Julia Ärzte zum Verlieben Band 202 (eBook)
384 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3347-8 (ISBN)
KANN EIN KUSS EIN FEHLER SEIN? von KATE MACGUIRE
Beim Blick in Dr. John Bennetts strahlend grüne Augen ist Vertretungsärztin Charlotte sofort hin und weg. Jeden Tag knistert es mehr zwischen ihr und ihrem Boss in der Kinderklinik. Wie im Rausch erwidert sie seinen Kuss. Ein Fehler? Jäh weist John sie danach ab ...
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Ein kurzer Flirt mit einer sexy Fremden auf dem Stadtfest - mehr erlaubt Dr. Liam O'Conner sich nicht. Als Single-Dad hat er für die Liebe keine Zeit! Dumm nur, dass sich Mae als seine neue Kollegin entpuppt. Mit jedem Tag in ihrer Nähe kann er ihr weniger widerstehen ...
WEIL MEIN HERZ HEILEN MUSS von BECKY WICKS
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1. KAPITEL
Weiße Strände, so weit das Auge reichte. Eine Kajak-Tour am frühen Morgen. Ein eleganter Abend in der weltberühmten Oper in Sydney.
Charlotte blätterte durch ihren Social-Media-Feed. Ihre Freunde meinten es nicht böse, aber jedes Foto des fantastischen Australienurlaubs war wie ein kleiner Nadelstich.
Während sie auf ihren Mietwagen wartete, grollte über ihr der Donner. Keine weißen Strände hier in Seattle, Washington, im Regen. Sie warf einen letzten sehnsüchtigen Blick auf die Bilder des Urlaubs, der ihr entgangen war, und schloss die App. Das reichte für heute.
Alle paar Jahre machten sie und ihre Freunde – allesamt Vertretungsärzte – eine gemeinsame Reise, nahmen eine Auszeit vom Stress der ständig wechselnden Jobs. Das erste Mal waren sie nach Bora Bora geflogen, dann nach Madrid, Rom und Singapur. Charlotte hielt diese Reisen und ihre beruflichen Erfahrungen in ihrem Blog GypsyMD fest. Über die Jahre hatte sie einen kleinen, aber treuen Kreis von Followern gewonnen, der gern ihre Berichte und Anekdoten las.
Die Reise nach Sydney zu organisieren, war anstrengend gewesen. Immer mehr von ihren Freunden gründeten Familien und ließen sich irgendwo nieder. Das machte es schwer, genügend Leute für eine Gruppenreise zusammenzutrommeln. Und gerade, als sie mit allem fertig gewesen war, war ihr aus heiterem Himmel etwas dazwischengekommen. Ein Mann hatte sie kontaktiert – angeblich der Anwalt ihres Vaters. Sie müssen unbedingt nach Seattle kommen. Es gibt einige wichtige Dinge zu regeln, was den Nachlass Ihres Vaters betrifft.
Dabei war allein das Wort „Vater“ ein Fremdwort für ein Mädchen, dessen Vater nie ein Teil ihres Lebens gewesen war. Als Charlotte jünger gewesen war, hatte sie sich in ihrer Fantasie ausgemalt, wer er wohl war. Ein reicher Rockstar, der jede Nacht in einer fremden Stadt verbrachte? Ein Offizier der US Navy, der heldenhaft das Land verteidigte? Ein Bergsteiger, der hohe Gipfel bezwang und in einer Jurte schlief?
In ihrer Lieblingsversion war er ein mächtiger König, der nichts unversucht ließ, um sie endlich wiederzufinden und in die Arme zu schließen.
Natürlich war sie irgendwann über diese Tagträume hinausgewachsen und hatte ihr Schicksal akzeptiert. Immerhin hatte sie eine Mutter, die sie über alles liebte.
Aber als Charlotte gerade dreizehn gewesen war, war ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall gestorben. Danach hatte sie kein Zuhause mehr gehabt und keine Angehörigen, die sich um sie kümmern konnten.
„Ma’am?“
Die Stimme eines Mannes hinter ihr riss Charlotte aus ihrem Grübeln. Sie rückte in der Schlange auf. Wieder donnerte es. Unablässig prasselte der Regen gegen die Fensterscheiben der Autovermietung.
Dieser unerwartete Abstecher in ihre alte Heimat wurde wirklich mit jeder Minuten besser.
Eine Stunde später hatte Charlotte ihren Mietwagen und war unterwegs zu der Adresse, die der Anwalt ihr mitgeteilt hatte. Der Regen hatte ein bisschen nachgelassen. Sie hielt am Straßenrand. Der Blick auf das zweistöckige Haus wurde durch eine steile Böschung erschwert, die landschaftsgärtnerisch mit Steinen und Gehölzen gestaltet war, um den Boden vor Erosion und Erdrutschen zu schützen. Eine große Tanne dominierte den Vorgarten.
Jemand klopfte gegen das Beifahrerfenster. Sie zuckte zusammen. Ein kleiner Mann mit Hakennase und kleinen dunklen Augen spähte durch das Fenster.
„Charlotte? Dr. Charlotte Owens?“
Sie nickte.
„Ich bin Jeffrey Bain, der Anwalt Ihres Vaters.“
Charlotte nickte wieder und ließ den Blick über das Haus und die Nachbarschaft wandern. Sie erinnerte sich daran noch aus ihrer Kindheit. Das Queen-Anne-Viertel lag nordwestlich der Stadtmitte auf einem Hügel mit fantastischem Ausblick auf den Puget Sound. Eine Oase für Wohlhabende. Wer hier wohnte, hatte deutlich mehr Geld, als ihre Mutter verdient hatte. Einmal hatten Charlotte und ein paar andere Kids aus ihrer Wohngruppe versucht, zu Halloween hier Süßigkeiten zu sammeln, nur, um zu sehen, ob die Leute hier tatsächlich ganze Schokoladentafeln auf einmal verschenkten. Nur bei einer Familie waren sie erfolgreich gewesen.
„Wollen wir?“ Der Anwalt deutete auf das Haus. Er schien es eilig zu haben.
Sie folgte ihm die Steintreppe zum Haus hinauf. „Sie haben ein wunderschönes Heim“, sagte sie mit Blick auf die künstlerisch angelegten Beete und die handbemalten Blumentöpfe entlang des Wegs. Allerdings fiel ihr auf, dass viele Pflanzen ungepflegt wirkten oder abgestorben waren.
Über seine Schulter warf ihr der Anwalt einen seltsamen Blick zu. „Nein, Ma’am“, sagte er. „Sie haben ein wunderschönes Heim. Ihr Vater hat es Ihnen hinterlassen.“
Es dauerte einen Moment, bis Charlottes Gehirn die Worte verarbeitet hatte. Dann blieb sie wie angewurzelt stehen. Sie hatte angenommen, es sei das Haus des Anwalts. Dass es ihrem Vater gehört haben sollte, ergab keinen Sinn.
Ihr Mutter hatte immer gesagt, es sei nur eine flüchtige Sommerliebe gewesen. Wenn sie überhaupt etwas gesagt hatte. Er war ein Nichtsnutz.
Fragen wirbelten durch ihren Kopf wie neugierige Sommermücken.
Der Anwalt schloss die Eingangstür auf und winkte sie herein.
Charlotte folgte ihm auf eine Hausbesichtigung im Rekordtempo. Das Haus hatte fünf Schlafzimmer, die meisten davon mit eigenem Badezimmer. Es hatte ein fast perfektes Layout und Innendesign. Die Möbel wirkten teuer und geschmackvoll. Aber die Holzböden und die Fenster waren dreckig, Staub sammelte sich auf den Fensterbänken und in den Ecken hingen Spinnweben.
Was Charlotte nicht fand, waren Hinweise darauf, wer ihr Vater gewesen war. Nichts, was auf ein Familienleben hindeutete. Keine Bleistiftmarken an den Wänden, wo ein Kind gemessen worden war. Keine Leuchtsticker an der Tür des Raums, der die perfekte Größe für ein Kinderzimmer hatte. Es war, als hätte hier nie jemand gelebt.
Die Tour endete in der Küche, wo der Anwalt seine überdimensionale Aktentasche auf die marmorne Arbeitsfläche wuchtete. Er zog einen grauen Ordner mit dem Emblem seiner Kanzlei hervor.
„Dies hier ist das Testament Ihres Vaters, zusammen mit den Unterlagen zum Rest seines Treuhandvermögens und anderen wichtigen Dokumenten. Wie Sie vielleicht wissen, hat Ihr Vater in den letzten Jahren durch geschäftliche Fehlentscheidungen einen großen Teil seines Kapitals verloren. Dieses Haus ist das Einzige von echtem Wert.“
Nein, sie wusste gar nichts davon.
Und wie konnte ihr Vater ihr ein Haus hinterlassen haben, wenn er nicht einmal gewusst hatte, dass sie existierte?
Sie wollte die Frage gerade stellen, als sie beim Durchblättern der Dokumente auf ein Blatt stieß, das ihre Aufmerksamkeit erregte.
Formular JU 04.0100. Antrag auf Befreiung von der elterlichen Sorge.
Charlottes Atem ging auf einmal schneller. Sie zog das Dokument hervor und las es. Sie war Kinderärztin, keine Anwältin, aber sie begriff doch sofort, dass ihr Vater alle elterlichen Rechte an den Staat Washington abgetreten hatte.
Die Zeit schien stillzustehen, als sie im Dokument nach seiner Unterschrift suchte.
Es war auf sechs Monate nach dem Tod ihrer Mutter datiert.
Sie starrte weiter auf das Dokument, aber die Worte verschwammen vor ihren Augen.
Hatte er die ganze Zeit von ihr gewusst? Oder erst erfahren, dass er Vater war, als ihn die Behörden kontaktiert hatten? Jedenfalls hatte er gewusst, dass sie keine Mutter mehr hatte, als er sein Sorgerecht abgetreten hatte.
Charlotte legte das Dokument hin und machte einen Schritt zurück. Das Atmen fiel ihr auf einmal schwer.
So weit hergeholt waren ihre Tagträume also gar nicht gewesen. Sie war die lange verlorene Tochter eines Mannes, der reich gewesen war wie ein König. Nur, dass er nicht nach ihr hatte suchen lassen, weil er längst gewusst hatte, wo sie war.
Der Schmerz überwältigte sie beinahe. Sie dachte zurück an die Jahre im staatlichen Pflegesystem, die sie so gern vergessen wollte. Die ganze Zeit hatte sie sich als Außenseiterin gefühlt, ungewollt und unwillkommen. Manchmal waren die Sozialarbeiter ohne jede Vorwarnung aufgetaucht und hatten ihr kaum zehn Minuten Zeit zum Packen gegeben, bevor sie sie zur nächsten Pflegestelle gebracht hatten. Sie hatte gewusst, sie würde nie ein echtes Heim finden. Familien wollten Babys, keine Teenager.
Charlotte kniff die Augen zusammen. Bis vor ein paar Minuten hatte sie glauben können, dass ihre schmerzhafte Vergangenheit einfach eine Laune des Schicksals war. Aber diese Papiere besagten etwas anderes. Ihr Vater hatte alle elterlichen Rechte aus der Hand gegeben, in dem Wissen, dass niemand anders für sie sorgen würde.
Nach und nach wichen Schock und Schmerz dem Ärger. Einer glühenden Wut, die nur eine Frage kannte. Wer tut einem Kind so etwas an? Besonders, wenn er die finanziellen Mittel hatte, für es zu sorgen.
Wie auf ein Stichwort hin hörte sie in diesem Moment das Zischen hydraulischer Bremsen. Als sie aus dem Wohnzimmerfenster schaute, sah sie einen leuchtend gelben Schulbus auf der Straße halten. Er öffnete die Türen. Ein halbes Dutzend Kinder sprang heraus, in Regenmänteln und Gummistiefeln, rufend und lachend, und...
| Erscheint lt. Verlag | 5.4.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia Ärzte zum Verlieben |
| Übersetzer | Julia Lambrecht, Trixi de Vries, Melanie Koster |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Arztroman • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Julia Ärzte zum Verlieben • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • Sammelband |
| ISBN-10 | 3-7515-3347-8 / 3751533478 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3347-8 / 9783751533478 |
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