mit sich anzufangen.

Seufzend stellte sie ihr Glas auf die Anrichte und ging zu der einzigen Tür, die sich, abgesehen von der verschlossenen Ausgangstür, im Raum befand. Hinter der Tür verbarg sich ein winziges Badezimmer. Sie knipste das Licht an, und die einzelne Glühbirne, die nackt von der Decke hing, beleuchtete den kleinen Betonraum. Glücklicherweise war Belle nicht klaustrophobisch veranlagt, aber in diesem Raum könnte sie es werden. Solange es sich nicht vermeiden ließ, blieb deswegen auch immer die Tür offen, wenn sie hineinging. Direkt gegenüber der Tür befand sich ein winziges Waschbecken, daneben die Toilette, die wundersamerweise funktionierte. Zumindest verschwanden das Wasser und der Rest irgendwohin. Die kleine Dusche war zum Glück mit einem Grundwassertank verbunden. Das Duschwasser war leider nicht trinkbar, deswegen auch der Wasserfilter, aber es reichte, um sich zu waschen.

Belle begrenzte die Duschzeit und wusch sich die Haare höchstens einmal in der Woche, um die Wasservorräte zu schonen. Außerdem plätscherte das Wasser so kalt aus dem Duschkopf, dass sie auch kein Interesse hatte, darunter mehr Zeit zu verbringen als nötig.

Belle stellte sich vor den Spiegel und flocht zwei feste Zöpfe aus ihren langen schwarzen Haaren. Als sie fertig war, steckte sie diese auf, konnte es sich jedoch nicht verkneifen, einige Strähnen vorn herauszuzupfen, damit sie ihr Gesicht umschmeichelten.

Sie verließ das winzige Bad, schloss die Tür und nahm das neueste Buch aus dem kleinen Regal, das am Fußende des Bettes stand. Dann legte sie sich darauf, zog das Kissen hinter ihren Rücken und die Decke über die Füße und Beine.

Ryū hatte ihr einen New Adult-Roman mitgebracht. Früher hätte sie niemals so ein Buch in die Hand genommen. Sie hatte sich gern damit gebrüstet, gehobene Literatur zu lesen. Das hatte allerdings auch damit zu tun gehabt, dass ihr Vater den Zugang zu Literatur streng überwacht hatte. Jedenfalls hatte die Liebesgeschichte sie in ihren Bann gezogen. Belle schlug das Buch auf und tauchte in die Geschichte ein.

Erst ihr knurrender Magen brachte Belle dazu, sich von den Seiten loszureißen. Mit glühenden Wangen und einem sehnsuchtsvollen Ziehen in der Magengegend klappte sie das Buch zu. Das letzte Kapitel war... heiß! Belle konnte kaum glauben, was sie in den letzten Jahren verpasst hatte. Die Sehnsucht in ihr fühlte sich für einen Moment übermächtig an, sie brauchte so dringend menschliche Nähe. Und sie wollte endlich einen Mann küssen! Ja, es war peinlich, aber sie war zwanzig und ungeküsst. Ihr Vater hatte Fina und sie so behütet und ihnen eingeimpft, wie wichtig es war, dass sie rein und unberührt blieben, dass es ihr in Fleisch und Blut übergegangen war. Lange hatte sie es nicht infrage gestellt. Aber die letzten Monate über hatte sie Zeit gehabt, die Lehren ihres Vaters zu hinterfragen.

Und wie viel Zeit sie gehabt hatte!

Einer der Entschlüsse, die sie getroffen hatte, war, dass sie diese Unberührbarkeits-Sch... Scheiße genauso brechen würde wie die Regel, dass sie nicht fluchen durfte.

Sie würde fluchen! Und sie würde sich einen Mann suchen, den sie küssen konnte und vielleicht auch mehr. Spätestens diese Bücher hatten die Lust darauf geweckt.

Belle erhob sich und warf einen Blick in ihren Vorratsschrank, der traurig leer war. Darin befanden sich noch zwei Dosen vegetarischer Ravioli. Sie nahm sich eine Konserve, öffnete sie und ließ sich damit am Tisch nieder. Um kein unnötiges Geschirr zu benutzen, nahm sie sich eine Gabel und spießte die ersten Nudeln direkt aus der Dose auf. Sie sah die Nudel lange an und träumte von frischem Gemüse, von einer Nudelpfanne mit Pesto und Zucchini,von einem Kartoffelauflauf mit Spinat und Eiern. Aber das alles blieb ein Traum. Die bittere Realität war, dass sie seit Tagen Ravioli futterte. Und es gab nichts Widerlicheres als kalte Ravioli.

Kurz entschlossen holte sich Belle das Buch vom Bett und las beim Essen weiter. Vielleicht würde es sie von dem Geschmack ablenken.

Die Raviolidose vor ihr war längst leer, als Belle das Buch zuschlug. Es war schön gewesen, mitreißend und ließ sie trotzdem seltsam unbefriedigt zurück.

Die Lampe flackerte und erinnerte sie daran, dass sie morgen dringend den Akku für das Licht mit etwas Energie füttern müsste.

Aber für heute war der Tag um. Wenn sie morgen nicht vollkommen ohne Licht aufwachen wollte, sollte sie es jetzt ausschalten.

Seufzend ging sie ins Bad, zog ihr weißes Kleid aus, faltete es ordentlich und legte es zu den anderen weißen Kleidern in der winzigen Kommode. Sie zog ihr ebenfalls weißes Nachthemd hervor, zog es an und legte sich ins Bett.

Belle starrte noch lange in die Dunkelheit und konnte nicht einschlafen, weil sie ruhelos war, doch irgendwann fielen ihr die Augen zu.

***

Kräftig trat Belle in die Pedale des Ergometers, um den Energievorrat des Akkus aufzufüllen. Sie musste mindestens alle zwei Tage auf das Fahrrad steigen, denn der Strom war schnell aufgebraucht und es war schrecklich, hier unten im Dunkeln zu sitzen. Ganz davon abgesehen, dass sie nicht sicher war, ob die Lüftung noch funktionierte, auch wenn sie glaubte, dass diese unabhängig von der Elektronik lief.

In einer Halterung vor ihr lag ein Buch. Es war ein Sachbuch über essbare Pflanzen. Sie hatte es noch nicht ganz durch und wollte es unbedingt beenden, bevor sie den nächsten Roman las. Diese Regel hatte sie sich selbst...

Erscheint lt. Verlag 21.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Dystopie • Liebesgeschichte • Romance • Romantische Dystopie • Young Adult
ISBN-10 3-7693-3699-2 / 3769336992
ISBN-13 978-3-7693-3699-3 / 9783769336993
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